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Interkulturelle Wirtschaftskommunikation. Analysen von Erscheinungsweisen und Problemfeldern

Title: Interkulturelle Wirtschaftskommunikation. Analysen von Erscheinungsweisen und Problemfeldern

Examination Thesis , 2002 , 119 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Linguistics
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Wenn interkulturelle Kommunikationsforschung zum Ziel hat, kulturbedingte Einstellungen, Sicht- und Handlungsweisen, Konventionen, Werte usw. und deren Einfluß auf die Kommunikation mit Angehörigen anderer Kulturen zu analysieren, dann kann der Beitrag der Linguistik nicht in erster Linie in der Beschreibung von Sprachsystemen liegen, sondern muß die
Verwendung von sprachlichen Strukturen innerhalb der Kommunikation behandeln. Der Beitrag muß auf den Begriffe von sprach- und kommunikationswissenschaftlichen Untersuchungen aufbauen, die die Bedingungen für das Zustandekommen von Verständigung in der Kommunikation untersuchen und die Strukturen der Einzelsprachen als Mittel betrachten, diese Verständigung herbeizuführen. Nur in einem solchen Untersuchungsfeld kann die interkulturelle kommunikations-relevante Thematik von kulturspezifischen Werten linguistisch behandelt werden.

Innerhalb dieser Forschungsrichtung bezeichnet ‚Interkulturelle Wirtschaftskommunikation’ ein Forschungsfeld, das sich mit sprachlich und kulturell bedingten Kommunikationsproblemen in internationalen Wirtschaftsbeziehungen beschäftigt. Die Aufgabe besteht darin, systematisch und interdisziplinär zu analysieren, welche Faktoren die grenzüberschreitende Kommunikation
in Handlungsfeldern der Wirtschaft positiv oder negativ beeinflussen. In der vorliegenden Arbeit sollen dabei die wesentlichen Faktoren unter linguistischen Gesichtspunkten analysiert und diskutiert werden. Die Literatur zu diesem Thema ist nur schwer zu überschauen, zumal sie aus verschiedenen interdisziplinären Bereichen herangezogen werden muß, um
die Komplexität der Thematik vollständig zu erfassen. Der Schwerpunkt der herangezogenen Werke liegt daher auf der Literatur zur interkulturellen Kommunikation; hier findet man mehrheitlich Sammelbände und Fallstudien unterschiedlicher Qualität, aber nur selten linguistisch-orientierte Monographien
einführender Natur. Aufgrund der Komplexität und Vielschichtigkeit
des Forschungsfeldes thematisieren Forscher innerhalb der linguistischen Analysen lediglich einzelne Aspekte der interkulturellen Kommunikation, beispielsweise „Diskursstrategien“ (GÜNTHNER 1993) oder „Intonatorische Verfahren“ (RABANUS 2001) und beschränken sich dabei in der Regel auf die Kontrastierung von zwei maximal drei Kulturen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Gegenstand, Ziel und Gliederung der Arbeit

