In dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung wird der Wandel in der Arbeits- und Unternehmensorganisation aufgezeigt.
Dabei wird der Übergang von der tayloristischen/ fordistischen Arbeits- und Organisationsweise hin zur post-tayloristischen Phase genauer beleuchtet. Es wird einer zentralen Fragestellung nachgegangen: Inwiefern wirkt sich der Wandel im Kontext der betrieblichen Reorganisation auf den Arbeitsprozess bzw. die Arbeitsorganisation des Arbeitnehmers aus?
Zu Beginn werden die traditionelle Arbeits- und Organisationsformen und die veränderten Umweltbedingungen dargestellt, welche sich im Zuge der Globalisierung und den damit einhergehenden erhöhten internationalen Wettbewerbsdruck zeigen. Anschließend wird sich mit der Reorganisation der Arbeits- und Unternehmenswelt befasst und die Auswirkungen auf den einzelnen Arbeitnehmer bzw. auf den Arbeitsprozess genauer beleuchtet. Zum Schluss wird die Entwicklung in der Arbeitswelt zusammengefasst und eine Einschätzung zu den post-tayloristischen Bedingungen für die Arbeitnehmer abgegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Tayloristische und fordistische Arbeits- und Organisationsstrukturen
3. Die neuen Umweltbedingung im Zeichen der Globalisierung
4. Post-tayloristische und fordistische Arbeits- und Organisationsstrukturen
4.1. Dezentralisierung
4.2. Entgrenzung- und Subjektivierung von Arbeit
5.Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den tiefgreifenden Wandel von tayloristischen und fordistischen Organisationsstrukturen hin zu post-tayloristischen Modellen und analysiert deren Auswirkungen auf den modernen Arbeitsprozess sowie die Situation des Arbeitnehmers im Kontext der Globalisierung.
- Historische Entwicklung der Arbeitsorganisation seit der Industrialisierung
- Kritische Analyse des Taylorismus und Fordismus
- Einfluss der Globalisierung und technologischen Entwicklung auf Unternehmensstrukturen
- Konzepte der Dezentralisierung und Lean Production
- Phänomene der Entgrenzung und Subjektivierung von Arbeit
Auszug aus dem Buch
4.2. Entgrenzung- und Subjektivierung von Arbeit
Wie schon zuvor kurz angesprochen, sind die Entwicklungen im Kontext der Globalisierung, genauer gesagt in Reorganisationsmaßnahmen in der Arbeits- und Unternehmensorganisation zu verorten. Bemerkbar macht sich diese Entwicklung zum Teil durch die Entgrenzungen der Arbeit. „Entgrenzungsprozesse lassen sich als Ausdruck eines Umbruchs in der Entwicklung von Arbeit interpretieren, die seinerseits historisch in der Krise des Fordimus eingebettet sind.“ Während die fordistische bzw. tayloristische Normalarbeit durch Koppelung des Arbeitsortes an den Betrieb, durch Standardisierung der Arbeitszeiten, durch unbefristete und gleichmäßige Vollzeitbeschäftigung von Montags bis Freitags, durch ausdifferenzierte Arbeitsteilung, durch Trennung von Arbeitsort und Wohnort, sowie Arbeitszeit und Freizeit charakterisiert sind, wird heute zunehmend von Entgrenzung der Arbeit gesprochen.
Durch die rasante Zunahme der IuK- Technologie wird zunehmend von einer Informalisierung der Arbeitswelt gesprochen. Es sind neue Arbeitsformen, wie beispielsweise die Telearbeit entstanden. Telearbeit ist eine Arbeitsform, bei der die Arbeitstätigkeit zumindest anteilig außerhalb eines Betriebes stattfindet. Eine weit verbreitete Form ist die so genannte alternierende Telearbeit, zu festgelegten Zeiten wird am eigentlichen Arbeitsort gearbeitet, zu andern Zeiten zu Hause. Dies wird durch den Einsatz von Computern bzw. Fax, E-mail und Mobiltelefon gewährleistet. Dabei kommt es auch zum Wandel der Arbeitszeit, denn durch die individuelle Zeiteinteilung ist man nicht mehr an die Kernzeiten eines Unternehmens gebunden. Dies soll den Vorteil haben, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Dabei kommt es aber auch zu einer schleichenden Verlagerung von beruflichen Tätigkeiten in die Privatsphäre und zu einer Auflösung der ehemals klaren Grenzen zwischen Arbeit und Leben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung gibt einen historischen Überblick über die Entwicklungsperioden der Arbeit und erläutert den Übergang von tayloristischen zu modernen post-tayloristischen Organisationsformen.
