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Intersexualität und Inter*. Der Zwang einer eindeutigen Geschlechtsidentität innerhalb der zweigeschlechtlichen Norm

Ethische Bezugspunkte und Auseinandersetzungen mit Entscheidungsprozessen von Eltern und Inter* Personen

Titel: Intersexualität und Inter*. Der Zwang einer eindeutigen Geschlechtsidentität innerhalb der zweigeschlechtlichen Norm

Hausarbeit , 2015 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julia Heim (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wir leben in einer Gesellschaft in der es Geschlecht lediglich in der Form von weiblich und männlich zu geben scheint. Für viele Menschen ist es deshalb bis heute schwer nachvollziehbar und zu akzeptieren, dass es abseits dieser zweigeschlechtlichen Norm eine Vielfalt an Geschlechtsidentitäten gibt, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise darstellen. Inter* Personen verkörpern unter anderem diese Vielfalt. Kommt ein Kind mit einem, im medizinischen Sinne, uneindeutigem Geschlecht zur Welt sehen sich Mediziner_innen und Eltern meist mit Gefühlen der Verwirrung und Unsicherheit konfrontiert. Die Folgen für Inter* Personen aus diesen Unsicherheiten sind meist von großen Leiderfahrungen geprägt. Sie sehen sich mit gesellschaftlichen Strukturen konfrontiert, in denen sich Menschen, die sich abseits einer zweigeschlechtlichen Norm befinden mit vielen Hindernissen und Benachteiligungen auseinandersetzten müssen. Innerhalb der vorliegenden Arbeit soll daher die Frage nach Unterstützungsprozessen für Eltern von Inter* Kindern nachgegangen werden, sowie für betroffenen Erwachsene Inter* Personen, die Helfen Wissen zu vermittelt und Ängste und Überforderungen abzubauen. Dazu wird zunächst der Begriff „Intersexualität“ erläutert und kritisch betrachtet. Darauf Aufbauend werden Wirkung und Macht der zweigeschlechtlichen Norm beleuchtet und kritisch hinterfragt. Im weiteren Verlauf werden dann die bis heute praktizierten Geschlechtszuweisenden Maßnahmen kritisch hinterfragt und deren Auswirkungen aufgezeigt. Das letzte Kapitel beschäftigt sich dann ganz spezifisch mit den Problemlagen von Eltern und leitet anhand anerkennungstheoretischer Bezugspunkte, Möglichkeiten und Hilfestellungen für diese ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Intersexualität

2.1.1 Begriffsannäherung

2.2 Zwang zur Entscheidung für ein Geschlecht – Warum?

2.2.1 Zweigeschlechtliche Norm

2.2.2 Heteronormativität

2.3 Normen

2.3.1 Eine Begriffsannäherung

2.4 Normen und Macht oder Macht der Normen?

2.4.1 Macht und Inter*

2.5 Angleichung an die gesellschaftliche Norm

2.5.1 Definitonsmacht der Medizin

2.5.1.1 Gesetzliche Auswirkungen der medizinischen Definitionsmacht

2.5.1.2 Körperliche Auswirkungen der medizinischen Definitionsmacht

2.5.2 Auswirkungen der geschlechtszuweisenden Maßnahmen für betroffene Inter* Personen

2.6 Eltern von Inter* Personen

2.6.1 Interesse der Eltern an einer Eindeutigkeit des Geschlechts ihrer Kinder

2.6.2 Anerkennung als ethischer Bezugsrahmen für Entscheidungsprozesse

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problemlagen von Inter*-Personen und deren Eltern im Kontext einer gesellschaftlich verankerten zweigeschlechtlichen Norm und hinterfragt dabei kritisch medizinische Praxis sowie Entscheidungsprozesse hinsichtlich geschlechtszuweisender Maßnahmen.

  • Die Wirkmächtigkeit gesellschaftlicher Normen und Heteronormativität.
  • Die Definitionsmacht der Medizin und deren Auswirkungen auf Körper und Gesetzgebung.
  • Die emotionale und soziale Überforderung von Eltern bei der Geschlechtszuweisung.
  • Anerkennungstheoretische Ansätze nach Axel Honeth als ethischer Entscheidungsrahmen.
  • Die Forderung nach körperlicher Unversehrtheit und Selbstbestimmung für Inter*-Personen.

Auszug aus dem Buch

2.5.1.2 Körperliche Auswirkungen der medizinischen Definitionsmacht

Die Behandlung von Kindern mit einer diagnostizierten Störung der Geschlechtsentwicklung wurde in den letzten Jahren zunehmend kritisch diskutiert. Unter anderem haben sich verschiedene Selbsthilfegruppen sowie Ethiker_innen und Mediziner_innen kritisch zu den durchgeführten Genitalkorrekturen20 positioniert und fordern eine systematische Aufarbeitung der Operationen an Personen, bei denen es keinerlei medizinisch-gesundheitlichen Begründungen für diese gegeben hat. Auch zeigen neuere Forschungen21, dass vor allem in den Jahren von 1960-1980 diese Operationen bereits an Neugeborenen durchgeführt wurden, meist ohne ausreichende Aufklärung oder sogar Einwilligung der Eltern, ganz zu schweigen derer des betroffenen Kindes (vgl. Groß; Neuschaefer-Rube; Steinmetzer 2008, S. 13).

