Sollte man Kästner und sein „fliegendes Klassenzimmer“ als Ganzschrift in der Grundschule behandeln? Es spricht sicher einiges dafür. Schließlich ist Erich Kästner ein weltberühmter Schriftsteller, er schreibt sehr lebendig und witzig, nimmt Kinder in seinen Büchern ernst, und wer als Grundschüler Kästner nicht kennt, der sollte ihn kennen lernen.
Andererseits ist die Zeit auch – oder gerade? – in der Grundschule nicht unbegrenzt. Gibt es nicht sehr viele Autoren, die „näher dran“ sind an den spezifischen Problemen heutiger Kinder, und die zudem eine heutige Sprache sprechen? Soll man sich also wirklich mit einem Werk beschäftigen, das vor über 70 Jahren geschrieben wurde?
Ich werde also nachfolgend versuchen aufzuzeigen, welche Aspekte im „fliegenden Klassenzimmer“ und seines Autors es lohnenswert machen, Erich Kästner im Unterricht Raum zu geben. Dazu werde ich das Buch und seine Verfilmungen vorstellen und auf Kästners biografische Besonderheiten eingehen. Ich werde den Einstieg in die Unterrichtssequenz mittels einer Inszenierung durch den Lehrer darstellen und aufzeigen, wie ich mir eine Unterrichtseinheit zu Kästner und dem „fliegenden Klassenzimmer“ vorstellen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Werk und Autor
2.1. „Das fliegende Klassenzimmer“
2.1.1. Der Inhalt
2.1.2. Aufbau und Inhaltsanalyse
2.1.3. Reaktionen auf die Ersterscheinung
2.1.4. Die Verfilmungen des „fliegenden Klassenzimmers“
2.2. Erich Kästner – eine Biografie
2.3. Kästner als prägender und erfolgreicher Kinderbuchautor
2.4. Kästner als Vorreiter für den neuen realistischen Kinderroman
3. Beziehungen zwischen Kästner und seiner Literatur
3.1. Kästner erinnert seine eigene Kindheit
3.2. Kästners Moralvorstellungen
3.3. Kästner thematisiert Kinderängste
3.4 Kästner und Schule
3.5. Kästner und sein Verhältnis zur Mutter
4. Die Umsetzung im Unterricht
4.1. Die Unterrichtsplanung
4.2. Didaktische Reflexion
5. Resümee
6. Literaturnachweis:
7. Anhang:
Anhang 1: Inszenierung zum Einstieg in die Unterrichtseinheit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung von Erich Kästners Roman „Das fliegende Klassenzimmer“ als Ganzschrift im Grundschulunterricht der vierten Klasse. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie trotz des zeitlichen Abstands und der historischen Einbettung ein lebendiger Lesezugang geschaffen werden kann, der den Roman als wertvolles Instrument zur Persönlichkeitsbildung und Wertevermittlung nutzt.
- Literarische und biografische Kontextualisierung von Erich Kästner.
- Analyse der zentralen Motive, Moralvorstellungen und Kinderängste im Werk.
- Entwicklung eines didaktischen Konzepts für eine Unterrichtseinheit.
- Einsatz von theaterpädagogischen Methoden und Medien zur Leseanimation.
- Reflexion über die Bedeutung von Kinderliteratur für die soziale und emotionale Entwicklung.
Auszug aus dem Buch
2.1.2. Aufbau und Inhaltsanalyse
Das Buch hat drei Handlungsstränge: 1. eine Rahmenhandlung, in der Kästner als fiktiver Autor auftritt und die Begründung für die Entstehung des Buchs gibt, 2. die Internatsgeschichte, und, innerhalb der Internatsgeschichte, 3. die anstehende Weihnachtsaufführung, deren Titel zugleich Titel des Buches ist.