2. Forschungsbereich Interkulturelle Wirtschaftskommunikation

2.1. Entwicklung und Stand der Forschung

2.2. Ansätze und methodologische Grundlage der Arbeit

2.2.1. Der Kontrastiv-pragmatische Ansatz

2.2.2. Interaktions-/prozeßorientierte Ansätze

2.3. Die Bedeutung interkultureller Kommunikation für die Wirtschaft

3. Begriffsdefinitionen

3.1. Die wechselseitige Verknüpfung von Kultur und Sprache

3.1.1. Der zugrundliegende Kulturbegriff

3.1.2. Sprache und Kommunikation

3.1.4. Interkulturelle versus intrakulturelle Kommunikation

3.2. Kommunikation in wirtschaftlichen Zusammenhängen

3.2.1. Wirtschaft

3.2.2. Interkulturelle Wirtschaftskommunikation

4. Allgemeine Voraussetzungen und Probleme fremdkultureller Begegnungen

4.1. Mißverständnisse

4.2. Lernersprachliche Defizite

4.3. Wahl der Kontaktsprache

4.4. Pragmatischer Transfer

5. Mündliche versus schriftliche Wirtschaftskommunikation: Eine Abgrenzung

5.1. Kulturbedingte Kommunikationsunterschiede im Bereich Mündlichkeit versus Schriftlichkeit

5.2. Der Geschäftsbrief

6. Verbale Kommunikation

6.1. Face-to-face-Kommunikation in Abgrenzung zu Telefongesprächen

6.2. Sprachliches Lexikon

6.3. Sprechakte

6.4. Sprechhandlungssequenzen

6.4.1. Begrüßung

6.4.2. Höflichkeit

6.4.3. Anredeformen

6.5. Konventionen des Diskursablaufs

6.6. Grad der Indirektheit

7. Paraverbale Kommunikation

7.1. Rhythmus und Lautstärke

7.2. Prosodie und Tonhöhe

8. Nonverbale Kommunikation

8.1. Gestik

8.2. Mimik und Blickkontaktverhalten

8.3. Körperhaltung

9. Extraverbale Elemente

9.1. Die Sprache des Raumes

9.2. Die Zeitsprache

9.3. Die Vertragssprache

9.4. Denkmuster

9.5. Kontextabhängigkeit in der Kommunikation

10. Kommunikativer Stil

10.1. Die Bedeutung von Kontextualisierungshinweisen

10.2. Stilunterschiede und ihre Relevanz für Mißverständnisse

11. Unterschiede im Rezipientenverhalten

11.1. Hörersignale

11.2. Rezipientenechos

12. Der Übersetzer als Vermittler

12.1. Problemfelder der Übersetzung

12.1.1. Lexikalisch-semantische Konventionen

12.1.2. Para- und nonverbale Konventionen

12.1.3. Konventionen pragmatischer Sprechhandlungen

13. Interkulturelle Kommunikation mit sprachlichen Hindernissen

13.1. Falsche Anrede als Auslöser für Mißverständnisse

14. Schlußbetrachtung

15. Verzeichnisse

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die interkulturell bedingten Kommunikationsprobleme in internationalen Wirtschaftsbeziehungen mit Fokus auf die direkte mündliche Interaktion, um ein theoretisches Verständnis für das Zustandekommen von Missverständnissen zu schaffen.

  • Interkulturelle Wirtschaftskommunikation als Forschungsfeld
  • Methodologische Ansätze: Kontrastive Pragmatik vs. interaktionistische Soziolinguistik
  • Dimensionen der Kommunikation: Verbal, paraverbal, nonverbal und extraverbal
  • Kulturelle Einflussfaktoren auf Kommunikationsstile
  • Bedeutung der Rolle des Übersetzers als Vermittler

Auszug aus dem Buch

13.1. Falsche Anrede als Auslöser für Mißverständnisse

In verschiedenen Kulturen haben wirtschaftliche Beziehungen unterschiedlichen Charakter; während in Asien der formelle Rahmen eine große Rolle spielt, gehört zur amerikanischen Geschäftsbeziehung auch die persönliche Beziehung.

Der interkulturell-agierende Manager kann nicht davon ausgehen, daß sein Anredesystem in allen Ländern angemessen ist. Während in vielen englischen Kulturen Offenheit, Gleichheit und Nähe in wirtschaftlichen Beziehungen großgeschrieben werden, sind die Asiaten im Vergleich formeller und zurückhaltender orientiert.

Mr. Richardson geht mit einem guten Gefühl aus dem Gespräch. In seinen Augen ist die persönliche Anrede mit dem Vornamen, sowie das Lächeln seines asiatischen Kollegen ein gutes Zeichen für eine erfolgreiche weitere Zusammenarbeit. Im Gegensatz zu Mr. Chu; er geht mit einer sehr distanzierten Haltung aus dem Gespräch. Seine Einschätzung über die weiteren geschäftlichen Beziehungen ist wohl eher negativ. Ausschlaggebend ist zum einen die, von Mr. Richardson gewählte Anredeform. Insbesondere amerikanische Manager bevorzugen schon beim ersten Business-Meeting die persönliche Anrede mit dem Vornamen (Just call me Andy). Im asiatischen Kontext ist aber eine solche Beziehung undenkbar. Hierarchie, Status und Grad der Vertrautheit spielen eine große Rolle. Mr Chu würde dementsprechend die unpersönliche Anrede (Mr. Chu/Mr. Richardson) in diesem Kontext bevorzugen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt den Forschungsgegenstand, das Ziel und die Gliederung der Arbeit vor, mit Fokus auf interkulturelle Missverständnisse in der Wirtschaft.

2. Forschungsbereich Interkulturelle Wirtschaftskommunikation: Erläutert die Entwicklung des Forschungsbereichs, zentrale methodische Ansätze und die Relevanz interkultureller Kommunikation für die heutige globale Wirtschaft.

3. Begriffsdefinitionen: Definiert die zentralen Termini wie Kultur, Kommunikation, interkulturelle Kommunikation und Wirtschaft im Hinblick auf den Untersuchungsrahmen.

4. Allgemeine Voraussetzungen und Probleme fremdkultureller Begegnungen: Diskutiert die Unsicherheiten in fremdkulturellen Begegnungen, die Rolle von Missverständnissen und den Einfluss von lernersprachlichen Defiziten.

