Träume und Jenseitserfahrung im Islam. Auszüge aus "Kitāb al-Manāmāt" von Ibn Abī ad-Dünyā


Quellenexegese, 2015

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Die Überlieferung mit der Nummer 1
1.2. Die Überlieferung mit der Nummer 238
1.3. Die Überlieferung mit der Nummer 248
1.4. Die Überlieferung mit der Nummer 131

2. Die Überlieferungen vom Gesandten Allāhs über die Traumsicht
2.1. Die Überlieferung mit der Nummer 2
2.2. Die Überlieferung mit der Nummer 6
2.3. Die Überlieferung mit der Nummer 14
2.4. Die Überlieferung mit der Nummer 162
2.5. Die Überlieferung mit der Nummer 312

3. Die Überlieferungen vom Gesandten Allāhs, in denen er gesichtet wurde
3.1. Die Überlieferung mit der Nummer 112
3.2. Die Überlieferung mit der Nummer 113
3.3. Die Überlieferung mit der Nummer 115
3.4. Die Überlieferung mit der Nummer 120
3.5. Die Überlieferung mit der Nummer 121
3.6. Die Überlieferung mit der Nummer 127
3.7. Die Überlieferung mit der Nummer 128
3.8. Die Überlieferung mit der Nummer 243
3.9. Die Überlieferung mit der Nummer 286
3.10. Die Überlieferung mit der Nummer 289
3.11. Die Überlieferung mit der Nummer 309
3.12. Die Überlieferung mit der Nummer 342

4. Die Überlieferungen über die Heilung im Traum
4.1. Die Überlieferung mit der Nummer 297

5. Die Überlieferungen über die Taten, die im Jenseits mit hoher Belohnung gewürdigt werden
5.1. Die Überlieferung mit der Nummer 58
5.2. Die Überlieferung mit der Nummer 136
5.3. Die Überlieferung mit der Nummer 138
5.4. Die Überlieferung mit der Nummer 179
5.5. Die Überlieferung mit der Nummer 191
5.6. Die Überlieferung mit der Nummer 198
5.7. Die Überlieferung mit der Nummer 242
5.8. Die Überlieferung mit der Nummer 298

6. Die Überlieferungen über die Träume welche das Sterben von Personen berichten .
6.1. Die Überlieferung mit der Nummer 35
6.2. Die Überlieferung mit der Nummer 109
6.3. Die Überlieferung mit der Nummer 130

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis
8.1. Literatur
8.2. Weblinks

1. Einleitung

Der Mensch, seiner Natur entsprechend, strebt immer nach der Wahrheit. All die Erfindungen, die er bis Heute erreicht hat, haben mit seiner diesbezüglicher Neugier zu tun.

In seiner physikalischen Umwelt gelingt es ihm durch Erfahrung, Forschung, Ausprobieren und aus Fehlern lernen vieles zu verstehen, zu definieren und zu wissen. Aber über die Wahrheit im metaphysischen Bereich, vor allem über den Tod und das Jenseits, sind die Informationsquellen beschränkt. Hier sind die Propheten und die Ihnen offenbarten heiligen Bücher für die Menschen, die an das Jenseits glauben, die einzig wahren Quellen. Nach dem Tod des letzten Propheten, Muḥammad (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil), wurde auch die göttliche Offenbarung vollendet. Es blieben jedoch, wie auch in der ersten Überlieferung des Kitāb al- Manāmāt hervorgehoben wird, nach dem Tod des Propheten nur ganz wenige Informationsquellen über das Jenseits:

1.1 Die Überlieferung mit der Nummer 1:

Mir berichtete Abū Bakr Muḥammad Ibn Rizqillāh al-Kalwaḏānī und Hāšim Ibn al-Qāsim, er sagte, uns berichtete Yaḥyā Ibn Ṣāliḥ al-Wuḥāẓī, er sagte, uns berichtete Abū Ismāʿīl as-Sakūnī, ich habe von Mālik Ibn Udayyin gehört, er sagt, ich habe von an-Nuʿmān Ibn Bašīr gehört, er war auf dem Minbar und sagte: ÄIch habe von dem Gesandten Allāhs (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil) Folgendes sagen hören: 'Es ist gewiss (von der Wahrheit) nur so viel geblieben, wie eine in der Luft fliegende Fliege. Allah hat zu euren Brüdern, die in den Gräbern sind, gesagt: Eure Taten werden an die, die in den Gräbern sind, vorgeführt.'“

