Lean Production. Hintergrund, Konzept, Bewertung


Referat (Ausarbeitung), 2006
8 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Hintergrund

2. Konzept

3. Anwendungsbeispiel

4. Bewertung

5. Literatur und Internetquelle

6. weiterführende Literatur

Hintergrund

Lean Production („schlanke“ Produktion) ist eine Unternehmensphilosophie japanischen Ursprungs, die „das Management eines Unternehmens im Hinblick auf Ziele wie Qualität, Produktivität, Flexibilität und Mitarbeitermotivation“ unterstützt. „Verschwendung aller Art (z.B. Zwischenlager, Überkapazitäten) wird vermieden und der Kunde rückt in den Mittelpunkt aller Bemühungen“ (Kamiske, Brauer 2003, S. 327).

Die Ursprünge von Lean Production reichen bis in die 50er Jahre zurück, als sich die japanische Automobilindustrie der großen Herausforderung gegenübergestellt sah, mit europäischen und US-amerikanischen Unternehmen zu konkurrieren trotz der denkbar ungünstigen Bedingungen (Mählck, Panskus 1995, S. 24):

- Der Binnenmarkt war sehr klein und verlangte eine breite Fahrzeugpalette – luxuriöse Wagen für Regierungsbeamte, LKW´s für den Gütertransport, kleine LKW´s und Pickups für Japans Kleinbauern und kleine PKW´s für Japans überbevölkerte Städte.
- Die japanischen Arbeitskräfte waren, wie Toyota und andere Firmen bald merkten, nicht länger bereit, als variable Kosten oder austauschbare Teile behandelt zu werden. Sie setzten ihre Unkündbarkeit und Erfolgsbeteiligung durch.
- Die vom Krieg zerstörte japanische Wirtschaft hatte wenig Kapital und Devisen, so dass umfangreiche Käufe der neuesten westlichen Produktionseinrichtungen unmöglich waren.
- Die Außenwelt war voller großer Autoproduzenten, die begierig darauf waren, in Japan Betriebe zu eröffnen, und bereit, ihre etablierten Märkte gegen japanische Exporte zu verteidigen.

Aufgrund dieser Bedingungen sah sich Toyota gezwungen, ein Produktionssystem zu entwickeln, dass mit der sogenannten tayloristischen Massenfertigung der westlichen Unternehmen konkurrieren konnte. Das Ergebnis dieser Bemühung war das Toyota Production System (TPS) welches später aufgrund der MIT-Studie als Lean Production einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte.

„Mit dem Lean Production-Modell ist ein ganzheitlicher Ansatz gefunden worden, dessen Umsetzung den Unternehmen eine wettbewerbssichernde und zukunftsorientierte Position im Weltmarkt schafft“ (Mählck, Panskus 1995, S. 11).

1. Konzept

Lean Production ist dadurch gekennzeichnet, dass in Prozessen bzw. Unternehmens-abläufen unter Einbeziehung sämtlicher Unternehmensbereiche nur die Ressourcen zum Einsatz kommen, die tatsächlich benötigt werden oder vielmehr an der Wertschöpfung unmittelbar beteiligt sind.

Nach Mählck und Panskus bedeutet Lean Production im Wesentlichen (Mählck, Panskus 1995, S. 13):

- Vermeidung von Verschwendung im Einsatz der Ressourcen zur Wertschöpfung,
- effektiver Materialfluss statt hoher Bestände,
- Fehlervermeidung statt aufwendiger und kostenintensiver Nacharbeit sowie
- kompetente, inhaltsreiche und verantwortungsvolle Arbeit in Selbststeuerung statt Fremdbestimmung und Monotonie.

