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Kritische Analyse der Fußballfan- und Hooliganszene. Die Entwicklung des Hooliganismus in Deutschland

Titel: Kritische Analyse der Fußballfan- und Hooliganszene. Die Entwicklung des Hooliganismus in Deutschland

Akademische Arbeit , 2007 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Andreas Schulz (Autor:in)

Sport - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Für die besonders schweren Auseinandersetzungen bei Fußballspielen sind vor allem Hooligans verantwortlich. Hooliganübergriffe wie in Frankreich 1998 oder beim Freundschaftsspiel der deutschen Nationalmannschaft in Slowenien einige Monate vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sind jedoch keine „Modeerscheinung“. Fußball-krawalle gibt es schon seit einigen Jahrzehnten. Aus diesem Grund wird in diesem Abschnitt die Entwicklung der Hooliganszene - hier speziell in Deutschland - skizziert.

Nach englischem Vorbild haben sich Jugendliche, die sich mit ihrem Ortsverein identifizierten, in Gruppen zusammengeschlossen und zeigten sich nach außen hin als eine homogene Gruppe mit Schals oder Vereinsjacken. Neben der Faszination für Fußball galt als Hauptmotiv des Anschlusses an diese Gruppen das Fehlen sinnvoller Freizeitbeschäftigungen (vgl. EK 1996, 63). Vereinsamte junge Menschen waren auf der Suche nach Geborgenheit, Halt, Gemeinschaft und „Action“, die sie in den Fanclubs finden konnten (vgl. EK 1996, 63f).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2 Hooliganismus in Deutschland

2.1 Die Entwicklung in den siebziger Jahren

2.2 Erste Polizeitaktische Veränderungen

2.3 Hooliganismus in den achtziger Jahren

2.3.1 Rechtsradikalismus in den achtziger Jahren

2.3.2 Das Bekenntnis zur Gewalt in den achtziger Jahren

2.3.3 Fallbeispiel: Europameisterschaft in Frankreich 1984

2.3.4 Fallbeispiel: Weltmeisterschaft in Italien 1990

2.4 Hooliganismus in der DDR

2.4.1 Veränderung des Hooliganismus seit der Wende

2.4.2 Veränderungen der Polizeitaktik in den neunziger Jahren

2.4.2.1 Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze

2.4.2.2 Einsatz Szenekundiger Beamter

2.4.2.3 Stadionverbote und Hooligandatei

2.5 Veränderungen der Szene seit Mitte der neunziger Jahre

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die strukturellen Veränderungen der Hooliganszene in Deutschland, mit besonderem Fokus auf die wechselseitigen Dynamiken zwischen gewalttätigen Fangruppen und staatlichen Interventionsstrategien.

  • Historische Entwicklung des Hooliganismus von den 1970er bis zu den 1990er Jahren
  • Unterschiede zwischen west- und ostdeutschen Hooliganstrukturen
  • Entwicklung polizeitaktischer Gegenmaßnahmen wie Kontaktbeamtenmodelle und Stadionverbote
  • Die Rolle der medialen Berichterstattung und Selbstdarstellung für die Gewaltspirale
  • Soziologische Analyse des Wandels von der Hooliganszene zum modernen Zuschauerverhalten

Auszug aus dem Buch

2.3 Hooliganismus in den achtziger Jahren

In den frühen achtziger Jahren „kam es zu einer, für die weitere Entwicklung entscheidenden Trennung der Fanszene in ,friedliche’ und sich zur Gewalt bekennende Fans“ (BOTT 1986, 13). Letztere bezeichneten sich selbst als Hooligans, um sich einerseits von den anderen Fans abzugrenzen. Andererseits sahen sie diese Bezeichnung seit der Katastrophe von Brüssel im Heyselstadion als Ehrentitel (vgl. EK 1996, 70).

Die Fangruppen differenzierten sich weiter aus – einige konzentrierten sich auf den Fußball und verzichteten auf Gewalt, andere bekannten sich fortan öffentlich zur Gewalt und sahen diese als festen Bestandteil des Ereignisses Fußball an. Im Vordergrund stand neben der Unterstützung des Vereins die Verteidigung des eigenen Stadionbereichs. Nach und nach stellten Schlägereien nicht mehr Begleiterscheinungen des Fußball-wochenendes dar, sondern „das zentral anzustrebende Ziel eines Spielbesuchs“ (ebd.).

