Gebranntmarkt für's Leben? Sexueller Missbrauch in der Familie: Auswirkungen auf die Beziehungsfähigkeit in der Jugend

Anforderungen an eine stationäre Einrichtung der Jugendhilfe


Bachelorarbeit, 2012
71 Seiten, Note: 1,00

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Innerfamiliärer sexueller Missbrauch-inzestuöse Familie
1.1 Was sexueller Missbrauch und Inzest sein kann
1.1.1 Begrifflichkeiten
1.1.2 Definition „Sexueller Missbrauch“
1.1.3 Prävalenz und Täter/innen
1.1.4 Bindungsaspekte von „Inzest“
1.2 Was im Hintergrund wirksam ist
1.2.1 Lebensumstände
1.2.2 Risikofaktoren der Beteiligten und Betroffenen
1.2.3 Faktoren des Familiensystems
1.3 Folgen sexuellen Missbrauchs in der Familie
1.3.1 Abhängigkeit der Auswirkungen von individuellen Faktoren
1.3.2 Trauma durch Inzesterlebnis
1.3.3 Trauma(tische) Folgen für Entwicklungsschritte
1.3.4 Folgen im Lebensverlauf
1.4 Zusammenfassung

2. Auswirkungen auf die Entwicklungsphase der Jugend
2.1 Das Bewältigungspaket der Jugendphase
2.1.1 Prozessorientierung der Entwicklung
2.1.2 Konkrete Anforderungen
2.2 Mittelfristige Folgen kindlicher Traumata und deren Bewältigung
2.2.1 Was das Körpergedächtnis weiß
2.2. pädagogisch relevante Traumafolgestörungen
2.2. Bewältigungsstrategien
2.3 Bedeutung von Bindung/ Beziehung bei Jugendlichen mit Inzesterfahrung
2.3.1 Grundzüge der Bindungstheorie
2.3.2 Bindungstypen
2.3. Unsichere Bindungsmuster als Langzeiteffekt von Inzest?
2.3. Veränderbarkeit von inneren Arbeitsmodellen
2.4 Zusammenfassung

3. Professionelle Hilfe-und Beziehungsgestaltung im Heim
3.1. Anforderungen an professionelle Fachkräfte als Bezugspersonen
3.1.1 Beziehungsarbeit
3.1.2 Bezugspersonenstunden
3.1.3 Reflexionskompetenz
3.1.4 Gesprächsführung
3.2 Pädagogische Hilfeleistung durch Qualifizierung
3.2.1 Weiterbildung
3.2.2 Die Rolle des Teams
3.2.3 Supervision
3.3 Angebote und Maßnahmen
3.3.1 Wege zur Selbstbemächtigung
3.3.2 Umgang mit Sexualität
3.3.3 Therapieformen

4. Zusammenfassung

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Kinder in Deutschland haben einen hohen Stellenwert. Sie sind besonders schützenswert. Bedroht sieht man nun diese jungen Mitbürger durch Fälle sexuellen Missbrauchs in EinrichtungenKirche, Internate, Heime. Dieser Enttabuisierung ging ein öffentlicher Aufdeckungsprozess familiärer sexueller Gewalt voraus, der sich seit der Emanzipation der 1970er Jahre hinzieht. Möchte man diesen Zeitraum mit Zahlen greifen, ergibt sich viel und Verwirrung. Wie Zimmermann ((2) 2011) zu repräsentativen deutschen Forschungsergebnissen und Prävalenzfeststellungen resümiert, fehlen Ergebnisse, die den tatsächlichen Umfang inner-familiärer sexueller Gewalt aufzeigen. Deutschlands Bereitschaft zur Enttabuisierung sexueller Gewalt gegen Kinder hielt sich, bezogen auf Forschungsbemühen, mit der einzig bundesweiten Studie von Wetzels (1997) bis 2011 in Grenzen. Im Zuge des Einsatzes der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs (2010 bis 2011) sind sowohl das Deutsche Jugendinstitut (DJI), als auch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) mit verwertbaren Daten aufgetreten. Daraus geht ein Rückgang an sexueller Gewalt explizit im familiären Bereich hervor (vgl. Bieneck et al., 2011) und eine Dominanz von sexuellen Übergriffen unter Gleichaltrigen in Heimen (vgl. DJI, 2011). Zudem ist von 2008 bis 2010 ein großer Anstieg an begonnenen Hilfen im Heim und sonstigen betreuten Wohnformen verzeichnet (Bundesamt für Statistik 2008, 2009, 2010). Langzeitfolgen für u.a. Bindungssicherheit und Beziehungsfähigkeit innerfamiliärer Missbrauchsopfer geben Erwachsene in retroperspektivischen Studien als problematisch an.

