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Analyse zum Erfolg der CSU in Bayern

(Stand 2003)

Title: Analyse zum Erfolg der CSU in Bayern

Seminar Paper , 2004 , 39 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katrin Möbius (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Einleitung

Im malerischen Isarwinkel vor grandioser Alpenkulisse liegt die Gemeinde Oberaudorf und bietet damit das ideale Postkartenmotiv. So wie der Geburtsort des amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber das bayerische Idyll verkörpert, scheint die CSU auf eine Art enger mit dem Land Bayern verwoben zu sein als andere Parteien. Oft hört man die Einschätzung, die CSU sei selbst ein Stück Bayern. Die einzige spannende Frage bei Wahlen in Bayern scheint nicht zu sein, welche Partei die Mehrheit erreicht, sondern, um wie viele Prozentpunkte über 50 die CSU liegen wird. Dieser konstante Erfolg einer Partei in einem Bundesland nimmt in Deutschland eine einmalige Stellung ein. In der nachfolgenden Arbeit soll deshalb der Frage nachgegangen werden, auf welchen Faktoren der Erfolg der CSU basiert.

Zu Beginn werde ich auf die historisch-strukturellen Faktoren eingehen, innerhalb derer sich die CSU zur bayerischen Hegemonialpartei entwickeln und diesen Status beibehalten konnte. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, werden sich die Ausführungen im Wesentlichen auf die Zeit der Parteigründung bis ca. 1970 beschränken, als die CSU sich als Hegemonialpartei etabliert hatte. Einhergehend mit der Entwicklung der Wahlergebnisse seit 1946 lässt sich aufzeigen, wie es der Partei Schritt für Schritt gelang, die Trennung der bayerischen Traditionszonen aufzuheben und sich als gesamtbayerische Partei zu etablieren. Die wirtschaftliche Entwicklung Bayerns, die von der CSU maßgeblich beeinflusst wurde und wird, erfordert dabei eine gesonderte Betrachtung. Eine Rolle spielt weiterhin die organisationspolitische Entwicklung der CSU.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Ausführung

I. Von der Parteigründung zur Hegemonialmacht – die historisch - strukturelle Entwicklung der CSU

1.Entwicklung der Wahlergebnisse seit 1946

2.Die innerparteiliche Entwicklung der CSU

2.1.Das Parteikonzept Josef Müllers

2.2.Die Parteienkrise 1948/49

2.3.Rückbildung zur Honoratiorenpartei

2.4 Entwicklung zur Massenpartei modernen Typs

3. Vom Agrarstaat zum High-Tech-Standort – die wirtschaftliche Entwicklung Bayerns und die Rolle der CSU

II. Historisch-Strukturelle Erfolgsfaktoren

1. Überwindung der Spaltung in verschiedene Traditionszonen

2. Organisationspolitische Strategie der CSU

2.1. Der autoritäre Führungsstil in der CSU

2.2. Das „Zwei- Stufen“ - Modell der CSU

3. Die Sonderstellung der CSU als Landespartei mit bundespolitischem Anspruch

III. Politische Kerninhalte der CSU

1. Politische Grundgedanken

1.1.Profil und Selbstverständnis der CSU

1.2. Gesellschaftspolitische Leitgedanken

1.3. Wirtschafspolitische Leitgedanken

2. Tradition und Innovation – das politische Erfolgsrezept?

IV. Inszenierung und Medienauftritt der CSU

1. Selbstdarstellung

1.1. Personalisierung in Wahlkämpfen

1.2. Betonung der bayerischen Interessen

1.3. Betonung der Bürgernähe

1.4. Betonung von Tradition und Innovation

2. Kampagnen

C. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert die Faktoren, die den langfristigen und stabilen Erfolg der CSU in Bayern begründen, wobei der Fokus auf der historisch-strukturellen Entwicklung, der Parteiorganisation sowie den politischen Strategien liegt.

  • Historische Entwicklung von der Parteigründung bis zur Hegemonialmacht.
  • Die doppelte Organisationsstruktur aus Massen- und Honoratiorenpartei.
  • Die Rolle der CSU als eigenständige Landespartei mit bundespolitischem Gewicht.
  • Verbindung von Tradition und Innovation als zentrales Erfolgsrezept.
  • Inszenierung und mediale Strategien zur Bindung der Wählerschaft.

