Die Erhebung Attalus zum Gegenkaiser und der Fall Roms. Motive und Umsetzung


Hausarbeit, 2015
10 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte
2.1. Alarichs Wege bis zur Erhebung Attalus‘
2.2. Aufstieg und Erhebung Attalus
2.3. Beziehung zwischen Alarich und Attalus

3. Fazit

4. Quellen- und Literaturverzeichnis
4.1. Quellen
4.2. Literatur

1. Einleitung

Der Weg zum Fall Roms durch die Westgoten 410 n. Chr. führte durch zwei Belagerungen. Als der Westgotenkönig Alarich die Forderungen der Westgoten durch die erste Belagerung Roms 408 nicht durchsetzen konnte, begann mit dem Weströmischen Kaiser Honorius[1] ein neuer Verhandlungsversuch. Als die Diplomatie erneut scheiterte, belagerten die Westgoten die Stadt 409 ein zweites Mal, wobei Alarich diesmal auf einen neuen politischen Schachzug setzte. Er belagerte die Stadt Rom nicht wie in 408 und ließ sich dann mit Lebensmittel und Wertstücken wieder freikaufen. Diesmal forderte Alarich unteranderem den Senat auf Attalus, den Stadtprefäkten Roms zum Gegenkaiser zu wählen. Rom kapitulierte wegen dem Embargo der Westgoten und erhob Attalus zum Kaiser.[2]

In dieser Arbeit wird demnach der Frage nachgegangen, welche Motive Alarich und Attalus mit der Erhebung folgten. Dabei liegt der Fokus zwischen der ersten Belagerung 408 Roms und den Uneinigkeiten zwischen Alarich und Attalus, nach der Erhebung. Anhand der Übersetzungsliteratur der Quellen Zosimos und Sozomenos wird die Erhebung Attalus analysiert und miteinander verglichen. Mithilfe der Literatur wird die Perspektive der Forschung vorgestellt. Dabei bildet „Geschichte der Goten“ von Wolfram Herwig einen wichtigen Bestandteil dieser Arbeit. Der Hauptteil ist zuzüglich der Vorgeschichte in drei Kapitel gegliedert. Beginnend mit der Vorgeschichte werden Zosimos, Sozomenos und der Westgotenkönig Alarich mit seinen Zielen vorgestellt. Hierbei stütze ich mich insbesondere auf Lexikaartikel. Im ersten Kapitel des Hauptteils wird sich mit den Beweggründen zur Erhebung eines Gegenkaisers aus der Perspektive Alarichs auseinandergesetzt. Die erwähnte Quellenanalyse erfolgt auch in diesem Kapitel. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Erfolgslaufbahn Attalus‘ im Imperium Romanum und den eigenen Motiven, hinsichtlich seiner Erhebung. Die Vorstellung Attalus‘ erfolgt auch im zweiten Kapitel, da es sich in dieser Arbeit besser eignet. Im letzten Kapitel werden die Beziehungen zwischen Alarich und Attalus näher untersucht, die auf gegenseitiges Interessen beruhten. In diesem Kapitel wird verdeutlicht, inwiefern die Harmonie zwischen den Motiven und deren erfolgreiche Umsetzung im Einklang war. Im Fazit werden die Ergebnisse der Arbeit nochmals gebündelt aufgegriffen und anschließend reflektiert.

2. Vorgeschichte

Alarich wurde im 395 n. Chr. zum König der Westgoten gewählt. Die Westgoten forderten vom Imperium Romanum feste Siedlungsgebiete, Jahrgelder, abgesicherte Getreidelieferungen und Alarich wollte Feldherr werden. Kaiser Honorius lehnte alle Auflagen ab.[3] Schließlich fielen die Westgoten ab 401 in Italien ein, wo sie Plünderungszüge vornahmen. In den Jahren 408 und 409 belagerten die Westgoten Rom und ließen die ewige Stadt schließlich 410 mit einem dreitägigen Plünderungszug fallen.[4]

Zosimos war ein griechischer Geschichtsschreiber aus der Spätantike, der zwischen 498 und 518 „Neue Geschichte“ verfasste. Er sah den Fall Roms 410 an der Christianisierung des Reiches. Wegen der Missachtung des heidnischen Glaubens hätten die Götter das Imperium Romanum mit Alarich und den Westgoten bestraft.[5]

Sozomenos kam von einer christlich geprägten Familie und war in Konstantinopel vom Beruf Anwalt. Seine verfasste Kirchengeschichte, deckte die Jahre von 324 bis 422 ab.[6]

