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Wandel der Familie im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungstendenzen

Titel: Wandel der Familie im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungstendenzen

Vordiplomarbeit , 2004 , 32 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Nadine Heß (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Dabei ist es nebensächlich, wie sich die Familie zusammensetzt, die Verantwortung, die diese dem Kind gegenüber hat, bleibt stets die gleiche (vgl. Altenthan u.a. 1996, S.54ff). Das bedeutet, dass auch familienähnliche Bedingungen eine ausreichende Persönlichkeitsentwicklung des Kindes ermöglichen können und eine vollständige Familie dazu nicht dringend von Nöten ist. Obwohl die frühen Beziehungen zwischen Kind und Eltern auch durch andere Personen, wie beispielsweise Großeltern und Pflegeeltern ersetzt werden können, sind die zwischen Kind und Eltern von großer Bedeutung und wirken sich besonders förderlich auf die Entwicklung des Kleinkindes aus (vgl. Herrmann 1994 S.200). Nicht nur für Kinder hat das familiäre Zusammenleben eine große Bedeutung, sondern auch für Erwachsene hat dies einen hohen Stellenwert. Der Rückzug ins Private, das Zusammensein mit vertrauten Menschen, die Stabilität und Zuneigung, der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung und weiteres mehr, was eine Familie bietet, wird von den meisten Menschen als erstrebenswertes Ziel angesehen. Andere Bereiche des Lebens, wie Beruf und Freunde, können diesen hohen Stellenwert nicht erreichen, auch wenn sie von Bedeutung sind (vgl. Mayer 2000, S.25f). Aus diesem Grund möchte ich in meiner Arbeit die Bedeutung von Familie, vielleicht sogar ihre Notwendigkeit, zur Sprache bringen und besonders intensiv auf problematische Aspekte des Familienwandels eingehen. Dabei ergeben sich als Erstes die Fragen, ab wann man überhaupt von einer Familie sprechen kann und an welchen Kriterien sie zu erkennen ist. Um dies näher beleuchten zu können, werde ich einen kurzen geschichtlichen Überblick über die Entstehung der Familie vom ‚ganzen Haus’ hin zur bürgerlichen Kernfamilie voranstellen. Das Hauptaugenmerk möchte ich jedoch
auf die heutige Familie und ihre differenzierten Ausprägungen legen. Warum hat sich dieser starke Wandel vo n Familie ergeben? Welche Einflüsse spielen eine Rolle? Dabei ist anzumerken, dass Modernisierungstendenzen, die die raschen gesellschaftlichen Veränderungen mit sich bringen, hier von besonderer Bedeutung sind. Doch welche sind diese? Und was bewirken sie und wie? Zum Abschluss möchte ich der Frage, ob sich die Familie in einer Krise befindet, nachgehen. Hat das Ansehen der Familie wirklich an Bedeutung verloren? Dieses Thema wurde in letzter Zeit häufig diskutiert. Doch ob man darauf eine reelle Antwort erwarten kann, möchte ich vorerst noch in Frage stellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wandel der Familie im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungstendenzen

2.1 Historische Entwicklung der Institution Familie

- vom „ganzen Haus“ zur bürgerlichen Kernfamilie -

2.2 Definitionen von Familie

2.3 Der Modernisierungsprozess

2.4 Gesamtgesellschaftliche Wandlungsprozesse und ihre Auswirkungen auf die Familie

2.5 Probleme in der Familienentwicklung durch den Einfluss der Modernisierung

2.5.1 Abnahme der Attraktivität der Ehe

2.5.2 Zunahme der Scheidungshäufigkeit

2.5.3 Geburtenrückgang

2.5.4 Verändertes Selbstverständnis der Frauen

2.5.5 Ökonomische Benachteiligung von Familien mit Kindern

2.5.6 Wandel von Erziehungszielen und – stilen

2.5.7 Pluralisierung der Familienformen

2.6 Stellung der Familie in der Gegenwart

3. Zusammenfassung

3.1 Abschließende Betrachtung zur Familienentwicklung

3.2 Schlusswort

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Familie im Zuge gesellschaftlicher Modernisierungstendenzen. Ziel ist es, die historische Entwicklung der Familienstrukturen nachzuvollziehen, die Ursachen für den aktuellen Wandel zu identifizieren und die Frage zu klären, ob sich die Institution Familie in einer tatsächlichen Krise befindet oder ob es sich um einen notwendigen Anpassungsprozess handelt.

