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Die Policeyordnungen der frühen Neuzeit am Beispiel einer Rostocker Verfügung von 1677

Title: Die Policeyordnungen der frühen Neuzeit am Beispiel einer Rostocker Verfügung von 1677

Seminar Paper , 2004 , 10 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Rebecca Mahnkopf (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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„Policey“ wird von dem griechischen Wort „politeia“ abgeleitet und bedeutet übersetzt soviel wie Staatsphilosophie oder Verfassung (Tilgner 1998, S. 14). Besonders zu Beginn der Geschichte des Wortes gab es viele verschiedene Schreibweisen wie Pollicey, Policei, Polluzey oder Pollizei (Tilgner 1998, S. 14).
Eine der historischen Schreibweisen wird in der Geschichtswissenschaft beibehalten, um den Unterschied zur gegenwärtigen Dienststelle Polizei zu verdeutlichen.
Unter dem Begriff „Policey“ beziehungsweise „gute Policey“ wird der Zustand guter Ordnung innerhalb einer Gesellschaft und die Gesetzgebung zur Erzeugung dieser guten Ordnung verstanden. Johann Georg Estor, ein Professor aus Marburg, schrieb im Jahre 1757, dass sich Policey mit allem befasse, „was zur Notwendigkeit und Bequemlichkeit des Lebens, zum Wohlstande, zur Zierde, Reinlichkeit, guten Ordnung und Erhaltung des Staates, Ortes etc. ab zweckt“ (Kroeschell 1989, S. 85). Der Policeybegriff spiegelte eine Vorstellung von „geregeltem Zusammenleben“ (Tilgner 1998, S. 17) wider, der insbesondere das Alltagsleben der Menschen durch öffentliche Anordnungen prägte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Begriffsklärung „Policey“

II. Die Geschichte der Müllbeseitigung am Beispiel der Stadt Berlin

III. Einführung in die Rostocker Policeyordnung vom 23. Mai 1677

a. Zum Aufbau der Druckschrift

b. Zum Inhalt der einzelnen Verordnungspunkte

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das historische Phänomen der „Policeyordnungen“ der frühen Neuzeit. Das primäre Ziel ist es, den Begriff der „guten Policey“ zu erläutern, die geschichtliche Entwicklung der städtischen Müllbeseitigung anhand von Fallbeispielen zu skizzieren und die Rostocker Verordnung aus dem Jahr 1677 als kommunales Regelwerk in ihrem historischen Kontext zu analysieren.

  • Definition und historische Einordnung des Begriffs „Policey“
  • Entwicklungsgeschichte der städtischen Müllbeseitigung in Berlin
  • Struktureller Aufbau der Rostocker Policeyordnung von 1677
  • Detaillierte Analyse der verordneten Reinlichkeitsregeln und Sanktionen
  • Bedeutung kommunaler Verordnungen für die frühneuzeitliche Lebenswelt

Auszug aus dem Buch

b) Zum Inhalt der einzelnen Verordnungspunkte

Der ehrwürdige Rat der Stadt Rostock geht im Vorwort der Druckschrift darauf ein, dass die zuvor erlassene Ordnung zur Reinlichkeit vom 2. März 1634 erneuert wurde, da sich „viele beschwerliche Mißbreuche eingeschliechen“ (Seite 2) haben. Allem Anschein nach hielten sich die Einwohner Rostocks nicht mit der geforderten Gewissenhaftigkeit an die alten Regelungen. So wurde am 23. Mai 1677 die „Renovirte Ordnung“ bekannt gegeben, um „die Unsauberkeit aller Orthen zu vermeiden“ (Seite 2).

In den ersten fünf Punkten geht es im Wesentlichen darum, dass die Einwohner den Abfall vor ihren Türen zusammen fegen, ihn dann „in eine[m] vor der Thüren machenden Kasten“ (Seite 4) lagern und innerhalb von acht Tagen auf eigene Kosten wegschaffen. Außerdem werden „alle vier Land-Thore“ (Seite 3) der Stadt einmal pro Jahr durch Fuhrleute gereinigt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Begriffsklärung „Policey“: Dieses Kapitel definiert den Begriff der „guten Policey“ als Zustand guter Ordnung und als formale Eingriffsmöglichkeit der Obrigkeit in das gesellschaftliche Leben.

