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Die Judenverfolgungen zur Zeit des Schwarzen Todes 1348/49. Zwei Konstanzer Chroniken im Vergleich

Titel: Die Judenverfolgungen zur Zeit des Schwarzen Todes 1348/49. Zwei Konstanzer Chroniken im Vergleich

Hausarbeit , 2014 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Judenverfolgungen im Zuge der Pest im 14. Jahrhundert stellen ein vielfach behandeltes und weitläufiges Thema innerhalb der Geschichte dar. In den Juden wurden zu dieser Zeit die Verantwortlichen für die scheinbar unaufhaltsame Pandemie gefunden und zur Rechenschaft gezogen. Vor allem wichtige historische Ereignisse sind aber von detailliert erforschten kleineren Zusammenhängen und Abläufen als fundierte Basis abhängig.

Aufgrund der deutschen Geschichte mag die gewählte Thematik mittlerweile für viele ermüdend scheinen, jedoch ist sie es trotzdem weiterhin wert auch im regionalen Kontext weiter untersucht und lückenlos aufgeklärt zu werden. Zu diesem Zweck wurden die Quellen zu den Judenverfolgungen in Konstanz als Bearbeitungsgegenstand gewählt. Aufgrund der im Gegensatz zu anderen Städten für Konstanz eher komplizierteren Quellenlage und Überlieferung der Chroniken erscheint eine nähere Beleuchtung jener vorhandenen oder rekonstruierten Quellen als sinnvolles Unterfangen.

In der vorliegenden Arbeit soll der Fokus auf der Art und Weise liegen, wie und mit welchem Hintergrund jene Judenverbrennungen zur Zeit des Schwarzen Todes von den Verfassern dargestellt und bewertet werden. Hierfür soll die anonyme „Konstanzer Weltchronik“ mit der verloren gegangenen, sogenannten Chronik des Johannes Stetter, die Philipp Ruppert in seiner Edition zu rekonstruieren versucht, verglichen werden. Schon die Tatsache, dass die letztgenannte Chronik nur nachgebildet wurde, offenbart die Schwierigkeiten der Bearbeitung und Bewertung. Daher ist eine partielle Hinzunahme der für die Rekonstruktion verwendeten Quellen für die Betrachtung unvermeidbar.

Für das Erreichen eines fundierten Ergebnisses wird im Folgenden zuerst kurz auf die verwendeten Quellen im Allgemeinen eingegangen, welches als Basis für die genauere Behandlung ihrer Abschnitte zur Judenverfolgung 1349 dienen soll. Darauf folgend sollen die Darstellung der Pogrome an sich und deren im Text dargelegte Begründung dargestellt werden. Da die Begründungen der Judenverbrennungen aus heutiger Sicht geradezu grotesk erscheinen, wird außerdem erläutert, ob nachträgliche Bewertungen in der Quelle zu finden sind und wie sie getätigt werden. Die Quellen enthalten neben dem Text des Weiteren Illustrationen, die ergänzend zum Text verglichen werden sollen, um anschließend die gewonnenen Erkenntniswert zusammenfassend darzulegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Vorstellung der Quellen

2.2 Quelleninterpretation und -vergleich

2.2.1 Darstellung und Begründung der Judenverfolgung

2.2.2 Bewertung der Ereignisse in den Quellen

2.2.3 Abbildungen der Judenverbrennung

2.2.4 Erkenntniswert

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Darstellung und Bewertung der Judenverfolgungen zur Zeit des Schwarzen Todes (1348/49) in Konstanz anhand eines Vergleichs zwischen der „Konstanzer Weltchronik“ und der rekonstruierten Chronik des Johannes Stetter zu analysieren. Dabei wird insbesondere untersucht, ob und wie die zeitgenössischen Chronisten die Pogrome begründeten und ob eine nachträgliche kritische Bewertung der Ereignisse in den Quellen erkennbar ist.

  • Vergleich der Überlieferung zweier zentraler Konstanzer Chroniken.
  • Analyse der narrativen Begründungsmuster für die Judenverfolgungen.
  • Untersuchung der bildlichen Darstellungen der Judenverbrennungen als historische Quelle.
  • Herausarbeitung des Erkenntniswertes bezüglich der antijudaistischen Tendenzen im Mittelalter.
  • Kritische Reflexion der Rolle des Chronisten im Kontext der Pest-Pandemie.

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Abbildungen der Judenverbrennung

Abbildungen in mittelalterlichen Quellen haben keineswegs nur eine dekorative Funktion, sondern können sie viele verschiedene Absichten ausdrücken und vermitteln. Die bildlichen Darstellungen in mittelalterlichen Handschriften offenbaren daher „vielmehr einen bestimmten Anspruch des tradierten Textes und betont die gesellschaftlichen, auch ideologischen Funktionen der spezifischen literarischen Gattungen.“31 Demgemäß sind Illustrationen in mittelalterlichen Quellen durchaus relevant und unbedingt zu beachten.

