Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Gruppenleistung


Hausarbeit, 2014
24 Seiten, Note: 2,1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1.Einleitung

2.Erkenntnisse zum Thema Gruppe und Gruppenleistung
2.1 Gruppenleistung
2.2 Einfluss der Aufgabenstellung auf die Gruppenleistung
2.3. Prozessgewinne und Prozessverluste

3.Zusammenhänge von Persönlichkeit und Gruppenleistung
4.Ergebnisse der Literaturrecherche
4.1 Die Ergebnisse der Studie von Neuman und Wright (1999)
4.2 Die Studie von Driskell, Salas, Goodwin und O´Shea(2006)

5. Handlungsempfehlungen
für die Zusammenstellung leistungsstarker Gruppen

6.Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 2.1: Die drei Aufgabentypen mit Beispiel und Ermittlung des Gruppenpotentials

Tabelle 4.1: Studien zur Prädikation gruppenrelevanter Variablen mit dem Fünf-Faktoren-Modells

Tabelle 4.2: Einfluss der Persönlichkeitsfacetten der Gruppenmitglieder auf die Dimensionen der Teamarbeit

1. Einleitung

Aus anthropologischer Sicht ist der Mensch ein Gruppenwesen. Schon zu Beginn der Menschheit schlossen sich Menschen in Gruppen zusammen um zu jagen oder anderweitig Nahrung zu beschaffen. Mit der Weiterentwicklung des Menschen veränderten sich die Ansprüche an die Gruppenarbeit und die Vielfalt der Gruppen erweiterte sich zunehmend. Inzwischen lassen sich Gruppen in allen Bereichen des Lebens finden. Im privaten Bereich fühlen sich die meisten Menschen zu einer Familie, einem Freundeskreis oder vielleicht einem Sportverein zugehörig, während sie sich im weiteren Umfeld hingegen als Teil einer Firma, einer Fahrgemeinschaft oder eines Arbeitsteams sehen.

Teamarbeit hat besonders in der Arbeitswelt enorm an Bedeutung gewonnen. So sind vor allem komplexe Problemlösungsfindungen und Aufgabenstellungen nur durch Teamarbeit zu bewältigen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Teamfähigkeit heute einer der meist genannten Anforderungen in Stellenanzeigen ist (Seelheim & Witte, 2007, S.7).

- wird zunehmend als Arbeitseinheit der Zukunft gesehen. Während Hierarchien verblassen, rückt die eigentliche Aufgabe in den Fokus. Wissen und Erfahrung werden neu definiert und aus alten Strukturen werden neue entwickelt (Tschechne, 2011). Unternehmen versprechen sich von Teamarbeit hohe Effizienz und bestmögliche Ergebnisse. Allerdings können nicht funktionierende Teams zum genauen Gegenteil führen und so hohe Kosten bei schwacher Leistung verursachen.

Somit stellt sich die Frage was genau ein gutes Team ausmacht. Kommt es auf die Zusammensetzung des Teams an? Hat die Persönlichkeit der Teammitglieder eine Auswirkung auf die Gruppenleistung? Was kann man tun, um ein optimales Gruppenergebnis zu erzielen?

In dieser Arbeit soll diesen Fragen nachgegangen werden, indem zunächst die zentralen Erkenntnisse über Gruppen und Gruppenleistung aufgeführt werden. Anschließend wird der Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung eines Teams nach Persönlichkeitsmerkmalen und die Auswirkung auf die Gruppenleistung untersucht. Zudem werden Handlungsempfehlungen für leistungsstarke Gruppen vorgestellt und auf ihre Durchführbarkeit geprüft.

2. Erkenntnisse zum Thema Gruppe und Gruppenleistung

Das Thema „Gruppen“ ist in der Sozialpsychologie ein ausführlich untersuchtes Gebiet. Rosenstiel (zit. nach Wegge, 2006) definiert die Gruppe als eine „Mehrzahl von Personen, die zeitlich überdauernd in direkter Interaktion stehen, durch Rollendifferenzierung und gemeinsame Normen gekennzeichnet sind und die ein Wir-Gefühl verbindet.“ Diese Definition dient lediglich dem Verständnis des Gruppenbegriffs. Allerdings wird in dieser Arbeit der Fokus auf die Gruppenleistung gelegt.

