In dieser Arbeit werden aktuelle Maßnahmen gegen Rassismus und Zuschauerausschreitungen hervorgehoben.
Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die europäische Organisation FARE, die gegen Rassismus im Fußball kämpft sowie das Nationale Konzept Sport und Sicherheit (NKSS), welches diverse Maßnahmen gegen Gewalt durch Fans erarbeitet hat.
Im Februar 1999 wurde eine Konferenz mit einigen Fußballverbänden und Spielergewerkschaften abgehalten, um gemeinsame Strategien für den Kampf gegen Rassismus zu entwickeln. Es entstand die Organisation FARE – bestehend aus 13 europäischen Fußballverbänden und einem dazugehörigen Aktionsplan.
Ziel des FARE-Netzwerks ist die Beseitigung des Problems Rassismus im Fußballspiel, da Spieler oder Fans nicht nach ihrer Hautfarbe oder ihrer Herkunft beurteilt werden sollen. Daher bekämpft FARE jegliche Form der Diskriminierung im Stadion, auf dem Spielfeld, in den Umkleidekabinen, auf dem Trainingsplatz, im Büro oder im Klassenzimmer; ob durch Fans, Spieler, Trainer, Funktionäre oder Erzieher (vgl. www.de.farenet.org/).
Inhaltsverzeichnis
1 Aktuelle Präventions- und Interventionsmaßnahmen zur Bekämpfung der Gewalt durch Fußballfans
2 FARE – Football Against Racism in Europe
3 Nationales Konzept Sport und Sicherheit
3.1 Einrichtung von Fanprojekten auf örtlicher Ebene
3.2 Koordinationsstelle Fanprojekte
3.3 Maßnahmenkatalog gegen Gewalt in Fußballstadien
3.3.1 Stadionverbote
3.3.2 Zweck von Stadionverboten
3.3.3 Ordnerdienste
3.3.4 Musterstadionordnung
3.3.5 Stadionsicherheit
3.4 Zusammenarbeit auf (über-) örtlicher Ebene
3.5 Bewertung der vorgestellten Maßnahmen
3.5.1 Kritische Bewertung der Maßnahmen des NKSS
3.5.2 Beurteilung des Stadionverbots durch die KOS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht aktuelle Präventions- und Interventionsstrategien zur Eindämmung von Gewalt und Rassismus im Fußballkontext. Dabei stehen insbesondere die Organisation FARE sowie das Nationale Konzept Sport und Sicherheit (NKSS) im Fokus, um deren Wirksamkeit anhand von Expertenmeinungen und praktischen Umsetzungsbeispielen kritisch zu hinterfragen.
- Europäische Antirassismus-Strategien im Fußball
- Das Nationale Konzept Sport und Sicherheit (NKSS)
- Struktur und Aufgaben von Fanprojekten
- Repressive Maßnahmen: Wirkung und Kritik von Stadionverboten
- Bauliche und organisatorische Stadionsicherheitsstandards
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Stadionverbote
In Stadien der ersten und zweiten Bundesliga werden häufig Stadionverbote erteilt, welche sich als „wirksames Mittel gegen Gewalttaten innerhalb und außerhalb des Stadions erwiesen haben“ (KOS 2003, 8). Die Verbote werden von Vereinen oder Kommunen ausgesprochen; differenzierte Kriterien dazu bestehen jedoch nicht.
Im Gegensatz zu örtlichen Stadionverboten kommen bundesweit verhängte Verbote nur in besonders schweren Fällen in Frage.
In folgenden Fällen sollte regelmäßig ein Stadionverbot ausgesprochen werden:
- Straftaten unter Anwendung von Gewalt gegen Leib oder Leben oder fremde Sachen mit der Folge eines nicht unerheblichen Schadens
- Gefährliche Eingriffe in den Verkehr
- Störung öffentlicher Betriebe
- Nötigung
- Verstöße gegen das Waffengesetz
- Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz
- Landfriedensbruch
- Hausfriedensbruch
- Gefangenenbefreiung
- Raub- und Diebstahldelikte
- Missbrauch von Notrufeinrichtungen
- Handlungen nach §27 Abs. 2 VersammlungsG
„Nach den bisherigen Erfahrungen ist das praktizierte Verfahren verbesserungsbedürftig. Das gilt sowohl für die Organisation des Verfahrens als auch für die Überwachbarkeit der Verbote“ (KOS 2003, 20).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Aktuelle Präventions- und Interventionsmaßnahmen zur Bekämpfung der Gewalt durch Fußballfans: Einleitende Darstellung der Zielsetzung, Gewalt und Rassismus im Fußballumfeld durch gezielte Strategien zu bekämpfen.