  • Historische Transformation vom "ganzen Haus" zur bürgerlichen Kernfamilie
  • Einfluss des Modernisierungsprozesses auf Familienstrukturen und Lebensformen
  • Indikatoren des familiären Wandels (Eheschließungen, Scheidungsraten, Geburtenrückgang)
  • Rollenbilder, Erziehungsstile und ökonomische Bedingungen für Familien
  • Bedeutung und Stellenwert der Familie in der heutigen Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

2.1 Historische Entwicklung der Institution Familie

Die Institution Familie und das, was wir heute darunter verstehen, begann sich erst langsam im 18. Jahrhundert herauszubilden. Vor dieser Zeit sprach man vom „ganzen Haus“ (Brunner 1978, nach Peuckert 1996, S.21). Besonders für die Bauern- und Handwerkerfamilien war diese Lebensform charakteristisch. Hierzu zählte man nicht nur die zur Familie gehörenden Personen, sondern auch das Gesinde beziehungsweise die Gesellen. Diese Art des Zusammenlebens ermöglichte es, die Produktion und das Familienleben zu verbinden. Gesinde und Gesellen bildeten dementsprechend mit der eigentlichen Familie eine Gemeinschaft, die zusammen lebte und arbeitete. Die Bezeichnung Großfamilie ist für das ‚ganze Haus’ jedoch nicht treffend, da sich dieses aus mehreren Kernfamilien zusammensetzte. Die Folge war, dass durch die fehlende Intimität und Privatsphäre gefühlsarme Beziehungen vorherrschten.

Dies galt nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern betraf auch das Verhältnis zu den Kindern. Die Familienstrukturen des 16. Jahrhunderts wurden von zahlreichen Faktoren beeinflusst, aufgrund dessen sich der Familienbegriff sowie die Familienformen stark differenzierten. Solche Faktoren waren unter anderem die Schicht- und Glaubenszugehörigkeit, sowie die Wohngegend der Familie. Trotz dieser großen Vielfalt der Familienkonstrukte waren schon damals bestimmte Merkmale typisch für alle Familien. So hatte jeder Familienzugehörige eine bestimmte Position und Rolle inne, wobei dem Familienvater die höchste Stellung zukam und die anderen zur Familie gehörenden Personen sich ihm unterordnen mussten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel seit der industriellen Revolution und dessen Einfluss auf die Familie, wobei die Relevanz der Familie für die kindliche Entwicklung und den Rückzug ins Private betont wird.

2. Wandel der Familie im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungstendenzen: Dieses Kapitel analysiert umfassend die historischen sowie aktuellen Wandlungsprozesse, die die Struktur und Bedeutung der Familie nachhaltig beeinflusst haben.

2.1 Historische Entwicklung der Institution Familie: Die historische Entwicklung vom "ganzen Haus" zur bürgerlichen Kernfamilie wird nachgezeichnet, wobei die Bedeutung von Produktionsgemeinschaften im Vordergrund steht.

2.2 Definitionen von Familie: Verschiedene wissenschaftliche Perspektiven, wie die rechtliche und psychologische, werden gegenübergestellt, um die Vielschichtigkeit des Begriffs "Familie" aufzuzeigen.

2.3 Der Modernisierungsprozess: Das Kapitel erläutert den Modernisierungsbegriff nach Ulrich Beck und dessen Rolle als treibende Kraft gesellschaftlicher Umbrüche.

2.4 Gesamtgesellschaftliche Wandlungsprozesse und ihre Auswirkungen auf die Familie: Hier werden externe Faktoren wie Bildung, Arbeitsmarkt und soziale Sicherungssysteme als Einflussgrößen auf die familiäre Lebensplanung untersucht.

2.5 Probleme in der Familienentwicklung durch den Einfluss der Modernisierung: Die spezifischen Herausforderungen, die mit der modernen Familienbiografie einhergehen, werden in diesem Hauptabschnitt differenziert erörtert.

2.5.1 Abnahme der Attraktivität der Ehe: Die Gründe für sinkende Eheschließungsraten und ein höheres Erstheiratsalter werden statistisch und soziologisch begründet.

2.5.2 Zunahme der Scheidungshäufigkeit: Dieses Kapitel thematisiert die steigende Scheidungsrate als Resultat veränderter Rollenmuster, zunehmender Emanzipation und eines Wertewandels.

