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Der Gift-Exchange Ansatz und das Prinzip der Reziprozität

Title: Der Gift-Exchange Ansatz und das Prinzip der Reziprozität

Seminar Paper , 2015 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Studentin Katharina Klier (Author)

Economics - Job market economics
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Diese Seminararbeit befasst sich primär mit dem sogenannten „Gift-Exchange Ansatz“ sowie dem „Prinzip der Reziprozität“ beschäftigt. Diese beiden, eng miteinander verwobenen theoretischen Konzepte bilden einen Komplex innerhalb der sogenannten „Effizienzlohntheorien“ und stellen eine Neuerung und Weiterentwicklung zu den neoklassischen Modellen dar (Blien,1986).

In der Vergangenheit haben sich zahlreiche Forscher mit Themen rund um den Arbeitsmarkt beschäftigt. Im Laufe der Jahre wurden Konzepte immer wieder weiterentwickelt oder um neue Annahme erweitert. Insbesondere die sogenannten „Neoklassischen Standardmodelle“ galten jahrelang als wegweisend. Zu diesen Modellen lassen sich einige Ansätze der Effizienzlohntheorie zählen.

Der hier thematisierte Gift-Exchange Ansatz und das Prinzip der Reziprozität werden nicht zu den neoklassischen Theorien im engeren Sinne gezählt. Sie lassen sich in die sogenannte „Soziologische Effizienzlohntheorie“ einordnen, da sie auf soziologischen Beobachtungen basieren (Akerlof,1982).

Neben empirischen Befunden, die den Ansatz belegen und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Theorie, enthält diese Arbeit einen Ausblick auf die zukünftige Weiterentwicklung dieser Konzepte.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Effizienzlohntheorien

2.1 Entwicklung und Definition von Effizienzlohntheorien

2.2 Arten von Effizienzlohntheorien

3. Der Gift-Exchange Ansatz

3.1 Das Prinzip der Reziprozität

3.2 Der Gift-Exchange Ansatz

3.3 Reziprozität und Arbeitseinsatz

3.4 Reziprozität und Lohnstarrheit

3.5 Reziprozität, Gewinn und Lohn

3.6 Der Effizienzlohn und Gift-Exchange Ansatz in der Praxis

3.7. Kritik an Effizienzlohnmodellen und dem Gift-Exchange Ansatz

4. Fazit und Ausblick

5. Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den „Gift-Exchange Ansatz“ innerhalb der Effizienzlohntheorien und analysiert, inwieweit das Prinzip der Reziprozität Arbeitsmarktphänomene wie Lohnstarrheit und Produktivitätsunterschiede erklären kann, um die Grenzen des klassischen Modells des rationalen Nutzenmaximierers zu erweitern.

  • Grundlagen der Effizienzlohntheorien und Abgrenzung zur Neoklassik.
  • Die psychologische und soziologische Bedeutung des Prinzips der Reziprozität.
  • Empirische Evidenz durch Laborexperimente und die Fallstudie zu Ford.
  • Der Einfluss von Lohnniveau auf Arbeitseinsatz und Fluktuationsverhalten.
  • Kritische Würdigung der Übertragbarkeit von Labormodellen auf die reale Wirtschaft.

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Gift-Exchange Ansatz

Wie bereits eingangs erwähnt, behandelt der Gift-Exchange Ansatz das Phänomen der Reziprozität. Dieser Ansatz, der in der Literatur vor allem durch Akerlof (1982) geprägt wurde, bezeichnet das Arbeitsverhältnis als einen Austausch von Geschenken von zwei Parteien. Hauptaugenmerkt der Theorie und Kerngedanke ist, dass der Arbeitgeber ein Geschenk an den Arbeitnehmer in Form eines höheren Lohnes macht. Handelt der Arbeitnehmer anschließend an die „Geschenkübergabe“ im Sinne der Reziprozitätstheorie, so fühlt er sich verpflichtet, dieser positiven Geste entsprechend nachzukommen und sich in Form eines höheren Arbeitseinsatzes zu revanchieren.

Bereits diese knappe Definition des Ansatzes grenzt den Gift-Exchange Ansatz deutlich von der Eigennutzenannahme des rationalen Homo Oeconomicus ab. Falk (2001) thematisiert in einem vielbeachteten Beitrag diese Frage weiterführend, ob und inwiefern der „Homo Reciprocans“ als neues wirtschaftspolitischen Leitbild eingesetzt werden kann. Diese Frage greifen auch Ernst Fähr und Simon Gächter (2001) auf, und beobachten in einem Laborexperiment, dass sowohl ein Homo Oeconomicus, wie in der klassischen Ökonomie definiert, existiert, parallel jedoch dazu auch ein Homo Reciprocans, der neben der materiellen Motivation auch eine Motivation durch Reziprozität kennt. In verschiedenen Studien finden sie heraus, dass diese beiden Typen sich wechselseitig beeinflussen können, sowohl positiver als auch negativer Art.

