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Die Provinzialisierung Siziliens. Von der Eroberung bis zur "Nährmutter des römischen Volkes"

Title: Die Provinzialisierung Siziliens. Von der Eroberung bis zur  "Nährmutter des römischen Volkes"

Term Paper , 2013 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Arne Meiners (Author)

World History - Antiquity
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entstehung der ersten römischen Provinz Sizilien nach der Eroberung im Jahre 241 v. Chr. Erstmals in der Geschichte Roms wurde mit Sizilien ein erobertes Gebiet nicht in die Wehrgemeinschaft aufgenommen, sondern unter direkte Herrschaft Roms gestellt. Dieser bedeutende Schritt in der Geschichte Roms wirft einige Fragen auf und bedarf einer historischen Herleitung: Welche Gründe haben Rom dazu bewogen von der Ausdehnung der Wehrgemeinschaft abzulassen und dafür eine Provinz zu errichten? Welchen Nutzen versprach sich Rom von der Provinzialisierung und welche Voraussetzungen mussten dafür geschaffen werden?

Um diesem Fragenkomplex nachzugehen, wird untersucht, wie Sizilien römischer Besitz wurde und welche Rückschlüsse sich aus dem Ausbruch und dem Verlauf des Ersten Punischen Krieges ziehen lassen. Im Weiteren gilt es zu klären, warum die Wehrgemeinschaft auf Sizilien nicht erweitert wurde: Was machte Sizilien als Bundesgenossen unattraktiv? Anschließend wird der Blick auf die Provinzialisierung geworfen und die Frage nach dem Nutzen der Provinz Sizilien gestellt: Wie wurde Sizilien die „Nährmutter des römischen Volkes“ als welche Cato sie bezeichnete und welche Voraussetzungen mussten geschaffen werden, damit Sizilien zu diesem wirtschaftlichen Nutzobjekt wurde?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausbruch des Ersten Punischen Krieges: Kriegsgrund Sizilien?

3. Erweiterung der Wehrgemeinschaft?

4. Einrichtung der Provinz Sizilien

4.1. Entscheidung zur Territorialherrschaft

4.2. Institutionalisierung der Herrschaft

4.3. Aufbau von Verwaltung: Wirtschaftliches Nutzobjekt

5. Alternative zur direkten Herrschaft: Das Amicitia-Verhältnis

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht den historischen Prozess der Provinzialisierung Siziliens durch das Römische Reich. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob diese Entwicklung einem langfristigen strategischen Plan folgte oder das Ergebnis ad-hoc getroffener Entscheidungen aufgrund wechselnder politischer und militärischer Interessen war.

  • Die Ursachen und der Verlauf des Ersten Punischen Krieges als Auslöser für die römische Intervention.
  • Die Gründe für das Scheitern einer Ausweitung der italischen Wehrgemeinschaft auf Sizilien.
  • Die Institutionalisierung der römischen Herrschaft durch die erstmalige Entsendung eines Prätors.
  • Die Entwicklung Siziliens zum wirtschaftlichen Nutzobjekt ("Nährmutter des römischen Volkes").
  • Der Vergleich mit alternativen Herrschaftsformen wie dem Amicitia-Verhältnis am Beispiel Illyriens.

Auszug aus dem Buch

4.1.Entscheidung zur Territorialherrschaft

Zwar wurde die Räumung Siziliens durch Karthago vereinbart, jedoch geht aus dem Vertrag nicht direkt hervor, dass die Insel unter direkte römische Herrschaft gelangen würde. Es wird lediglich von einer Gebietsabtretung Karthagos gesprochen, die nicht mit einer Okkupation Roms gleichzusetzen ist. An dieser feinen juristischen Unterscheidung kann man erkennen, dass die Inbesitznahme Siziliens beim Abschluss des Vertrages noch nicht entschieden war.

Das Ziel des Vertrags von Lutatius bestand aus römischer Sicht darin, jeglichen zukünftigen Einfluss Karthagos auf Sizilien zu unterbinden. In diesem Sinne wurden auch die Verbündeten Roms unter Schutz gestellt und somit jeglicher Anlass zur Einflussnahme Karthagos präventiv unterbunden. Das Gebiet, das von Karthago geräumt wurde, unterlag jedoch keinem Schutz laut des Vertrags. Um einer Rückeroberung des restlichen Siziliens durch Karthago zu vorzukommen, mussten die Gebiete unter römische Kontrolle gelangen. Da schließlich die Idee der Ausweitung der Wehrgemeinschaft auf Sizilien verworfen wurde, gelangte die Insel unter direkte römische Herrschaft. Der militärische Aspekt war auch schon während des Krieges für Sizilien ausschlaggebend, was der Historiker Robert Malcolm Errington mit seiner Aussage verdeutlicht: [F]or Rome, Sicily would have remained valuable even if the fighting had reduced it to an unpopulated desert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Übergang Siziliens von der Eroberung zur ersten römischen Provinz und definiert die leitende Fragestellung bezüglich der Motive für diese strukturelle Neuerung.

