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Kunst als Selbstbefragung. Künstlerische und mediale Konstruktion des Selbst bei Tracey Emin

Titel: Kunst als Selbstbefragung. Künstlerische und mediale Konstruktion des Selbst bei Tracey Emin

Bachelorarbeit , 2010 , 75 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Künstlerin Tracey Emin befasst sich mit sich selbst. In Interviews, in ihrer Kunst - alles scheint um sie zu kreisen. Dabei wirkt, was sie von sich gibt, wenn nicht ordinär, dann doch sehr unmittelbar. Die Qualität ihrer Arbeiten werden häufig als „direkt“ und ungeschliffen umschrieben - zum Beispiel die der Arbeit „My Bed“, die aus einem ungemachten Bett besteht, das von Tampons, Kondomen, Kippen und leeren Alkoholflaschen und allerlei anderen Utensilien, die von dem desolaten Zustand der Besitzerin erzählen, umgeben ist. In ihrem Werk sowie in der Öffentlichkeit exponiert Emin ohne Rücksicht auf eigene Schamgrenzen intime Details und psychische Leiden.

Ihrer Medienpräsenz, die sich über die Kunstfachpresse hinaus bis hin zu Zeitungen und Lifestyle-Magazinen erstreckt, hat sie zu einer der bekanntesten britischen Künstlerinnen gemacht. Eine breite Medienöffentlichkeit erfährt vom Weglaufen ihrer Katze, sieht sie im Spitzen-BH und als Model für Vievienne Westwood, liest über ihre Abtreibungen und Alkoholexzesse.

In ihren Installationen, Näharbeiten, Videos, Drucken und Zeichnungen rekonstruiert sie ihre Lebensgeschichte, gibt scheinbar alles von sich preis und macht sich so zur Zielscheibe der Kritik: Emin greife mit bohemienhafter Attitüde stereotype Rollenmuster auf, übe eine Praxis der Markt- und Machtstrategie aus, ermangele Reflexionsfähigkeit und Intellektualität und ihre ständige Selbstthematisierung sei Ausdruck ihres Egozentrismus.

Es gibt Kritiker, die sich dafür aussprechen, Emin nicht auf die Figur eines „Celebrities“ zu reduzieren. Sie sehen die Qualität ihrer künstlerischen Arbeit - so der Tenor der Kritik - in der Unmittelbarkeit und Direktheit, in der sie sich mit den Betrachtern verbinde (Leighton/Groom 2008: 7). Gerade in der Thematisierung von Alltäglichem seien die Reflexionen über Emins eigene Person heraus von Belang.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fragestellung

1.2 Zielsetzung

1.3 Methodische Herangehensweise

2. Das Künstlersubjekt zwischen Celebrity-Kultur und Postmoderne

2.1 Das Subjekt und die „Selbsttechnologien“

2.2 Das Diktum vom Tod des Autors

2.3 Der Diskurs um das Künstlersubjekt

2.3.1 Der „Celebrity-Artist“

2.3.2 Das weibliche Künstlersubjekt

2.4 Die Bedeutung des Neuen im Kunstsystem

3. Konstruktion des Selbst in der künstlerischen Arbeit Tracey Emins

3.1 Bildtheoretische Analyse der Arbeit „Everyone I have ever slept with 1963-1995“

3.2 Kontextualisierung: britische Kunst in den 1990er Jahren

3.3 Biografie als Gegenstand der künstlerischen Arbeit

3.3.1 Biografischer Hintergrund

3.3.2 Künstlerische Arbeit zwischen Biografie, Rollenmustern und Vorbildern

3.4 Medien als Raum der Inszenierung und Selbstbefragung

3.4.1 Mediale Inszenierung der Biografie

3.4.2 Öffentliche Inszenierung als integraler Bestandteil der künstlerischen Arbeit

3.5 Emin und Andy Warhol als Celebrities - ein Vergleich

4. Tracey Emin als Objekt der Medien

4.1 Die Erzeugung öffentlicher Aufmerksamkeit

4.2 Inhaltliche Dimension der Berichterstattung

4.2.1 Exemplarische Rezeptionsanalyse von „Everyone I have ever slept with 1963-1995“

4.2.2 Emin als Objekt der Kunstkritik und Lifestyle-Presse

4.3 Emin als Celebrity?

5. Fazit und Ausblick: Kunst als Selbstbefragung?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die künstlerische Arbeit von Tracey Emin im Kontext des modernen Künstlersubjekts und hinterfragt, ob ihre Werke als authentische Selbstbefragung oder als kalkulierte Inszenierung einer Celebrity-Persona zu deuten sind.

  • Das Künstlersubjekt im Spannungsfeld zwischen Postmoderne und Celebrity-Kultur
  • Die Rolle der Biografie und privater Inszenierung im künstlerischen Werk
  • Methodische Analyse der Konstruktion von Identität in der Kunst
  • Vergleich der medialen Strategien von Tracey Emin und Andy Warhol
  • Kritische Rezeption und die Bedeutung des "Neuen" im heutigen Kunstsystem

Auszug aus dem Buch

3.1 Bildtheoretische Analyse der Arbeit „Everyone I have ever slept with 1963-1995“

Eine anschauliche Analyse von Emins Arbeit „Everyone I have ever slept with 1963-1995“ (vgl. Abbildung 1 und 2) soll sich der wahrnehmbaren Qualität der Arbeit widmen; die bildliche Logik lässt sich nach Gottfried Boehm als „nicht-prädikativ“ begreifen und ihr Verständnis bedarf der Anschauung (Boehm 2004: 28).