2.5.3 Geburtenrückgang: Die Verdrängung des Kinderwunsches wird in den Kontext von Ausbildung, beruflicher Selbstverwirklichung und Zukunftsängsten gestellt.

2.5.4 Verändertes Selbstverständnis der Frauen: Der Wandel der Frauenrolle, geprägt durch Bildung und Erwerbstätigkeit, wird als zentraler Faktor für den Familienwandel hervorgehoben.

2.5.5 Ökonomische Benachteiligung von Familien mit Kindern: Das Kapitel beschreibt das Spannungsfeld zwischen staatlicher Unterstützung und der finanziellen Belastung, die Elternschaft in der heutigen Gesellschaft darstellt.

2.5.6 Wandel von Erziehungszielen und – stilen: Der Übergang von autoritären hin zu demokratischen Erziehungsstilen, die auf Mündigkeit und Selbstentfaltung abzielen, wird hier erläutert.

2.5.7 Pluralisierung der Familienformen: Die Zunahme alternativer Lebensformen wie Ein-Eltern-Familien oder Patchwork-Familien wird als Ergebnis gesteigerter individueller Wahlmöglichkeiten dargestellt.

2.6 Stellung der Familie in der Gegenwart: Eine Bilanz zur aktuellen Situation der Familie, die trotz aller Veränderungen weiterhin als erstrebenswerte Institution angesehen wird.

3. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und relativiert die These der "Familienkrise".

3.1 Abschließende Betrachtung zur Familienentwicklung: Es wird diskutiert, warum trotz statistischer Wandlungen die Familie als privater und gesellschaftlicher Wert Bestand hat.

3.2 Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass die Familie einen Wandel durchläuft, aber keinesfalls an Bedeutung verloren hat.

4. Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Familie, Modernisierung, Kernfamilie, Familienwandel, Ehescheidung, Geburtenrückgang, Selbstverständnis der Frau, Erziehungsstil, Individualisierung, Familienformen, Pluralisierung, Lebensqualität, Sozialisation, Strukturwandel, Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel der Familie als soziale Institution unter dem Einfluss gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Familie, die Ursachen für veränderte Familienstrukturen sowie die Analyse spezifischer Indikatoren wie Scheidungsraten, Geburtenzahlen und der Einfluss der Frauenrolle.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Familienwandel wissenschaftlich einzuordnen und zu erörtern, ob dieser Wandel als Krise der Institution oder als notwendige Anpassung an moderne Lebensbedingungen zu interpretieren ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die verschiedene soziologische, psychologische und pädagogische Ansätze zur Familienentwicklung sowie statistische Strukturdaten des Bundesamtes einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den historischen Grundlagen insbesondere die Ursachen für die Abnahme der Eheschließungen, die steigende Scheidungsrate, der Geburtenrückgang sowie der Wandel der Erziehungsstile und die Pluralisierung der Lebensformen detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Familienwandel", "Modernisierung", "Individualisierung", "Pluralisierung" und "Kernfamilie" geprägt.

Warum führt die Autorin/der Autor die historische Entwicklung vom "ganzen Haus" zur Kernfamilie ein?

Dieser Vergleich dient dazu, die aktuelle Bedeutung der "modernen" Familie zu verdeutlichen und zu zeigen, dass die Institution Familie schon immer einem stetigen Wandel unterworfen war, der eng mit den jeweiligen ökonomischen und gesellschaftlichen Bedingungen verknüpft ist.

Wie bewertet die Arbeit die These einer "Familienkrise"?

Die Arbeit bewertet die These der Krise differenziert: Während Statistiken einen Rückgang traditioneller Modelle belegen, weist die Autorin darauf hin, dass die Familie als Wertvorstellung weiterhin einen hohen Stellenwert genießt und die Veränderungen eher als Anpassung an moderne Individualisierungsprozesse zu verstehen sind.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wandel der Familie im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungstendenzen
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Erziehungswissenschaften)
Note
sehr gut
Autor
Nadine Heß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
32
Katalognummer
V30685
ISBN (eBook)
9783638318884
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wandel Familie Kontext Modernisierungstendenzen ganzes Haus bürgerliche Kernfamilie Modernisierungsprozess Ehe historische Entwicklung Geburtenrückgang Erziehungsstile Erziehungziele Familienformen Familienentwicklung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nadine Heß (Autor:in), 2004, Wandel der Familie im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungstendenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30685
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  32  Seiten
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