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Der Umfang der Aufklärungspflicht bei der Anwendung medizinischer Außenseitermethoden

Titel: Der Umfang der Aufklärungspflicht bei der Anwendung medizinischer Außenseitermethoden

Seminararbeit , 2013 , 59 Seiten , Note: 13

Autor:in: Christina Hellmuth (Autor:in)

Jura - Strafrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit wird der Umfang der Aufklärungspflichten bei der Anwendung medizinischer Außenseitermethoden (Methoden, deren Wirksamkeit noch nicht allgemein anerkannt ist) behandelt, insbesondere in Beziehung zu den Aufklärungspflichten in der Schulmedizin. Desweiteren wird auch die Thematik behandelt ob sich Unterschiede für Heilpraktiker ergeben, die keine akademische Ausbildung erfahren haben.

Das Angebot komplementärer Therapieverfahren abseits der Schulmedizin ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Was genau muss nun aber eine Aufklärung des Patienten im Falle einer Anwendung von Außenseitermethoden beinhalten?
Da eine Anwendung von sog. Außenseitermethoden noch unbekannte Risiken birgt und vielfach keine abschließende Beurteilung der (Operations-)Techniken möglich ist, liegt es auf der Hand, dass hier besondere Maßstäbe angesetzt werden müssen. Diesen Umfang der Aufklärungspflichten bei der Anwendung medizinischer Außenseitermethoden zu
bestimmen und die zivil- und strafrechtlich unterschiedlichen Rechtsfolgen eines Aufklärungsmangels, insbesondere in Bezug auf den notwendigen Umfang zu erläutern, soll Ziel der vorliegenden Arbeit sein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung und Gang der Darstellung

II. Begriff der Außenseitermethode

1. Abgrenzung zum Experiment und zum Heilversuch

2. Abgrenzung zur Schulmedizin

3. Ergebnis und einzelne Außenseiterverfahren

a) Diagnostische Verfahren

b) Therapeutische Verfahren

III. Begründung und Bedeutung der Aufklärung

1. Verfassungsrechtliche Begründung

2. Strafrechtliche Bedeutung

a) Körperverletzungsdelikte gem. §§ 223 ff. StGB

b) Betrug gem. § 263 I StGB

3. Zivilrechtliche Bedeutung

a) Vertragliche Aufklärungspflicht

b) Deliktische Haftung

IV. Ärztliche Aufklärungspflichten

1. Selbstbestimmungsaufklärung

a) Diagnoseaufklärung

b) Verlaufsaufklärung

c) Risikoaufklärung

aa) Anforderungen in der Standardbehandlung

bb) Risiken der Außenseitermethode

cc) Unbekannte Risiken der Außenseitermethode

dd) Misserfolgsrisiko

d) Ausdrücklicher Hinweis auf die Außenseitermethode

e) Erweiterung der Grundaufklärung

f) Aufklärung über Behandlungsalternativen

aa) Grundsätze bei der Standardmaßnahme

bb) Anforderungen bei der Außenseitermethode

g) Aufklärung über Behandlungsfehler

2. Wirtschaftliche Aufklärung

3. Sicherungsaufklärung

4. Einschränkung und Entbehrlichkeit der Aufklärung

a) Aufklärungsverzicht

b) Rechtfertigung durch mutmaßliche Einwilligung

5. Durchführung der Aufklärung

a) Aufklärungspflichtiger

b) Aufklärungsadressat

aa) Minderjährige

bb) Einwilligungsunfähige Erwachsene

c) Aufklärungszeitpunkt

d) Form der Aufklärung

V. Aufklärungspflichten eines Heilpraktikers

VI. Strafrechtliche Irrtumsproblematik

1. Selbstbestimmungsaufklärung

a) Erlaubnistatbestandsirrtum

b) Verbotsirrtum

2. Sicherheitsaufklärung

VII. Keine Haftung trotz Aufklärungsmangel

1. Kausalität und hypothetische Einwilligung

2. Schutzzweckzusammenhang

3. Auslegung des Aufklärungsmangels

VIII. Ergebnis

1. Zusammenfassung

2. Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Studienarbeit untersucht den rechtlich gebotenen Umfang der Aufklärungspflicht, wenn Ärzte oder Heilpraktiker medizinische Außenseitermethoden anwenden. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, welche speziellen Anforderungen an die Patientenaufklärung gestellt werden müssen, um das Selbstbestimmungsrecht des Patienten bei Verfahren zu wahren, deren Wirksamkeit wissenschaftlich umstritten oder nicht nachgewiesen ist, und welche zivil- sowie strafrechtlichen Konsequenzen bei Mängeln in dieser Aufklärung entstehen.

  • Rechtliche Definition und Abgrenzung von Außenseitermethoden gegenüber der Schulmedizin.
  • Begründung und verfassungsrechtliche Herleitung der Aufklärungspflicht.
  • Spezifische Anforderungen an Diagnose-, Verlaufs- und Risikoaufklärung bei Außenseitermethoden.
  • Strafrechtliche und zivilrechtliche Haftungsfragen bei Aufklärungsmängeln.
  • Besonderheiten der Aufklärungspflichten bei Heilpraktikern.