2.1 Gruppenleistung

Die Gruppenleistung hängt von zwei Faktoren ab. Diese wird zum einen durch individualspezifische Komponenten beeinflusst, wie durch die persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Gruppenmitglieder, ebenso wie durch deren Leistungsmotivation. Die durchschnittliche Gruppenleistung wird dabei umso besser ausfallen, je leistungsstärker und leistungsorientierter die Gruppenmitglieder sind (Frey & Bierhoff, 2011, S.223).

Zum anderen gibt es die gruppenspezifische Komponente, welche für die Sozialforschung weitaus interessanter ist, da hierbei soziale Interdependenzen und die soziale Interaktion der Gruppe Einfluss auf die Gruppenleistung nehmen. Ein Beispiel hierfür sind Motivationsschübe, die durch die Gruppenpräsenz entstehen können. Da die gruppenspezifische Komponente nicht beobachtet werden kann, muss diese über das Gruppenpotential berechnet werden. Das Gruppenpotential ist die Summe der individuellen Leistungen jedes einzelnen in Alleinarbeit, also ohne jeglichen Gruppenbezug. Indem man das Gruppenpotential von der Gesamtleistung der Gruppe abzieht, erhält man die gruppenspezifische Komponente der Gruppenarbeit (Frey & Bierhoff, 2011, S. 224f).

2.2 Einfluss der Aufgabenstellung auf die Gruppenleistung

Die Gruppenleistung ist stark von der Aufgabenstellung abhängig. In der Literatur werden hauptsächlich drei Aufgabentypen unterschieden, die additive, disjunktive und konjunktive Aufgabe.

Tabelle 2.1: Die drei Aufgabentypen mit Beispiel und Ermittlung des Gruppenpotentials (Eigene Darstellung entnommen aus Frey & Bierhoff, 2011)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie aus der Tabelle zu entnehmen ist, ergibt sich die Gruppenleistung bei additiven Aufgaben, wie dem Angeln, aus der Summe der Einzelleistungen jedes Mitgliedes (Frey & Bierhoff, 2011, S. 225). Hingegen muss sich eine Gruppe bei einer disjunktiven Aufgabe für genau einen Beitrag der Gruppenmitglieder entscheiden, welcher dann das Gruppenprodukt darstellt und somit die Leistung des fähigsten Mitglieds widerspiegelt (SOPS 3/ H, S. 43). Bei einer konjunktiven Aufgabe wird die Gruppenleistung durch die Leistung des schwächsten Mitgliedes bestimmt, da alle Mitglieder die Aufgabe aktiv abschließen müssen (Frey & Bierhoff, 2011, S. 226).

2.3. Prozessgewinne und Prozessverluste

Das Auftreten von Prozessgewinnen (leistungsfördernde Einflüsse) oder Prozessverlusten (leistungshemmende Einflüsse) entscheidet über den Erfolg einer Gruppenarbeit. Prozessgewinne bzw. -verluste lassen sich daran festmachen, ob die manifeste, also die tatsächliche Gruppenleistung, über oder unter dem Gruppenpotential liegt (Frey & Bierhoff, 2011, S. 227).

Ein häufiger Prozessgewinn ist der Köhler- Effekt. Hier findet ein Motivationsgewinn bei leistungsschwachen Mitgliedern statt, da diese nicht für ein schlechtes Gruppenergebnis verantwortlich sein wollen (Köhler, zit. nach Frey & Bierhoff, 2011, S. 229).

Das soziale Faulenzen (social loafing) ist hingegen ein Prozessverlust. Dabei führt das Wissen, gemeinsam für ein Gruppenergebnis verantwortlich zu sein, unterbewusst dazu, dass in der Gruppe eine schlechtere Leistung erbracht wird, als dies bei einer Einzelleistung der Fall wäre. Dieser Effekt trat in Metaanalysen besonders stark auf, wenn individuelle Leistungsergebnisse nicht bewertet wurden, wenn die gestellte Aufgabe von der Person als eher unwichtig eingeschätzt wurde oder wenn kein klarer Beurteilungsstandard der Gruppenleistung vorlag (Wegge, 2006, S. 596).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Gruppenleistung
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg  (BWL & Wirtschaftspsychologie)
Veranstaltung
Grundlagen der Psychologie
Note
2,1
Autor
Jahr
2014
Seiten
24
Katalognummer
V307726
ISBN (eBook)
9783668061682
ISBN (Buch)
9783668061699
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zusammenhang, persönlichkeitsmerkmalen, gruppenleistung
Arbeit zitieren
Linda Kajuth (Autor), 2014, Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Gruppenleistung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307726

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