Ohne dass der Kontakt ganz abgebrochen war, vollzog sich innerhalb der Stadien eine räumliche Trennung der unterschiedlichen Fangruppen. Einerseits wurden die gewaltsuchenden Fans von den anderen Fans seitens der Polizei getrennt, andererseits suchten die Hooligans im Sinne ihres Selbstverständnisses eigene Räume, um sich bewusst von den anderen Fans abzugrenzen.

Nach englischem Vorbild orientierten sich die Hooligans am teuren und exklusiven Kleidungs- und Lebensstil. Weiterhin waren die englischen „Hools“ Vorbilder für die vermehrten Zusammenschlüsse vieler Hooligans in 30 bis 100 Personen zählende Gruppen wie z.B. die „Gelsenszene“ des FC Schalke 04 oder die „Destroyers“ aus Karlsruhe. So zeigte man Zusammenhalt und Abgrenzung nach außen. Der Ruf der Gruppe sollte in Schlägereien gegen Gleichgesinnte gesteigert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Relevanz von Hooligan-Ausschreitungen, etwa am Beispiel des „Falls Nivel“ und der Heysel-Tragödie, und hinterfragt die Effektivität polizeilicher Präventionsmaßnahmen.

2 Hooliganismus in Deutschland: Dieses Hauptkapitel zeichnet die Entwicklung des Hooliganismus von seinen Anfängen in den 1970er Jahren bis zur Mitte der 1990er Jahre nach, unter Berücksichtigung von Polizeitaktiken und strukturellen Veränderungen.

2.1 Die Entwicklung in den siebziger Jahren: Dieses Kapitel beschreibt die Ursprünge der organisierten Fan-Gruppierungen in Deutschland und das Aufkommen erster gewalttätiger Ausschreitungen in den 1970er Jahren.

2.2 Erste Polizeitaktische Veränderungen: Hier werden die ersten polizeilichen Reaktionen auf die zunehmende Gewalt, wie die Einführung von Überwachungskameras und die räumliche Trennung von Fangruppen, erläutert.

2.3 Hooliganismus in den achtziger Jahren: Der Fokus liegt auf der Etablierung des Hooliganismus als bewusste Identität und der damit verbundenen Eskalation der Gewalt in den 1980er Jahren.

2.3.1 Rechtsradikalismus in den achtziger Jahren: Dieses Kapitel thematisiert das Auftreten rechtsradikaler Symbole und Ideologien innerhalb einiger Hooligan-Gruppierungen, exemplarisch dargestellt an der „Borussenfront“.

2.3.2 Das Bekenntnis zur Gewalt in den achtziger Jahren: Es wird die Veränderung der Motivation hinter den Gewalttaten hin zum reinen Kräftemessen abseits des sportlichen Spielgeschehens beschrieben.

2.3.3 Fallbeispiel: Europameisterschaft in Frankreich 1984: Eine detaillierte Betrachtung der Ausschreitungen während der EM 1984, die den Ruf deutscher Hooligans nachhaltig prägte.

2.3.4 Fallbeispiel: Weltmeisterschaft in Italien 1990: Das Kapitel analysiert die gewaltsamen Vorfälle und das polizeiliche Eingreifen während der Weltmeisterschaft 1990 in Italien.

2.4 Hooliganismus in der DDR: Diese Sektion untersucht die spezifische Entwicklung des Hooliganismus in der DDR, geprägt durch staatliche Überwachung und politische Opposition.

2.4.1 Veränderung des Hooliganismus seit der Wende: Hier wird der Einfluss der Grenzöffnung auf die Szene und die Intensivierung der Auseinandersetzungen in den frühen 1990er Jahren behandelt.

2.4.2 Veränderungen der Polizeitaktik in den neunziger Jahren: Das Kapitel erläutert die Implementierung systematischerer polizeilicher Konzepte wie des „Nationalen Konzepts Sport und Sicherheit“.

2.4.2.1 Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze: Fokus auf die Aufgaben und die Arbeitsweise der ZIS bei der Sammlung und Auswertung von Fan-Daten.