5. Mündliche versus schriftliche Wirtschaftskommunikation: Eine Abgrenzung: Grenzen beide Kommunikationsformen voneinander ab und beleuchtet die Rolle von Kulturbedingtheiten und des Geschäftsbriefs.

6. Verbale Kommunikation: Analysiert face-to-face-Interaktionen, Sprechakte und Konventionen des Diskursablaufs in interkulturellen Kontexten.

7. Paraverbale Kommunikation: Untersucht den Einfluss von Rhythmus, Lautstärke, Prosodie und Tonhöhe auf die interkulturelle Verständigung.

8. Nonverbale Kommunikation: Behandelt die Bedeutung von Gestik, Mimik und Körperhaltung als Teil des kulturellen Kommunikationsrepertoires.

9. Extraverbale Elemente: Analysiert den Einfluss von Raumverhalten, Zeitkonzepten, Vertragsgestaltung und kulturellen Denkmustern.

10. Kommunikativer Stil: Führt in die Theorie der kulturellen Stile ein und diskutiert die Bedeutung von Kontextualisierungshinweisen.

11. Unterschiede im Rezipientenverhalten: Widmet sich der Rolle von Hörersignalen und Rezipientenechos in interkulturellen Gesprächssituationen.

12. Der Übersetzer als Vermittler: Beleuchtet die verantwortungsvolle Rolle des Sprachmittlers bei der Überbrückung kultureller Differenzen.

13. Interkulturelle Kommunikation mit sprachlichen Hindernissen: Illustriert anhand eines konkreten Fallbeispiels (amerikanisch-chinesische Kommunikation) die Auswirkungen von Missverständnissen bei der Anrede.

14. Schlußbetrachtung: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und formuliert Konsequenzen für den Fremdsprachenunterricht.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kommunikation, Wirtschaftskommunikation, interkulturelle Kompetenz, Sprachwissenschaft, Wirtschaftsbeziehungen, Missverständnisse, kontrastive Pragmatik, interaktionale Soziolinguistik, Kontextualisierung, verbale Kommunikation, nonverbale Kommunikation, fremdkulturelle Begegnungen, Dolmetschen, Übersetzen, kulturelle Distanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss von Interkulturalität auf interpersonale Kommunikationssituationen im wirtschaftlichen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themenfelder umfassen den Forschungsbereich der interkulturellen Wirtschaftskommunikation, die linguistische Analyse verschiedener Kommunikationsebenen sowie die Untersuchung von Missverständnissen und Interaktionsproblemen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Überblick über Problembereiche der interkulturellen Kommunikation in der Wirtschaft zu geben und kritisch zu analysieren, welche kommunikativen Probleme in direkten Interaktionen zwischen internationalen Geschäftspartnern auftreten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Arbeit nutzt eine ansätze-übergreifende Methode, die sich primär an der kontrastiven Pragmatik und dem interaktionistischen Ansatz (interaktionale Soziolinguistik) orientiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die verbalen, paraverbalen, nonverbalen und extraverbalen Dimensionen der Kommunikation sowie den Einfluss von kommunikativen Stilen und dem Rezipientenverhalten auf die Verständigung zwischen international agierenden Managern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind u.a. Interkulturelle Kompetenz, interkulturelle Wirtschaftskommunikation, interkulturelle Missverständnisse, Kontextualisierung, Sprachmittler und kulturelle Distanz.

Warum ist das "Zwiebelmodell" nach Dascal in dieser Arbeit von Bedeutung?

Es dient als Referenzpunkt in der Diskussion um Bedeutungsschichten von Aussagen, auch wenn der Autor für die vorliegende Arbeit kritisch hinterfragt, ob es prozesshafte kontextgebundene Kommunikation ausreichend erklären kann.

Was zeigt das Fallbeispiel des amerikanischen und chinesischen Managers in Kapitel 13?

Es veranschaulicht drastisch, wie selbst eine formal kleine Unstimmigkeit, wie die Wahl der Anredeform, aufgrund kultureller Unterschiede (Hierarchie vs. Offenheit) zu einem schwerwiegenden Vertrauensbruch in einer Geschäftsbeziehung führen kann.

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Details

Title
Interkulturelle Wirtschaftskommunikation. Analysen von Erscheinungsweisen und Problemfeldern
College
University of Wuppertal
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2002
Pages
119
Catalog Number
V30790
ISBN (eBook)
9783638319775
Language
German
Tags
Interkulturelle Wirtschaftskommunikation Analysen Erscheinungsweisen Problemfeldern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2002, Interkulturelle Wirtschaftskommunikation. Analysen von Erscheinungsweisen und Problemfeldern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30790
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