Weiterhin hat der Prophet (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil) den wahren Traum als den sechsundvierzigsten Teil des Prophetentums bezeichnet. Er sagte:

ÄDer Traum eines Gläubigen ist einer der sechsundvierzig Teile des Prophetentums.“1

In einer anderen Überlieferung wurde berichtet: ÄDer Traum eines Gläubigen ist der vierzig Teile des Prophetentums“2.

Allah hat an einige heilige Personen (Awliyāullāh) durch den Traum (und manchmal auch durch die Erleuchtung -ilḥāmāt-) gewährt, über das Jenseits zu erfahren. In Kitāb al-Manāmāt finden wir darüber bei der 238. Überlieferung Folgendes:

1.2 Die Überlieferung mit der Nummer 238:

Mir berichtete Muḥammad Ibn Ḥusayn, uns berichtete Sulaymān Ibn Ayyūb al-Baṣrī, er sagte: mir berichtete Murağğā Ibn Wadāʿ, er sagte, dass ʿAṭāʾ es-Salīmī sagte: ÄIch hatte den Tod sehr gewünscht. Daraufhin ist jemand in meinem Traum zu mir gekommen und sagte: ÄOh ʿAṭāʾ! Wünschst du dir den Tod?“ Ich bestätigte ihn mit ÄGenauso ist es.“ Ohne mich anzuschauen sagte er: ÄWenn du nur gewusst hättest, wie heftig und bedrückend der Tod ist und das Wissen darüber in deinem Herz angewurzelt hätte, wärest du ein Leben lang schlaflos. Du würdest unter den Menschen wie ein Besessener ganz verblüfft rumlaufen.“ ʿAṭāʾ sagte: ÄDemjenigen gebührt die Freudenbotschaft, der von seinem eigenen Leben profitiert und demjenigen, dem ein langes Leben eine Vermehrung seiner guten Taten bedeutet.“ Aber ich sehe ʿAṭāʾ nicht in diesem Zustand“ sagend fing er an zu weinen.

Mit den Themen ÄTod und Traum“ hat sich auch Frau Annemarie Schimmel in ihrem Werk „Die Träume des Kalifen“ sehr informativ und umfangreich beschäftigt. Sie hat im Vorwort ihres Werkes mit dem folgender Hadith, überliefert von ʿAli Ibn Abī Ṭalib, angefangen: ÄDie Menschen schlafen! Dann, wenn sie sterben, erwachen sie!“.

Auf diese Wahrheit hindeutend hat Ibn Abī ad-Dünyā Folgendes überliefert:

1.3 Die Überlieferung mit der Nummer 248:

Uns berichtete Hārūn Ibn al-Ḥusayn, mir berichtete ʿAbdallāh Ibn Farrūğ, er sagte: ÄEs wurde im Traum gesichtet, dass sich Dāwūd eṭ-Ṭāʾī im Sterbebett befand. Er sagte: ÄIn dieser Stunde bin ich vom Gefängnis entlassen worden.“ Am nächsten Morgen haben sie ihn (Dāwūd eṭ-Ṭāʾī) Tod aufgefunden.

Ich habe bei meiner Arbeit versucht, möglichst viele Träume auszuwählen, in denen der Prophet (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil) gesichtet wurde. Nach einem Hadith geht hervor, dass die Träume, in denen der Prophet gesichtet wird, wahre Träume sind. Nämlich in der 131. Überlieferung wird folgendes berichtet;

