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Vom westlichen Konstrukt zum neuen Universalismus? Adamantia Pollis' und Peter Schwabs Konzept der Menschenrechte

Title: Vom westlichen Konstrukt zum neuen Universalismus? Adamantia Pollis' und Peter Schwabs Konzept der Menschenrechte

Academic Paper , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Johanna Wolf (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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In dieser Arbeit werden die beiden Artikel "Human Rights. A western construct with limited applicability" und "Human Righs. New perspectives, new realities" analysiert. Dabei soll die Entwicklung der kulturrelativistischen Position in der Debatte zwischen Universalismus und Kulturrelativismus des Menschenrechtskonzeptes untersucht werden.

Zu diesem Zweck wird zunächst der für den Diskurs stark prägende Artikel der beiden Autoren, „Human Rights: A western construct with limited applicability“, von 1979 vorgestellt und kritisiert. Anschließend wird der Artikel „A new universalism“ der Autorin Pollis auf eine Weiterentwicklung der Position hin untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Definition der zentralen Begriffe

1.1.1 Der ‚Westen’

1.1.2 Menschenrechte

1.2 Einführung in die Debatte

1.2.1 Universalismus

1.2.2 Kulturrelativismus

1.3 Zur Literaturlage

2. Ein westliches Konstrukt mit eingeschränkter Anwendbarkeit

2.1 Vorstellung des Artikels

2.1.1 Die westliche Prägung des Menschenrechtskonzeptes

2.1.2 Ideologische Differenzen

2.1.3 Kulturelle Differenzen

2.2 Kritik des Artikels

2.2.1 Die westliche Verankerung des Menschenrechtskonzepts

2.2.2 Die Priorisierung der ersten Generation der Menschenrechte

2.2.3 Individuum und Gemeinschaft

2.2.4 Fazit: Ein westliches Konstrukt mit mangelnder Anwendbarkeit?

3. Ein neuer Universalismus

3.1 Inhalt des Artikels

3.1.1 Einfluss der Internationalen Beziehungen auf die Universalisierung des Menschenrechtskonzepts

3.1.2 Ein neuer Universalismus – Das Konzept

3.1.3 Die Dichotomie zwischen individuellen und kollektiven Rechten

3.1.4 Zusammenfassung des Artikels

3.2 Kritik des Artikels

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Debatte zwischen Universalismus und Kulturrelativismus im Kontext des Menschenrechtskonzepts. Ziel ist es, anhand der Artikel von Adamantia Pollis und Peter Schwab aufzuzeigen, wie sich die Argumentation über die westliche Prägung der Menschenrechte hin zu einem "neuen Universalismus" entwickelt hat und welche Herausforderungen für einen echten interkulturellen Dialog bestehen.

  • Historische Herleitung und Kritik des westlich geprägten Menschenrechtskonzepts
  • Gegenüberstellung von Universalismus und Kulturrelativismus
  • Analyse der Priorisierung politischer gegenüber wirtschaftlichen Rechten
  • Bedeutung von individuellen versus kollektiven Rechten in verschiedenen Gesellschaften
  • Diskussion über Wege zu einem rekonstruierten, interkulturell anschlussfähigen Universalismus

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Kulturelle Differenzen

Pollis und Schwab beschreiben in diesem Zusammenhang die herausragende Rolle des Staates in nicht-westlichen Gesellschaften. Die dominante Rolle des Staates sei durch die Übertragung traditioneller hierarchischer Werte in einen neuen, staatlichen Rahmen entstanden und begründe darin seine Legitimierung als „embodiment of the people“. Das Konzept des Individualismus sei in vielen afrikanischen Staaten nicht vorhanden. Ein Mensch habe keine Rechte, mit denen er sich gegen den Staat oder die Gesellschaft stellen könne. Vielmehr werde Menschenwürde gesehen „in the fulfillment of one’s obligation to the group“. Als nützliches Mitglied der Gesellschaft beständen die Menschenrechte des Individuums darin, dass es für seine Dienste für die Gesellschaft eine Beschäftigung und die Bereitstellung der Grundlebensmittel erhält.

