Die Flugzeugforschung im Dritten Reich und ihre Anwendung in der deutschen Luftwaffe während des zweiten Weltkriegs


Facharbeit (Schule), 2015
14 Seiten, Note: 11 Punkte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung.

2 Nationalsozialistisch-luftfahrttechnische Forschungsanstalten

3 Die Messerschmitt 262 - eine Entwicklung der Nationalsozialisten

4 Die Messerschmitt 262 im Zweiten Weltkrieg

5 Schlussbetrachtung

6 Literatur

7 Bildquellen

1 Einleitung

Als die Nationalsozialisten 1933 mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler an die Macht kamen, fanden sie eine rückständige Luftwaffe vor und es galt, diese so schnell wie möglich für den bevorstehenden Weltkrieg wiederaufzubauen.

Jedoch war nicht nur der Wiederaufbau erklärtes Ziel der Nationalsozialisten, viel mehr wollten sie ihre Forschung in der Hinsicht vorantreiben, als dass sie planten, sowohl in den Schlachten am Himmel als auch in den Forschungsstätten am Boden den Gegnern ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen zu sein.

Doch wie erreichten die Nationalsozialisten dieses Ziel? Wie sah die Arbeit in den Luftfahrtforschungslaboren aus? Und wie wurden die Forschungsergebnisse letztlich auf dem Schlachtfeld angewendet?

Mit diesen Fragen möchte ich mich in der Arbeit beschäftigen und dabei vor Allem auf den Aspekt der Anwendung der Forschungsergebnisse auf die Luftfahrzeuge der Zeit fokussieren.

Um auch dem zweiten Teil des Titels gerecht zu werden, werde ich mich im weiteren Verlaufe des Textes mit der Messerschmitt 262, einem von den Nationalsozialisten entwickelten Kampfflugzeug und seiner Entstehungsgeschichte beschäftigen, welche gut die damaligen Gepflogenheiten und Verfahrensweisen in der Entwicklung und Erprobung von Luftfahrzeugen widerspiegelt.

Dieses Flugzeug ist in der Hinsicht bedeutsam, als das es das erste Kampfflugzeug war, welches von Strahlturbinen und nicht mehr von Kolbenmotoren angetrieben wurde.

Doch der Weg zu diesem Flugzeug war beschwerlich. So galt es etliche Rückschläge hinzunehmen und immer wieder neu auftretende Probleme in kürzester Zeit zu lösen.

Im letzten Kapitel werde ich den Konflikt thematisieren, der sich durch Adolf Hitlers Wunsch, aus der Messerschmitt 262 einen Bomber zu bauen, ergab und der letzten Endes nach Hitlers Durchsetzung das Ende dieses Musters bereits im Voraus bedeutete, obwohl es noch gar nicht im Einsatz gewesen war.

2 Nationalsozialistisch-luftfahrttechnische Forschungsanstalten

Obgleich die Bedingungen des Versailler Vertrages dies eigentlich verboten hätten, begannen die Nationalsozialisten nach Adolf Hitlers Machtergreifung alsbald mit der Forschung an Waffensystemen und Kriegsgerät, um den großen Rückstand gegenüber den anderen Nationen auf diesen Gebieten aufzuholen.1

Jedoch war ihnen nicht nur an einer Ebenbürtigkeit auf dem Schlachtfeld gelegen, sondern sie planten vielmehr eine Überlegenheit ihrerseits in allen Bereichen, egal ob in der Luft, auf dem Wasser oder an Land.2

Und die nationalsozialistische Führung hielt Wort, denn alle finanziellen Mittel für jene Forschungsarbeiten, die vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten den Wissenschaftlern in Deutschland verwehrt wurden, wurden ihnen zur Verfügung gestellt.3

Um die Organisation der Forschung zu verstehen, bietet sich hier eine Erklärung der genauen Zusammenhänge an:

Die Oberhand über alle Forschungsstätten, Institute und Anstalten hatte das Reichsluftfahrtministerium (im Folgenden RLM), welchem der Rittmeister a.D. Adolf Baeumker vorsaß und damit als höchster Verantwortlicher der Luftfahrzeugforschung galt.4

