Die Unterrichtseinheit „Barocklyrik“ soll die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I zur selbstständigen (analytischen) Aufschlüsselung und Interpretation barocker Gedichte hinführen.
Um einen Einstieg zu gewährleisten, der sowohl Motivation schafft als auch Vorkenntnisse und Vorerfahrungen in Erinnerung ruft, wurde ein lehrerzentrierter anschaulicher Unterrichtseinstieg gewählt. Dazu erstellt die Lehrkraft zu Unterrichtsbeginn an der Tafel gemeinsam mit den SuS eine Mindmap zum Thema „Barock“. Dabei sind Erwähnungen aus jeglichen Bereichen (Kunst, Musik, Literatur, etc.) möglich. Somit wurde ein gewisser Grad an Informationen preisgegeben, den es im Folgenden zu erhöhen gilt. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Tod und Vergänglichkeit: Vanitas als barockes Lebensgefühl
2.1 Andreas Gryphius: „Thränen des Vaterlandes“
2.2 Andreas Gryphius: „Alles ist eitel“
2.3 Simon Dach: „Letzte Rede“
3 Lebenslust und Lebensgier: Carpe diem!
3.1 Martin Opitz: "Ach Liebste, lass uns eilen"
4 Kompetenzen der Unterrichtseinheit
5 Sicherung
5.1 Form der Sicherung
5.2 Beispielaufgabe
Zielsetzung & Themen
Diese Unterrichtseinheit zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I zur eigenständigen Analyse und Interpretation von Gedichten der Barocklyrik zu führen, wobei ein besonderer Fokus auf dem historischen Kontext und der Bedeutung der zentralen Leitmotive liegt.
- Vermittlung der drei zentralen Barockmotive: Carpe diem, Memento mori und Vanitas.
- Erlernen formaler Analysewerkzeuge wie der Struktur des Sonetts und des Alexandriners.
- Erstellung eigener literarischer Produktionen zur Vertiefung des Textverständnisses.
- Vergleich barocker Lyrik mit zeitgenössischen Texten zur Verdeutlichung ihrer Aktualität.
- Historische Einordnung des antithetischen Lebensgefühls im 17. Jahrhundert.
Auszug aus dem Buch
Thränen des Vaterlandes
Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr den ganz verheeret! Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun Hat aller Schweiß, und Fleiß, und Vorrat auf gezehret.
Die Türme stehn in Glut, die Kirch’ ist umgekehret. Das Rahthaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun, Die Jungfern sind geschänd’t, und wo wir hin nur schaun, Ist Feuer, Pest, und Tod, der Herz und Geist durchfähret.
Hier durch die Schanz und Stadt, rinnt allzeit frisches Blut. Dreimal sind schon sechs jahr, als unser Ströme Flut, Von Leichen fast verstopfft, sich langsam fort gedrungen, Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod, Was grimmer den die Pest, und Glut und Hungersnot, Das auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Ein kurzer Überblick über die Struktur und das Thema der geplanten Unterrichtseinheit.
2 Tod und Vergänglichkeit: Vanitas als barockes Lebensgefühl: Analyse bedeutender barocker Lyrikwerke von Gryphius und Dach, die den Vanitas-Gedanken und die Sterblichkeit thematisieren.
3 Lebenslust und Lebensgier: Carpe diem!: Betrachtung von Martin Opitz’ Werk, das den Kontrast zwischen Vergänglichkeit und der Aufforderung zum Genuss des Augenblicks beleuchtet.
4 Kompetenzen der Unterrichtseinheit: Definition der fachlichen und methodischen Lernziele für die Schülerinnen und Schüler.
5 Sicherung: Beschreibung der Prüfungsmodalitäten und Vorstellung einer exemplarischen Analyseaufgabe zur Lernerfolgskontrolle.
Schlüsselwörter
Barocklyrik, Vanitas, Carpe diem, Memento mori, Andreas Gryphius, Sonett, Alexandriner, Unterrichtsplanung, Lyrikanalyse, Dreißigjähriger Krieg, Vergänglichkeit, Historizität, Motivik, Weltanschauung, Epochenmerkmale.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine strukturierte Grobplanung für den Deutschunterricht der Sekundarstufe I, um Schüler an die Analyse und Interpretation barocker Gedichte heranzuführen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themenfelder umfassen die drei großen Motive der Barocklyrik: Vanitas, Memento mori und Carpe diem, eingebettet in den historischen Kontext des Dreißigjährigen Krieges.
Welches primäre Ziel verfolgt die Planung?
Das Hauptziel ist die Befähigung der Schüler, lyrische Texte selbstständig zu analysieren und die historische Bedingtheit von Literatur zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine didaktische Methodik gewählt, die von einem lehrerzentrierten Einstieg (Mindmap, Bildbetrachtung) zur schülerzentrierten Textanalyse und Interpretation hinführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Sachtextanalysen zu spezifischen Gedichten von Gryphius, Dach und Opitz sowie die Formulierung dazugehöriger Lernziele und Aufgaben.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Barock, Sonett, Alexandriner, Vergänglichkeit und die Reflexion über historische Epochen geprägt.
Warum wird das Gedicht "Der Graf" von Die Ärzte im Anhang behandelt?
Das Lied dient als moderner Bezugspunkt, um durch einen Textvergleich die zeitlose Relevanz der barocken Themen für heutige Lebenswelten aufzuzeigen.
Welchen Stellenwert nimmt das "Vanitas"-Motiv ein?
Vanitas bildet das fundamentale Leitmotiv, das als inhaltliche Klammer für das Lebensgefühl der Barockzeit und das Verständnis der behandelten Gedichte fungiert.
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- Anonym (Autor:in), 2012, Barocklyrik. Grobplanung einer Unterrichtseinheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308082