Prozesse bzw. Unternehmensabläufe sollen auf diese Weise dahingehend optimiert werden, dass folgende – nach Ansicht von Mählck und Panskus – Hauptziele erreicht werden können (Mählck, Panskus 1995, S. 22):

- Qualitätserhöhung: Null-Fehler-Strategie, Entwicklungsqualität, Produkt- und Prozess-qualität
- Zeitreduzierung: kurze Durchlaufzeiten, zuverlässige Prozesse, Vermeiden von Verschwendung
- Kostenreduzierung: effiziente Wertschöpfung, Vermeiden von Gemeinkosten, niedrige Herstellkosten

Mählck und Panskus gehen in ihren weiteren Ausführungen auf die Vorgehensweise für eine erfolgsversprechende Umsetzung von Lean Production in Deutschland ein, wobei einzelne Schritte simultan durchgeführt werden können (Mählck, Panskus 1995, S. 177 ff.):

Schritt 1:

Entwicklung von Bewusstsein für die Notwendigkeit, käufermarktadäquater Verhaltens-weisen, Strukturen, Instrumente und Qualifikationen.

Schritt 2:

Entwicklung eines strategischen Ansatzes, eines strategischen Konzeptes für die käufermarktadäquate Erneuerung des Unternehmens vor dem Hintergrund einer Vision.

Schritt 3:

Ermittlung der Lean Production-Ausgangssituation, d.h. feststellen und zusammentragen, wo im Unternehmen schon mit lean-orientierten Verhaltensweisen, Strukturen, Instrumenten und Qualifikationen gearbeitet wird.

Schritt 4:

Erarbeitung eines ganzheitlichen Lean Production-Sollkonzeptes in den Vorgehensschritten

- quantifizierte Projektziele festlegen,
- organisatorische Fragen klären und lösen,
- Methoden, Instrumente und Technik auswählen, schulen und implementieren.

Schritt 5:

Durchführung von Diskussion, Kooperation, Kommunikation und Koordination, vertikal über die Ebenen und horizontal zwischen den Bereichen, mit der Möglichkeit einer Optimierung von Schritt 4.

Schritt 6:

Durchführung von Verständnis und Wissensschulung in dem Lean-Unternehmens-gestaltungs- und Führungsmodell, dem unternehmensspezifischen Lean Production-Sollkonzept sowie in den einzelnen Methoden und Systemen.

Schritt 7:

Festlegen von Maßnahmen und Aktivitäten wie

- Gestaltung „flacher“ Organisationsstrukturen,
- weitgehend flächendeckende Einführung von Cost- und Profit-Centern nach dem „Fabrik in der Fabrik“-Konzept (Fertigungssegmentierung),
- Aufbau angepasster JIT-orientierter Logistiksysteme über den gesamten Leistungserstellungsprozess klaren Zuständigkeiten,
- optimierte Produktgestaltung mit der Simultaneous Engineering-Methode,
- Einkaufspotentialerschließung im Sinne von Global Sourcing und Single Sourcing,
- Optimierung der Entwicklungs- und Fertigungstiefe,
- Erarbeitung neuer Arbeitsorganisations-, Arbeitszeit- und Entlohnungsmodelle,
- Qualifizierung der Werker zum Arbeiter mit Gruppenbewusstsein, zum Qualitätsinspektor und Prozesskontrolleur in einer Person,
- konsequente Einführung der Gruppenarbeit in Fabrik und Büro mit Verantwortungsübertragung auf die operative Ebene,
- gemeinsame Erarbeitung von Zielen und Zielvereinbarungen im Rahmen eines Zielsystems,
- Aufbau einer durchgängig zielorientierten Geschäftsplanung und Realisierung der Ziele nach der Regelkreissystematik (Planen – Ausführen – Überprüfen – Korrigieren),
- Einführung der TQC- und TPM-Philosophie.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Lean Production. Hintergrund, Konzept, Bewertung
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Autor
Jahr
2006
Seiten
8
Katalognummer
V307120
ISBN (eBook)
9783668054905
ISBN (Buch)
9783668054912
Dateigröße
1144 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unternehmensphilosophie, verschwendung, schlanke Produktion, lean production
Arbeit zitieren
Dorothee Bausch (Autor), 2006, Lean Production. Hintergrund, Konzept, Bewertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307120

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