2 FARE – Football Against Racism in Europe: Erläuterung der Entstehung, Ziele und der antirassistischen Arbeit des europäischen FARE-Netzwerks.
3 Nationales Konzept Sport und Sicherheit: Vorstellung der Entstehungsgeschichte und der Trägerschaft des NKSS als zentrales Sicherheitskonzept in Deutschland.
3.1 Einrichtung von Fanprojekten auf örtlicher Ebene: Analyse der Rolle von Fanprojekten als sozialpädagogische Instrumente der Jugend- und Fanarbeit.
3.2 Koordinationsstelle Fanprojekte: Aufgabenbeschreibung der KOS als überregionale Schnittstelle für Koordination und fachliche Unterstützung.
3.3 Maßnahmenkatalog gegen Gewalt in Fußballstadien: Überblick über die Kombination aus pädagogischen Ansätzen, baulichen Vorgaben und repressiven Sicherheitsmaßnahmen.
3.3.1 Stadionverbote: Auflistung der Anwendungsfälle und der gängigen Praxis bei Stadionverboten im Profifußball.
3.3.2 Zweck von Stadionverboten: Erörterung des präventiven Nutzens und der sicherheitsrelevanten Zielsetzung von Stadionverboten.
3.3.3 Ordnerdienste: Darstellung der Aufgaben, Befugnisse und Anforderungen an das Sicherheitspersonal bei Sportveranstaltungen.
3.3.4 Musterstadionordnung: Begründung für die Einführung bundeseinheitlicher Verhaltensregeln in Stadien.
3.3.5 Stadionsicherheit: Zusammenfassung der baulichen Standards und Sicherheitserfordernisse von Spielstätten.
3.4 Zusammenarbeit auf (über-) örtlicher Ebene: Erläuterung der institutionellen Kooperation zwischen verschiedenen Akteuren zur flexiblen Bewältigung von Sicherheitsproblemen.
3.5 Bewertung der vorgestellten Maßnahmen: Methodischer Hinweis auf die empirische Prüfung der Maßnahmen mittels Interviews und Expertenmeinungen.
3.5.1 Kritische Bewertung der Maßnahmen des NKSS: Zusammenstellung von Kritikpunkten und Verbesserungsvorschlägen aus der Perspektive von Fanprojekt-Mitarbeitern.
3.5.2 Beurteilung des Stadionverbots durch die KOS: Reflektion über die aktuelle Praxis der Stadionverbote und Vorschläge für alternative Verfahrensmodelle.
Schlüsselwörter
Fußball, Gewaltprävention, Rassismus, Stadionverbot, Fanprojekt, Sicherheit, NKSS, FARE, Fankultur, Stadionordnung, Ordnerdienst, Sozialarbeit, Diskriminierung, Hooliganismus, Sicherheitskonzept.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strategien gegen Gewalt und Rassismus im deutschen Profifußball mit Fokus auf das Nationale Konzept Sport und Sicherheit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Arbeit von Fanprojekten, die Anwendung von Stadionverboten, organisatorische Sicherheitsmaßnahmen sowie die Kooperation der beteiligten Institutionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Evaluation der bestehenden Präventions- und Interventionsmaßnahmen hinsichtlich ihrer Effektivität und Verhältnismäßigkeit.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Analyse basiert auf einer Literaturrecherche sowie der Auswertung von Experteninterviews und offiziellen Stellungnahmen der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des NKSS, eine detaillierte Analyse der Sicherheitsmaßnahmen wie Stadionverbote und Ordnerdienste sowie eine kritische Bewertung durch Fachakteure.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Fußball, Gewaltprävention, Stadionverbot, Fanprojekt, Sicherheit und Diskriminierung sind die prägenden Begriffe der Untersuchung.
Warum wird die Praxis der Stadionverbote von Fanprojekten häufig kritisiert?
Kritiker bemängeln, dass Stadionverbote oft unverhältnismäßig sind, die soziale Ausgrenzung fördern und die Betroffenen zu wenig in den Entscheidungsprozess einbezogen werden.
Welche Rolle spielen Fanprojekte innerhalb des Sicherheitskonzepts?
Fanprojekte agieren als wichtige Vermittlungsinstanzen, die soziale Präventionsarbeit leisten und versuchen, durch Vertrauensaufbau ein Abgleiten von Jugendlichen in gewaltbereite Szenen zu verhindern.
- Quote paper
- Andreas Schulz (Author), 2007, Präventions- und Interventionsmaßnahmen gegen Gewalt durch Fußballfans in der Hooliganszene, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307520