In der vorliegenden Arbeit wird das Konzept der Supervision als Beratungs- und Unterstützungsoption im Arbeitsfeld Schule mit speziellem Fokus auf den Lehrerberuf analysiert und besonders geschaut, ob es ein adäquates Mittel zur Burnout-Prävention bei Lehrern und Lehrerinnen darstellt. Zunächst wird hierzu der Begriff ‚Supervision‘ definiert, indem historisch der Weg der Supervisionsarbeit in die Institution Schule aufzeigt wird. Daraufhin wird zunächst die Notwendigkeit des Gebrauchs der Supervision im Schulsystem allgemein genannt, um spezifisch auf den Lehrerberuf eingehen zu können. Welchen enormen Belastungen die Lehrer/innen ausgestellt sind und welche Bedeutung der Prävention des Burnout-Syndroms durch den Einsatz verschiedener Supervisionsansätze und -Settings wird in den weiterführenden Kapiteln nachgegangen, um herauszufinden ob die Supervision bei Lehrer und Lehrerinnen das Burnout-Syndrom vorsorglich verhindern kann.
Die Institution Schule gekoppelt mit dem Thema Bildung genießt in unserer Gesellschaft höchste Priorität, denn ein wichtiger Teil der Sozialisation der Kinder und Jugendlichen findet im Schulsystem statt. Lehrer und Lehrerinnen stehen aufgrund ihres wandelnden Images im gesellschaftlichen Umfeld und dem beklagten Bildungsnotstand in Deutschland bereits unter großem Druck. Ergänzt wird dieser aber noch durch problematische Ereignisse im Unterricht, Leistungsdruck, Erwartungen von Eltern bzw. Erziehungsberechtigten sowie der Schulleitung. Des Weiteren stellen Lehrkräfte sich selber enorme Ansprüche, welche den Wettbewerb mit der Konkurrenz anstacheln und zu mangelnde Unterstützung durch Kolleg/innen führen.
Diese immense Problematik der Lehrenden spiegelt sich gezwungenermaßen auch im Arbeitsfeld der Schule wieder, sodass in den letzten Jahren immer mehr Hilfe in außerschulischen Bereichen zur Konfliktlösung, Entlastung und Beratung der Lehrkräfte herangezogen werden. Die „Supervision“ entspricht einer Beratungsform, welcher ursprünglich aus dem außerschulischen Bereich stammt, sich jedoch - mehr oder weniger willkommen - zunehmend im Arbeitsfeld Schule und in der beruflichen Weiterbildung von Lehrern etabliert, wie hier gezeigt werden soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Supervision? – Begriff, Entwicklung und Definition
3. Supervision im Schulsystem
4. Supervision für Lehrende
4.1 Belastungen im Berufsfeld
4.2 Die Burnout-Gefahr im Lehrerberuf
4.3 Gegenstand und Ziel der Supervision
4.4 Settings und Ansätze
4.4.1 Die Rolle des Supervisors bzw. der Supervisorin
4.4.2 Die Einzelsupervision
4.4.3 Die Gruppensupervision
4.4.3.1 Die Kollegiale Supervision / Intervision
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Supervision als Beratungs- und Unterstützungsinstrument im Schulsystem mit dem primären Ziel zu analysieren, ob Supervision als präventive Maßnahme gegen das Burnout-Syndrom bei Lehrkräften fungieren kann.
