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Das Plagiat in Zeiten des Web 2.0. Der Plagiatsvorwurf gegen Helene Hegemanns "Axolotl Roadkill"

Title: Das Plagiat in Zeiten des Web 2.0. Der Plagiatsvorwurf gegen Helene Hegemanns "Axolotl Roadkill"

Master's Thesis , 2015 , 92 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julia Hans (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Masterarbeit beschäftigt sich mit den ungekennzeichneten Übernahmen Hegemanns in ihrem Debüt "Axolotl Roadkill". Der Fokus liegt dabei auf den textlichen Übernahmen des Bloggers Airen, da sie zunächst auf seinem Weblog, also dem Web 2.0, erschienen sind. Hegemann rechtfertigte die Plagiate nach der Enthüllung damit, dass ihr Buch in Zeiten des Web 2.0 entstanden sei. In diesem Jahrzehnt gelte das Urheberrecht nicht mehr, es bestehe geradezu ein "Recht zum Kopieren und zur Transformation".

Im ersten Schritt wird zunächst der Begriff des Plagiats aus rechtlicher und literarischer Perspektive erläutert. Das folgende Kapitel widmet sich dem Roman Hegemanns, hier wird besonders die Stilistik und die Rezeption näher betrachtet. Es wird ebenfalls ein Blick auf Airens Roman "Strobo" geworfen, aus dem die meisten Übernahmen stammen. Die Plagiatsdebatte wird nachgezeichnet und untersucht, ob der Vorwurf des Plagiats für "Axolotl Roadkill" gerechtfertigt ist.

Der zweite Teil der Masterarbeit beschäftigt sich mit den kulturellen Veränderungen, die mit der Digitalisierung und dem Web 2.0 einhergehen. Neue Gattungen, Techniken und Autorschaftsmodelle stehen hier im Mittelpunkt. Es wird ebenso untersucht, inwiefern die neuen Modelle mit dem doch schon recht alten Urheberrechtsgesetz kompatibel sind.
Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse der vorherigen Abschnitte zusammengeführt. Die Autorschaftsmodelle von Airens Blog und Hegemanns Debüt werden einer genauen Analyse unterzogen. Die Resultate dienen schließlich der Prüfung, ob Hegemanns Rechtfertigung ihres Plagiats greifen kann.

Es wird schließlich herausgestellt, dass Hegemanns Debüt zum einen ein Plagiat ist und die ungekennzeichneten Übernahmen von der Autorin zum anderen nicht auf die Weise gerechtfertigt werden können, wie sie es tat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 | Einleitung

2 | Der Begriff des Plagiats

2.1 | Der juristische Aspekt des Plagiats: Verletzung des Urheberrechts

2.2 | Der literarische Aspekt des Plagiats: Unausgewiesene Verwendung von Fremdmaterial

3 | Helene Hegemanns Axolotl Roadkill

3.1 | Die Stilistik

3.2 | Die Rezeption

3.3 | Der Plagiatsvorwurf

3.4 | Exkurs: Airens Strobo

3.5 | Die Reaktionen auf den Plagiatsvorwurf

3.5.1 | Die Autorin

3.5.2 | Der Verlag

3.5.3 | Das Feuilleton

3.6 | Axolotl Roadkill: Ein Plagiat?

3.6.1 | Verletzung des Urheberrechts

3.6.2 | Keine freie Benutzung

3.6.3 | Schwierigkeit des Erkennens der Quelle

3.6.4 | Menge der Übernahmen

4 | Kulturelle Veränderungen durch die Digitalisierung und das Web 2.0

4.1 | Entstehen neuer Gattungen: Der Weblog

4.2 | Copy & Paste als Kulturtechnik

4.3 | Veränderung der Konzepte von Autorschaft

4.4 | Exkurs: Poststrukturalistische Theorie

4.5 | Kompatibilität mit dem Urheberrecht

4.5.1 | Kollision webbasierter Schaffensrealität mit der geltenden Rechtsnorm

4.5.2 | Zeitgemäße Tendenzen und Novellierung der Gesetzesgrundlage

5 | Autorschaftsmodelle in Zeiten des Web 2.0

5.1 | Airens Blog live

5.1.1 | live als literarischer linear-sequentieller Hypertext

5.1.2 | Intertextualität bei Airens literarischen Erzeugnissen

5.1.3 | Das von Airen vertretene Autorenmodell

5.2 | Helene Hegemanns Axolotl Roadkill

5.2.1 | Das um Hegemann aufgebaute Autorenmodell

5.2.2 | Intertextualität bei Axolotl Roadkill

6 | Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Plagiats im Kontext des digitalen Zeitalters und des Web 2.0, unter besonderer Berücksichtigung des Literaturkanons und moderner Autorschaftsmodelle. Im Zentrum steht die Analyse des Debütromans Axolotl Roadkill von Helene Hegemann, dessen Entstehungsprozess durch die umfassende, ungekennzeichnete Übernahme von Fremdmaterial aus Blogs und anderen Quellen geprägt ist, um zu klären, inwiefern diese Praxis als legitim oder als Urheberrechtsverletzung zu bewerten ist.

  • Wissenschaftliche Definition und historische Entwicklung des Plagiatsbegriffs.
  • Juristische und literaturtheoretische Einordnung von Plagiatsfällen.
  • Detaillierte Untersuchung des Plagiatsvorwurfs gegen Helene Hegemann.
  • Kulturelle Implikationen durch Digitalisierung und Copy-&-Paste-Kultur.
  • Kritische Gegenüberstellung traditioneller Autorschaftsmodelle und moderner Netz-Produktionsweisen.

