Im Rahmen unseres EWA Seminars an der Ruhr-Universität Bochum sollten sich die
Seminargruppen Gedanken machen über das Ruhrgebiet und welche Vorstellungen
sie mit diesem Begriff verbinden. Mir vielen zuerst die Begriffe “Strukturwandel“ und
“Bergbau“ ein. Durch den Erdkunde Unterricht aus der Schule ist mir bekannt, das
viele Arbeitsplätze während der Zechenschließungen verloren gingen und man
versuchte, diese durch den Ausbau des Dienstleistungssektors zu ersetzen. Für die
Hausarbeit habe ich mich entschieden, diese Begriffe darin aufzunehmen, um mich
noch weiter darüber zu informieren und das Wissen zu vertiefen. Im Vorfeld habe ich
mir folgende Fragestellungen überlegt, die die Kernpunkte der Arbeit bilden sollen.
- Welcher Industriebereich hatte vor dem Strukturwandel die größte Bedeutung
für die Wirtschaft im Ruhrgebiet?
- Wann begann der Strukturwandel?
- Wie kam es zu einem Strukturwandel?
- Wie vollzog sich der Strukturwandel und welche Ziele wurden verfolgt?
- Wurde der Strukturwandel erfolgreich abgeschlossen?
Anhand dieser Fragestellungen und einiger Schlüsselbegriffe soll herausgefunden
werden, ob und wie erfolgreich der Strukturwandel für das Ruhrgebiet war. Um der
Arbeit einen wissenschaftlichen Hintergrund zu bieten, wurde entsprechende
Fachliteratur zu diesem Thema analysiert und ausgewertet.
Die Arbeit gliedert sich in drei Hauptkapitel. Das erste Kapitel beschäftigt sich
hauptsächlich mit der Geschichte des Steinkohlebergbaus. Die Darstellung der
Geschichte und die Bedeutung des Steinkohlebergbaus für die Wirtschaft stehen
hierbei im Vordergrund. Das zweite Kapitel befasst sich mit der Entstehung der
Bergbaukrise. Die Ursachen und Auswirkungen der Krise werden hier näher
beschrieben. Im dritten Kapitel wird näher erläutert, welchen wirtschaftlichen
Stellenwert der tertiäre Sektor nach dem Strukturwandel eingenommen hat. Die
Entwicklung und Auswirkungen des Strukturwandels nehmen hierbei einen
besonderen Stellenwert ein. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Geschichte des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet
2.1 Die Entwicklung des Steinkohlebergbaus
2.2 Der Einfluss des Steinkohlebergbaus auf die Wirtschaft
3 Die Krise im Steinkohlebergbau
3.1 Arbeitsplatzverluste durch Zechenschließungen
3.2 Auswirkungen der Bergbaukrise auf die Wirtschaft
4 Maßnahmen zum Strukturwandel im Ruhrgebiet
4.1 Die Entwicklung des Dienstleistungsbereiches
4.2 Auswirkungen der Tertiärisierung
5 Fazit
6 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Strukturwandel im Ruhrgebiet, ausgehend von der Krise des Steinkohlebergbaus hin zur Etablierung eines tertiären Sektors, und bewertet den Erfolg der eingeleiteten Transformationsmaßnahmen.
- Historische Entwicklung des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet.
- Analyse der Ursachen und Folgen der Bergbaukrise.
- Bewertung politischer und wirtschaftlicher Maßnahmen zur Strukturerneuerung.
- Untersuchung der Tertiärisierung und des Wachstums des Dienstleistungssektors.
- Diskussion der Wettbewerbsfähigkeit des Ruhrgebiets im nationalen Vergleich.
Auszug aus dem Buch
3.1 Arbeitsplatzverluste und Zechenstillegungen
Der 1958 begonnen Steinkohlenkrise schlossen sich schnell Rationalisierungsmaßnahmen und Arbeitsplatzverluste innerhalb des Steinkohlebergbaus an.
Angesichts wachsender Halden, die von 0,7 Mio. Tonnen 1957 auf etwa 12,3 Mio. Tonnen 1958 angestiegen waren, mussten die ersten Bergleute bereits erste Feierschichten einlegen. Auf die Überproduktion reagierte der Bergbau mit Zechenschließungen, mit der weiteren Mechanisierung des Steinkohlenförderung und letztendlich mit Personalabbau. 1959 wurde mit der Schachtanlage Friedrich Thyssen 4/8 die erste große Zeche im Ruhrgebiet stillgelegt. Darauf folgten noch weitere Zechenstillegungen. Durch Entlassungen verlor der Steinkohlebergbau zwischen 1957 und 1960 etwa 100.000 Arbeitsplätze und bis 1965 insgesamt 150.000. Während von 1957 bis 1970 die Steinkohleförderung im Ruhrgebiet von 123,2 Mio. Tonnen auf 91,1 Mio. Tonnen sank, reduzierte sich die Zahl der fördernden Schachtanlagen von 138 auf 56 (Vgl. Tab.1).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Rahmen der Arbeit, formuliert zentrale Forschungsfragen zum Strukturwandel und erläutert die methodische Herangehensweise.
