Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Miscellaneous Topics

Geschlechtsspezifische Unterrichtsstörungen. Phänomene, Ursachen, pädagogische Relevanz

Title: Geschlechtsspezifische Unterrichtsstörungen. Phänomene, Ursachen, pädagogische Relevanz

Master's Thesis , 2014 , 81 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tanja Burykina (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Lehrerinnen und Lehrer sind in ihrem Arbeitsalltag immer wieder mit Unterrichtsstörungen konfrontiert, der Umgang mit ihnen macht somit einen wichtigen Teil der pädagogischen Arbeit aus.

Diverse Studienergebnisse zeigen dabei, dass es sowohl qualitative als auch quantitative Unterschiede im Störverhalten von Mädchen und Jungen gibt. Die vorliegende Arbeit widmet sich daher der Frage, inwiefern sich die jeweiligen sogenannten geschlechtsspezifischen Unterrichtsstörungen voneinander unterscheiden und wie das unterschiedliche Verhalten von Jungen und Mädchen aus soziologischer und sozialpsychologischer Sicht zu erklären ist.

Ziel ist es einerseits zu klären, wie Geschlecht in unserer Gesellschaft konstruiert wird und wie Geschlechterrollen sozial reproduziert werden. Andererseits soll geklärt werden, inwiefern diese geschlechtlichen Sozialisationsprozesse auch in der Schule stattfinden, wie Lehrkräfte daran mitwirken (doing gender) und wie Mädchen und Jungen ihr Geschlecht selbst inszenieren.

Hierzu werden zunächst verschiedene gängige Sozialisationstheorien vorgestellt und diskutiert, um diese dann auf die Erkenntnisse über Störverhalten von männlichen und weiblichen Schüler_innen anzuwenden. Anschließend wird die Rolle der Lehrperson konkreter besprochen, sowie die Auswirkungen von Rollenverhalten für Mädchen und Jungen dargestellt.

Es zeigt sich somit, dass Geschlecht auch in der Schule allgegenwärtig ist und bei vielen Interaktionen eine große Rolle spielt. Eine Schlussfolgerung ist, dass es auch beim Umgang mit Unterrichtsstörungen nicht genügt, die in der Fachliteratur empfohlenen allgemeinen Techniken der Reaktion und Prävention zu beherrschen. Vielmehr müssen Lehrkräfte auch Genderkompetenz mitbringen, um bestimmte Störsituationen analysieren, bewerten und adäquat auf diese regieren zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sozialisation und Geschlecht

2.1 sex und gender

2.2 Sozialisationstheorien

2.2.1 Lerntheoretische Erklärungsansätze

2.2.1.1 Bekräftigungstheorie

2.2.1.2 Imitationstheorie

2.2.2 Kognitiver Erklärungsansatz

2.2.3 Sozialpsychologischer Erklärungsansatz

2.2.4 Zwischenfazit

2.3 doing gender

2.3.1 Inszenierung von Männlichkeit

2.3.2 Inszenierung von Weiblichkeit

2.4 Mediale Einflüsse

2.5 Geschlechterrollen

2.6 Geschlechterstereotype

3. Mädchen, Jungen, Unterrichtsstörungen

3.1 Unterrichtsstörungen und Disziplinkonflikte

3.2 Repräsentation in Fallbeispielen

3.3 Unterrichtsstörungen durch Jungen

3.4 Unterrichtsstörungen durch Mädchen

3.5 Schlussfolgerungen

4. Die Rolle der Lehrperson

4.1 Aufmerksamkeitsverteilung

4.2 gendering-Prozesse

4.3 Geschlecht der Lehrperson

5. Folgen

5.1 Selbstkonzepte

5.2 Schulische Leistungen

6. Genderkompetenz als Handlungsperspektive

6.1 Was ist Genderkompetenz?

6.2 Elemente von Genderkompetenz

6.3 Genderkompetenz und Unterrichtsstörungen

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Störverhalten von Mädchen und Jungen im Unterricht und analysiert, wie diese durch Sozialisationsprozesse, gesellschaftliche Rollenbilder und das Verhalten von Lehrkräften konstruiert und gefestigt werden. Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die Notwendigkeit von Genderkompetenz für den professionellen Umgang mit Unterrichtsstörungen zu begründen.

  • Sozialisationstheorien und die Konstruktion von Geschlecht
  • Doing-gender-Prozesse und Inszenierung von Geschlechtsidentitäten
  • Empirische Analyse geschlechtsspezifischer Unterrichtsstörungen
  • Die Rolle der Lehrperson und Gendering im Unterricht
  • Genderkompetenz als pädagogische Handlungsperspektive

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Inszenierung von Männlichkeit

Trotz dessen, dass das traditionelle Männlichkeitsbild heutzutage in der Öffentlichkeit immer mehr in Kritik gerät, orientieren sich viele Jungen nach wie vor an einem „Ideal von Unabhängigkeit und Stärke, von Aktivität und Dominanz, das den Charakter eines Leitbildes von gelungener und sozial hoch bewerteter Männlichkeit hat“65. Diese Orientierung lasse sich besonders stark bei Jungen aus niedrigen sozialen Schichten und jenen mit Migrationshintergrund beobachten, allerdings sei das Leitbild für Jungen aller sozialer Milieus bedeutsam.66 Die zentralen Felder der Männlichkeitsinszenierung seien dabei speziell die Bereiche „Sport“ und „Technik“.