2. Ausbruch des Ersten Punischen Krieges: Kriegsgrund Sizilien?: Dieses Kapitel analysiert, ob Sizilien der eigentliche Kriegsgrund war oder ob römische Interessen zur Sicherung Süditaliens und die Begrenzung des karthagischen Einflusses den Ausschlag gaben.

3. Erweiterung der Wehrgemeinschaft?: Hier wird untersucht, warum das bewährte Modell der römischen Wehrgemeinschaft auf Sizilien keine Anwendung fand und stattdessen eine andere Herrschaftsform gewählt wurde.

4. Einrichtung der Provinz Sizilien: Das Kapitel beleuchtet die Etappen der Provinzialisierung, von der Entscheidung zur Territorialherrschaft über die politische Institutionalisierung bis hin zur administrativen Ausgestaltung als wirtschaftliches Nutzobjekt.

5. Alternative zur direkten Herrschaft: Das Amicitia-Verhältnis: Durch den Vergleich mit dem Beispiel Illyriens wird aufgezeigt, dass Rom auch andere Instrumente der Einflussnahme besaß und die direkte Provinzialisierung keine zwangsläufige Konsequenz römischer Expansion darstellte.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Provinzialisierung Siziliens keinem langfristigen Masterplan folgte, sondern das Resultat pragmatischer Reaktionen auf historische Entwicklungen war.

Schlüsselwörter

Sizilien, Provinzialisierung, Römische Republik, Erster Punischer Krieg, Wehrgemeinschaft, Statthalterschaft, Prätor, Amicitia-Verhältnis, Lex Hieronica, Karthago, Territorialherrschaft, Wirtschaftliches Nutzobjekt, Administration, Machtausweitung, Historische Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die historischen Prozesse, die nach dem Ersten Punischen Krieg zur Entstehung der ersten römischen Provinz Sizilien führten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die römische Außenpolitik, die strategischen Erwägungen bei der Eroberung, das Versagen traditioneller Bündnissysteme sowie der Aufbau der Provinzialverwaltung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Provinzialisierung Siziliens ein geplanter Schritt oder das Ergebnis kurzfristiger, kriegsbedingter Notwendigkeiten war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine strukturierte Analyse historischer Quellen und greift auf moderne Modelle der Althistorie zurück, um die politischen Motive der römischen Führung zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Kriegsausbruchs, die Analyse der Herrschaftsformen und die detaillierte Ausarbeitung der administrativen Entwicklung der Provinz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Sizilien, Provinzialisierung, Wehrgemeinschaft, Amicitia und die römische Außenpolitik.

Warum wurde Sizilien nicht wie andere Gebiete als Bundesgenosse in die Wehrgemeinschaft aufgenommen?

Den sizilianischen Städten fehlte es an der notwendigen militärischen Schlagkraft und Zuverlässigkeit, zudem war das vorangegangene Bündnis der Mamertiner mit Rom belastend für das Verhältnis zu den griechischen Städten.

Welche Rolle spielte die "Lex Hieronica" für die Provinz?

Sie diente als Grundlage für die Provinzialgesetzgebung und ermöglichte es Rom, Sizilien systematisch als wirtschaftliches Nutzobjekt zu erschließen und Erträge zu maximieren.

Inwiefern unterscheidet sich das Modell der Provinz von einem Amicitia-Verhältnis?

Während die Provinz durch direkte römische Verwaltung und die Präsenz eines Statthalters gekennzeichnet ist, basiert das Amicitia-Verhältnis auf gegenseitiger Neutralität und vertraglichen Absprachen ohne direkte administrative Kontrolle.

Wann begann die dauerhafte römische Statthalterschaft auf Sizilien?

Die dauerhafte Organisation durch einen Prätor mit Sondervollmachten wurde im Jahr 227 v. Chr. etabliert, angestoßen durch militärische Erfordernisse infolge des Söldnerkrieges und der Situation auf Sardinien.

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Details

Title
Die Provinzialisierung Siziliens. Von der Eroberung bis zur "Nährmutter des römischen Volkes"
College
University of Münster  (Seminar für Alte Geschichte)
Course
Einführung in das Studium der Alten Geschichte: Griechen im westlichen Mittelmeer
Grade
1,7
Author
Arne Meiners (Author)
Publication Year
2013
Pages
17
Catalog Number
V307959
ISBN (eBook)
9783668060821
ISBN (Book)
9783668060838
Language
German
Tags
Geschichte Roms Provinz Sizilien Erster Punischer Krieg Provinzialisierung römische Wehrgemeinschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arne Meiners (Author), 2013, Die Provinzialisierung Siziliens. Von der Eroberung bis zur "Nährmutter des römischen Volkes", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307959
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