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Eine Analyse Konzeptueller Metaphern in der Medizin nach Lakoff und Johnson anhand eines Interviewtranskripts

Title: Eine Analyse Konzeptueller Metaphern in der Medizin nach Lakoff und Johnson anhand eines Interviewtranskripts

Term Paper , 2015 , 29 Pages

Autor:in: Jacqueline Peter (Author)

German Studies - Linguistics
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Der Terminus Metapher findet in der Wissenschaft große Beachtung. Vorwiegend bekannt ist er als Stilmittel sowohl in der Lyrik als auch in der Rhethorik. Viele Theorien werten die Metapher als ein rein sprachliches Phänomen, die Linguisten Lakoff und Johnson jedoch sind der Meinung, dass unsere Handlungen, Gedanken und Einstellungen metaphorisch geprägt und strukturiert sind.

Der Fokus der Arbeit liegt auf dem Begriff der konzeptuellen Metaphern, den Lakoff und Johnson entworfen haben. Dieser wird zunächst im theoretischen Teil ausführlich defininiert und die damit verbundene Metaphernklassifizierung aufgedeckt, um darzustellen, inwieweit Metaphern unseren Alltag bestimmen. Infolgedessen wird die Relevanz der Metaphern in der Medizin beschrieben und in aller Kürze die Definition der Positionierungsaktivitäten nach Arnulf Deppermann umrissen.

Im Hauptteil wird im Anschluss daran die Theorie auf das Interview einer praktizierenden Gynäkologin bezogen, die über ihre Erfahrungen im Umgang mit Patientinnen mit Migrationshintergrund berichtet. Kulturelle und religiöse Besonderheiten können die Kommunikation zwischen Arzt und Patient maßgeblich beeinflussen und zu Problemen führen. Normalerweise sind viele kulturelle und religiöse Gewohnheiten im Alltag nicht von Belang, beziehen sich diese jedoch auf die ärztliche Diagnose oder Behandlung, kann es zu Konflikten oder Beeinträchtigung der Kommunikation kommen. Ein ebenso wichtiger Faktor sind die Sprachbarrieren, die durch das Nichtbeherrschen der deutschen Sprache entstehen.

Es gilt zu untersuchen, inwieweit dies durch die Anwendung konzeptueller Metaphern bekräftigt wird. Die prägnantesten Metaphern werden zunächst chronologisch aufgelistet und anschließend auf damit verbundene metaphorische Konzepte, Klassifizierungen und Positionierungsaktivitäten analysiert. Ebenfalls wird untersucht, wie bestimmte Aspekte in den Fokus rücken oder verschleiert werden. Zuguterletzt erfolgt das Fazit, in dem alle genannten Themenpunkte noch einmal zusammenfasst und die relevantesten hervorgehoben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Ursprung der Metapherntheorie

2.1. Konzeptuelle Metaphern nach Lakoff & Johnson

2.2. Metaphern in der Medizin

3. Selbst- und Fremdpositionierung in Interviews nach Deppermann

4. Metaphernanalye des Stephanie_Transkripts

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Relevanz und Anwendungsgebiete konzeptueller Metaphern im medizinischen Kontext zu erforschen. Basierend auf der Theorie von Lakoff und Johnson wird untersucht, wie eine Gynäkologin ihre Erfahrungen mit Patientinnen mit Migrationshintergrund durch metaphorische Sprache strukturiert und welche Rückschlüsse dies auf ihre Selbst- und Fremdpositionierung zulässt.

  • Theoretische Grundlagen konzeptueller Metaphern nach Lakoff und Johnson.
  • Bedeutung und Funktion metaphorischer Sprache in der ärztlichen Praxis.
  • Analyse von Selbst- und Fremdpositionierung in qualitativen Interviews.
  • Identifikation und Interpretation markanter Metaphern in einem spezifischen Transkript.
  • Untersuchung des Einflusses kultureller Aspekte auf die ärztliche Kommunikation.

Auszug aus dem Buch

2.1. Konzeptuelle Metaphern nach Lakoff & Johnson

Die Linguisten George Lakoff und Mark Johnson haben 1980 das Buch "Metaphors wie live by" veröffentlicht, das heute als einer der Standardtexte in der kognitiven Linguistik gilt und eine Flut an Forschungen nach sich gezogen hat.7 Lakoff und Johnson haben zusammen eine gegensätzliche Theorie zur Metapher als rein sprachliches Phänomen entwickelt. Sie besagt, dass Metaphern in unserem Alltagsleben allgegenwärtig sind und nicht nur die Sprache, sondern auch unser Denken und Handeln durchdringen. Das alltägliche Konzeptsystem, nach dem wir denken und handeln, ist prinzipiell metaphorisch. Diese Konzepte beinhalten nicht nur intellektuelle Bereiche, vielmehr strukturieren sie all das, was wir im Alltag wahrnehmen, wie wir uns in der Welt bewegen und uns auf andere Personen beziehen. Ist unser Konzeptsystem metaphorisch gestaltet, ist folglich unser Denken, Fühlen, Erleben und Handeln von Metaphern geprägt. Dies geschieht jedoch nicht bewusst, sondern automatisch nach bestimmten Leitlinien.8

Um zu verdeutlichen, was es für ein Konzept bedeutet, metaphorisch zu sein und unsere Handlungen zu strukturieren, eignen sich das Konzept ARGUMENTIEREN und die konzeptuelle Metapher ARGUMENTIEREN IST KRIEG hervorragend. Zahlreiche Ausdrücke zeigen, dass sich diese Metapher in der Alltagssprache niederschlägt: Ihre Behauptungen sind unhaltbar, Ich schmetterte sein Argument ab, Sie sind anderer Meinung? Nun, schießen Sie los! Er machte alle meine Argumente nieder.

