Das Common Industry Format (CIF) stellt laut [AP03] eine Standardmethode dar, wie die Ergebnisse eines Usability Tests in schriftlicher Form dargestellt werden können. Das National Institute of Standards and Technology (NIST) hat 1997 mit der Entwicklung des CIF begonnen, um Usability Professionals eine Möglichkeit zu geben, die Resultate der Tests in vereinheitlichter Form zusammenzufassen (Vgl. [SH03]). Das Format wurde kontinuierlich weiterentwickelt und ist laut [Mor02] seit 2001 ANSI Standard (ANSI-NCITS 354-2001). Es basiert auf der Usability Defintion von ISO 9241-11 (Vgl. [TJ03]) und eignet sich besonders dann, wenn der Testverlauf sowohl die ISO Norm 13407 als auch die ISO Norm 9241-11 berücksichtigt (Vgl. [AP03]). Das CIF wird laut [AP03] hauptsächlich für formale und summative Usability Tests eingesetzt, bei denen quantitative Faktoren gemessen werden. Dieser Bericht orientiert sich in seiner Struktur am CIF v1.1 von 19991. Da bei dem Usability Test von GMX der Schwerpunkt auf der qualitativen Analyse lag, ergeben sich besonders in der Darstellung der Ergebnisse Abweichungen zur Vorlage. GMX wurde 1998 als reiner e-Mail Provider gegründet und zählt heute mit 80 Mitarbeitern, mehr als 17 Millionen Accounts und 280.000 zahlenden Kunden zu den größten Anbietern Deutschlands (Vgl. [Gmb04]). Seitdem Relaunch 2001 als Internetportal mit weiterführenden Angeboten wie Reisen oder dem Automarkt steht GMX auch in Konkurrenz zu Anbietern wie YAHOO. GMX gliedert sich laut [Gmb04] in die zwei Firmen GMX GmbH und GMX Internet Services GmbH auf. Gesellschafter ist die 1&1 Internet GmbH.“ Die GMX GmbH bietet ihren Mitgliedern einen kostenlosen E-Mail-Dienst, dessen Finanzierung durch Werbeeinnahmen und Transaktionserlöse aus Kooperationen mit E-Commerce-Partnern erfolgt. Die GMX Internet Services GmbH konzentriert sich auf die Weiterentwicklung kostenpflichtiger technischer Mehrwertdienste im Bereich E-Mail- und Messaging sowie Internet Access” (Vgl. [Gmb04]).
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Common Industry Format
1.2 Über GMX
1.3 Testziele
2 Methode
2.1 Teilnehmer
2.2 Nutzungskontext
2.2.1 Aufgaben
2.2.2 Testumgebung
2.2.3 Computerumgebung
2.3 Durchführung
2.3.1 Vorgehen
2.3.2 Interview
2.3.3 Fragebogen
2.3.4 Aufzeichnung des Nutzerverhaltens
2.4 Usability Metriken
2.4.1 Aufgabenangemessenheit
2.4.2 Selbstbeschreibungsfähigkeit
2.4.3 Erwartungskonformität
3 Ergebnisse
3.1 Vorgehensweise
3.2 Darstellung der Ergebnisse
3.3 Erwartungshaltung vor dem Test
3.4 Globale Findings
3.4.1 Informationsarchitektur/Organisation
3.4.2 Grafische Umsetzung
3.4.3 Orientierung
3.4.4 Navigation
3.4.5 Wording
3.5 Spezifische Findings
3.5.1 Task 1: Ein Konto bei GMX anlegen
3.5.2 Task 2: Auf GMX einloggen
3.5.3 Task 3: Neue e-Mails lesen
3.5.4 Task 4: Eine e-Mail schreiben und verschicken
3.6 Nutzerzufriedenheit nach dem Test
4 Ausblick
5 Anhang
5.1 Interviewfragen
5.2 Fragenbogen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit evaluiert die Benutzerfreundlichkeit (Usability) des E-Mail-Anbieters GMX. Ziel ist es, basierend auf der Test-Erfahrung von Nutzern, Schwachstellen in der Bedienbarkeit, Orientierung und Informationsarchitektur zu identifizieren und konkrete Optimierungsvorschläge abzuleiten.