Diesen Maßnahmen liegt ein Verständnis darüber zu Grunde, dass Menschen, die sich außerhalb einer zweigeschlechtlichen Norm befinden, keine Akzeptanz innerhalb unserer Gesellschaft erfahren können. Daher wurde Mitte des letzten Jahrhunderts ein medizinisches Behandlungskonzept erarbeitet, das die Körper von Inter* Kindern entsprechend eines gesellschaftlich anerkannten Geschlechts operativ anpasst und „optimal gender policy“ genannt wird. Mit Hilfe chirurgischer Techniken werden dabei jene Geschlechtsmerkmale entfernt, die nicht zu dem zugewiesenen Geschlecht passen (vgl. Schmidt; Schondelmayer; Schröder 2015, S. 66).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der gesellschaftlichen Zweigeschlechtlichkeit ein und skizziert die Problemlage sowie das Ziel der Arbeit, Unterstützungsprozesse und ethische Bezugspunkte für Inter*-Personen und deren Eltern zu analysieren.

2 Hauptteil: Der Hauptteil beleuchtet theoretische Konzepte wie Heteronormativität und Machtstrukturen nach Foucault und analysiert die medizinische sowie rechtliche Definitionsmacht, die zu geschlechtszuweisenden Eingriffen führt, während gleichzeitig ethische Ansätze zur Entscheidungsfindung aufgezeigt werden.

3. Fazit: Das Fazit fasst die ethischen Forderungen nach körperlicher Unversehrtheit zusammen und betont die Notwendigkeit von gesellschaftlicher Sichtbarkeit, Partizipation und einer fundierten, enttabuisierten Auseinandersetzung mit Inter*-Lebensrealitäten.

Schlüsselwörter

Intersexualität, Inter*, Zweigeschlechtlichkeit, Norm, Heteronormativität, Definitionsmacht, Medizin, Geschlechtszuweisung, Körperpolitik, Anerkennungstheorie, Selbstbestimmung, Körperliche Unversehrtheit, Soziale Arbeit, Diskriminierung, Emanzipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Inter*-Personen in einer Gesellschaft, die stark auf einer zweigeschlechtlichen Norm basiert, und den ethischen Dilemmata, denen sich Betroffene und deren Eltern gegenübersehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Macht der gesellschaftlichen Geschlechternormen, die Rolle der Medizin als Definitionsmacht, der Zwang zur Entscheidung bei Kindern sowie Möglichkeiten der Anerkennung und Unterstützung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, Unterstützungsprozesse für Eltern und Betroffene aufzuzeigen, die darauf abzielen, Wissen zu vermitteln sowie Ängste und Überforderungen abzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse, insbesondere unter Einbeziehung diskurskritischer Ansätze (Foucault) und der Anerkennungstheorie (Axel Honeth), ergänzt durch die Auswertung aktueller Studien und Fachbeiträge.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen von Normen und Macht, die Auswirkungen der medizinischen Definitionsmacht auf Körper und Recht sowie die psychosozialen Herausforderungen für Eltern und Inter*-Personen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Intersexualität, Heteronormativität, körperliche Unversehrtheit, Definitionsmacht der Medizin und Anerkennungstheorie charakterisiert.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Medizin bei geschlechtszuweisenden Eingriffen?

Die Autorin kritisiert die Medizin als eine Institution, die durch hegemoniale Deutungshoheit und die Pathologisierung von Inter*-Körpern aktiv zur Aufrechterhaltung zweigeschlechtlicher Normen beiträgt.

Welche Rolle spielt die Anerkennungstheorie nach Axel Honeth für die Lösungsansätze?

Die Theorie dient als ethischer Rahmen, um Entscheidungsprozesse zu diskutieren, die die Würde und das Selbstbestimmungsrecht von Inter*-Personen in den Vordergrund stellen, statt sie einseitig an Normen auszurichten.

Warum wird die Bezeichnung „anders“ kritisch betrachtet?

Der Begriff wird als problematisch erachtet, da er Inter*-Personen erneut als „abnorm“ markiert und suggeriert, sie hätten kein Geschlecht, anstatt die Vielfalt ihrer Identitäten anzuerkennen.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Sozialen Arbeit?

Die Soziale Arbeit wird als zentrales Unterstützungsinstrument gesehen, dem es jedoch an fundiertem Fachwissen im Bereich Queerer Themen mangelt, weshalb eine stärkere theoretische und politische Auseinandersetzung gefordert wird.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Intersexualität und Inter*. Der Zwang einer eindeutigen Geschlechtsidentität innerhalb der zweigeschlechtlichen Norm
Untertitel
Ethische Bezugspunkte und Auseinandersetzungen mit Entscheidungsprozessen von Eltern und Inter* Personen
Hochschule
Hochschule Esslingen  (SAGP)
Note
1,0
Autor
Julia Heim (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V307551
ISBN (eBook)
9783668057265
ISBN (Buch)
9783668057272
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Intersexualität Geschlechtsidentität normativität eindeutige identität zweideutige identität eltern heteronormativität Unterstützung Geschlechtszuweisung Ethik Inter-Personen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Heim (Autor:in), 2015, Intersexualität und Inter*. Der Zwang einer eindeutigen Geschlechtsidentität innerhalb der zweigeschlechtlichen Norm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307551
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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