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10 Jahre Fallpauschale. Das DRG-System in den deutschen Krankenhäusern

Geht eine leistungsorientierte Krankenhausvergütung mit einer hohen Behandlungsqualität einher?

Titel: 10 Jahre Fallpauschale. Das DRG-System in den deutschen Krankenhäusern

Hausarbeit , 2015 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jana Harich (Autor:in)

Gesundheit - Public Health
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der Einführung der Fallpauschale für Krankenhausaufenthalte, die Ende 2004 in Deutschland für alle Krankenhäuser eingeführt wurde. Zu diesem Zweck legt die Autorin zunächst die Grundlagen des DRG-Systems dar und zeigt Vorteile und Nachteile auf. Anschließend untersucht sie den Aspekt der Behandlungsqualität und diskutiert die dabei gefundenen Ergebnisse.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen des DRG Systems

1.1 Abrechnungssystem DRG

1.2 DRG-Einführung in Deutschland, Erkenntnisse und Kosten

1.2.1 Fallsplitting

1.2.2 Rosinenpickerei und Spezialisierung

1.2.3 Wurden Kosten durch das DRG-System gespart?

1.3 Vorteile der DRG

1.4 Nachteile der DRG

2 Qualitätsbegriff

3 Behandlungsqualität

3.1 Ergebnisorientierte und leistungsorientierte Vergütung

3.2 Pflegerische Aspekte

3.2.1 Pflegepersonalsituation

3.2.2 Veränderung der Tätigkeitsbereiche

4 Diskussion

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Einführung des DRG-Systems (Diagnosis Related Groups) in deutschen Krankenhäusern auf die Behandlungsqualität und beleuchtet kritisch, ob eine leistungsorientierte Vergütung tatsächlich zu den erhofften Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen geführt hat.

  • Analyse der Funktionsweise und Einführung des DRG-Systems in Deutschland
  • Untersuchung ökonomischer Auswirkungen wie Fallsplitting und Spezialisierung
  • Evaluation der Behandlungsqualität aus Sicht verschiedener Akteure
  • Betrachtung pflegerischer Aspekte und personeller Veränderungen
  • Diskussion über die Diskrepanz zwischen politischer Zielsetzung und Praxis

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Fallsplitting

Der Erlös kann durch eine nicht medizinisch notwendige Aufsplittung der Krankenaufhalte gestiegen werden, dabei wird die Fallzahl künstlich erhöht. Jedoch wurde 2004 dem Problem eine bestimmte Entlassungszeit vorgegriffen, sodass der gleiche Patient beziehungsweise Kunde eine bestimmt Zeit entlassen sein musste, um bei Neuaufnahme einen neuen Fall eröffnen zu können. Mit dieser Maßnahme wird das Fallsplitting erschwert und dürft es für die Leistungserbringer unattraktiv gestalten (Sievert, 2011).

Jedoch wird auch dieses System geschickt umgangen. Regional benachbarte Krankenhäuser arbeiten zusammen und verlegen ihre Patient so, dass zwei voll abrechenbare Fallpauschalen möglich sind. Im Krankenhaus A wird zum Beispiel die rein internistische-konservative Versorgung durchgeführt und im Krankenhaus B die chirurgischen Eingriffe. Laut Gesetz spricht dem nichts entgegen, doch dies führt immer wieder zu Einzelfallprüfungen, da Falschabrechnungen der Krankenhäuser vermutet werden (De Zeeuw et. al., 2006). Krankenkassen erheben immer wieder Vorwürfe, dass die Krankenhausabrechnungen zu Hälfte systematisch falsch erhoben werden. Die BDO (Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) schätzt die jährlichen Kosten für die Bearbeitung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK)-Prüfungen auf ca. 700 Millionen Euro (Flintrop, 2011). Dies belegt auch eine Studie der BDO, welche nachweist, dass 96 % aller Krankenhausabrechnungen unbeanstandet sind. Aus diesem Grund entwickelte die DKG Ende 2011 einen neuen Gesetzgebungsvorschlag zur Neuregelung der Krankenhausabrechnungsprüfung (DKG, 2011).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlagen des DRG Systems: Dieses Kapitel führt in das DRG-Abrechnungssystem ein, beleuchtet dessen Einführung in Deutschland und analysiert erste ökonomische Effekte wie Fallsplitting und Spezialisierung sowie die Kostenentwicklung.