2 Die Geschichte des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Aufstieg des Bergbaus nach und analysiert dessen zentrale Bedeutung als Motor der regionalen wirtschaftlichen Entwicklung.
2.1 Die Entwicklung des Steinkohlebergbaus: Hier werden die technologischen Fortschritte und die Expansion des Bergbaus vom 19. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit detailliert beschrieben.
2.2 Der Einfluss des Steinkohlebergbaus auf die Wirtschaft: Dieser Abschnitt beleuchtet die wirtschaftlichen Verflechtungen, insbesondere die Rolle der Kohle für die Stahlindustrie und die Entstehung der chemischen Industrie.
3 Die Krise im Steinkohlebergbau: Das Kapitel analysiert den Einbruch der Kohleförderung ab 1958, hervorgerufen durch internationale Konkurrenz und veränderte Energiemärkte.
3.1 Arbeitsplatzverluste durch Zechenschließungen: Fokus auf die massiven Auswirkungen der Krise auf die Beschäftigtenzahlen und die einsetzende Stilllegung von Schachtanlagen.
3.2 Auswirkungen der Bergbaukrise auf die Wirtschaft: Untersuchung der Folgen für die montanindustriell geprägte Region und die Schwierigkeiten bei der Neuausrichtung der Wirtschaft.
4 Maßnahmen zum Strukturwandel im Ruhrgebiet: Darstellung der staatlichen Programme und Strategien, die den Wandel von der Montan- zur Dienstleistungsregion begleiten sollten.
4.1 Die Entwicklung des Dienstleistungsbereiches: Analyse des Beschäftigungswachstums im tertiären Sektor im Vergleich zum produzierenden Gewerbe.
4.2 Auswirkungen der Tertiärisierung: Bewertung der positiven Effekte der wirtschaftlichen Diversifizierung auf Lebensqualität und Bildungsstandort.
5 Fazit: Das Fazit resümiert den bisherigen Transformationsprozess und bewertet den Erfolg der wirtschaftspolitischen Maßnahmen unter Berücksichtigung aktueller Herausforderungen.
6 Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und statistischen Daten.
Schlüsselwörter
Ruhrgebiet, Steinkohlebergbau, Strukturwandel, Zechenschließung, Tertiärisierung, Dienstleistungssektor, Montanindustrie, Bergbaukrise, Wirtschaftsgeschichte, Regionalentwicklung, Innovationsstrategie, Beschäftigungsstruktur, Kohleförderung, Infrastruktur, Standortfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen Strukturwandel im Ruhrgebiet, beginnend mit dem Niedergang des Steinkohlebergbaus bis hin zur Umwandlung in eine dienstleistungsorientierte Wirtschaftsregion.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die wirtschaftliche Abhängigkeit von der Montanindustrie, die Bewältigung der Bergbaukrise und die Wirksamkeit politischer Strukturförderungsmaßnahmen.
Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und inwiefern der vollzogene Strukturwandel erfolgreich war und welche Faktoren den Übergang von der Industrieregion zum modernen Ballungsraum maßgeblich beeinflusst haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse und Auswertung existierender Fachliteratur, Statistiken und Strukturberichte zur Wirtschafts- und Industriegeschichte des Ruhrgebiets.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung des Bergbaus, die Analyse der Krisenursachen, die Darstellung der Strukturwandelmaßnahmen und die Untersuchung des Wachstums des Dienstleistungssektors.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Strukturwandel, Montanindustrie, Zechenschließungen, Tertiärisierung und Regionalentwicklung im Ruhrgebiet.
Welche Rolle spielt die Gründung der Ruhrkohle AG im Kontext der Arbeit?
Die Arbeit beschreibt die Gründung der Ruhrkohle AG (RAG) im Jahr 1968 als eine notwendige, wenn auch nur teilweise erfolgreiche Maßnahme, um unrentable Zechen unter einer Leitung zu bündeln und den Bergbau trotz massiver Strukturprobleme zu stabilisieren.
Wie wird das Konzept der "weichen Standortfaktoren" im Dokument bewertet?
Weiche Standortfaktoren wie Wohnqualität, Freizeitangebote und kulturelle Attraktivität werden als wesentliche Instrumente des Strukturwandels beschrieben, um das Image des Reviers zu verbessern und Fachkräfte zu halten.
- Quote paper
- Torsten Freise (Author), 2004, Die Krise im Steinkohlebergbau und ihr Einfluss auf den Strukturwandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30757