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Gehlen als Anthropologe und Moralphilosoph unter besonderer Berücksichtigung des Institutionenbegriffs

Title: Gehlen als Anthropologe und Moralphilosoph unter besonderer Berücksichtigung des Institutionenbegriffs

Term Paper , 2004 , 33 Pages , Grade: 1-

Autor:in: M.A. Marion Näser (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Neben Scheler und Plessner war Arnold Gehlen (1904 – 1976) einer der bedeutendsten Anthropologen
des 20. Jahrhunderts.
Thema meiner Arbeit ist eine umfassende Diskussion und Kritik der Gehlenschen Konzeption.
Ich werde zuerst auf Gehlens Anthropologie, danach auf seine Institutionenlehre und zum
Schluß auf die Moralphilosophie eingehen, wobei einem deskriptiven Teil jeweils eine Erörterung
verschiedener Kernpunkte aus diesen Bereichen folgt.
Die Auswahl der betrachteten Problemkomplexe erfolgte danach, welche der Thesen meines
Erachtens am meisten kontroverse Fragen aufwerfen und am ehesten einer konsequenten Analyse
und Aufzeigung ihrer impliziten Konsequenzen bedürfen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Der Mensch

1.1 Anthropogenese und Anthropina

1.2 Kritik der Gehlenschen Anthropologie

1.2.1 Mensch und Instinkte

1.2.2 Gehlen und der Evolutionismus

1.2.3 Die Mängelwesen-Theorie

1.2.4 Die Sonderstellung des Menschen

2. Die Institutionen

2.1 Bedeutung der Institutionen

2.1.1 Institutionen als mentale Ordnungsfunktion

2.1.2 Institutionen als Selbstschutz

2.1.3 Institutionen als Bedingung der Möglichkeit zum Handeln

2.1.4 Institutionen als Voraussetzung für Kultur

2.1.5 Institutionen als Wurzel der Ethik

2.2 Institutionen und historische Analyse: „Heading for Destruction“

2.3 Fragen des Institutionenbegriffs

2.3.1 Psychologische Probleme: Institutionen als Zwang

2.3.2 Institutionenwandel

2.3.3 Gefahren von Institutionalisierung

2.3.4 Sinn von Institutionen

2.3.5 Abschließende Diskussion: Institutionen und Rationalismus

3. Moral

3.1 Gehlens ethische Konzeption

3.2 Kritik der Ethik

3.2.1 Aufteilung der Ethikbereiche

3.2.2 Verkürzung der Ethik

3.2.3 Das Problem der legitimierten Aggressivität

3.2.4 Widerlegung Gehlens innerhalb seiner ethischen Konzeption

3.3 Alternative zur pluralistischen Ethik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem anthropologischen und moralphilosophischen Werk von Arnold Gehlen auseinander. Das primäre Ziel besteht in einer konsequenten Analyse seiner Thesen, insbesondere im Hinblick auf den Institutionenbegriff, um deren wissenschaftliche Plausibilität zu prüfen und die daraus resultierenden gesellschaftspolitischen Implikationen aufzudecken.

  • Anthropologische Grundlagen und Gehlens "Mängelwesen-Theorie"
  • Die Funktion und Notwendigkeit von Institutionen für die menschliche Stabilisierung
  • Kritische Diskussion der Gehlenschen Ethik und der Rolle der Institutionen
  • Auseinandersetzung mit dem Kulturpessimismus und dem Begriff des Institutionenwandels
  • Möglichkeiten einer pluralistischen Ethik in der Moderne

Auszug aus dem Buch

1.1 Anthropogenese und Anthropina

Gehlen lehnt die Herleitung des Menschen vom Tier oder von Gott ab. Gegen die Metaphysik argumentiert er, der Mensch sei nicht durch seine Geistigkeit, sondern als Ganzes ein einmaliger Gesamtentwurf der Natur. Ebenso lehnt er die klassische Abstammungslehre ab, die eine unmittelbare Abstammung des Menschen von den Großaffen behauptet. Eine Abstammung von „relativ unspezialisierten Anthropoiden“ ist nur mit der Zusatzhypothese der Sonderstellung des Menschen zu akzeptieren.