2.4.2.2 Einsatz Szenekundiger Beamter: Darstellung der Rolle spezialisierter Kontaktbeamter bei der Prävention und Beobachtung der Fanszenen.

2.4.2.3 Stadionverbote und Hooligandatei: Analyse der repressiven Instrumente Stadionverbot und Hooligandatei als Mittel zur Verdrängung gewaltbereiter Akteure.

2.5 Veränderungen der Szene seit Mitte der neunziger Jahre: Abschließende Betrachtung des Rückgangs der Hooligan-Modewelle und des soziologischen Wandels der Fankultur.

3. Literaturverzeichnis (inkl. weiterführender Lektüre): Ein umfassendes Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten Quellen, Zeitschriften und Internetseiten zur weiteren Auseinandersetzung mit der Thematik.

Schlüsselwörter

Hooliganismus, Fußballgewalt, Polizeitaktik, Fanszene, Stadionverbot, ZIS, Rechtsradikalismus, Eskalationsspirale, DDR, Fanprojekt, Gewaltprävention, Sportkultur, Soziologie, Krawalle, Fan-Polizisten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Historie und der Entwicklung des Hooliganismus in Deutschland von den 1970er Jahren bis Mitte der 1990er Jahre und untersucht die Wechselwirkung zwischen Fußballfans und polizeilichen Gegenmaßnahmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernbereichen gehören die Entstehung von gewaltbereiten Fangruppen, der Einfluss des Rechtsradikalismus, die Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Szenen sowie die Wirksamkeit polizeilicher Konzepte zur Gewaltprävention.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Entwicklung der Hooliganszene strukturiert zu skizzieren und zu bewerten, wie staatliche Repression und präventive Modelle das Verhalten gewaltbereiter Gruppen über die Jahrzehnte beeinflusst haben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse, die Einbeziehung polizeilicher Berichte sowie die Auswertung von Interviews und medialen Berichterstattungen aus den betreffenden Zeiträumen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische historische Aufarbeitung, detaillierte Fallbeispiele (wie die WM 1990), die spezifische Situation in der ehemaligen DDR sowie eine fundierte Analyse polizeilicher Instrumente wie Kontaktbeamter und Stadionverbote.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Hooliganismus, Fußballgewalt, Polizeitaktik, Stadionverbot, Eskalationsspirale und Fanszene.

Warum spielt der „Fall Nivel“ eine so bedeutende Rolle für die Einleitung?

Der „Fall Nivel“ dient als extremer Einstieg, um die mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit für die Hooligan-Problematik zu verdeutlichen und den Wandel der öffentlichen Wahrnehmung zu illustrieren.

Welche Rolle spielten die Szenekundigen Beamten (SKBs) bei der Eindämmung der Gewalt?

Die SKBs dienten als Kontaktpersonen zu den Fans, um präventiv Einfluss zu nehmen, Informationen zu gewinnen und durch ihre Anwesenheit gezielt gewaltbereite Personen zu identifizieren und zu kontrollieren.

Wie unterscheidet sich der ostdeutsche Hooliganismus von dem im Westen?

Ostdeutsche Hooligans zeigten oft eine explizitere politische, teils rechtsradikale Gesinnung als Gegner des DDR-Systems, während westdeutsche Gruppen in den 1980er Jahren eher durch einen unpolitischen, auf das Kräftemessen fokussierten Ehrenkodex geprägt waren.

Warum verlor die „Hooligan-Modewelle“ ab Mitte der 1990er Jahre an Bedeutung?

Der Rückgang wird durch den permanenten Verfolgungsdruck der Polizei, die nachlassende mediale Dramatisierung und das schwindende Interesse der nachrückenden Generationen am rein gewalttätigen Hooligan-Alltag begründet.

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Details

Titel
Kritische Analyse der Fußballfan- und Hooliganszene. Die Entwicklung des Hooliganismus in Deutschland
Note
1,0
Autor
Andreas Schulz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
21
Katalognummer
V306775
ISBN (eBook)
9783668046627
ISBN (Buch)
9783668133136
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fußball Hooligans Gewalt Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Schulz (Autor:in), 2007, Kritische Analyse der Fußballfan- und Hooliganszene. Die Entwicklung des Hooliganismus in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306775
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Leseprobe aus  21  Seiten
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