Soziale Arbeitsteilung. Zur Aktualität von Emile Durkheims Theorie.


Hausarbeit, 2004
22 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie Emile Durkheims

3. Begriffsklärung
3.1 Arbeitsteilung
3.1.1 Allgemeine Definition
3.1.2 Durkheims Verständnis von Arbeitsteilung
3.2 Solidarität
3.2.1 Die „mechanische Solidarität“
3.2.2 Die „organische Solidarität“

4. Die Ursachen der Arbeitsteilung nach Durkheim

5. Durkheims Theorie in der gegenwärtigen Realität

Literatur

1. Einleitung

Emile Durkheims Werk Über soziale Arbeitsteilung von 1883 wird heute zu den Klassikern der Soziologie gezählt. Der Autor beschäftigt sich darin mit der Frage nach dem Zusammenleben der Menschen in einer Gesellschaft. Hierbei steht für ihn vor allem die Gesellschaft als Gruppensystem im Vordergrund seiner theoretischen Betrachtung. Vor dem Hintergrund des „Verhältnis[ses] zwischen dem Kollektiv und dem Individuum“[1], betrachtet er die Arbeitsteilung als wichtiges Merkmal differenzierter Gesellschaften. Hierbei unterscheidet er vor zwei Formen der Solidarität, die sich der Arbeitsteilung verdanken.

Diese Arbeit soll zunächst Teile der Theorie Durkheims erläutern, um später zu einer Einschätzung darüber zu gelangen, inwieweit seine Erklärungsversuche auch heute noch tragfähig sind.

Die Komplexität dieses Themas erlaubt in diesem Rahmen keine ganzheitliche Betrachtung Durkheims Werk. Unter Abschnitt zwei werde ich einen Einblick in das Leben und Schaffen Emile Durkheims geben. Da meiner Meinung nach der historische Hintergrund bei der Betrachtung soziologischer Theorien immer besonders interessant ist, gehe ich hierauf in diesem Abschnitt ebenfalls kurz ein. Die für das Verständnis seiner Theorie wichtigen Abschnitte – 1. Buch 3. Kapitel und 2. Buch 2. Kapitel, Seite 180 - 184 und 314 - 321 – sollen im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen. Dazu soll unter Punkt drei eine Begriffsklärung erfolgen, in der vor allem auf den zentralen Begriff der Arbeitsteilung eingegangen wird, welcher in Durkheims Theorie einhergeht der Definition von Gesellschaft. Hier werden auch die unterschiedlichen Formen der Solidarität erläutert, die laut Durkheim mit dem Grad der Arbeitsteilung unmittelbar einhergehen. In Abschnitt vier werde ich kurz die Ursachen herausarbeiten, die Durkheim für das Phänomen „Arbeitsteilung“ feststellt, um abschließend in einem kurzen Fazit zu einer Stellungnahme zu kommen.

2. Biographie Emile Durkheims

Emile Durkheim gilt heute als einer der Begründer der Soziologie überhaupt. Gerade in Frankreich dominierte er vor der Zeit des Ersten Weltkrieges diesen Fachbereich.

Am 15. April 1858 in Lothringen geboren, wächst Durkheim als Sohn eines Rabbiners auf. Ab 1879 studiert er Philosophie an der École Normale Superiéure in Paris, wo er u.a. mit dem Sozialisten Jean Jaurès und anderen bedeutenden Persönlichkeiten Bekanntschaft macht.

Bereits 1883 wird eines seiner Hauptwerke Über soziale Arbeitsteilung veröffentlicht, mit welchem sich diese Hausarbeit in Ausschnitten befassen wird. Es folgte sein Werk Der Selbstmord (1897) und später Die elementaren Formen des religiösen Lebens (1912). Die „Moral“, mit der sich Durkheim nach einer Studienreise durch Deutschland im Jahre 1885 auseinandersetzt, war bereits in seinem ersten Hauptwerk von wichtiger Bedeutung.

Eine wichtige Schaffensphase auf dem Gebiet der Soziologie folgt schließlich ab 1887, als er an der Universität in Bordeaux eine Professur für Pädagogik und Sozialwissenschaften antritt. Seine 1898 gegründete Zeitschrift Année Sociologique wird schließlich die Grundlage der Durkheim- Schule. Nachdem er bereits 1902 an die Universität Sorbonne berufen wird, führt seine Auffassung von der Anlehnung der Fächer Erziehungswissenschaften und Soziologie aneinander, zu der Zusammenlegung in einen Lehrstuhl.

Durkheim stirbt am 15.11.1917 im Alter von 59 Jahren in Paris.

Emile Durkheim war ein Intellektueller in einer Zeit bedeutender Umbrüche. Es war die Zeit der Dritten Republik (1870-1914), eine Zeit in der sich Europa mit einer neuen Form der Gesellschaft und des sozialen Zusammenlebens auseinandersetzten musste. Es war eine Zeit der Massen: Massenbevölkerung, Massenproduktion etc. Die immer größer werdende Zahl der Arbeiter forderte ihr Recht. Durkheim erlebte den Aufstand der Pariser Kommunen, (März-Mai 1871) in denen die Kommunisten und die Sozialisten vergeblich versuchen die Macht an sich zu reißen. Der französische Präsident Jules Grévy richtet seine Politik laizistisch-antiklerikal aus, und reformiert damit ein veraltetes Staatssystem. Die Dreifus-Affäre, an deren Diskussion Durkheim sich aktiv beteiligt, spaltet die Nation. Radikale Strömungen gewinnen immer mehr an Halt, und es kommt – vor allem in Deutschland – der Nationalsozialismus auf. All dies sind Zeichen eines gesellschaftlichen Umbruchs, der Erklärung und Handhabung fordert.

[...]


[1] Anton Amann: Soziologie. Ein Leitfaden zu Theorien, Geschichte und Denkweise. 2. erweiterte Auflage. Wien 1987. S.109

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Soziale Arbeitsteilung. Zur Aktualität von Emile Durkheims Theorie.
Hochschule
Universität Osnabrück  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Geschichte soziologischen Denkens
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
22
Katalognummer
V30708
ISBN (eBook)
9783638319089
ISBN (Buch)
9783638650564
Dateigröße
680 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale, Arbeitsteilung, Aktualität, Emile, Durkheims, Theorie, Geschichte, Denkens
Arbeit zitieren
Sonja Kolb (Autor), 2004, Soziale Arbeitsteilung. Zur Aktualität von Emile Durkheims Theorie., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30708

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