2 Qualitätsbegriff: Hier wird der theoretische Rahmen für den Qualitätsbegriff im Gesundheitswesen definiert und die Komplexität der Qualitätsbeurteilung aus verschiedenen Perspektiven erörtert.

3 Behandlungsqualität: Das Kapitel untersucht die empirische Studienlage zur Qualität der Patientenversorgung, unterscheidet zwischen Ergebnis- und Leistungsorientierung und analysiert die Auswirkungen auf das Pflegepersonal sowie Tätigkeitsbereiche.

4 Diskussion: Hier findet eine kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen DRG-Praxis statt, wobei insbesondere die Schnittstellenproblematik zwischen ambulanter und stationärer Versorgung sowie die politische Zielsetzung reflektiert werden.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine stärkere Ausrichtung auf effiziente, qualitätsorientierte Prozesse sowie eine politische Aufwertung der Pflegeberufe zur Bewältigung des demografischen Wandels.

Schlüsselwörter

DRG-System, Fallpauschale, Behandlungsqualität, Krankenhausfinanzierung, Fallsplitting, Spezialisierung, Versorgungsqualität, Pflegepersonalsituation, Gesundheitsökonomie, Patientenversorgung, Leistungsorientierte Vergütung, Demografischer Wandel, Krankenhausmanagement, Kosteneffizienz, Medizincontrolling

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Einführung des DRG-Systems auf die Qualität der Patientenversorgung und die ökonomische Situation in deutschen Krankenhäusern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen, ökonomische Anreizstrukturen (wie Fallsplitting), die Behandlungsqualität aus Sicht verschiedener Berufsgruppen sowie die spezielle Situation des Pflegepersonals.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob die leistungsorientierte Vergütung durch DRGs tatsächlich mit einer hohen Behandlungsqualität einhergeht und ob die politischen Erwartungen an Kosteneffizienz erfüllt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Daten, Berichte und Statistiken von Institutionen wie Destatis, dem InEK und dem Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Grundlagen des DRG-Systems, die Auswirkungen auf Krankenhäuser (ökonomische Effekte), die theoretische Definition von Qualität sowie die empirische Analyse der Versorgungsqualität, inklusive spezifischer pflegerischer Aspekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem DRG-System, Fallpauschale, Behandlungsqualität, Krankenhausfinanzierung, Fallsplitting und Pflegepersonalsituation.

Warum wird das Fallsplitting als kritisches Thema betrachtet?

Fallsplitting wird als Methode angesehen, um die Fallzahl künstlich zu erhöhen und so mehr Erlöse zu erzielen, was den ökonomischen Intentionen des DRG-Systems widerspricht und zu bürokratischem Mehraufwand durch Einzelfallprüfungen führt.

Wie bewerten die verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen die Qualität nach der DRG-Einführung?

Die Bewertungen variieren stark: Während Krankenhausleitungen die Qualität oft als gleichbleibend oder verbessert einstufen, sehen Einweiser und Pflegekräfte häufiger eine Verschlechterung, bedingt durch den Zeitdruck und verkürzte Verweildauern.

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Details

Titel
10 Jahre Fallpauschale. Das DRG-System in den deutschen Krankenhäusern
Untertitel
Geht eine leistungsorientierte Krankenhausvergütung mit einer hohen Behandlungsqualität einher?
Hochschule
Hochschule Fresenius Idstein  (Psychologie)
Note
2,0
Autor
Jana Harich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V307992
ISBN (eBook)
9783668064317
ISBN (Buch)
9783668064324
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fallpauschale DRG Krankenhaus Behandlungsqualität Diagnosis Related Groups
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jana Harich (Autor:in), 2015, 10 Jahre Fallpauschale. Das DRG-System in den deutschen Krankenhäusern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307992
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Leseprobe aus  22  Seiten
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