2.1. Alarichs Wege bis zur Erhebung Attalus‘

Als Alarich mit der Belagerung der ewigen Stadt Rom 408, die Interessen der Westgoten nicht durchsetzen konnte, begann eine erneute Verhandlung mit dem Weströmischen Kaiser Honorius. Alarich setzte die Forderungen vor der zweiten Belagerung Roms 409, nach den Verhandlungen mit dem Kaiser Honorius herunter.[7] Die andauernde negative Haltung über eine Kompromissbereitschaft Ravennas, auch nach der Belagerung Rom 408, brachte Alarich anscheinend zum Zweifeln. Die Forschung begründet, dass nach der ersten Belagerung Roms, in denen die Stadt viel an Gut verlor, in Ravenna nicht als Warnsignal ankam. Vielmehr interpretierte der Kaiser die geminderten Forderungen Alarichs und eine weitere Warnung als eine Schwäche der Goten.[8] Alarich beabsichtigte über Rom, dem Kaiser Honorius Druck auszuüben,[9] denn Alarich stand selbst unter Druck. Die Völkerwanderung mit der Suche nach einer Heimat dauerte schon Jahrzehnte an. Die Forderungen der Westgoten wurden immer noch nicht erfüllt. Mit der ersten Belagerung Roms konnten die Westgoten nicht das gewünschte Ziel erreichen. Alarich, als König der Westgoten stand unter dem Druck, seinen Goten ein fruchtbares Boden zu erringen. Ohne ein festes Siedlungsland und gesicherter Lebensmittelversorgung brachten die Plünderungszüge während der ständigen Wanderung langfristig wenig. Wenn die Strategien und Züge des Westgotenkönigs keinen Erfolg brachten, bedeutete dies das Ende seiner Königsherrschaft und die weitere Erschöpfung der Westgoten.[10] Folglich wäre eine zweite Belagerung Roms wie in 408 nicht ausreichend genug, den Kaiser unter Druck zu setzen. Um die Forderungen der Westgoten durchzusetzen, war die sture Verschlossenheit Ravennas keine Anlaufstelle mehr für Alarich. Der aktuelle Weströmischer Kaiser verschanzte sich in Ravenna. Der Westgotenkönig musste mit der erneuten Belagerung Roms auf weitere Strategien setzen.

Alarichs Weg nach Rom bis zur Erhebung Attalus‘ wird mit der Quellenanalyse- und vergleich durchgeführt. Der folgende Abschnitt stützt sich auf nur Zosimos. Im darauffolgenden Abschnitt wird der Sachverhalt aus der Sicht von Sozomenos aufgegriffen. Anschließend werden die Quellenabschnitte miteinander verglichen und ausgewertet.

Als Alarich nach Rom aufbrach, stellte er vor der erneuten Belagerung Bedingungen an die Stadt. Der wichtigste Punkt war die Erhebung des Stadtprefäkten Attalus zum Kaiser. Die zweite Belagerung Roms 409 ging auf die Ablehnung der Bedingungen zurück, weil „sie seinen Forderungen gegenüber Bedenken trugen.“.[11] Als Alarich drohte, den Lebensmittelvorrat der Stad aufzubrauchen, der sich im Hafen befand, sah sich der Senat gezwungen, Alarichs Auflagen zu erfüllen. Die Erhebung Attalus war demnach nur aus Not: „Wie befohlen, erhoben sie den Stadtprefäkten Attalus….“.[12] Nach Zosimos weigerte sich Rom zunächst über die Erhebung Attalus‘ und willigte unfreiwillig, aufgrund dem Embargo ein.[13]

[...]


[1] Weströmischer Kaiser zwischen 393 - 423 n. Chr. Vgl. Johne, Klaus: Flavius H. In: Der Neue Pauly, Bd. 5, Sp. 711-713.

[2] Vgl. Wolfram, Herwig: Geschichte der Goten. Von den Anfängen bis zur Mitte des sechsten Jahrhunderts. München 1990, S.185 - 188.

[3] Wolfram: Goten, S.186-187.

[4] Schwarcz, Andreas: Alaricus. In: DNP, Bd. 1, Sp. 432-433.

[5] Meier, Mischa: Zosimos. In: DNP, Bd. 12/2, Sp. 843-845. Vgl. Walter, Spoerri: Zosimos. In: Lexikon der Alten Welt, Sp. 3346.

[6] Markschies, Christoph: Sozomenos. In: DNP, Bd. 11, Sp. 773. Vgl. Stiewe, Klaus: Sozomenos. In: LAW, Sp. 2845.

[7] Sozomenos: Historia Ecclesiastica Kirchengeschichte, Buch IV (Übers. und eingel. von Günther Christian Hansen). Turnhout 2004, IV 8,5.

[8] Wolfram: Goten, S.187. Vgl. Meier, Mischa: Sie schufen Europa. Historische Portraits von Konstantin bis Karl dem Großen. München 2007, S.52.

[9] Maczynska, Magdalena: Die Völkerwanderung. Geschichte einer ruhelosen Epoche im 4. und 5. Jahrhundert. Zürich 1993, S.68.

[10] Pohl, Walter: Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration. Stuttgart 2005, S.56. Vgl. Wolfram: Goten, S.186. Vgl. Meier: Europa, S.52.

[11] Zosimos: Neue Geschichte (Übersetzt und eingeleitet von Otto Veh). Stuttgart 1990. VI 6,2. S.261.

[12] Zos. VI 7,1. (Übers. nach Veh), S.261.

[13] Zos. VI 6,2 - 7,2.

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Details

Titel
Die Erhebung Attalus zum Gegenkaiser und der Fall Roms. Motive und Umsetzung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Autor
Jahr
2015
Seiten
10
Katalognummer
V308108
ISBN (eBook)
9783668062405
ISBN (Buch)
9783668062412
Dateigröße
712 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alarich, Attalus, Priscus Attalus, Gegenkaiser, Honorius
Arbeit zitieren
Necati Günes (Autor), 2015, Die Erhebung Attalus zum Gegenkaiser und der Fall Roms. Motive und Umsetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308108

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