- Analyse des Lehrerberufs und der damit verbundenen psychischen Belastungen
- Definition und historische Entwicklung des Supervisionsbegriffs
- Erforschung von Supervisionsansätzen im schulischen Kontext
- Vergleich von Einzel- und Gruppensupervision hinsichtlich ihrer präventiven Wirkung
- Untersuchung der kollegialen Supervision als Selbsthilfeinstrument
Auszug aus dem Buch
4.4.3.1 Die Kollegiale Supervision / Intervision
Wie bereits (auf Seite 12) aufgeführt ist die Besonderheit der kollegialen Supervision bzw. Intervision, dass kein Supervisor / keine Supervisorin durch persönliche und fachliche Kompetenzen eine informative Supervision gewährleistet, diese Form der Supervision findet in einem kollegial getragenem Modell statt- Es können also Personen unter Gleichberechtigten (Gleichrangigkeit) miteinander Supervisionsprozesse gestalten, ohne eine besondere Ausbildung oder Schulung als Supervisor absolviert zu haben (vgl. Linderkamp, 2011: S.59). „Die kollegiale Supervision ist [.] ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘“ (Schlee, 2008: S.17). In diesem Zusammenhang ist aber die klare Orientierung an den vorgegebenen Verfahrensschritten und Regeln und die Einhaltung eines Leitfadens oberstes Gebot, um „Supervisionslaien im Sinne einer Selbsthilfe ohne Qualitätsverlust fruchtbare Supervisionsprozesse“ (ebd., S.18) zu ermöglichen. Daher wird der Ablauf einer Supervisionssitzung strikt nach einem Schema abgehalten; Dieser Verlauf einer kollegialen Gruppensupervision wird durch Klaus Dieter Joswig in vier Phasen unterteilt: In der ersten Phase des ‚Forming‘ bzw. der Klärungsphase stellen die Supervisanden/innen einzeln ihre Fälle bzw. Probleme samt aller notwendigen Details vor und werden nicht von Rückfragen oder Unterbrechungen zurück gehalten (vgl. Joswig, 2001: S. 204, f.). In der darauf folgenden Phase des ‚Storming‘ bzw. in der Betrachtungsphase werden nun „erste Wahrnehmungen verbalisiert“ (ebd.). Sowohl der Art des Vortrags des/ der Supervisand/in, als auch der Fall an sich werden anhand der aufgekommenen Gefühle, Eindrücke und Auffälligkeiten von den anderen Teilnehmern der Supervisionssitzung analysiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Belastung im Lehrerberuf und stellt das Konzept der Supervision als notwendige Beratungsoption vor, um Burnout-Risiken entgegenzuwirken.
2. Was ist Supervision? – Begriff, Entwicklung und Definition: Dieses Kapitel definiert Supervision historisch und inhaltlich als Prozess zur Reflexion beruflicher Handlungen, der sich von der einstigen Kontrollfunktion zur heutigen unterstützenden Form entwickelte.
3. Supervision im Schulsystem: Hier wird der Bedarf an Supervision im institutionellen Rahmen der Schule analysiert, bedingt durch gesellschaftliche Wandlungsprozesse und den wachsenden Druck auf das Personal.
4. Supervision für Lehrende: Dieser Hauptteil beleuchtet detailliert die beruflichen Belastungen, die Burnout-Gefahr, die Ziele der Supervision sowie verschiedene Settings wie Einzel- und Gruppensupervision.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert die präventive Bedeutung der Supervision und betont, dass diese Beratungsmethode essenziell für die Gesundheit der Lehrkräfte und den Erfolg der Institution Schule ist.
Schlüsselwörter
Supervision, Lehrerberuf, Burnout-Prävention, Belastungsfaktoren, Einzelsupervision, Gruppensupervision, Kollegiale Supervision, Intervision, Schulsysten, Lehrergesundheit, berufliche Reflexion, Schulalltag, professionelle Beratung, Stressbewältigung, Selbsthilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von Supervision als präventives Mittel gegen das Burnout-Syndrom bei Lehrkräften im modernen Schulsystem.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf den Belastungen im Berufsfeld Schule, der Definition professioneller Beratung und dem Vergleich spezifischer Supervisionsformen wie der Einzel- oder Kollegialen Supervision.
Welche Forschungsfrage steht im Zentrum?
Die zentrale Frage ist, ob Supervision als Beratungsform in der Lage ist, Burnout-Symptome bei Lehrern vorsorglich zu verhindern oder abzumildern.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer und psychologischer Fachliteratur zum Thema Supervision im Bildungsbereich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die Ursachen für die hohe psychische Belastung von Lehrern als auch die verschiedenen Settings der Supervision und deren spezifische Vor- und Nachteile detailliert dargelegt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Supervision, Burnout-Prävention, Schulsysten, Lehrergesundheit und Kollegiale Supervision.
Warum wird die kollegiale Supervision als „Hilfe zur Selbsthilfe“ bezeichnet?
Weil sie ohne externe Experten auskommt und stattdessen den Austausch unter Gleichrangigen nutzt, um durch strukturierte Reflexion eigene Lösungswege für berufliche Probleme zu finden.
Welchen Einfluss hat das „Spiegeleffekt-Prinzip“ in der Gruppensupervision?
Es ermöglicht den Teilnehmern, durch die Beobachtungen und Resonanzen der anderen Gruppenmitglieder neue Perspektiven auf den eigenen Fall zu gewinnen und blinde Flecken im eigenen Handeln zu erkennen.
- Arbeit zitieren
- T. Aytu (Autor:in), 2015, Supervision im Schulsystem. Mittel zur Burnout-Prävention bei Lehrerinnen und Lehrern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308002