Auszug aus dem Buch

3.1 | Die Stilistik

Die Sprache des Romans ist umgangssprachlich, oft werden Wendungen der gesprochenen Sprache verwandt (z. B. „scheiße“, S. 7; „[n]ja“, S. 8; „[i]ch so“, S. 11 etc.). Hegemann spielt mit den Konventionen, wenn sie im Gegensatz dazu die im Text geäußerte direkte Rede, also gesprochene Sprache, in ihrer Ausgefeiltheit wie Schriftsprache wirken lässt (z. B. S. 12). Solche Kniffe sind jedoch selten. Die wirren und zusammenhangslosen Gedanken der Protagonistin gehen mit dem Inhalt des Buches konform, welches den Drogenkonsum und seine Auswirkungen bei Mifti thematisiert.

Axolotl Roadkill steht unter dem Motto des dem Privatsender Pro7 eigenen Slogans „We love to entertain you“ (S. 6). Die Autorin verwertet somit ein Produkt der Alltagswelt, nämlich das Trash-TV-Angebot des Privatfernsehsenders mitsamt der dazugehörigen Implikationen wie die mit Spielfilmen, Serien und Scripted Reality erfolgenden Unterhaltung, in ihrem Werk. Hieran lässt sich erkennen, dass es sich um einen Roman der Popliteratur handelt, der sich in seinem Vokabular und seiner Perspektive an der Medien- und Warenwelt orientiert und die Alltagskultur der Gegenwart abbildet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 | Einleitung: Einführung in den Literaturskandal um Helene Hegemanns Debütroman und Erläuterung des Schwerpunkts der Masterarbeit.

2 | Der Begriff des Plagiats: Theoretische Grundlegung des Plagiatsbegriffs mit Fokus auf die juristischen und literarischen Aspekte der fremden Aneignung.

3 | Helene Hegemanns Axolotl Roadkill: Analyse des Romans, der Rezeption und des Plagiatsvorwurfs durch Deef Pirmasens unter Einbeziehung des Vorlagentextes Strobo.

4 | Kulturelle Veränderungen durch die Digitalisierung und das Web 2.0: Untersuchung der neuen Produktionsbedingungen von Literatur im digitalen Raum und deren Konfliktpotenzial mit dem bestehenden Urheberrecht.

5 | Autorschaftsmodelle in Zeiten des Web 2.0: Vergleich der Autorschaftsmodelle von Airen und Hegemann und deren Vereinbarkeit mit klassischen Konzepten.

6 | Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Plagiatsvorwürfe und Ausblick auf die notwendige Anpassung von Rechtsnormen an die digitale Realität.

Schlüsselwörter

Plagiat, Urheberrecht, Axolotl Roadkill, Helene Hegemann, Web 2.0, Copy & Paste, Intertextualität, Autorschaft, Popliteratur, Digitalisierung, Strobo, Airen, Literaturtheorie, Poststrukturalismus, Kreativität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von Plagiaten in der modernen Literatur, illustriert am Fall des Romans Axolotl Roadkill von Helene Hegemann, und stellt diese in den Kontext des digitalen Wandels.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Urheberrecht im Web 2.0, der Wandel von Autorschaft, literarische Textproduktion durch Copy & Paste und der Diskurs um "Kulturtechniken" im digitalen Raum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob die von Hegemann angewandte Methode der Textübernahme im Web 2.0 als legitime intertextuelle Praxis oder als handfeste Urheberrechtsverletzung einzustufen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Quellenvergleiche, Rezeptionsanalyse sowie die Untersuchung von Texten auf Grundlage medienphilosophischer und urheberrechtlicher Theorien kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Plagiaten, die detaillierte Untersuchung des Hegemann-Skandals inklusive der Reaktion des Feuilletons, eine Analyse der digitalen Produktionsbedingungen sowie einen Vergleich von Autorschaftsmodellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Urheberrecht, Intertextualität, Web 2.0, Plagiat, digitale Autorschaft und Copy & Paste.

Wie unterscheidet sich Hegemanns Vorgehen von klassischen Autorenmodellen?

Hegemann propagiert ein Verständnis von Literaturproduktion, das als "Recht auf Kopieren" bezeichnet wird und die Autorschaft in einem kollektiven, intertextuellen Prozess sieht, während das traditionelle Modell den Autor als originären Schöpfer eines abgeschlossenen Werks definiert.

Welche Rolle spielen die Blogger Airen und Deef Pirmasens?

Airen lieferte mit seinem Blog und seinem Werk Strobo die Vorlage für die unkenntlich gemachten Textübernahmen in Hegemanns Roman, während Deef Pirmasens den Plagiatsvorwurf durch seine Recherche öffentlich machte.

Was schlussfolgert die Autorin hinsichtlich der Gesetzeslage?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das deutsche Urheberrecht in seiner aktuellen Form mit der webbasierten Schaffensrealität kollidiert, da es auf einem klassischen Verständnis von Werk und Urheber basiert, das der dynamischen Natur digitaler Texte nicht mehr vollständig gerecht wird.

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Details

Title
Das Plagiat in Zeiten des Web 2.0. Der Plagiatsvorwurf gegen Helene Hegemanns "Axolotl Roadkill"
College
Humboldt-University of Berlin  (Deutsche Literatur)
Course
Abschlussarbeit
Grade
1,3
Author
Julia Hans (Author)
Publication Year
2015
Pages
92
Catalog Number
V307856
ISBN (eBook)
9783668069084
ISBN (Book)
9783668069091
Language
German
Tags
Airen Plagiat Web 2.0 Blog Weblog Strobo Pirmasens Axolotl Roadkill Helene Hegemann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Hans (Author), 2015, Das Plagiat in Zeiten des Web 2.0. Der Plagiatsvorwurf gegen Helene Hegemanns "Axolotl Roadkill", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307856
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