Im Zusammenhang mit männlicher Geschlechterinszenierung spielt die gleichgeschlechtliche peer group eine große Rolle. So versuchen Jungen zum einen an das ideale Männlichkeitsbild heranzukommen, indem sie Hierarchien untereinander schaffen, sich in „typisch“ männlichen Bereichen miteinander messen und versuchen, sich immer wieder selbst als männlich zu behaupten. Diese Hierarchien seien zwangsläufig wandelbar, da die darin erreichten Positionen von anderen Jungen bedroht werden könnten und gegen diese verteidigt werden müssten. Jungen, die als „unmännlich“ gelten, werden ausgegrenzt, wodurch die anderen wiederum ihre Geschlechtsidentität behaupten können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Unterrichtsstörungen ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung für die pädagogische Praxis.

2. Sozialisation und Geschlecht: Dieses Kapitel erörtert theoretische Ansätze zur Entstehung von Geschlechterrollen und verdeutlicht, wie diese durch Sozialisations- und Doing-gender-Prozesse konstruiert werden.

3. Mädchen, Jungen, Unterrichtsstörungen: Das Kapitel analysiert empirische Befunde zu geschlechtsspezifischen Verhaltensunterschieden und zeigt auf, wie Jungen und Mädchen den Unterricht unterschiedlich stören.

4. Die Rolle der Lehrperson: Hier wird untersucht, wie Lehrkräfte durch Aufmerksamkeitsverteilung und eigene Gendering-Prozesse zur Konstruktion von Geschlechterunterschieden beitragen.

5. Folgen: Dieses Kapitel befasst sich mit den Auswirkungen des Störverhaltens und der schulischen Interaktion auf die Selbstkonzepte und schulischen Leistungen der Kinder.

6. Genderkompetenz als Handlungsperspektive: Die Arbeit definiert Genderkompetenz als notwendige Schlüsselqualifikation für Lehrkräfte, um Störsituationen professionell und geschlechtersensibel zu bewältigen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer reflexiven pädagogischen Haltung zur Förderung aller Schülerinnen und Schüler.

Schlüsselwörter

Geschlecht, Unterrichtsstörung, Sozialisation, Doing Gender, Geschlechterrolle, Geschlechterstereotype, Lehrerverhalten, Genderkompetenz, Schulleistung, Selbstkonzept, Männlichkeit, Weiblichkeit, Schulpädagogik, Interaktion, Disziplin

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Geschlecht und dem Auftreten sowie der Art von Unterrichtsstörungen im schulischen Alltag.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt Sozialisationstheorien, die Konstruktion von Geschlecht, empirische Störformen von Mädchen und Jungen sowie die Rolle der Lehrperson in diesen Prozessen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die geschlechtsspezifische Dimension von Unterrichtsstörungen aufzudecken und Genderkompetenz als notwendige Handlungsperspektive für Lehrkräfte zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse aktueller erziehungswissenschaftlicher und sozialpsychologischer Fachliteratur sowie empirischer Studien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Geschlechtersozialisation, die Analyse der Störformen bei Jungen und Mädchen und die Untersuchung des Einflusses der Lehrperson.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Genderkompetenz, Doing Gender, Unterrichtsstörungen, Geschlechterstereotype und der Einfluss der Lehrperson.

Wie unterscheiden sich Jungen und Mädchen laut der Arbeit in ihrem Störverhalten?

Jungen stören tendenziell häufiger, lauter und aktiver (z.B. durch Lärm oder Aggression), während Mädchen eher subtile oder passive Störungen zeigen (z.B. Tagträumen oder Verweigerung).

Warum ist Genderkompetenz für den Umgang mit Störungen wichtig?

Sie ermöglicht es Lehrkräften, eigene Stereotype zu reflektieren, das Geschlecht im Unterricht bewusst zu thematisieren oder zu entdramatisieren und Schülerinnen und Schüler als Individuen statt als homogene Gruppen zu fördern.

Excerpt out of 81 pages  - scroll top

Details

Title
Geschlechtsspezifische Unterrichtsstörungen. Phänomene, Ursachen, pädagogische Relevanz
College
University of Hamburg  (Erziehungswissenschaften)
Grade
1,0
Author
Tanja Burykina (Author)
Publication Year
2014
Pages
81
Catalog Number
V307298
ISBN (eBook)
9783668055230
ISBN (Book)
9783668055247
Language
German
Tags
Gender Geschlecht Schule Erziehungswissenschaften Unterrichtsstörungen Sozialisation doing gender gendering Geschlechterrollen Geschlechterstereotyp Genderkompetenz Lerntheorie Lehrer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Burykina (Author), 2014, Geschlechtsspezifische Unterrichtsstörungen. Phänomene, Ursachen, pädagogische Relevanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307298
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  81  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint