In dieser Seminararbeit werden die Risikoermittlungsverfahren, -berechnungsmethoden sowie -begrenzungsmethoden in Kreditinstituten aufgezeigt. Das Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser die wichtigen theoretischen Konzepte des Kreditrisikomanagements und ihre praxisorientierte Umsetzung aufzuzeigen sowie ihre Bedeutung für das Kreditinstitut und seine wertorientierte Kontrolle aufzuzeigen.
Hierfür werden zu Beginn die Begriffe Kreditrisiko und Risikomanagement definiert. Risikoanalyse, -steuerung und -kontrolle stellen dabei die gedankliche Abfolge eines systematisch angelegten Risikomanagementprozesses dar. Dieser wird anhand eines entsprechenden Phasenschemas in Kapitel 3 detailliert aufgezeigt. Der Schwerpunkt hier schlägt sich in der Risikoanalyse nieder, da die Identifizierung und Gewichtung der Risiken oft schwer, aufwendig oder wegen mangelnder Quantifizierungsfähigkeit nicht möglich ist.
Im nächsten Kapitel werden Vorschriften aus dem Kreditwesengesetz und Solvabilitätsverordnung genannt, die dem Gläubigerschutz dienen und die Funktionsfähigkeit des Kreditgewerbes sichern. Anschließend werden die Einflussfaktoren des Kreditrisikos im Rahmen der einzelgeschäftsbezogenen Analyse herausgearbeitet.
Aufgrund von Portfolioeffekten (Korrelationen der einzelnen Schuldner) muss neben der einzelgeschäftsbezogenen Analyse auch eine gesamtgeschäftsbezogene Analyse des Kreditrisikos erfolgen. Aus diesem Grund werden des Weiteren in Kapitel 6 die bekanntesten portfolioorientierten Kreditrisikomodelle Credit Metrics, KMV-Modell, Credit Risk+ und Credit Portfolio View dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Hintergrund und Problemstellung
1.2 Ziel und Gang der Untersuchung
2 GRUNDLEGENDE BEGRIFFE AUS DER KREDITRISIKOMANAGEMENT
2.1 Definition des Kreditrisikos
2.2 Bedeutung und Funktionen des Risikomanagements
3 PHASEN DES RISK-MANAGEMENTS
3.1 Risikoanalyse
3.2 Risikosteuerung
3.3 Risikokontrolle
4 VORSCHRIFTEN ZUR RISIKOBEGRENZUNG
4.1 Kreditwesengesetz
4.2 Solvabilitätsverordnung
5 KENNZAHLEN ZUM KREDITRISIKO
5.1 Die wichtigsten Kennzahlen zur Messung des Kreditrisikos
5.2 Bestimmung eines Credit Value at Risk
6 DIE BEKANNTESTEN KREDITRISIKOMODELLE
6.1 Einführung
6.2 Credit Metrics
6.3 KMV-Modell
6.4 Credit Risk+
6.5 Credit Portfolio View
6.6 Vergleich der Modelle
7 FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Kreditrisikomanagement in Kreditinstituten mit dem Ziel, die wesentlichen theoretischen Konzepte, ihre praxisorientierte Umsetzung sowie deren Bedeutung für eine wertorientierte Steuerung aufzuzeigen.
- Grundlegende Definitionen von Kreditrisiko und Risikomanagement.
- Phasenmodell des Risikomanagements (Analyse, Steuerung, Kontrolle).
- Relevante regulatorische Rahmenbedingungen (Kreditwesengesetz, Solvabilitätsverordnung).
- Methoden zur Berechnung des erwarteten und unerwarteten Verlusts.
- Darstellung und Vergleich führender portfolioorientierter Kreditrisikomodelle.
Auszug aus dem Buch
6.2 Credit Metrics
Credit Metrics wurde im Jahre 1997 von J.P. Morgan entwickelt. Es nimmt sowohl das Ausfallrisiko als auch die Gefahr von Bonitätsveränderungen in Betracht. Credit Metrics geht bei der Festlegung eines Credit Value at Risk in drei Schritten vor.
Zuerst wird das Exposure at Default für alle Positionen des Portfolios bestimmt.
