Doping-Prävention. Inwieweit kann das sportliche und familiäre Umfeld von Jugendlichen dazu beitragen?


Hausarbeit, 2011
13 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Doping-Prävention
1.1 Geschichte des Dopings und der Doping-Prävention
1.2 Analyse des sportlichen und familiären Umfeldes von Jugendlichen

2 Fazit und Ausblick

Literatur

Einleitung

Ausgangspunkt meiner Hausarbeit ist die Dopingproblematik, die in den letzten Jahren zu einem zentralen und beherrschenden Thema in der Öffentlichkeit und den Medien avancierte. Vor allem im Radsport hat sich gezeigt, wie häufig und flächendeckend gedopt wird. Kaum eine „Tour de France“ ging ohne einen Dopingfall über die Bühne. Der „Fuentes-Skandal“ im Jahr 2006 ist einer von vielen Beispielen, der unter anderem deutlich vor Augen geführt hat, dass im nachgewiesenen Dopingfall nicht nur die Radfahrer selbst, sondern auch die Ärzte, Teammitglieder, Vertrauenspersonen oder Personen aus dem näheren Umfeld des Sportlers in den Dopingfall des Fahrers verwickelt sind beziehungsweise eine nicht unbedeutende Rolle dabei spielen. Hier stand vor allem der namensgebende Teamarzt Eufemiano Fuentes einer Radsportmannschaft im Mittelpunkt des Geschehens, der viele Fahrer mit leistungssteigernden Dopingsubstanzen wie EPO und Anabolika ausstattete.

Das Phänomen Doping im Sport betrifft dabei nicht nur den Spitzensport, sondern inzwischen auch immer mehr den Breitensport. Eine Studie der Universität Lübeck im Jahr 1998 ergab, dass „24 % [der befragten Sportler kommerzieller Sportstudios] Medikamente zur Förderung des Muskelwachstums eingenommen“ (vgl. Feiden & Blasius, 2008, S. 65) haben, wobei die Gruppe der 21- bis 25-Jährigen am stärksten vertreten war. Doping-Kontrollen sind jedoch bislang vorwiegend für den Spitzensport vorgesehen. Andererseits fungieren gerade Spitzensportler als Vorbilder für Jugendliche, die ihnen nacheifern wollen, sodass es mir besonders wichtig erscheint, dass Präventionsmaßnahmen im sportlichen und familiären Umfeld von Jugendlichen bereits frühzeitig ansetzen, damit der Missbrauch von Dopingmitteln eingedämmt werden kann.

Meine Hausarbeit ist in zwei Abschnitte untergliedert. Kapitel 1.1 befasst sich mit der Geschichte des Dopings im Sport, deren Ursprung weit in die Antike, der Epoche des Altertums, zurückreicht und aufzeigt, dass die Verwendung von leistungssteigernden Mitteln kein neues Phänomen ist. Die für mich wesentlichen Aspekte dieses Zeitraums werden zusammen mit der Gründung von Anti-Doping-Agenturen in diesem Kapitel dargestellt.

Kapitel 1.2 thematisiert die zentrale Fragestellung meiner Hausarbeit, welche Rolle das sportliche und familiäre Umfeld bei der Doping-Prävention spielt bzw. inwieweit die einzelnen Personenkreise aus diesem Umfeld dazu beitragen können, damit Jugendliche, die Leistungssport oder Freizeitsport betreiben, nicht zu Dopingsubstanzen greifen.

Mein Fazit in Kapitel 2 enthält die wesentlichen Aspekte des Hauptteiles und einen kurzen Ausblick in die Zukunft.

Um in die Dopingproblematik einsteigen zu können, bedarf es zunächst einer Be-griffsbestimmung des Wortes „Doping“. So schreibt Rabea Engel (2010) in ihrem Buch „Doping in der DDR“, dass Doping in seiner ursprünglichen Bedeutung nicht klar definierbar ist. Erstmals trat der Begriff „Doping“ im Jahr 1889 in einem englischsprachigen Lexikon auf und beschrieb eine Mischung aus Opium und Narkotika (vgl. Engel, 2010, S. 7). Vermutungen zufolge

„stammt [der Begriff „Doping“] aus einem von Kaffern im Südosten Afrikas gesprochenen Dialekt, wo das Wort „dop“ einen hochprozentigen Schnaps umschrieb, der als Stimulans von den einheimischen Schwarzen bei kultischen Handlungen verwendet wurde“ (Engel, 2010, S. 7).