Diese besteht in der Bewahrung von onto-und phylogenetischen Primitivismen (Hand, Gebiß, Schädel, Haarlosigkeit, als Sekundärfolgen unter anderem retardierte Geschlechtsreife, Hilflosigkeit des Kleinkindes; Retardierung nach Bolk beziehungsweise Protogenese nach Schindewolf), einer defizitären Ausstattung des Menschen als „Mängelwesen“: Ihn kennzeichnen fehlender Witterungsschutz, lange Aufzucht, Instinktreduktion (Instinktresiduen: Schutz- und Pflegereaktion, Auslöserfunktion der Mimik, „Macht und Sich-Fügen“, Herdentrieb) sowie Unangepaßtheit an eine spezielle Umwelt (Weltoffenheit).

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Einführung in die Person Arnold Gehlen und die Zielsetzung der kritischen Untersuchung seines anthropologischen und moralphilosophischen Werkes.

1. Der Mensch: Analyse der Gehlenschen Anthropogenese, der Kritik an der Mängelwesen-Theorie und der behaupteten Sonderstellung des Menschen.

2. Die Institutionen: Detaillierte Betrachtung der Bedeutung, Funktion und Problematik von Institutionen als stabilisierende Ordnungssysteme sowie eine historische Einordnung.

3. Moral: Untersuchung von Gehlens ethischer Konzeption, Kritik an der Aufteilung der Ethikbereiche und die Suche nach Alternativen zur pluralistischen Ethik.

4. Fazit: Zusammenfassende kritische Würdigung von Gehlens Philosophie und Einordnung seiner gesellschaftspolitischen Ansichten.

Schlüsselwörter

Arnold Gehlen, Anthropologie, Institutionen, Mängelwesen, Instinktreduktion, Kultur, Ethik, Sozialisation, Institutionenwandel, Moral, Humanismus, Triebhemmung, Weltoffenheit, Handlungslehre, Anthropogenese.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine umfassende Diskussion und kritische Analyse der philosophischen Konzepte Arnold Gehlens, insbesondere seiner Anthropologie, Institutionenlehre und Moralphilosophie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die menschliche Natur als "Mängelwesen", die stabilisierende Funktion von Institutionen in einer weltoffenen Existenz sowie die ethischen Implikationen, die Gehlen aus seiner Sichtweise ableitet.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gehlens kontroverseste Thesen einer konsequenten Analyse zu unterziehen und die impliziten Konsequenzen seines Denkens – insbesondere hinsichtlich der moralischen Bewertung von Institutionen – aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptiv-analytische Methode, wobei sie Gehlens primäre Thesen darstellt und diese anschließend anhand zeitgenössischer anthropologischer und sozialpsychologischer Erkenntnisse kritisch erörtert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei Säulen Anthropologie, Institutionenlehre und Moralphilosophie, wobei jeweils eine deskriptive Darstellung durch eine kritische Erörterung der Kernpunkte ergänzt wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Arnold Gehlen, Mängelwesen, Institutionen, Instinktreduktion, Kulturwesen und Humanismus definiert.

Inwiefern hinterfragt die Autorin die Mängelwesen-Theorie?

Die Autorin argumentiert, dass die von Gehlen als Mangel interpretierten Merkmale (wie das Unspezialisiertsein) tatsächlich eine hochflexible Überlebensstrategie darstellen, die es dem Menschen ermöglicht, sich an unterschiedlichste Umwelten anzupassen.

Welche Kritik übt die Autorin am Gehlenschen Institutionenbegriff?

Sie kritisiert, dass Gehlen Institutionen als notwendige, starre Entlastungsmechanismen idealisiert, während sie betont, dass Institutionen auch Machtmissbrauch ermöglichen, psychischen Stress erzeugen und eine rationale, ethische Hinterfragung ihrer Zwecke dringend erforderlich ist.

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Details

Title
Gehlen als Anthropologe und Moralphilosoph unter besonderer Berücksichtigung des Institutionenbegriffs
College
University of Marburg  (Institut für Philosophie)
Grade
1-
Author
M.A. Marion Näser (Author)
Publication Year
2004
Pages
33
Catalog Number
V30721
ISBN (eBook)
9783638319188
ISBN (Book)
9783638650892
Language
German
Tags
Gehlen Anthropologe Moralphilosoph Berücksichtigung Institutionenbegriffs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Marion Näser (Author), 2004, Gehlen als Anthropologe und Moralphilosoph unter besonderer Berücksichtigung des Institutionenbegriffs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30721
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