Viele weitere Experimente, wie beispielsweise von Fehr, Kirchsteiger und Riedl (1993) oder Jacobsen und Sadrieh (1996) haben sich mit dieser Thematik auseinander gesetzt und können oben genannte Ergebnisse bestätigen. Cameron (1999) führt weiterhin auf, dass reziprokes Verhalten unabhängig von der Höhe der im Experiment eingesetzten Geldbeträge auftritt und die Stärke des reziproken Verhaltens auch über mehrere Runden nicht abnimmt sondern konstant bleibt. Dies würde implizieren, dass reziprokes Verhalten Bestand über die Zeit hinweg hat. Den genauen Zeitumfang gilt es jedoch zu definieren. Weiterhin bleibt anzumerken, dass reziprokes Verhalten nicht nur über die Versuchsperioden konstant bleibt, sondern vielmehr auch in einem anonymen Setting auftritt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den wirtschaftspolitischen Rahmen dar und führt in das Konzept der Effizienzlohntheorien als Weiterentwicklung neoklassischer Modelle ein.

2. Effizienzlohntheorien: Dieses Kapitel definiert Effizienzlohntheorien und grenzt den soziologisch geprägten Gift-Exchange Ansatz von rein neoklassischen Modellen ab.

3. Der Gift-Exchange Ansatz: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Reziprozität und ihre Auswirkungen auf Lohn, Arbeitseinsatz und Unternehmensgewinn anhand von Studien und einer Fallstudie (Ford) detailliert analysiert.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz des Ansatzes für das Verständnis von Arbeitsmärkten zusammen und identifiziert Forschungsbedarfe für zukünftige reale Fallstudien.

5. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Studien.

Schlüsselwörter

Gift-Exchange Ansatz, Effizienzlohntheorie, Reziprozität, Arbeitsmarkt, Homo Reciprocans, Lohnstarrheit, Produktivität, Arbeitsverträge, Verhaltensökonomie, Ford, Arbeitsanreize, Fluktuation, Spieltheorie, Nutzenmaximierung, Arbeitsmarktphänomene

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer soziologischen Erweiterung der ökonomischen Arbeitsmarkttheorie, speziell dem Gift-Exchange Ansatz, der menschliches Verhalten durch Reziprozität statt durch reine Eigennutzenmaximierung erklärt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind der Zusammenhang zwischen Lohn und Arbeitseinsatz, die Entstehung von Lohnstarrheiten, die Überwindung des Homo Oeconomicus-Modells sowie der Einfluss von sozialen Normen im Arbeitsverhältnis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie reziproke Verhaltensweisen die Arbeitsmarkteffizienz beeinflussen und warum Unternehmen durch "Geschenke" (höhere Löhne) bessere Ergebnisse erzielen können als durch strikt neoklassische Entlohnungsmodelle.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender verhaltensökonomischer Laborexperimente sowie die historische Analyse einer Fallstudie (Ford 1914) zur empirischen Untermauerung der Theorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der positiven und negativen Reziprozität, modelliert deren Effekt auf den Arbeitseinsatz und beleuchtet die Praxisrelevanz anhand von empirischen Daten und experimentellen Ergebnissen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gift-Exchange, Reziprozität, Effizienzlohn, Arbeitsmarktstrukturen und Homo Reciprocans definiert.

Wie erklärt die Arbeit das Phänomen der Lohnstarrheit?

Lohnstarrheit wird als Resultat von Reziprozität verstanden: Arbeitgeber senken Löhne in Krisenzeiten nicht, da sie eine Senkung der Arbeitsmoral und Produktivität befürchten, was für das Unternehmen kostspieliger wäre.

Welche Rolle spielt die Fallstudie zu Ford für das Argument des Autors?

Die Ford-Fallstudie dient als empirischer Beleg aus der realen Wirtschaft, um zu zeigen, dass die Einführung höherer Mindestlöhne tatsächlich mit einer Produktivitätssteigerung und reduzierter Fluktuation einherging, was die Theorie stützt.

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Details

Title
Der Gift-Exchange Ansatz und das Prinzip der Reziprozität
College
University of Bamberg
Grade
1,3
Author
Studentin Katharina Klier (Author)
Publication Year
2015
Pages
22
Catalog Number
V307398
ISBN (eBook)
9783668057845
ISBN (Book)
9783668057852
Language
German
Tags
Gift-Exchange Ansatz Arbeitsmarkt Reziprozität Soziologische Effizienzlohntheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Studentin Katharina Klier (Author), 2015, Der Gift-Exchange Ansatz und das Prinzip der Reziprozität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307398
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