Der „Hexenhammer". Quellenkommentar zu „Malleus Maleficarum“


Quellenexegese, 2015

10 Seiten, Note: 10,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Der Hexenhammer - Malleus maleficarum

3. Das Hexenbild der Frühen Neuzeit

4. Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit

5. Fazit

6. Bibliographie

1. Einleitung

Bereits im Mittelalter war der Glaube an Hexerei und Magie vorhanden. Dieser Glaube wurde von der Kirche als Ketzerei bezeichnet. Daraufhin begann die Kirche mit der Verfolgung der Ungläubigen. Mit Verlauf der Zeit verstärkte sich der Glaube an Hexen und somit erschienen verschiedene Werke, darunter auch der Hexenhammer - Malleus maleficarum von 1486/87.

Im Folgenden wird der Inhalt und der Aufbau der Quelle erläutert. Danach erfolgt eine Darstellung über das allgemeine Bild einer Hexe in der Frühen Neuzeit. Als nächstes wird besprochen wie der Vorgang der Hexenverfolgung und der Hexenprozesse in Europa und Speziell in Polen stattfand. Im Fazit werden die wichtigsten Fakten noch einmal festgehalten. Die Forschung ist, wenn es um das Thema der Hexenverfolgung in Polen geht, nicht so ausgereift wie die Forschung der deutschen Hexenverfolgung. Daher ist eine intensive Auseinandersetzung mit der polnischen Hexenverfolgung nur begrenzt möglich.

Für die Arbeit wurde vorwiegend deutsche Literatur aus dem 20. Jahrhundert verwendet. Darüber hinaus wurde eine Übersetzung des Hexenhammers von J.W. Schmidt benutzt. Mit der digitalisierten Form des Hexenhammers und der Auskunft der Mitarbeiter der Herzog-August Bibliothek in Wolfenbüttel, war eine Auswertung der äußeren Form des Werkes möglich.

2. Der Hexenhammer - Malleus Maleficarum

Der Hexenhammer, im Original Malleus Maleficarum, ist ein durch Inkunabeldruck gefertigtes Buch. Von diesem Werk erschienen ca. um die 33 Auflagen.1 Einige Bibliotheken haben in Ihrem Besitz Originale des Hexenhammers, wie das Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel mit der Auflage aus dem Jahr 1490.

Das Werk selbst wurde 1486/1487 von Heinrich Kramer, und Jacob Sprenger verfasst. Heinrich Kramer, der sich in seinen Werken selbst Henricus Institoris nannte, war Hauptberuflich Inquisitor. Dazu war er Prior des Dominikanerkonvents in Sélestat, Frankreich, wo er auch um 1430 geboren wurde. Um 1505 starb Kramer in Tschechien. Jacob Sprenger, geboren 1436 in der nähe von Basel, war Prior in Köln , Professor an der Kölner Universität und besetzte das Amt eines Provinzials der deutschen Ordensprovinz.2 Mit dem Hexenhammer sollte der systematische Glaube an Hexen verfestigt werden und der Meinung der Verfasser, bräuchte man eine „breitere und praktikablere Grundlage“, um die Verfolgung von Hexen erfolgreich praktizieren zu können.3 Allerdings war der Hexenhammer nicht das einzige Werk, das sich mit dem Thema der Hexenverfolgung beschäftigte. Kramer brachte 1484 eine Päpstliche Bulle, eine Urkunde heraus, die vom Papst Innozenz VIII unterzeichnet wurde. „ Summis desiderantes affectibus “, auch bekannt als „Hexenbulle“ erschien 1484. Darüber hinaus fand die Forschung heraus, dass eine Parallelüberlieferung zum „Malleus maleficarum“ existiert. Das Handbuch „Directorium inquisitorium“ des Dominikaners Nikolaus Eymericus von Gerona weist bekanntlich Inhaltliche Ähnlichkeiten auf.4

Das Buch war seit seinem erscheinen ein Hilfsmittel bei der Verfolgung und der Verurteilung einer Hexe. Sie entwickelte sich zu einem Handbuch der kirchlichen Richtern und Schöffen. Sie war hilfreich bei der Frage von Hexerei und half dabei, die Päpstliche Hexenbulle in die Praxis umzusetzen.

Der Umfang der zusammengeführten Traktate liegt bei 204 Seiten und ist in lateinischer Sprache verfasst worden. Der Einband des Werkes besteht aus ehemaligen weißen Schweinsleder auf Buchenholz und besitzt zwei Messingschließen. Gedruckt wurde auf Büttenpapier. Die verwendete Druckerschwärze besteht aus Ruß und Leinenöl. Bei Rubrikationen bzw. bei Initialien, wurde rote Tinte eingesetzt. Vorhanden sind auch immer wieder Marginalien, die mit Eisengallustinte gesetzt wurden. Diese Marginalien sind Bemerkungen am Rand des Textes, die einen Hinweis, einen Kommentar oder auf eine Korrektur hinweisen. Zu Beginn wurde eine Apologia verfasst. Das ist eine Vorrede bzw. das Vorwort des Buches. Die Verfasser entschuldigen sich, dieses Werk herauszubringen. Allerdings sei das zu dieser Zeit eine Notwendigkeit gewesen, da sich die Hexengefahr seinerzeit weiter ausbreitete. Darüber hinaus wird erklärt, dass sich der Hexenhammer vorrangig aus Werken von anderen Autoren zusammensetzt.5 Auf der zweiten bis zur fünften Seite befindet sich der Text der Hexenbulle. Beide Abschnitte wurden in einem Fließtext zusammengefasst. In den restlichen Texte entstanden dann immer jeweils zwei Spalten. Nach diesem Textabschnitt baut sich der Hexenhammer in drei Teile auf. Der erste Teil beinhaltet 18 Fragen. Diese behandeln drei Hauptthemen: Dämonen, die Hexer selbst und die göttliche Zulassung. Dabei wird auch intensiv auf den Bund zwischen Hexe und Teufel eingegangen, sowie auf die Lehre von Dämonen, wie die Sukkubi und Inkubi. Darüber hinaus wird erläutert, warum Frauen gegen die Macht der Hexerei nicht widerstandsfähig genug seien. Beispiele der Fragestellungen sind folgende:

„Ob es Hexerei gebe, erste Frage“6

„Über Hexen selbst, die sich den Dämonen unterwerfen, sechste Frage“7

„Ob die Zulassung Gottes zur Hexerei nötig sei, zwölfte Frage“8

Der zweite Teil behandelt die Wirkung und die Arten der Hexerei und wie man diese aufheben kann. Dieser wird durch zwei Hauptfragen aufgeteilt:

1. „Wem der Hexer nicht schaden könne“9
2. „Über die Arten, Behexung zu behandeln oder zu heilen“10

Die erste Frage enthält 16 Kapitel, die Auskunft über „die Art, wie die Zauber aufgenommen werden, wie die Hexen durch die Luft fliegen, sich mit Dämonen vermischen, Tiergestalten annehmen, den Hagel machen und Krankheiten bewirken.“11

[...]


1 Vgl. Manfred Hammes, Hexenwahn und Hexenprozesse, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main März 1997, s. 53

2 Vgl. Georg Schwaiger, Teufelsglaube und Hexenprozesse, Verlag C.H. Beck München 1987, s. 90

3 ebenda Georg Schwaiger, s. 89

4 ebenda Georg Schwaiger, s. 90

5 ebenda Georg Schwaiger, s. 92

6 Vgl. J.W. Schmidt, Jakob Sprenger; Heinrich Institutoris, Der Hexenhammer - Malleus maleficarum, Deutscher Taschenbuch Verlag, Münschen 1. Auflage 1982, s. 1, erster Teil

7 ebenda J.W. Schmidt, s. 92

8 ebenda J.W. Schmidt, s. 159

9 ebenda J.W. Schmidt, s. 1, zweiter Teil

10 ebenda J.W. Schmidt, s. 177

11 ebenda Georg Schwaiger, s. 93

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der „Hexenhammer". Quellenkommentar zu „Malleus Maleficarum“
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
10,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
10
Katalognummer
V306904
ISBN (eBook)
9783668047419
ISBN (Buch)
9783668047426
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hexenhammer, Malleus Maleficarum, Hexenverfolgung in Polen, Heinrich Kramer, Hexenprozesse
Arbeit zitieren
Kristine Glombik (Autor), 2015, Der „Hexenhammer". Quellenkommentar zu „Malleus Maleficarum“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306904

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