Die Arbeit „Everyone I have ever slept with 1963-1995“ eignet sich vor allem, weil sie als ein Hauptwerk - auch von der Künstlerin selbst zu einem solchen deklariert - gilt und da die davon ausgelöste Diskussion in besonderem Maße zeigt, welche Positionen sich in Bezug auf Emins Werk formieren. Da es sich um eine Installation handelt, die nicht für eine bestimmte Ausstellungssituation geschaffen wurde und im Kontext verschiedener Ausstellungen präsentiert wurde, soll der Umraum bei der Analyse keine besondere Berücksichtigung finden, wenn auch das Verhältnis zum Raum an sich thematisiert werden soll.

Der Stoff am Eingang des dunkelblauen, verkaufsüblichen Zeltes, das im Ausstellungsraum steht, ist an beiden Seiten festgebunden, sodass sich ein Blick in das hell erleuchtete Innere werfen lässt. Zunächst fällt auf, dass am unteren Rand um das Zelt herum der Titel der Arbeit „Everyone I have ever slept with 1963-1995“ in großen, kräftig roten Großbuchstaben mit Stoff aufgestickt ist. „Everyone I have ever slept with“ lässt zunächst daran denken, dass hier von Sexualpartnern die Rede sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an Tracey Emins Selbstinszenierung und formuliert die grundlegenden Fragen zur Authentizität und zum Künstlersubjekt.

2. Das Künstlersubjekt zwischen Celebrity-Kultur und Postmoderne: Dieses Kapitel verortet das Künstlersubjekt theoretisch im Diskurs der Postmoderne und beleuchtet die Begriffe der Selbsttechnologien und des "Celebrity-Artist".

3. Konstruktion des Selbst in der künstlerischen Arbeit Tracey Emins: Hier wird die künstlerische Praxis Emins anhand konkreter Werke, ihrer Biografie und ihrer Identitätskonstruktion durch Aneignung analysiert.

4. Tracey Emin als Objekt der Medien: Das Kapitel untersucht, wie Medien die Figur Emin konstruieren und wie Kunstkritik sowie Lifestyle-Presse auf ihre Arbeiten reagieren.

5. Fazit und Ausblick: Kunst als Selbstbefragung?: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet Emins Werk abschließend in den kunstwissenschaftlichen Diskurs ein.

Schlüsselwörter

Tracey Emin, Künstlersubjekt, Postmoderne, Celebrity-Kultur, Identitätskonstruktion, Selbsttechnologien, Authentizität, Everyone I have ever slept with, Young British Artists, Medieninszenierung, Biografie, Kunstkritik, Subjektivierung, Aneignung, My Bed.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der künstlerischen Praxis von Tracey Emin und der Frage, wie sie ihre eigene Biografie und Person als künstlerisches Material verwendet und medial inszeniert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind das Künstlersubjekt, der Einfluss der Celebrity-Kultur, die Bedeutung von Authentizität im postmodernen Kunstbetrieb sowie die methodische Aufarbeitung von Biografie in der zeitgenössischen Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Emins Werk vor dem Hintergrund des aktuellen Diskurses um das Künstlersubjekt kritisch zu beleuchten und gängige Rezeptionsmuster der Kunstkritik zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine hermeneutische, beobachtende Quellenanalyse durchgeführt, die theoretische Ansätze (u.a. Foucault, Butler, Luhmann) mit der praktischen Analyse von Emins Werken verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die kunstwissenschaftliche Kontextualisierung von Emins Werk sowie eine spezifische Untersuchung der medialen Konstruktion ihrer öffentlichen Rolle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Schlüsselbegriffe sind Identitätskonstruktion, Celebrity-Status, Selbsttechnologien und die Wechselwirkung von Biografie und Kunstwerk.

Wie unterscheidet sich Emins Inszenierung von der Andy Warhols?

Während bei Warhol die Entmythologisierung durch serielle Produktion und eine distanzierte Pose im Vordergrund steht, behauptet Emin durch ihr Werk eine Nähe und Unmittelbarkeit, die sie trotz Konstruiertheit als ernsthaftes "Selbst" markiert.

Was bedeutet die "Patchwork-Identität" im Kontext von Emins Arbeiten?

Der Begriff beschreibt, wie Emin aus fragmentarischen Erinnerungen, Rollenmustern und Vorbildern ein künstlerisches Selbst konstruiert, das einer ständigen Passungsarbeit zwischen innerer und äußerer Welt unterliegt.

Ende der Leseprobe aus 75 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kunst als Selbstbefragung. Künstlerische und mediale Konstruktion des Selbst bei Tracey Emin
Hochschule
Zeppelin University Friedrichshafen  (Kultur- und Kommunikationswissenschaften)
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
75
Katalognummer
V306993
ISBN (eBook)
9783668052079
ISBN (Buch)
9783668052086
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kunst selbstbefragung künstlerische konstruktion selbst tracey emin
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2010, Kunst als Selbstbefragung. Künstlerische und mediale Konstruktion des Selbst bei Tracey Emin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306993
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  75  Seiten
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