Eine Übertragung des westlichen Menschenrechtskonzepts sei, nach Pollis und Schwab, daher nicht nur fehl am Platz, sondern auch gefährlich, da es einer Kultur fremde Werte aufzwinge und damit eine Art „moral chauvinism and ethnocentric bias“ reflektiere. Die Wertesysteme afrikanischer und europäisch-amerikanischer Staaten seien nicht vereinbar. Daher sollte das westliche Menschenrechtskonzept überdacht und modifiziert werden. Pollis und Schwab fordern, die substanziellen Differenzen verschiedener Wertesysteme und das Verhältnis von Menschenrechten und gesellschaftlichem Kontext stärker zu beachten. Dadurch, so Pollis und Schwab, wäre es möglich, eine Menschenrechtsdoktrin mit stärkerer universeller Gültigkeit zu entwerfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Menschenrechte trotz ihres universellen Anspruchs politisch und philosophisch umstritten sind, und definiert die zentralen Begriffe sowie den Rahmen der Untersuchung.

2. Ein westliches Konstrukt mit eingeschränkter Anwendbarkeit: Dieses Kapitel stellt die These von Pollis und Schwab (1979) vor, die Menschenrechte als westlich geprägt und somit nur eingeschränkt auf andere Kulturen übertragbar betrachten, und kritisiert diese Position anschließend.

3. Ein neuer Universalismus: Der Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der Thesen von Pollis im Jahr 2000, bei der sie versucht, durch eine Konsensfindung zwischen Universalismus und Kulturrelativismus ein "neues" Verständnis von Menschenrechten zu etablieren.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Pollis' Aufruf zu einem interkulturellen Dialog zwar theoretisch wichtig ist, in der Praxis jedoch Gefahr läuft, lediglich einen staatlich-politischen Dialog statt einen echten Austausch mit der Zivilgesellschaft zu fördern.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, Universalismus, Kulturrelativismus, Westliche Welt, Menschenrechtskonzept, Interkultureller Dialog, Politische Rechte, Wirtschaftliche Rechte, Individualismus, Kollektivismus, Adamantia Pollis, Peter Schwab, Internationale Beziehungen, Menschenrechtsverletzungen, Werteimperialismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophische und politische Debatte um die universelle Gültigkeit von Menschenrechten im Spannungsfeld zwischen Universalismus und Kulturrelativismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Kritik am westlichen Ursprung des Menschenrechtskonzepts, die ideologischen und kulturellen Differenzen zwischen Staaten sowie die Suche nach einer gemeinsamen ethischen Grundlage.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Die Arbeit untersucht beispielhaft an den Texten von Pollis und Schwab, wie sich die kulturrelativistische Kritik gewandelt hat und inwieweit ein "neuer Universalismus" als Brücke zwischen verschiedenen Kulturen fungieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Diskursanalyse, um die Argumentationen in den ausgewählten Fachartikeln vor dem Hintergrund der internationalen Politik und philosophischer Theoriebildung kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung und Kritik des frühen, kritischen Artikels von Pollis und Schwab aus dem Jahr 1979 sowie die Analyse ihres späteren Versuchs (2000), durch einen interkulturellen Dialog zu einer Konsensfindung zu gelangen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Universalitätsanspruch, kulturelle Kontextualisierung, Menschenrechtsdoktrin, westliche Prägung und Konsensfindung geprägt.

Warum kritisieren Pollis und Schwab das westliche Menschenrechtskonzept?

Sie argumentieren, dass das Konzept auf den Werten der Aufklärung und des Liberalismus basiert, wodurch es die Bedeutung von Gemeinschaft und wirtschaftlichen Entwicklungsbedürfnissen in nicht-westlichen Gesellschaften vernachlässigt.

Inwieweit hat sich die Sichtweise von Adamantia Pollis im Jahr 2000 verändert?

Pollis distanziert sich im späteren Artikel von der radikalen Position des Kulturrelativismus und plädiert stattdessen für einen interkulturellen Dialog, um eine "minimale Basis" gemeinsamer Werte zu finden.

Warum ist das Fazit der Autorin skeptisch gegenüber dem "neuen Universalismus"?

Die Autorin stellt fest, dass Pollis bei ihrem Dialogvorschlag oft staatliche Repräsentanten statt der Zivilbevölkerung einbezieht, was einen echten, authentischen Dialog behindern könnte.

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Details

Title
Vom westlichen Konstrukt zum neuen Universalismus? Adamantia Pollis' und Peter Schwabs Konzept der Menschenrechte
College
University of Münster  (Institut für Soziologie)
Grade
1,0
Author
Johanna Wolf (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V307445
ISBN (eBook)
9783668056862
ISBN (Book)
9783668133204
Language
German
Tags
menschenrechte human rights adamantia pollis peter schwab Human Rights. A western construct with limited applicability a new universalism Human Rights. New perspectives new realities
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johanna Wolf (Author), 2006, Vom westlichen Konstrukt zum neuen Universalismus? Adamantia Pollis' und Peter Schwabs Konzept der Menschenrechte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307445
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