Heutzutage versteht man unter dem Begriff „Doping“ die Einnahme beziehungsweise Verwendung von leistungssteigernden Substanzen, die zum Zeitpunkt der Einnahme auf der Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) stehen und nicht medizinisch bedingt sind. Bei den verbotenen Substanzen handelt es sich unter anderem um Mittel wie Stimulanzien, Narkotika sowie Anabolika. Bei einem positiven Dopingtest muss der Sportler mit gravierenden Konsequenzen rechnen. Neben den erheblichen gesundheitlichen Folgen droht den Dopingsündern eine Wettkampfsperre.

1 Doping-Prävention

1.1 Geschichte des Dopings und der Doping-Prävention

Die Geschichte des Dopings erstreckt sich über einen Zeitraum, der von der Antike bis ins 21. Jahrhundert reicht.

Bereits in der Antike (1200 v. Chr. bis 600 n. Chr.) gab es Athleten, die Mittel zur Leistungssteigerung einnahmen. Der Drang beziehungsweise Antrieb, alles Menschenerdenkliche für einen Sieg bei einem Wettkampf zu unternehmen, war gewaltig. In dieser Zeit war das Erreichen eines ersten Platzes besonders begehrt, weil dieser neben Ruhm auch materielle Vorteile, Ansehen und Lohn bedeutete. Athleten, die durch mehrere Siege in Wettkämpfen auf sich aufmerksam machten, erlangten eine Art „Heldenstatus“, gepaart mit „halbgottähnliche[n] Eigenschaften“ (vgl. Windisch, 2009, S. 23).

Auch im Mittelalter wurden leistungssteigernde Mittel verwendet. Von den Inkas, einem südamerikanischem Indianervolk, die zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert über ein großes Reich herrschten, ist bekannt, dass sie „ihre Laufleistung mit Tee und Kaffee verbesserten und dadurch große Strecken […] zurücklegen konnten“ (vgl. Windisch, 2009, S. 24). Eine weitere Methode der Inkas war das Kauen von Coca-Blättern, das eine stimulierende Wirkung nach sich zog.

Nach Windisch (2009) wurde im 18. und 19. Jahrhundert verstärkt zu „Koffein, Alkohol und Kokain“ (vgl. Windisch, 2009, S. 24) gegriffen. Daraus resultierend ereignete sich 1896 auch der erste dokumentierte Todesfall im Radsport. Dabei handelt es sich um den englischen Radfahrer Arthur Linton, der nach der Zieldurchfahrt tot zusammenbrach.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Einnahme von Dopingsubstanzen zu einem Massenphänomen und betraf viele Disziplinen des Profisports. Die ersten Doping-Kontrollen erfolgten bei den Olympischen Spielen in Mexico City im Jahr 1968. Im Jahre 1999 wurden die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und 2002 die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) gegründet, die als Meilensteine in der Geschichte des Anti-Doping-Kampfes bezeichnet werden können. Zu den Aufgaben dieser Organisationen zählen neben der regelmäßigen Aktualisierung der Liste verbotener Dopingsubstanzen auch die Kontrolle der Meldepflicht der Sportler, die Durchführung von Dopingkontrollen sowie Präventionsmaßnahmen und die Bereitstellung von Aufklärungsmaterial.

Ein weiterer Fortschritt gelang im Jahre 2003 mit der Entwicklung eines Nachweisverfahrens für Fremdblutdoping. Durch dieses Testverfahren wurde auch dem damaligen Teamarzt Fuentes das Handwerk gelegt.

Böttner, Frank und Kaplick (2008) erklären in ihrem Beitrag, dass „das Radsportjahr 2006 […] von dem möglicherweise größten Doping-Skandal aller Zeiten geprägt“ wurde (vgl. Nuschke & Becker, 2008, S. 45). Hauptprotagonisten waren dabei der Dopingarzt Fuentes und der damalige Tour de France-Sieger Floyd Landis, der des Dopings überführt wurde. Bei der Festnahme von Fuentes sind verschiedene Doping-Präparate wie EPO und Anabolika sowie große Mengen Blutbeutel sichergestellt worden (Nuschke & Becker, 2008, S. 46).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Geschichte des Dopings genauso alt ist wie die Geschichte des Sports, da Doping nicht erst in der heutigen Zeit ein aktuelles Thema darstellt. Ein Ende des Dopings scheint nicht in Sicht.

[...]

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Details

Titel
Doping-Prävention. Inwieweit kann das sportliche und familiäre Umfeld von Jugendlichen dazu beitragen?
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,0
Jahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V307495
ISBN (eBook)
9783668056930
ISBN (Buch)
9783668056947
Dateigröße
655 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Doping-Prävention, Sport, Jugendbereich, soziales Umfeld, Doping, Geschichte Doping, Jugendliche
Arbeit zitieren
Anonym, 2011, Doping-Prävention. Inwieweit kann das sportliche und familiäre Umfeld von Jugendlichen dazu beitragen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307495

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