- Qualitative Usability-Analyse des Anmeldeprozesses
- Bewertung der Informationsarchitektur und Menüführung
- Analyse der grafischen Gestaltung und Benutzerführung
- Identifikation von Hindernissen bei Standardaufgaben wie E-Mail-Versand
Auszug aus dem Buch
1. GMX als Portal
Seit dem Relaunch 2001 als Portal bietet GMX auf der Startseite bzw. auf der Übersichtsseite nach dem Einloggen die Möglichkeit an, über die Navigationsleiste (1) zu weiteren von GMX gepflegten Inhalten zu gelangen. Der Portalcharakter von GMX wurde nicht in allen Fällen richtig gedeutet: "Wenn man links auf etwas klickt, kommt man wohl auf eine Übersichtsseite zu dem Thema. Von da aus kommt man zu anderen Seite von anderen Anbietern." [Schwere: 2]
Die Teaser in der Mitte (2) bieten Direkteinstiegsmöglichkeiten zu Unterthemen aus der linken Navigationsleiste (1). Ein Beispiel ist in der Abbildung orange unterlegt. Der Zusammenhang zwischen (1) und (2) wird von keinem der Teilnehmer erkannt. Die Teaser werden eher mit Werbung externer Anbieter in Verbindung gebracht und auch nicht genutzt. [Schwere: 3]
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Vorstellen der methodischen Grundlage (Common Industry Format) und der Testumgebung sowie der Ziele der Analyse.
2 Methode: Beschreibung der Teilnehmerstruktur, des Nutzungskontexts und des testmethodischen Vorgehens anhand von Interviews und Screencam-Aufzeichnungen.
3 Ergebnisse: Detaillierte Darstellung globaler Usability-Probleme und spezifischer Erkenntnisse zu den einzelnen Aufgaben (Tasks).
4 Ausblick: Zusammenfassende Empfehlungen zur Verbesserung der Usability und Priorisierung notwendiger Anpassungen.
5 Anhang: Bereitstellung der verwendeten Interviewfragen und des Fragebogens zur Dokumentation der Datenerhebung.
Schlüsselwörter
Usability, GMX, Benutzerfreundlichkeit, Usability-Test, Common Industry Format, Evaluierung, Benutzerführung, Anmeldeprozess, Informationsarchitektur, Interface-Design, Nutzertest, E-Mail-Anbieter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Benutzerfreundlichkeit des E-Mail-Anbieters GMX durch einen praktischen Nutzertest.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Schwerpunkte liegen auf der Anmeldung, Navigation, dem Layout und der Verständlichkeit der Web-Oberfläche.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist die Identifizierung von Usability-Problemen, um die Benutzerfreundlichkeit durch gezielte Optimierungen zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine qualitative Analyse durchgeführt, die sich am "Common Industry Format" (CIF) orientiert und durch Nutzertests ("Thinking aloud") ergänzt wurde.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in globale Findings zur Struktur und spezifische Beobachtungen während der Bewältigung von vier definierten Aufgaben.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Aspekte wie Informationsarchitektur, Aufgabenangemessenheit und Erwartungskonformität.
Warum wurde der Anmeldeprozess kritisiert?
Die Teilnehmer empfanden den Prozess als zu lang, zu komplex und die Abfrage persönlicher Daten teilweise als unnötig.
Welches Problem wurde bei der Browser-Navigation festgestellt?
Der Browser-Back-Button war während der Registrierung inaktiv, was dazu führte, dass Nutzer bei Fehlern den Prozess komplett von vorne beginnen mussten.
- Quote paper
- Steffen Schilb (Author), 2004, Evaluation der GMX-Website, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30725