1.4 Die Überlieferung mit der Nummer 131:

Uns berichtete Muḥammad Ibn Aḥmad, uns berichtete Šaybān Ibn Farrūḫ, uns berichtete Isḥāq Ibn ar-Rabīʿ Abū Ḥamza al-ʿAṭṭār, dass er sagte: ÄWährend ich bei Ḥasan (al-Baṣrī) war, ist ein Mann zu ihm gekommen und sagte: ÄOh Abū Saʿīd! Ich habe gestern den Gesandten Allāhs (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil) in meinem Traum gesehen. Er war mit einigen Menschen von Banī Sulaym zusammen. Du trugst wegen der Kälte einen Mantel. Es wurde gesagt: ÄOh Gesandte Allāhs, das ist der Ḥasan, der kommt.“ Der Gesandte Allāhs sagte: ÄSaget ihm, ihm gebühre die Freudenbotschaft, nochmals die Freudenbotschaft und ein weiteres Mal die Freudenbotschaft.“ Es kamen Tränen von Ḥasans Augen. Daraufhin sagte der Mann: ÄAllāh solle deine Augen erfreuen! Der Gesandte Allāhs (Allāh segne ihn und schenke ihm Heil) erwähnte: ÄWer auch immer mich in einem Traum sieht, hat mich wahrlich gesehen, denn der Šaytān kann nicht meine Gestalt annehmen.“

Der Autor des Buches Kitāb al-Manāmāt, ʿAbdullāh Ibn Muḥammad Ibn ʿUbayd Ibn Sufyān Ibn Qays al-Qurašī Abū Bakr Ibn Abī ad-Dünyā al-Baġdādī, bekanntgeworden unter den Namen Ibn Abī ad-Dünyā, ist im Jahre 823/208 in Baġdād geboren und im Jahre 894/281 ebenda gestorben.

Er war ein berühmter Imām, Hadith-Gelehrter, Hāfiẓ und Großgelehrter und nach Dr. Nağm ʿAbdurraḥmān Ḫalaf der Verfasser von 217 Büchern zu unterschiedlichen Themen3.

In seinem Buch Kitāb al-Manāmāt befinden sich 344 Überlieferungen über verschiedene Träume und einige Hadithe über den Traum.

Die Nummern zu den Überlieferungen wurden in dieser Hausarbeit der Originalausgabe des Werkes entnommen.

Ich habe in meiner Hausarbeit alle Überlieferungen im Kitāb al-Manāmāt untersucht und diverse Überlieferungen übersetzt, die unter die folgenden Überschriften untergeordnet werden können:

1. Die Überlieferungen vom Gesandten Allāhs (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil) über die Traumsicht. In diesem Abschnitt habe ich die Überlieferungen mit den Nummern 2, 6, 14, 162 und 312 übersetzt.
2. Die Überlieferungen vom Gesandten Allāhs (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil), in denen Er gesichtet wurde. Hier habe ich die Überlieferungen mit den Nummern 112, 113, 115, 120, 121, 127, 128, 243, 286, 289, 309 und 342 übersetzt.
3. Die Überlieferungen über die Heilung im Traum. In diesem Teil habe ich die Überlieferung mit der Nummer 297 übersetzt.
4. Die Überlieferungen über die Taten, die im Jenseits mit hoher Belohnung gewürdigt werden. Hier habe ich die Überlieferungen mit den Nummern 58, 136, 138, 179, 191, 198, 242 und 298 übersetzt.
5. Die Überlieferungen der Träume, in denen das Sterben von bestimmten Personen verkündet werden. In diesem Kapitel habe ich die Überlieferungen mit den Nummern 35, 109 und 130 übersetzt.

2. Die Überlieferungen vom Gesandten Allāhs (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil) über die Traumsicht

2.1 Die Überlieferung mit der Nummer 2:

Uns berichtete Abū Saʿīd al-Madīnī ʿAbdallāh Ibn Šabīb, uns berichtete Abū Bakr Ibn Šayba al-Ḥizāmī, uns berichtete Fulayḥ Ibn Ismāʿīl, uns berichtete Muḥammad Ibn Ǧaʿfar Ibn Kaṯīr, über Zayd Ibn Aslam, über Abī Ṣāliḥ und al-Maqburī über Abū Hurayra, er sagte, dass der Gesandte Allāhs (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil) sagte: ÄBlamiert eure Gestorbenen nicht mit euren schlechten Taten. Eure Taten werden nämlich denen vorgezeigt, die sich im Grabe befinden.“