Als Nächstes folgt die Messung der möglichen Wertschwankungen (Volatilitäten) der einzelnen Positionen des Portfolios, die aus Bonitätsänderungen bzw. aus Kreditausfällen resultieren können. Da Unternehmenswertänderungen oft unverlässlich quantifizierbar sind, benutzt Credit Metrics die Korrelation von Aktienrenditen.
Zum Schluss werden die einzelnen Schwankungen der Einzelpositionen zu einer Portfoliovolatilität summiert und daraus ein Credit Value at Risk abgeleitet. Dieses Modell weist den Vorteil auf, durch Analyse historischer Daten einfach Ergebnisse ableiten zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung begründet die Relevanz des Kreditrisikomanagements für Kreditinstitute und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2 GRUNDLEGENDE BEGRIFFE AUS DER KREDITRISIKOMANAGEMENT: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe und skizziert die Bedeutung des Risikomanagements als Prozesskreislauf.
3 PHASEN DES RISK-MANAGEMENTS: Hier werden die Komponenten Risikoanalyse, Risikosteuerung und Risikokontrolle detailliert als Prozessschritte dargestellt.
4 VORSCHRIFTEN ZUR RISIKOBEGRENZUNG: Es erfolgt eine Analyse der regulatorischen Anforderungen durch das Kreditwesengesetz und die Solvabilitätsverordnung.
5 KENNZAHLEN ZUM KREDITRISIKO: Das Kapitel behandelt die Berechnung des erwarteten Verlusts und des Credit Value at Risk auf Basis verschiedener Risikoparameter.
6 DIE BEKANNTESTEN KREDITRISIKOMODELLE: Es werden verschiedene Ansätze zur Messung von Portfoliorisiken vorgestellt und hinsichtlich ihrer Funktionsweise und Methodik verglichen.
7 FAZIT: Das Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und bietet einen Überblick über die behandelten Konzepte.
Schlüsselwörter
Kreditrisiko, Risikomanagement, Risikoanalyse, Risikosteuerung, Kreditwesengesetz, Solvabilitätsverordnung, Credit Value at Risk, Expected Loss, Ausfallwahrscheinlichkeit, Credit Metrics, KMV-Modell, Credit Risk+, Credit Portfolio View, Bankenaufsicht, Portfoliorisiko.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert das Kreditrisikomanagement in Kreditinstituten und beleuchtet die Verfahren zur Risikoermittlung, -berechnung und -begrenzung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Kreditrisiken, das Risikomanagement als Prozess, regulatorische Vorschriften sowie die quantitative Modellierung von Kreditportfoliorisiken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die theoretischen Konzepte des Kreditrisikomanagements und deren praktische Umsetzung aufzuzeigen sowie deren Bedeutung für eine wertorientierte Kontrolle durch das Kreditinstitut zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, bei der theoretische Konzepte und bestehende Risikomodelle sowie regulatorische Anforderungen systematisch ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Risikomanagement-Phasenmodells, die Erläuterung gesetzlicher Vorschriften, die Berechnung von Risikokennzahlen sowie eine Analyse und den Vergleich bekannter Kreditrisikomodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kreditrisiko, Risikomanagement, Credit Value at Risk, regulatorische Anforderungen (KWG/SolvV) und verschiedene Kreditrisikomodelle wie Credit Metrics oder das KMV-Modell.
Welche Bedeutung haben die im Kapitel 4 genannten Vorschriften für Kreditinstitute?
Sie dienen dem Gläubigerschutz und der Sicherung der Funktionsfähigkeit des Kreditgewerbes, indem sie u.a. eine angemessene Eigenkapitalausstattung für das Kreditgeschäft vorschreiben.
Warum wird im Vergleich der Modelle (Kapitel 6) zwischen firmenwertbasierten und intensitätsbasierten Ansätzen unterschieden?
Die Unterscheidung erfolgt, weil die Ansätze unterschiedliche Risikotreiber (Unternehmenswert vs. Ausfallwahrscheinlichkeit/makroökonomische Faktoren) für die Berechnung des Kreditrisikos nutzen.
- Quote paper
- Ali Beyazgül (Author), 2013, Kreditrisikomanagement in der Finanzbranche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308090