Auszug aus dem Buch

2.2. Das „Zwei- Stufen“ - Modell der CSU

Eine weitere Auffälligkeit in der Organisationsstruktur der CSU liegt darin, dass sie zwei scheinbar gegensätzliche Organisationsformen in sich vereinigt. Seit 1955 baute die Partei ihren Parteiapparat massiv auf und entwickelte sich von einer Honoratiorenpartei hin zu einer Massenpartei. Bei genauerem Hinsehen lassen sich jedoch bis heute gewisse Strukturen erkennen, die eher den Merkmalen einer Honoratiorenpartei entsprechen.

Die Organisationsform scheint gewissermaßen zweigeteilt zu sein: Während die Parteizentrale die straff organisierte, durchbürokratisierte Struktur einer modernen Massen – und Apparatepartei aufweist, sind vor allem in den ländlich bäuerlichen Gebieten, zum Beispiel in Oberbayern, auf kommunaler Ebene durchaus noch gewisse Elemente einer Honoratiorenpartei vorhanden. Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei weniger um ein Relikt aus der Vergangenheit handelt, das eben in Kauf genommen wird, als um eine bewusste Doppelstrategie. Die Zweiteilung der Organisationsform verleiht der CSU ein höheres Maß an Integrationskraft als es eine reine Massenpartei könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Von der Parteigründung zur Hegemonialmacht – die historisch - strukturelle Entwicklung der CSU: Dieses Kapitel zeichnet die Wahlergebnisse seit 1946 nach und beschreibt die innerparteiliche Transformation von einer Honoratiorenpartei zu einer modernen Massenpartei unter dem Einfluss der wirtschaftlichen Entwicklung Bayerns.

II. Historisch-Strukturelle Erfolgsfaktoren: Hier werden die Überwindung regionaler Traditionszonen, die autoritäre Führungsstrategie und die Sonderrolle der CSU als bayerische Landespartei als Fundamente ihrer Machtstellung analysiert.

III. Politische Kerninhalte der CSU: Das Kapitel erläutert das Selbstverständnis der Partei, ihre gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Leitgedanken sowie die erfolgreiche Verknüpfung von wertekonservativer Tradition mit technologischer Innovation.

IV. Inszenierung und Medienauftritt der CSU: Diese Analyse widmet sich der Personalisierung in Wahlkämpfen, der betonten Bürgernähe und dem Einsatz populistischer Kampagnen zur Erzeugung eines bayerischen Identitätsgefühls.

Schlüsselwörter

CSU, Bayern, Hegemonialpartei, Politische Strategie, Organisationsstruktur, Honoratiorenpartei, Massenpartei, Edmund Stoiber, Tradition und Innovation, Wirtschaftsentwicklung, Politische Kommunikation, Landtagswahl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Ursachen für den außergewöhnlichen und dauerhaften politischen Erfolg der Christlich-Sozialen Union (CSU) in Bayern.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Die Analyse deckt die historische Entwicklung, die spezifische Organisationsstruktur, die politischen Kerninhalte und die medialen Inszenierungsstrategien der Partei ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die es der CSU ermöglicht haben, über Jahrzehnte hinweg eine hegemoniale Stellung in Bayern zu behaupten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verfolgt?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Analyse, die historische Fakten, parteiinterne Organisationsdaten und Wahlergebnisse systematisch auswertet.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Ausführungen?

Der Hauptteil befasst sich mit der Transformation der Partei, der Verbindung von Tradition und wirtschaftlicher Modernisierung sowie der strategischen Doppelrolle als Landes- und Bundespartei.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind CSU-Hegemonie, bayerisches Milieu, Organisationspolitik, Modernisierung und politische Inszenierung.

Wie unterscheidet sich die Organisationsstruktur der CSU von anderen Parteien?

Die CSU kombiniert erfolgreich die straffe Hierarchie einer modernen Massenpartei mit den informellen, lokal verankerten Strukturen einer klassischen Honoratiorenpartei.

Warum spielt die Betonung der bayerischen Identität eine so große Rolle für den Erfolg?

Die Betonung dient als Integrationsmoment, das Ängste vor Globalisierung absorbiert und den Wählern das Gefühl vermittelt, die Partei handele primär als Anwalt bayerischer Interessen.

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Details

Title
Analyse zum Erfolg der CSU in Bayern
Subtitle
(Stand 2003)
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
Hauptseminar (Projektkurs)
Grade
1,3
Author
Katrin Möbius (Author)
Publication Year
2004
Pages
39
Catalog Number
V30670
ISBN (eBook)
9783638318747
ISBN (Book)
9783638650854
Language
German
Tags
Analyse Erfolg Bayern Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Möbius (Author), 2004, Analyse zum Erfolg der CSU in Bayern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30670
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