II. Die Geschichte der Müllbeseitigung am Beispiel der Stadt Berlin: Der Abschnitt zeichnet die mühsame Entwicklung von unhygienischen mittelalterlichen Zuständen hin zu einer organisierten kommunalen Straßenreinigung und Abfallentsorgung in Berlin nach.

III. Einführung in die Rostocker Policeyordnung vom 23. Mai 1677: Hier erfolgt eine detaillierte Untersuchung der Rostocker Reinlichkeitsverordnung, wobei sowohl der formale Druckaufbau als auch die spezifischen inhaltlichen Vorschriften für die Bürger analysiert werden.

Schlüsselwörter

Policey, gute Policey, Sozialdisziplinierung, Stadtgeschichte, Müllbeseitigung, Straßenreinigung, Rostock, 17. Jahrhundert, Kommunalverwaltung, Verordnung, Hygiene, Abfallentsorgung, Stadtordnung, Obrigkeit, Untertanen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Policeyordnungen in der frühen Neuzeit und deren Funktion als Instrumente der obrigkeitlichen Ordnungspolitik und Sauberkeitsregulierung.

Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?

Neben der theoretischen Herleitung des Begriffs „Policey“ liegt der Fokus auf der historischen Entwicklung der städtischen Abfallentsorgung sowie einer konkreten Fallstudie zur Rostocker Verordnung von 1677.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch kommunale Verordnungen versucht wurde, Missstände in der Gesellschaft zu beheben und einen „guten Zustand“ innerhalb eines Gemeinwesens zu erzielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse von Rechtsquellen und vergleicht diese mit forschungsspezifischer Literatur zur Sozialgeschichte und Verwaltungsentwicklung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Einordnung, einen historischen Abriss der Müllentsorgung in Berlin sowie eine detaillierte inhaltliche Analyse der Rostocker „Renovirten Ordnung“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Policey, Sozialdisziplinierung, städtische Sauberkeit und historische Verwaltungsgeschichte geprägt.

Welche Rolle spielten die „Kloaken“ und „Nachtgeschirre“ für die Stadtgeschichte Berlins?

Sie stellten die Hauptursachen für die unerträgliche Geruchsbelastung und die hygienischen Missstände in den frühneuzeitlichen Straßen dar, woraufhin die Obrigkeit mit speziellen Reinigungsverordnungen reagierte.

Warum wurde die Rostocker Ordnung von 1677 überhaupt erlassen?

Der Rat der Stadt sah sich gezwungen, die bereits existierende Ordnung von 1634 zu erneuern, da sich zahlreiche „beschwerliche Mißbreuche“ eingeschlichen hatten und die Bürger die alten Reinlichkeitsregeln nicht mehr gewissenhaft befolgten.

Was passiert, wenn die Rostocker Bürger sich nicht an die Vorschriften halten?

Im Punkt 16 der Verordnung droht die Obrigkeit explizit mit der Pfändung durch die Knechte des Scharfrichters, sollte man sich der Ordnung widersetzen.

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Details

Title
Die Policeyordnungen der frühen Neuzeit am Beispiel einer Rostocker Verfügung von 1677
College
University of Rostock
Grade
1,0
Author
Rebecca Mahnkopf (Author)
Publication Year
2004
Pages
10
Catalog Number
V30741
ISBN (eBook)
9783638319355
ISBN (Book)
9783656138709
Language
German
Tags
Policeyordnungen Neuzeit Beispiel Rostocker Verfügung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Mahnkopf (Author), 2004, Die Policeyordnungen der frühen Neuzeit am Beispiel einer Rostocker Verfügung von 1677, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30741
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