2.2 Die Überlieferung mit der Nummer 6:

Mir berichtete Ibn Rifāʿa, uns berichtete Abū ʿĀmir, uns berichtete ʿAbd al-Malik Ibn al-Ḥasan al-Ḥāriṯī, er sagte: ich habe von Saʿīd Ibn ʿAmr Ibn Sulaym gehört, er sagte: ich habe von einem unserer Männer gehört, dass ihm gesagt wurde, dass Muʿāwiya oder Ibn Muʿāwiya von Abū Saʿīd berichtete. Er sagte: ÄDer Gesandte Allāhs (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil) sagte:

ÄDer Gestorbene erkennt gewiss, wer ihn wäscht und trägt, wer ihm das Leichentuch anzieht und wer ihn beerdigt.“

2.3 Die Überlieferung mit der Nummer 14:

Mir berichtete Muḥammad Ibn ʿAbdallāh Ibn Bazīʿ, uns berichtete Fuḍayl Ibn Sulaymān an- Numayrī über Yaḥyā Ibn ʿAbd ar-Raḥmān Ibn Abī Labība von seinem Großvater. Er sagte: ÄAls Bišr Ibn l-Berāʾ Ibn Maʿrūr starb, war die Mutter von Bišr auf seinen Tod sehr traurig und sagte: ÄOh Gesandter Allāhs; die Stammesangehörigen von Banī Salima sterben nach und nach. Kennen sich die Toten untereinander (ist das überhaupt möglich), so dass ich Bišr begrüßen lassen kann.“ Der Gesandte Allāhs (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil) antwortete;“ Ja, Umm Bišr, bei dem, in dessen Hand meine Seele ist, sie kennen sich so, wie die Vögel auf den Bäumen sich kennen.“

Danach, wann immer von Banī Salima jemand starb, ging Umm Bišr hin und sagte: ÄOh Du, ich grüße dich (alayka s-salam).“ Und nach dem ihr mit Äich grüße dich auch“ (Äwa alayki“) geantwortet wurde, sagte sie immer (zu den Gestorbenen): ÄGrüße Bišr von mir.“

2.4 Die Überlieferung mit der Nummer 162:

Mir berichtete al-ʿAbbās Ibn Ǧaʿfar, uns berichtete Muslim Ibn Ibrāhīm al-Azdī, uns informierte ʿIkrima Ibn ʿAmmār über Hišām Ibn Ḥassān über Muḥammad Ibn Sīrīn von Abū Qatada. Er sagte: ÄDer Gesandte Allāhs (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil) sagte: ÄWenn jemand von euch die Bestattung seines Bruders übernimmt, sollte das Leichentuch von ihm verschönern. Sie besuchen sich nämlich gegenseitig in ihren Gräbern.“

2.5 Die Überlieferung mit der Nummer 312:

Mir berichtete Ziyād Ibn Ayyūb Abū Hāšim, uns berichtete Hāšim Ibn al-Qāsim, uns berichtete Sulaymān Ibn al-Muġīra über Anes (b. Mālik). Er sagte: ÄDem Gesandten Allāhs (Allāh segne Ihn und schenke Ihm Heil) gefiel die schöne Traumsicht. Einer seiner erwähnten Wörter war ÄHat jemand von euch einen Traum gesichtet?“ Er fragte auch an Unbekannte nach ihren Träumen. Und wenn sie über einen schönen Traum berichteten, gefiel Ihm dieser Traum.

[...]


1 Saḥiḥ Muslim: Band 7, Seite 53.

2 Musnad Aḥmed bin Ḥanbal: Band 4, Seite 11. Sunan at-Tirmiḏi: Band 3, Seite 366.

3 http://ar.wikipedia.org/wiki/بن_أبي_الد3

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Träume und Jenseitserfahrung im Islam. Auszüge aus "Kitāb al-Manāmāt" von Ibn Abī ad-Dünyā
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften Ostasien und Vorderer Orient)
Veranstaltung
Seminar für Semitistik und Arabistik - Arabistik
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V307086
ISBN (eBook)
9783668052680
ISBN (Buch)
9783668052697
Dateigröße
1147 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
.
Schlagworte
Traum, Islam, Jenseitserfahrung, Kitāb al-Manāmāt
Arbeit zitieren
Rüstü Kantar (Autor), 2015, Träume und Jenseitserfahrung im Islam. Auszüge aus "Kitāb al-Manāmāt" von Ibn Abī ad-Dünyā, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307086

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