In dem behandelten Abschnitt Suet. Iul. 30-33 werden die berühmten und viel rezipierten Worte, die Caesar unmittelbar vor der Überquerung des Grenzflusses gesagt haben soll, überliefert:
Alea iacta est – diese berühmten und viel rezipierten Worte, die Caesar unmittelbar vor der Überquerung des Grenzflusses gesagt haben soll, werden in dem behandelten Abschnitt Suet. Iul. 30-33 überliefert.
Der Ausspruch dürfte einigen SuS bekannt sein: Er wurde zu einer alltäglichen Redewendung und ist in den verschiedensten Kontexten wiederzufinden: Im Munde eines Würfelspielers, eines Hasadeurs, als Wahlspruch des Humanisten Ulrich von Hutten oder im Munde der Comic-Figur Asterix . Schon aufgrund dieser Anknüpfungspunkte der Textstelle an die Lebenswelt der SuS lohnt sich ihre Betrachtung im Lateinunterricht. Die SuS können so merken, dass Latein auch heute noch weiter lebt und die genaue Analyse antiker Originaltexte durchaus einen Wert für unser heutiges Leben haben kann.
Wo hat dieser Ausspruch wirklich seinen Ursprung? Was will Caesar damit ausdrücken und ist die Intention und die Bedeutung dieser Worte in den verschiedenen Kontexten immer gleich? Inwiefern kann dieser lateinische Satz uns heute noch zum Nachdenken und Handeln anregen?
Um diesen Fragen näher zu kommen, werde ich im ersten und fachwissenschaftlichen Teil die oben genannte Textstelle auf ihre Gattungsbesonderheiten hin betrachten, sprachlich analysieren und in ihren Kontext einordnen.
Im zweiten Schritt und dem gleichzeitig didaktischen Teil möchte ich einige Beispiele der Rezeption des Ausspruchs alea iacta est darlegen und einen genaueren Vergleich mit dem Vorkommen dieser Worte in dem Asterix-Comic „Asterix plaudert aus der Schule“ anstellen. Das didaktische Ziel hierbei soll sein, dass die SuS zum Einen durch die ansprechende Arbeit mit einem ihnen bekannten Comic-Heft motiviert werden und zum Anderen erkennen, wie viel ihnen auch heute noch Latein nützen und zu ihrer Bildung beitragen kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Fachlicher Teil
2.1 Gattung
2.2 Gliederung und Kontextualisierung
2.3 Sprachliche Analyse
3 Didaktischer Teil
3.1 Darlegung des didaktischen Ziels – Rezeption und Textvergleich
3.2 Alea iacta est – ein Zitat, viele Interpretationen
3.3 Asterix plaudert aus der Schule – ein exemplarischer Vergleich
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Caesars berühmte Äußerung "Alea iacta est" im Kontext der Rubicon-Überquerung bei Sueton. Ziel ist es, sowohl die fachwissenschaftliche Analyse des Quellentextes mit der didaktischen Rezeptionsgeschichte zu verbinden, um Schülern die Relevanz antiker Texte für ihre heutige Lebenswelt zu verdeutlichen.
- Analyse der Biografie als antike Literaturgattung
- Philologische Untersuchung der Kapitel 30–33 von Suetons "Vita Divi Iulii"
- Didaktische Konzepte zur Einbindung antiker Texte im Lateinunterricht
- Rezeptionsgeschichte des Zitats "Alea iacta est" in Literatur und Comics
- Vergleich der historischen Caesar-Quelle mit der Adaption in "Asterix"
Auszug aus dem Buch
2.3 Sprachliche Analyse
Mit verum (30,1) wird das erste von mir zu untersuchende Kapitel eingeleitet und beginnt mit zwei Ablativi absoluti. Diese stellen die Motive dar, weswegen Caesar sich zum Handeln provoziert sah.
Sie sind durch neque – et miteinander verbunden werden. Dadurch erfährt das zweite Glied – adversariis negantibus – noch eine gewisse Steigerung im Sinne von „und auch noch“/ „und sogar“. Zusätzlich ist der zweite Abl. abs. deutlich länger: er besteht nicht nur aus den zwei Grundbestandteilen wie der erste (senatu interveniente), sondern wird durch einen AcI erweitert. Die beiden Grundbestandteile der Abl. abs. sind jedoch parallel aufgebaut, erst das Substantiv, dann das Partizip: senatu interveniente – adversariis negantibus.