2. Tayloristische und fordistische Arbeits- und Organisationsstrukturen: Dieses Kapitel behandelt die Prinzipien von Frederick Winslow Taylor und Henry Ford, welche die industrielle Produktion durch strikte Arbeitsteilung und Kontrolle prägten.
3. Die neuen Umweltbedingung im Zeichen der Globalisierung: Hier wird der Einfluss der Ölkrise und des zunehmenden globalen Wettbewerbsdrucks auf die Krise des fordistischen Modells analysiert.
4. Post-tayloristische und fordistische Arbeits- und Organisationsstrukturen: Dieses Kapitel erläutert neue Organisationsformen wie Dezentralisierung sowie die zunehmende Entgrenzung und Subjektivierung der Arbeit.
4.1. Dezentralisierung: Es werden Formen wie der Abbau von Hierarchien und die Bildung von Profitcentern beschrieben, um flexibler auf Marktveränderungen zu reagieren.
4.2. Entgrenzung- und Subjektivierung von Arbeit: Dieser Abschnitt thematisiert das Verschwimmen der Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben sowie die Entstehung des sogenannten Arbeitskraftunternehmers.
5.Fazit: Das Fazit fasst die Transformation des Arbeitnehmers hin zum selbstgesteuerten Individuum zusammen und bewertet die Ambivalenz der neuen Arbeitsbedingungen.
Schlüsselwörter
Taylorismus, Fordismus, Globalisierung, Unternehmensorganisation, Arbeitsprozess, Dezentralisierung, Entgrenzung von Arbeit, Subjektivierung von Arbeit, Lean Production, Arbeitskraftunternehmer, Rationalisierung, Flexibilisierung, Informations- und Kommunikationstechnologie, Industrielle Beziehungen, Arbeitsorganisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen und gegenwärtigen Wandel der Arbeits- und Unternehmensorganisation von tayloristischen Modellen hin zu flexiblen, post-tayloristischen Formen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der industriellen Entwicklung, den Auswirkungen der Globalisierung auf die Unternehmensführung, neuen Arbeitsformen sowie der veränderten Rolle des Arbeitnehmers.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Fragestellung lautet, inwiefern sich der Wandel im Kontext der betrieblichen Reorganisation auf den Arbeitsprozess und die Arbeitsorganisation der Beschäftigten auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor führt eine theoretische Aufarbeitung durch, die auf industriesoziologischen Erkenntnissen, wirtschaftshistorischen Analysen und der Auswertung bestehender Studien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung traditioneller Arbeitsformen, die Analyse globaler Umwelteinflüsse sowie die Untersuchung post-tayloristischer Organisationsprinzipien wie Dezentralisierung und Entgrenzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Taylorismus, Fordismus, Dezentralisierung, Entgrenzung der Arbeit, Subjektivierung und der Begriff des Arbeitskraftunternehmers.
Was ist mit dem „Arbeitskraftunternehmer“ genau gemeint?
Dies bezeichnet einen neuen Typus von Arbeitnehmer, der für die Planung, Steuerung und Vermarktung seiner eigenen Qualifikationen sowie seiner Arbeitskraft in hohem Maße selbst verantwortlich ist.
Warum wird der Wandel der Arbeitswelt als „zweischneidiges Schwert“ bezeichnet?
Einerseits bietet die moderne Arbeit erweiterte Gestaltungsspielräume und Freiheiten, andererseits entsteht dadurch ein erhöhter Zwang zur Selbststeuerung und ständigen Optimierung, was die Grenzen zwischen Privatleben und Beruf auflöst.
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- Diplom-Politologe Emre Berk (Author), 2008, Der Wandel der Arbeits- und Unternehmensorganisation und die konkreten Auswirkungen auf den Arbeitsprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306885