Damit werden drei literarische Orte bestimmt: am Fuße der Zugspitze (bzw. ein Kaffeehaus am Kurfürstendamm), das Internat und die Bühne, auf der das Weihnachtsstück gespielt wird. Es gibt zwei literarische Erzählebenen: Die eine ist das Vor- und Nachwort des Autors aus der Perspektive des Ich-Erzählers, die andere ist das Erleben der Schüler in der Internatsgeschichte aus der Perspektive eines auktorialen Erzählers.
In der Rahmenhandlung, also dem Vor- und Nachwort, tritt der Autor auf und beschreibt, er sitze am Fuße der Zugspitze, es sei August und er sei hier, um eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die Motivation für die Behandlung von Erich Kästners Werk in der Grundschule trotz des historischen Kontextes.
2. Werk und Autor: Bietet eine Inhaltsangabe des Romans, biografische Hintergründe zu Kästner sowie eine Einordnung des Autors als Vorreiter des realistischen Kinderromans.
3. Beziehungen zwischen Kästner und seiner Literatur: Analysiert, wie Kästner eigene Kindheitserfahrungen, Moralvorstellungen und Ängste in seine literarischen Figuren und Themen einfließen lässt.
4. Die Umsetzung im Unterricht: Entwirft ein konkretes Konzept für eine Unterrichtseinheit, inklusive didaktischer Reflexion zur Leseförderung und methodischer Vorschläge.
5. Resümee: Zieht das Fazit, dass Kästners Werk aufgrund seiner zeitlosen Themen für heutige Grundschüler einen hohen pädagogischen Mehrwert bietet.
6. Literaturnachweis: Listet die verwendeten Quellen und Fachliteratur zur Arbeit auf.
7. Anhang: Enthält eine praktische Vorlage für die Inszenierung eines Lehrer-Monologs zur Einführung in die Unterrichtseinheit.
Schlüsselwörter
Erich Kästner, Das fliegende Klassenzimmer, Kinderliteratur, Ganzschrift, Grundschule, Leseförderung, Unterrichtsplanung, Realistischer Kinderroman, Kindheit, Moralvorstellungen, Didaktik, Literaturunterricht, Schüler, Biografie, Wertevermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie Erich Kästners Roman „Das fliegende Klassenzimmer“ als Ganzschrift im Grundschulunterricht, speziell in der vierten Klasse, sinnvoll eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die literarische Analyse des Romans, die Biografie Erich Kästners, die Verknüpfung von Autor und Werk sowie die praktische didaktische Aufbereitung für den Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein grobes Unterrichtskonzept zu entwerfen, das Kästner als Autor erlebbar macht und den Roman als Medium nutzt, um soziale und moralische Themen mit Grundschülern zu bearbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die biografische Daten und literaturwissenschaftliche Aspekte mit didaktischen Theorien zur Leseförderung verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Werkanalyse, eine biografische Einordnung des Autors, die Untersuchung autobiografischer Bezüge im Roman sowie eine detaillierte Unterrichtsplanung inklusive methodischer Überlegungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen unter anderem Leseförderung, Unterrichtsplanung, Kindheit bei Kästner, Werteerziehung im Deutschunterricht und den Einsatz des realistischen Kinderromans.
Welche Rolle spielen die Verfilmungen für das Unterrichtskonzept?
Die Verfilmungen, insbesondere die von 1954, dienen als zusätzlicher Zugang zur Literatur, um eine emotionale Bindung aufzubauen und medienkundliche Vergleiche zwischen Buch und Drehbuch zu ermöglichen.
Wie wird das Problem der zeitlichen Distanz im Unterricht gelöst?
Die Autorin schlägt vor, den Autor Erich Kästner durch eine persönliche Inszenierung (Lehrer tritt als Kästner auf) und die Thematisierung der historischen Zeitzeugenschaft des Autors für die Schüler greifbar zu machen.
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- Brigitte Zügel (Author), 2004, Erich Kästner und "Das fliegende Klassenzimmer" im Unterricht der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30702