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Hieroglyphen. Fossile, kulturelle Zeichen einer verlorenen Sprache

Title: Hieroglyphen. Fossile, kulturelle Zeichen einer verlorenen Sprache

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Timo Mauelshagen (Author)

World History - Early and Ancient History
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Das alte Ägypten ist auch heute noch, nahezu 15 Jahrhunderte nach seinem Zerfall, ausgelöst durch Eroberung, Hellenisierung und Ausbreitung des Christentums, äußerst präsent. Keine andere frühe Hochkultur präsentiert sich in einer solchen
Fülle ihrer Überreste und keine andere ist demnach so gut erforscht wie die ägyptische2. Dies wird nicht zuletzt auch durch die beständige Zahl an Ausstellungen, mit ihren festen Besucherzahlen, und die anhaltende fach- und populärwissenschaftliche Publizität deutlich.
Denken wir heute an das alte Ägypten und seine unzähligen Reichtümer, so fallen uns schnell, neben Pyramiden, sagenhaften Pharaonen und den vielen Göttern, die Hieroglyphen ein. Diese haben eine bemerkenswerte Geschichte hinter sich.
„Mehr als drei Jahrtausende haben sie im alten Ägypten in Schreiberschulen und Kanzleien, in Korrespondenzen und Erlassen sowie auf Grabwänden und öffentlichen Monumenten ihren Dienst getan“ 3.
Über einen derartig langen Zeitraum übte diese, eine der ältesten bekannten Schriften der Menschheit, großen Einfluss auf das menschliche Leben aus, ehe sie als fossile Zeichen einer verlorenen Sprache und untergegangenen Kultur zum
Objekt unseres Interesses wurde. Damit begann lange nach ihrer Funktionsgeschichte ihre Rezeptionsgeschichte in
einer Kultur, die in keinem Traditionsverhältnis zum Alten Ägypten steht und von dessen Kultur nur wenige Vorstellungen vorhanden sind 4.
Doch erst die bahnbrechende Entdeckung der ägyptischen Hieroglyphen als eine Lautschrift durch den Franzosen Jean Francois Champollion (1790-1832) im Jahre 1822 gab den Anstoß, dass über Ägyptisches nicht mehr spekuliert wurde und eine philologische Disziplin der Ägyptologie eingerichtet wurde5.
Doch mit der Gründung unserer klassisch-abendländischen Ägyptologie erlischt keineswegs die Faszinationsgeschichte der Hieroglyphen. „Von den alten Ägyptern ausgehend, ist der Begriff der Hieroglyphe durch eine Reihe sehr verschiedener kultureller Kontexte gegangen. [...]
2 Vgl. Basisartikel, Geschichte lernen, H. 82 (2001), S. 13
3 Zitiert nach: Assmann, A./ Assmann, J.. Hieroglyphen. München 2003, S. 261
4 Vgl. Assmann, A./ Assmann, J.. Hieroglyphen. München 2003, S. 261
5 Vgl. Assmann, A./ Assmann, J.. Hieroglyphen. München 2003, S. 9

Excerpt


Gliederung

1. EINLEITUNG

2. DIE ERSTEN GELEHRTEN

3. DER STEIN VON ROSETTE

3.1 DIE ENTDECKUNG

3.2 ERSTE UNTERSUCHUNGEN UND ENTZIFFERUNGSVERSUCHE

3.3 DER WEG ZUR ENTSCHLÜSSELUNG

4. EIN CHARAKTERISTIKUM DER HIEROGLYPHEN

4.1 ZEICHEN UND ZEICHENANZAHL

4.2 ORTHOGRAFIE UND SCHREIBRICHTUNG

5. ENTWICKLUNGSGESCHICHTE

5.1 ÜBERBLICK - GRÜNDE UND URSPRÜNGE DER SCHRIFT

5.2 KURSIVSCHRIFTEN

6. DER HIEROGLYPHENDISKURS IN SEINEN SCHLAGWÖRTERN

7. SCHLUSS

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschichte der ägyptischen Hieroglyphen von ihren Ursprüngen über die Phase der Nicht-Entzifferbarkeit bis hin zum Durchbruch durch Jean-Francois Champollion. Ziel ist es, den Bedeutungswandel und die anhaltende Faszination dieses Schriftsystems im kulturellen Kontext aufzuzeigen.