Durch die Voranstellung der beiden Abl. abs., also der Beweggründe Caesars, wird dem Leser eine Verurteilung von Caesars Handeln – sein Gang nach Ravenna und seine Vorbereitungen zur Überquerung des Rubicon – schwerer gemacht. Indem Sueton diese vor die Schilderung der eigentlichen Handlung stellt, muss der Leser sich Caesars Motive erst durchlesen und verstehen. Ständen Caesars Beweggründe erst hinter der Beschreibung der Taten, könnte der Leser unter Umständen dazu geneigt sein, Unverständnis und Empörung über Caesars Vorgehen zu empfinden, bevor er die eigentlichen Gründe kennt. Dem wirkt Sueton auf diese Weise gekonnt entgegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Caesarischen Rubicon-Überquerung ein und umreißt die fachliche sowie didaktische Zielsetzung der Arbeit.
2 Fachlicher Teil: Dieser Abschnitt beleuchtet die literarische Gattung der Biografie bei Sueton, gliedert den Text in inhaltliche Abschnitte und führt eine detaillierte sprachliche Analyse der Kapitel 30 bis 33 durch.
3 Didaktischer Teil: Hier wird ein pädagogisches Konzept entwickelt, wie Schüler durch den Vergleich mit Asterix-Comics einen motivierenden Zugang zur Rezeptionsgeschichte des Zitats "Alea iacta est" finden können.
4 Schlussbetrachtung: Dieses Fazit resümiert die Eignung der Sueton-Textstelle für den Schulunterricht und unterstreicht den Nutzen des Lateinischen für die Förderung selbstständigen Denkens.
Schlüsselwörter
Sueton, Caesar, Rubicon, Alea iacta est, Biografie, Bürgerkrieg, Didaktik, Lateinunterricht, Asterix, Rezeption, Sprachanalyse, Antike, Politische Motive, Interpretationsgeschichte, Geschichtsvermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Schilderung der Rubicon-Überquerung in Suetons "Vita Divi Iulii" und verknüpft deren sprachliche Untersuchung mit didaktischen Ansätzen.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die Gattungsgeschichte der antiken Biografie, die historischen Beweggründe Caesars für den Bürgerkrieg und die Rezeption seines berühmten Zitats.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein antiker Originaltext durch moderne Rezeptionsbeispiele wie Asterix für Schüler der Oberstufe motivierend erschlossen werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit nutzt eine philologische Textanalyse sowie fachdidaktische Methoden zur kompetenzorientierten Unterrichtsplanung.
Was wird im fachwissenschaftlichen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der inhaltlichen Gliederung, dem historischen Kontext und der kunstvollen sprachlichen Gestaltung der suetonischen Viten.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Alea iacta est", "Sueton", "Didaktik", "Rezeption" und "Caesar" definiert.
Wie unterscheidet sich Caesars Darstellung von der des Senats?
Sueton stellt beide Sichtweisen gegenüber und lässt durch die rhetorische Gestaltung offen, ob die Handlungen der Akteure rechtmäßig oder vorwandgetrieben waren.
Warum wird das Asterix-Heft als didaktisches Werkzeug gewählt?
Asterix dient als humoristischer Anknüpfungspunkt, um Schülern die metasprachliche Reflexion und den Bedeutungswandel von Zitaten zu verdeutlichen.
Welche Rolle spielt Asinius Pollio in Suetons Text?
Pollio dient als authentische Quelle erster Hand, deren wörtliches Zitat bei Sueton zur Stützung der These von Caesars Machtgier eingesetzt wird.
Wie bewertet der Autor Suetons Stil?
Sueton wird als bewusst gestaltender Autor gewürdigt, dessen scheinbar schlichter Notizenstil in Wahrheit hochkomplexe inhaltliche Schwerpunkte setzt.
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- Lena-Katharina Krüger (Author), 2013, "Alea iacta est". Ursprung, Wirkung und didaktischer Wert der geflügelten Worte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306744