Dem RLM unterstellt waren 8 sogenannte Großforschungszentren, zu welchen auch beispielweise die Aerodynamische Versuchsanstalt (AVA) zählte. Des Weiteren kooperierten die zuständigen Minister gezielt mit Universitäten und der Forschung der Industrie, wann immer ihnen ein Projekt vielversprechend und ihrem eigenen Ziel förderlich erschien.5

Klar zu erkennen in diesen Organisationen war die Durchsetzung der NS-Ideologien, die von den Nationalsozialisten streng kontrolliert wurde. So wurde beispielsweise in der Deutschen Forschungsanstalt für Luftfahrt (DFL) in Arbeitsgruppen aus jeweils vier oder fünf Mitarbeitern gearbeitet, welche sich einem bestimmten Thema zuwandten. Die Leiter der Arbeitsgruppen hatten in ihnen weitgehende Befehlsgewalt und konnten autarke Entscheidungen fällen. Dies deutet auf eine Verbindung zum so genannten „Führerprinzip“ der Nationalsozialisten hin, welches die weitgehende Alleinverantwortlichkeit einer einzelnen Person vorsieht.6

Doch dieser Fortschritt verlangt seinen Preis: So wurden in denjenigen Forschungsanstalten, in denen nicht an der Technik, sondern an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Cockpit für den Piloten geforscht wurde, vermehrt von den Flugmedizinern auf Häftlinge aus nahegelegenen Konzentrationslagern zurückgegriffen, welche dann die - oftmals aus wissenschaftlicher Sicht fragwürdigen - Versuche über sich ergehen lassen mussten.7

Außerdem wurden, vor allem in der AVA und dem Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Flugzeugmotoren (FKFS), Zwangsarbeiter für die Forschung und die Produktion einzelner Prototypen eingesetzt, welche nicht selten ebenfalls aus den Konzentrationslagern der Umgebung stammten. Und aus diesem Grund bekamen die Menschen in Deutschland aufgrund dieser fragwürdigen Forschungsmethoden Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Wissenschaft.8

Als 1935 mit dem Erlass der Nürnberger Rassengesetze die „Gleichschaltung“ beschlossen wurde, verloren die meisten Forschungsinstitute im Zuge der Massenentlassungen angesehene jüdischer Forscher aufgrund des „Gesetz[es] zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“.9

Unter den Entlassenen war unter anderem auch der Leiter des flugtechnischen Instituts der Technischen Hochschule Aachen, Theodore von Kármán. Dieser konnte große Erfahrung auf dem Gebiet der Flugzeugforschung aufweisen und war weit über die Grenzen des Deutschen Reiches anerkannt.10

Bald jedoch wurde Kritik an den Forschungsmethoden der Nationalsozialisten laut. In keiner der NS-Forschungsanstalten gab es klare Pläne, wer zu welchem Thema forscht und was über kurz oder lang erwartet wird. Aus diesem Grunde beklagten sich viele Wissenschaftler und Verantwortliche über die fehlende Korrespondenz der einzelnen Forschungsstätten untereinander.11

[...]


1 Maier 2007, S.104

2 ebd

3 ebd

4 ebd

5 ebd

6 Maier 2007, S.109

7 Maier 2007, S.105

8 ebd

9 ebd

10 Maier 2007, S.106

11 Maier 2007, S.110

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Flugzeugforschung im Dritten Reich und ihre Anwendung in der deutschen Luftwaffe während des zweiten Weltkriegs
Note
11 Punkte
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V308009
ISBN (eBook)
9783668067851
ISBN (Buch)
9783668067868
Dateigröße
806 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Physik, Nationalsozialismus, Flugzeug, Flugzeugforschung, Messerschmitt, Strahltriebwerk, Luftfahrtforschung, Physik im Nationalsozialismus, physikalische Forschung, Me 262, Messerschmitt Schwalbe, Schwalbe, Reichsluftfahrtministerium, Adolf Baeumker, Aerodynamische Versuchsanstalt, Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt, Erprobungsstelle Rechlin, Vereinigung für Luftfahrtforschung, Junkers Flugzeugbau, Kolbenmotor, Heinrich Beauvais, Fritz Wendel, Blitzbomber, Vergeltungswaffe
Arbeit zitieren
Florian Lange (Autor), 2015, Die Flugzeugforschung im Dritten Reich und ihre Anwendung in der deutschen Luftwaffe während des zweiten Weltkriegs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308009

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