Auszug aus dem Buch

cc) Unbekannte Risiken der Außenseitermethode

Wie bereits mehrfach erwähnt, sind unbekannte Risiken bei Außenseitermethoden derzeit noch nicht ausschließbar. Zwar können auch im Rahmen von Standardverfahren unbekannte Risiken auftreten, eines dahingehenden Hinweises bedarf es jedoch nicht. Nach Ansicht der Rechtsprechung darf dieser im Grunde genommen auch gar nicht erteilt werden, damit der Patienten nicht unnötig verwirrt oder beeinflusst wird.98

Etwas anderes gilt hingegen bei der Anwendung von Außenseitermethoden. Zur Wahrung des Selbstbestimmungsrechts muss eine explizite Aufklärung auch darüber gemacht werden, dass unbekannte Risiken derzeit nicht auszuschließen99 sind, denn gerade dies stellt ein spezifisches Abgrenzungskriterium zur Schulmedizin und daher wichtiges Entscheidungskriterium für oder gegen die Anwendung dar.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung und Gang der Darstellung: Hinführung zum Thema und Darlegung des Ziels der Untersuchung hinsichtlich der Aufklärungspflichten bei Außenseitermethoden.

II. Begriff der Außenseitermethode: Untersuchung zur Begriffsbestimmung und Abgrenzung von Außenseitermethoden gegenüber Experimenten und der Schulmedizin.

III. Begründung und Bedeutung der Aufklärung: Analyse der verfassungsrechtlichen, strafrechtlichen und zivilrechtlichen Grundlagen der Aufklärungspflicht.

IV. Ärztliche Aufklärungspflichten: Detaillierte Darstellung der Anforderungen an Selbstbestimmungs-, Risiko- und Sicherungsaufklärung sowie deren Durchführung.

V. Aufklärungspflichten eines Heilpraktikers: Diskussion, ob für Heilpraktiker abweichende Anforderungen an die Aufklärungspflicht im Vergleich zu Ärzten bestehen.

VI. Strafrechtliche Irrtumsproblematik: Beleuchtung möglicher Irrtumskonstellationen (Erlaubnistatbestandsirrtum und Verbotsirrtum) im Kontext der ärztlichen Aufklärung.

VII. Keine Haftung trotz Aufklärungsmangel: Analyse von Haftungsausschlussgründen wie Kausalität, hypothetischer Einwilligung und dem Schutzzweckzusammenhang.

VIII. Ergebnis: Abschließende Zusammenfassung der erarbeiteten Leitlinien sowie eine kritische Würdigung der aktuellen Rechtslage.

Schlüsselwörter

Außenseitermethode, Aufklärungspflicht, Selbstbestimmungsrecht, Patientenautonomie, Arzthaftung, Schulmedizin, Risikoaufklärung, Körperverletzung, Einwilligung, Heilbehandlung, Heilpraktiker, Diagnoseaufklärung, hypothetische Einwilligung, Behandlungsfehler, Aufklärungsverzicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den Umfang der ärztlichen Aufklärungspflicht bei der Anwendung medizinischer Methoden, die nicht dem allgemeinen Standard entsprechen, den sogenannten Außenseitermethoden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themenfelder umfassen die Definition von Außenseitermethoden, die juristische Herleitung der Aufklärungspflicht sowie die spezifischen Anforderungen an diese Aufklärung in zivil- und strafrechtlicher Hinsicht.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, den notwendigen Umfang der Aufklärung bei Außenseitermethoden zu bestimmen und die Rechtsfolgen von Aufklärungsmängeln für Ärzte und Heilpraktiker zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine juristische Facharbeit, die auf der Analyse höchstrichterlicher Rechtsprechung und medizinrechtlicher Literatur basiert.

Welche inhaltlichen Aspekte stehen im Hauptteil besonders im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich ausführlich mit der Selbstbestimmungsaufklärung, der Risikobewertung bei Außenseitermethoden, der Problematik von Behandlungsalternativen und den Besonderheiten bei der Tätigkeit von Heilpraktikern.

Was charakterisiert diese Arbeit in Bezug auf ihre Schlüsselwörter?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Außenseitermethode, Arzthaftung und Selbstbestimmungsrecht geprägt, die den Fokus auf das Spannungsfeld zwischen Patientenautonomie und medizinischem Standard legen.

Warum spielt das "Zitronensaft-Urteil" eine wichtige Rolle in der Arbeit?

Das Urteil dient als zentrales Fallbeispiel, um die Grenzen der Aufklärungspflicht bei der Anwendung alternativer Nachbehandlungen aufzuzeigen und die Anforderungen an die Risikoaufklärung zu präzisieren.

Welchen Stellenwert nimmt die Aufklärung des Heilpraktikers ein?

Die Arbeit diskutiert kritisch, dass Heilpraktiker bei der Anwendung von Außenseitermethoden faktisch ähnlichen Anforderungen wie Ärzte unterliegen und insbesondere über ihre individuelle Ausbildung und Qualifikation aufklären müssen.

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Umfang der Aufklärungspflicht bei der Anwendung medizinischer Außenseitermethoden
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
13
Autor
Christina Hellmuth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
59
Katalognummer
V306882
ISBN (eBook)
9783668054721
ISBN (Buch)
9783668054738
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Außenseitermethoden Heilpraktiker Schulmedizin rechtliche Konsequenzen Risiko Aufklärungspflicht Zivilrecht Strafrecht Medizinstrafrecht Medizinrecht Einwilligung Körperverletzung Arzt Patient Patientenrecht Aufklärung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christina Hellmuth (Autor:in), 2013, Der Umfang der Aufklärungspflicht bei der Anwendung medizinischer Außenseitermethoden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306882
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Leseprobe aus  59  Seiten
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