Wir sprechen beim Argumentieren nicht nur in Kriegsbegriffen, sondern handeln auch danach. Der Gesprächspartner wird als Gegner angesehen, gegen den man gewinnen oder verlieren kann. Wir greifen die gegnerische Position an und verteidigen die eigene. Es handelt sich dabei zwar nicht um einen physischen Kampf, aber doch immerhin um einen verbalen, der durch die Argumentationsstruktur – Angriff, Verteidigung, Gegenangriff – wiederespiegelt wird. Das Kriegsvokabular kommt nicht nur auf sprachlicher Ebene zum Einsatz, sondern auch unser Denken und Agieren verläuft in Kriegsmustern. Die konzeptuelle Metapher ARGUMENTIEREN IST KRIEG strukturiert die Handlungen beim Argumentieren und bestimmt unsere Kultur. Sie zeigt, dass unsere menschlichen Denkprozesse maßgeblich metaphorisch konzeptualisiert sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Metaphern als strukturgebendes Element unseres Denkens ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Einsatzes dieser Metaphern im medizinischen Kontext.

2. Der Ursprung der Metapherntheorie: Hier werden die historischen Anfänge der Metapherntheorie, beginnend bei Aristoteles bis hin zu modernen kognitiven Ansätzen, erläutert.

2.1. Konzeptuelle Metaphern nach Lakoff & Johnson: Dieses Kapitel definiert den Begriff der konzeptuellen Metapher und erläutert, wie diese unser alltägliches Denken und Handeln unbewusst strukturieren.

2.2. Metaphern in der Medizin: Es wird die Funktion von Metaphern in der Arzt-Patient-Kommunikation untersucht, wobei Konzepte wie „Medizin als Krieg“ eine zentrale Rolle spielen.

3. Selbst- und Fremdpositionierung in Interviews nach Deppermann: Das Kapitel führt in die methodischen Grundlagen der Positionierungsanalyse ein, um später die Aussagen der Interviewpartnerin besser deuten zu können.

4. Metaphernanalye des Stephanie_Transkripts: Dies ist der empirische Hauptteil, in dem ein konkretes Interview mit einer Gynäkologin detailliert auf die Verwendung konzeptueller Metaphern und die damit verbundenen Positionierungen analysiert wird.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Kommunikation über medizinische Erfahrungen durch Metaphern stark strukturiert ist, was tiefere Einblicke in die Einstellungen der Ärztin ermöglicht.

Schlüsselwörter

Konzeptuelle Metaphern, Medizinische Kommunikation, Lakoff und Johnson, Arzt-Patient-Beziehung, Metaphernanalyse, Selbstpositionierung, Fremdpositionierung, Migrationshintergrund, Strukturmetaphern, Orientierungsmetaphern, Ontologische Metaphern, Gynäkologie, Diskursanalyse, Sprache und Denken, Qualitatives Interview.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie konzeptuelle Metaphern die medizinische Kommunikation prägen und wie diese Sprache Aufschluss über die Einstellungen einer Ärztin gegenüber Patientinnen mit Migrationshintergrund gibt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind kognitive Linguistik (speziell die Metapherntheorie nach Lakoff und Johnson), ärztliche Gesprächsführung sowie die soziale Positionierung in Interview-Situationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Relevanz metaphorischer Konzepte in der Medizin zu erfassen und aufzuzeigen, inwiefern sich durch die Analyse der Metaphern die Sichtweisen und das Rollenverständnis der Ärztin im Umgang mit verschiedenen Patientengruppen offenbaren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative Metaphernanalyse eines Interviewtranskripts durchgeführt, ergänzt durch Ansätze zur Erforschung von Selbst- und Fremdpositionierung nach Arnulf Deppermann.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der systematischen Untersuchung der Metaphern im Transkript einer Gynäkologin, wobei die Metaphern chronologisch gelistet und in Bezug auf ihre kognitiven Konzepte und ihre soziale Wirkung analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Konzeptuelle Metaphern, Medizinische Kommunikation, Arzt-Patient-Beziehung, Selbst- und Fremdpositionierung und Diskursanalyse sind die prägenden Begriffe.

Welche Rolle spielen militärische Metaphern im Text?

Die Analyse zeigt, dass die Gynäkologin ihre Arbeit mit Patientinnen mit Migrationshintergrund (insbesondere Sinti und Roma) häufig mit militärischen Begriffen konzeptualisiert, was auf eine Empfindung von Herausforderung oder gar Kampf hindeutet.

Warum wird der Begriff "morbus mediterraneus" in der Analyse angeführt?

Der Begriff wird verwendet, um das "wehleidige" Verhalten bestimmter Patientengruppen zu beschreiben, wobei die Ärztin durch Orientierungsmetaphern eine klare Wertung im Sinne von "Gesundheit ist oben" und "Krankheit ist unten" vornimmt.

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Details

Title
Eine Analyse Konzeptueller Metaphern in der Medizin nach Lakoff und Johnson anhand eines Interviewtranskripts
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Author
Jacqueline Peter (Author)
Publication Year
2015
Pages
29
Catalog Number
V307172
ISBN (eBook)
9783668056541
ISBN (Book)
9783668056558
Language
German
Tags
Metaphern Konzeptuelle Metaphern Arnulf Deppermann Metaphernklassifizierung Lakoff und Johnson
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jacqueline Peter (Author), 2015, Eine Analyse Konzeptueller Metaphern in der Medizin nach Lakoff und Johnson anhand eines Interviewtranskripts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307172
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