Die Tatsache, dass die jeweiligen Verfasser bzw. Illustratoren der Handschriften eine Illustration der Geschehnisse von 1348 für notwendig hielten, zeigt die durchaus vorhandene Relevanz des Themas für die Autoren und damit auch für die mögliche Leserschaft. Im Folgenden wird für die Konstanzer Weltchronik die Abbildung in der Handschrift der Bayerischen Staatsbibliothek verwendet32, während für die Stettersche Chronik die von Sandra Wolff verwendete Handschrift der Chronik des Gebhart Dacher aus der Stiftsbibliothek St. Gallen33 behandelt wird, die in vielen Teilen sowohl auf Stetter als auch auf Heinrich von Diessenhofen als mögliche Vorlagen zurückzuführen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Judenverfolgungen während der Pest-Pandemie im 14. Jahrhundert ein und begründet die methodische Herangehensweise des Vergleichs zweier spezifischer Konstanzer Chroniken.

2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der relevanten Quellen sowie deren detaillierte Interpretation, wobei der Fokus auf Begründung, Bewertung und bildlichen Darstellungen der Pogrome liegt.

2.1 Vorstellung der Quellen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Konstanzer Weltchronik sowie die verlorene, jedoch rekonstruierte Chronik des Johannes Stetter und problematisiert deren Überlieferungsgeschichte.

2.2 Quelleninterpretation und -vergleich: In diesem Abschnitt werden die zentralen Texte und Illustrationen der beiden Chroniken hinsichtlich ihrer Darstellung der Judenverfolgungen direkt gegenübergestellt.

2.2.1 Darstellung und Begründung der Judenverfolgung: Hier wird analysiert, wie die Chronisten die zeitliche Einordnung der Pogrome vornehmen und welche expliziten Begründungen für die Taten im Text angeführt werden.

2.2.2 Bewertung der Ereignisse in den Quellen: Dieses Kapitel untersucht, ob die Verfasser eine kritische Distanz zu den Ereignissen aufbauen oder ob sie die Judenverfolgungen unkommentiert und wertfrei wiedergeben.

2.2.3 Abbildungen der Judenverbrennung: Der Fokus liegt auf der Analyse der zeitgenössischen Illustrationen, die als visuelle Ergänzung zum Text auf die Relevanz der Pogrome für die damalige Leserschaft hinweisen.

2.2.4 Erkenntniswert: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Darstellungen zusammen und ordnet die Ergebnisse in den größeren historischen Kontext ein.

3. Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse des Quellenvergleichs und stellt fest, dass die Chroniken trotz knapper Darstellung eine realistische, wenn auch unterschiedlich bewertete Dokumentation der Ereignisse bieten.

Schlüsselwörter

Judenverfolgung, Konstanz, Schwarzer Tod, Pest, Konstanzer Weltchronik, Johannes Stetter, Quellenvergleich, Mittelalter, Pogrom, Antijudaismus, Geschichtsschreibung, Chronik, 1349, Bildanalyse, Gebhard Dacher

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Darstellung und Bewertung der Judenverfolgungen in Konstanz während der Pest-Pandemie in den Jahren 1348/49 anhand eines vergleichenden Blicks auf zwei mittelalterliche Chroniken.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung von Pogromen, die mittelalterliche Geschichtsschreibung, die Rolle von Bildquellen sowie die Untersuchung antijudaistischer Begründungsmuster.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Chronisten die Ereignisse des Jahres 1349 dokumentierten und bewerteten, um den Erkenntniswert dieser Quellen für die heutige Forschung zu eruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode des komparativen Quellenvergleichs, bei dem sowohl textliche als auch visuelle Zeugnisse einer kritischen Analyse unterzogen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Quellen vorgestellt, der textliche Inhalt in Bezug auf Begründungen und Bewertungen analysiert sowie die Abbildungen der Judenverbrennungen als historische Dokumente interpretiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Judenverfolgung, Konstanz, Schwarzer Tod, Quellenvergleich und Antijudaismus charakterisiert.

Wie gehen die Chronisten mit dem Mangel an Fakten um?

Die Autoren beschränken sich oft auf knappe, aber prägnante Darstellungen, da ihnen vermutlich keine detaillierten Zahlen vorlagen, und bemühen sich um eine realistische, teilweise neutrale Schilderung.

Welche Rolle spielen die Abbildungen für die historische Erkenntnis?

Die Illustrationen dienen nicht nur als Dekoration, sondern spiegeln die Relevanz der Pogrome wider und vermitteln durch die detaillierte Darstellung der Opfer ein empathisches Bild der Geschehnisse.

Ergeben die Quellen eine antisemitische oder antijudaistische Haltung?

Die Untersuchung deutet darauf hin, dass die situative Denkweise des Mittelalters eher als antijudaistisch einzustufen ist, da sie auf der religiösen Ausgrenzung basiert, jedoch nicht als moderner Antisemitismus fehlinterpretiert werden sollte.

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Details

Titel
Die Judenverfolgungen zur Zeit des Schwarzen Todes 1348/49. Zwei Konstanzer Chroniken im Vergleich
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V307826
ISBN (eBook)
9783668063327
ISBN (Buch)
9783668063334
Sprache
Deutsch
Schlagworte
judenverfolgungen zeit schwarzen todes zwei konstanzer chroniken vergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2014, Die Judenverfolgungen zur Zeit des Schwarzen Todes 1348/49. Zwei Konstanzer Chroniken im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307826
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Leseprobe aus  17  Seiten
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