Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich vornehmlich mit den formalen und inhaltlichen Gattungsmerkmalen zweier Idyllen, wie sie sich dem Leser in "Der Wunsch" und "Mycon" darbieten.
Zu Beginn wird versucht, sich der Gattung "Idylle" mit Hilfe einer Definition zu nähern. Da der Gattungsbegriff einige terminologische Schwierigkeiten mit sich bringt, skizziere ich im Anschluss die Gemeinsamkeiten, welche die Großfamilie der Idyllendichtung zusammenhalten. Der daran anschließende Blick in Geßners Idyllenkonzeption zeigt dem Leser mögliche Motive und Beweggründe auf, die seinen Idyllen zugrunde liegen.
Im weiteren Verlauf möchte ich zwei Geßnerische Dichtungen eingehend untersuchen und vor allem die Momente hervorheben, an denen sich die idyllischen Charaktere besonders gut festmachen lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Idylle
2.1 Die Idylle – Ein Definitionsversuch
2.2 Grundmerkmale der Gattung „Idylle“
3. Geßners Idyllenkonzeption
4. Idyllenmerkmale in ausgewählten Werken bei Salomon Geßner
4.1 Der Wunsch
4.2 Mycon
5. Schlussbemerkung
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die formalen und inhaltlichen Gattungsmerkmale der Idyllendichtung bei Salomon Geßner, um aufzuzeigen, wie der Autor durch die idealisierte Darstellung ländlicher Szenen soziale und politische Gegenmodelle zur Wirklichkeit seiner Zeit entwarf. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Frage, wie Geßner innerhalb der klassischen Idyllenform kritische und utopische Momente integriert.
- Definition und historische Entwicklung der Gattung "Idylle"
- Analyse der Geßnerischen Idyllenkonzeption und ihres Spannungsfeldes zur Biographie des Autors
- Eingehende Untersuchung der Idyllen "Der Wunsch" und "Mycon"
- Darstellung des Verhältnisses von Natur, Tugend und gesellschaftlicher Kritik
- Bedeutung der Idylle als soziales und politisches Utopiemodell
Auszug aus dem Buch
4.2 Mycon
Im Folgenden möchte ich mich der Idylle Mycon zuwenden, die 1772 in Geßners Sammlung „Neue Idyllen“ veröffentlicht wurde.
Neben den schon behandelten Aspekten, die hier ebenso zu finden sind, möchte ich einige neue Komponenten herausheben, die für die vorliegende Arbeit von belangen sind und an denen exemplarisch der „neue Geist“ aus dem Geßner heraus die „Neuen Idyllen“ verfasste, näher betrachten. Das Idyllengedicht „Mycon“ stellt insofern eine Neuheit dar, als dass hier die Idylle das erste Mal von Außenstehen geschildert wird. In den bisherigen Idyllen Geßners, wie z.B. in „Der Wunsch“, war es stets so, dass die Begrenztheit der idyllischen Verhältnisse von ihren eigenen Bewohnern näher dargestellt wurde. Bei „Mycon“ entsteht jedoch ein Novum: Der Ich-Erzähler und sein Begleiter Milon, die fremd in der Gegend sind, machen sich auf den Weg zu einem nicht näher charakterisierten Apollo-Heiligtum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die Bedeutung Salomon Geßners als Idylliker im 18. Jahrhundert und benennt die Zielsetzung der Arbeit, insbesondere die Untersuchung der Idyllen „Der Wunsch“ und „Mycon“.
2. Die Idylle: Dieses Kapitel widmet sich der schwierigen Begriffsbestimmung der „Idylle“ und arbeitet zentrale Gattungsmerkmale sowie verschiedene theoretische Ansätze aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts heraus.
3. Geßners Idyllenkonzeption: Hier wird das Spannungsfeld zwischen der bürgerlichen Existenz Salomon Geßners und seinen literarischen Idyllen beleuchtet, wobei hinterfragt wird, inwieweit die Biographie in seine Dichtungen einfließt.
4. Idyllenmerkmale in ausgewählten Werken bei Salomon Geßner: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Werke „Der Wunsch“ und „Mycon“ hinsichtlich ihrer formalen und inhaltlichen Merkmale, wobei besonders das kritische Potenzial dieser Dichtungen hervorgehoben wird.
5. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert den Erfolg Geßners zu Lebzeiten, seine spätere Kritik durch Klassiker wie Goethe und Schiller sowie das Nachwirken des „Idyllischen“ als literarisches und gesellschaftliches Element.
6. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die politische Brisanz, die in Geßners vermeintlich friedvollen Hirtengedichten angelegt ist.
Schlüsselwörter
Salomon Geßner, Idylle, Idyllendichtung, Aufklärung, Sturm und Drang, Der Wunsch, Mycon, Natur, Arkadien, Gattungspoetik, soziale Utopie, Empfindsamkeit, Locus amoenus, Literaturgeschichte, 18. Jahrhundert
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Idyllendichtung von Salomon Geßner im 18. Jahrhundert mit einem Fokus auf die formalen und inhaltlichen Merkmale seiner Werke.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition der Gattung Idylle, die Analyse von Geßners Idyllenkonzeption sowie der Vergleich seiner gesellschaftskritischen Ansätze innerhalb dieser literarischen Form.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie Geßner durch das Medium der Idylle politische und soziale Gegenmodelle zur damaligen Realität entwarf, ohne diese explizit als politische Texte zu deklarieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Textuntersuchungen der Primärquellen mit gattungstheoretischen Diskursen des 18. Jahrhunderts verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Werke „Der Wunsch“ und „Mycon“ detailliert untersucht, wobei insbesondere auf die Darstellung von Natur, Tugend, Arbeit und die Abgrenzung zur zeitgenössischen Gesellschaft eingegangen wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Salomon Geßner, Idylle, Aufklärung, Natur, soziale Utopie, Empfindsamkeit und Gattungspoetik.
Inwiefern nimmt „Der Wunsch“ eine Sonderstellung ein?
„Der Wunsch“ gilt als wegweisend, da Geßner hier erstmals kritische und gegenwärtige Töne in die idyllische Idealwelt einbringt, die weit über eine reine Schilderung der Natur hinausgehen.
Warum wird in „Mycon“ ein „neuer Geist“ verortet?
„Mycon“ integriert erstmals Außenstehende als Beobachter in die Idylle und verstärkt das Motiv der liebenden Kleinfamilie, wodurch das Idyllenkonzept eine neue Tiefe und strukturelle Veränderung erfährt.
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- Anna Katharina Rodemund (Author), 2013, Salomon Geßners Idyllenkonzeption. Gattungsanalyse der Werke "Der Wunsch" und "Mycon", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307075