„Handarbeitstechniken können nicht veralten, nur das, was man mit ihnen schafft, kann altmodisch werden.“ Dieser Satz von Jutta Lammèr aus „Das große Ravensburger Lexikon der Handarbeiten“ ist der eigentliche Leitfaden meiner Arbeit.
Mit Nadel und Faden zu arbeiten war schon immer meine liebste Tätigkeit und im Laufe der Zeit habe ich bald gelernt, dass speziell sticken mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung ist.
Nach einer kurzen Übersicht über Handarbeit im Allgemeinen und Sticken speziell auch historisch betrachtet, beschreibe ich meine künstlerisch-praktische Arbeit. Detaillierte Materialangaben sowie die Beschreibung der Arbeitsvorgänge in den verschiedenen Sticktechniken erläutere ich anschließend.
Der Wandbehang soll mit der Vielfalt der Farben und Techniken die Thematik der immerwährenden Aktualität des Stickens belegen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 ORA ET LABORA
1.1 Ursprung
1.2 Christentum
1.3 Glanz und Gloria
1.4. Einfluss
1.5 Hohe Kunst
1.6 Weißstickerei
1.7. Savoir vivre
1.8. Rückbesinnung
1.9. „ Durch die Blume“
1.10. Natur als Maßstab
1.11. Neue Zeiten
2. Künstlerische Arbeit
2.1. Wie es dazu kam…
2.2. …und was daraus wurde
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Stickerei von ihren Ursprüngen bis zur zeitgenössischen Anwendung und verknüpft diese theoretischen Erkenntnisse mit einer künstlerisch-praktischen Auseinandersetzung, bei der die Aktualität und Vielfalt sticktechnischer Ausdrucksformen anhand eines Wandbehangs demonstriert werden.
- Historische Herleitung der Stickkunst über verschiedene Epochen und Kulturen.
- Bedeutung der Stickerei als gesellschaftlicher Indikator und Kunstform.
- Analyse technischer Entwicklungen und Materialien im Wandel der Zeit.
- Dokumentation des künstlerischen Entstehungsprozesses eines eigenen Stick-Wandbehangs.
- Reflexion über die Zukunft von Handstickerei und Smart Textiles.
Auszug aus dem Buch
1.1 Ursprung
Die Frage nach dem Ursprung der Stickerei wurde nicht nur unter historischen sondern auch unter technischen Gesichtspunkten erörtert.
Die Wiege der Stickkunst ist aller Wahrscheinlichkeit nach in China zu suchen, wo auch die Weberei schon 3000 v. Chr. bekannt war. Das älteste bestickte Gewebe bzw. Gewebefragment stammt aus der Shang-Dynastie (1556–1051 v Chr).
Auf welchem Weg die Stickerei in unser Gebiet gelangte, ist laut fachkundigen Aussagen rein spekulativ. „…sie konnte nur in einem Bereich produziert werden, der aufgrund seines politischen Gewichts die erforderlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Ausübung handwerklicher Tätigkeit und vor allen Dingen für die Entfaltung schöpferischer Leistung schuf.“
In unserem Gebiet ist Stickerei seit etwa 600 v. Chr. bekannt und jedes gefundene Stück ist als Dokument für geschichtlichen und politischen Zusammenhang zu werten. Museen für Ur- und Frühgeschichte zeugen mit ihrem Ausgrabungsfundus darüber, dass Nadeln mit Öhren bereits in der Eiszeit in Verwendung waren und dass Menschen im Paläolitikum Nadeln aus Holz, Knochen oder Horn und später aus Bronze oder Kupfer benützten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung definiert das Sticken als zeitloses Handwerk und stellt den persönlichen Leitfaden der Autorin vor, der die historische Analyse mit einer praktischen Arbeit verknüpft.
1 ORA ET LABORA: Dieses Kapitel gibt einen umfassenden Überblick über die kulturgeschichtliche Evolution der Stickerei, von den antiken Ursprüngen über religiöse und höfische Einflüsse bis hin zu modernen technischen Entwicklungen.
2. Künstlerische Arbeit: Hier wird der Entstehungsprozess des eigenen künstlerischen Projekts geschildert, inklusive der persönlichen Motivation, der angewandten Techniken und der künstlerischen Reflexion.
Schlüsselwörter
Stickerei, Handarbeit, Textilkunst, Sticktechniken, Kulturgeschichte, Nadel und Faden, Wandbehang, Handwerk, Materialkunde, Art Nouveau, Klassizismus, Weißstickerei, Smart Textiles, Design, Kreativität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Stickerei als historisch gewachsenes, kulturelles Handwerk und setzt dieses Wissen in eine eigene künstlerische Praxis um.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Stickerei, ihrer Bedeutung als gesellschaftliches Barometer und der praktischen Anwendung diverser Sticktechniken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die immerwährende Aktualität des Stickens zu belegen und die persönliche Leidenschaft für dieses Handwerk durch ein komplexes, gesticktes Gesamtwerk zu demonstrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine Kombination aus historischer Recherche (Literaturanalyse) und künstlerisch-praktischer Umsetzung (Action Research/künstlerische Arbeit) gewählt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen ausführlichen historischen Abriss verschiedener Epochen und einen detaillierten Bericht über die eigene gestalterische Arbeit am Wandbehang.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Handarbeit, Textilkunst, historische Sticktechniken, Materialvielfalt und der künstlerische Ausdruck im Kontext der Zeitgeschichte.
Warum ist der "Peitschenhieb" von Hermann Obrist so wichtig für diese Arbeit?
Er dient als exemplarisches Leitbild des Jugendstils, dessen geschwungene Linienführung und dynamische Energie maßgeblich die künstlerische Auffassung der Autorin beeinflusst haben.
Welche Rolle spielt die „Bibel“ der Textilerinnen in diesem Dokument?
Es handelt sich um die „Encyklopädie der weiblichen Handarbeiten“ von Therese de Dillmont, die als grundlegendes historisches Nachschlagewerk für klassische Sticktechniken dient.
Wie wird die Verbindung von alter Tradition und moderner Technik dargestellt?
Die Autorin zeigt dies insbesondere im Kapitel „Neue Zeiten“, in dem Entwicklungen wie Sensorenbettwäsche oder Smart Technical Embroidery thematisiert werden.
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- Agnes Geihseder (Author), 2012, Die Geschichte der Stickkunst. Eine historische Übersicht über Entwicklung und Techniken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308132