  • Die Entzifferungsgeschichte und der Stein von Rosette
  • Strukturmerkmale der Hieroglyphenschrift
  • Entwicklungsgeschichte und Kursivschriften wie Hieratisch und Demotisch
  • Der Hieroglyphendiskurs: Schlagwörter und kulturelle Rezeption

Auszug aus dem Buch

3.2 Erste Untersuchungen und Entzifferungsversuche

Bereits von Anfang an war klar, dass auf dem Stein von Rosette drei verschiedene Schriften zu sehen waren. Von diesen drei waren zwei bekannt. Die „untere ist griechisch, die obere, stark beschädigte, besteht aus Hieroglyphen mit auffälligen Kartuschen“21. Die Schrift in der Mitte blieb vorerst unbekannt. Heute weiß man, dass es Demotisch ist, eine späte hieroglyphische Kursivschrift.

Ein erster Schritt in der Entschlüsselung der Hieroglyphen, der bereits von einem General Napoleons geleistet wurde, bestand in der Übersetzung des griechischen Textes. Es stellte sich heraus, dass es ein Dekret eines Priesterrates war, der sich zu einer Königskrönung versammelt hatte. Genaugenommen war es eine Widmung der Priesterschaft von Memphis, die Ptolomäus V. im Jahre 196 v. Chr. für seine Wohltaten pries22.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die anhaltende Bedeutung des alten Ägypten und die Bedeutung der Hieroglyphen als kulturelles Erbe.

2. DIE ERSTEN GELEHRTEN: Beleuchtung der frühen Fehlannahmen über die Hieroglyphen, insbesondere geprägt durch Horapollo.

3. DER STEIN VON ROSETTE: Beschreibung der Entdeckung des Steins und der nachfolgenden wissenschaftlichen Bemühungen um seine Entschlüsselung.

4. EIN CHARAKTERISTIKUM DER HIEROGLYPHEN: Analyse der Struktur, der Zeichenanzahl und der orthografischen Regeln des Schriftsystems.

5. ENTWICKLUNGSGESCHICHTE: Untersuchung der zeitlichen Entstehung und der Ausbildung von Kursivschriften wie dem Hieratischen und Demotischen.

6. DER HIEROGLYPHENDISKURS IN SEINEN SCHLAGWÖRTERN: Darstellung der philosophischen und kulturellen Begriffe, die den Diskurs um die Hieroglyphen bis heute prägen.

7. SCHLUSS: Fazit über die Bedeutung der Entzifferung für unser Verständnis der ägyptischen Zivilisation.

Schlüsselwörter

Hieroglyphen, Ägyptologie, Stein von Rosette, Jean-Francois Champollion, Entzifferung, Horapollo, Kartusche, Demotisch, Hieratisch, Schriftsystem, Kulturgeschichte, Wissensgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die historische Entwicklung, die Entzifferungsgeschichte und die kulturelle Bedeutung der ägyptischen Hieroglyphen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Entschlüsselung durch den Stein von Rosette, die sprachliche Struktur des Schriftsystems und der Diskurs über ihre Bedeutung durch die Jahrhunderte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Weg von der Unkenntnis über die Entzifferung bis hin zur heutigen Wahrnehmung der Hieroglyphen als kulturelle Zeichen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-deskriptive Analyse unter Einbeziehung von Primär- und Sekundärliteratur zur Ägyptologie und Schriftgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Entzifferungsgeschichte, die Charakteristika der Schrift, ihre Entwicklungsstufen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Hieroglyphendiskurs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Hieroglyphen, Entzifferung, Champollion, Stein von Rosette, Kartuschen und der Hieroglyphendiskurs.

Warum galten Hieroglyphen bis ins 18. Jahrhundert als reine Symbolschrift?

Dies lag vor allem am Einfluss des antiken Autors Horapollo, dessen Lehrmeinung, dass Hieroglyphen rein ideografische Bilder ohne Lautwert seien, über Jahrhunderte dominierte.

Welche Rolle spielt die Intermedialität bei den Hieroglyphen?

Der Begriff der Intermedialität beschreibt die spezielle Verschränkung von Bild und Schrift in einem ägyptischen Zeichen, die sich einer einfachen eindeutigen Interpretation entzieht.

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Details

Title
Hieroglyphen. Fossile, kulturelle Zeichen einer verlorenen Sprache
College
University of Hannover  (Fachbereich Erziehungswissenschaften)
Course
Das alte Ägypten
Grade
1,0
Author
Timo Mauelshagen (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V30762
ISBN (eBook)
9783638319546
Language
German
Tags
Hieroglyphen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Mauelshagen (Author), 2004, Hieroglyphen. Fossile, kulturelle Zeichen einer verlorenen Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30762
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