Mit Ausbau ambulanter Hilfen und stärkerem Bemühen um Verhinderung der Kindeswohlgefährdung (§ 8a SGB VIII) leben im Heim verstärkt psychisch belastete/gestörte junge Menschen auf engem Raum. Jugendliche, die innerfamiliären Missbrauch in der Kindheit erlebten, führt es meist im Zuge weiterer elterlicher/psychosozialer Risikofaktoren, wie Gewalt und (emotionaler) Vernachlässigung zu Heim einweisenden Verhaltensweisen. Ob diese stationären Jugendhilfeeinrichtungen ausreichend auf die Komplexität dieser Zielgruppe vorbereitet ist, darf gefragt werden. Der Ruf nach Traumasensibilität und die Entwicklung der Traumapädagogik zeigt, dass Anpassungsbedarf traditionell geführter Institutionen besteht (vgl. Weiß, 2011; Fegert et al 2010, 19). Welche Auswirkungen die Bindungsorganisation erfährt, könnte an der Beziehungsfähigkeit dieser Jugendlichen ablesbar sein. Wie beziehungsfähig sind solche Jugendliche? Da die Kindheit mit ihren unbewältigten Erlebnissen in die gegenwärtige Jugend hinein ragt, trägt jede/r Jugendliche eine individuelle biographische Brandmarkierung. Wird diese zum lebenslangen „Tattoo“, oder kann Intervention durch die stationäre Jugendhilfe Heilung ermöglichen?

Die Arbeit gliedert sich sodann wie ein Lebenslauf. Das erste Kapitel behandelt die Kindheit. Eine Groborientierung über fachlichen Diskurs um sexuellen Missbrauch/Inzest ist sinnvoll, um eigene Kategorien und Begriffswahl als Grundlage weiterer Kapitel zu verstehen. Die Behandlung des (familiären) Hintergrundes soll das Netz der Entwicklung von elterlichen sexuellen Übergriffen verdeutlichen; denn diese psychosozialen Risikofaktoren begleiten eine/n Betroffene/n ebenso. Die (Bindungs-)Folgen, die sich in der Kindheit nach dem Sexualkontakt zeigen, werden im Kapitel 2 als „verwachsene“ verhaltensoriginelle Überlebensstrategien wieder aufgenommen. Dort mischen sich neue Entwicklungserfordernisse der Jugend unter den Aufdeckungsprozess der Inzestvergangenheit. Das dürfte bspw. für Sexualitätsentwicklung/

Beziehung zu Gleichaltrigen bedeutsam sein. Aspekte der Bindungstheorie heranzuziehen für innerfamiliär sexuell missbrauchte Jugendliche dürfte wertvolle Ergebnisse für professionelle Bezugspersonen im Heim bringen.

Kapitel 3 befasst sich mit diesem „sicheren Ort“, an dem neue (positive) Beziehungs-erfahrungen möglich werden sollen - mit professionellen Bezugspersonen und Gleichaltrigen. Institutionell, strukturell und personell muss eine Heimeinrichtung auf die „Mitgift“ ihrer Bewohner angepasst sein. Das bezieht sich u.a. auf die Beziehungsfähigkeit pädagogischer Fachkräfte, die Teamgestaltung und-förderung, die Angebotsstruktur und weitere Hilfsmaßnahmen. Da sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen in Heimen (vgl. DJI, 2011) oftmals nicht thematisiert wurden, widmet sich ein Abschnitt dem Umgang/der Prävention.

Ziel dieser Arbeit ist somit, die Bedeutung von Beziehung/Bindung für ein ehemaliges Inzestopfer, für seine/ihre Entwicklung in der Jugend herauszukristallisieren. Zudem versteht sie sich als Anregung an professionelle Helfer und Jugendhilfeeinrichtungen.

„Zwischenmenschliche Beziehungen sind das Medium, in dem sich nicht nur unser seelisches

Erleben bewegt, sondern in dem sich auch unsere körperliche Gesundheit bewahren lässt. Überall da, wo sich Quantität und Qualität zwischenmenschlicher Beziehung vermindern, erhöht sich das Krankheitsrisiko“ (Bauer, 2010, 15) .

1. Innerfamiliärer sexueller Missbrauch-inzestuöse Familie

1.1 Was sexueller Missbrauch und Inzest sein kann

Bevor der Einstieg in das eigentliche Thema stattfindet, sollten einige Begrifflichkeiten geklärt werden.

1.1.1 Begrifflichkeiten

Der Begriffspool der Fachliteratur bietet vielerlei Namen für „sexuellen Missbrauch“, die sich aus bestimmten Hintergründen ergeben haben. Die Bezeichnung „Missbrauch“ wird in der Literatur mit Kritik belegt und ist doch wegen seiner Bekanntheit im fachlichen/öffentlichen Jargon zu finden. Doppeldeutige Assoziationen werden geweckt. Die Verantwortlichkeit für das Geschehen bleibt im Sinne von „Machtmissbrauch und Vertrauensmissbrauch“ (Gahleitner, 2005, 19) beim Täter. Dennoch erweckt das Wort den Eindruck, es gäbe auch einen „richtigen Gebrauch“ (ebd. 19) von Kindern. Stigmata und mangelhafte Gefühlswiedergabe der Betroffenen beanstanden viele Autoren (vgl. Bange/ Körner, 2002). Der Versuch, alle Betroffenen, unterschiedliche Strömungen (z.B. Feminismus) in einer einheitlich akzeptierten Bezeichnung zu vereinbaren ist bis heute nicht möglich (vgl. Bange, 2007; Bange/Körner, 2002).

„Sexuelle Gewalt“ wird zunehmend verwendet, da diese Bezeichnung den Gefühlen der Opfer eher entspricht und zudem die Anlehnung an gesellschaftliche Entstehungsstruktur ermöglicht (vgl. Gahleitner, 2005).

Der Begriff „Inzest“ wird geführt für sexuellen Kontakt zwischen Verwandten. Der Beigeschmack einer gewissen Erotik und Kriminalisierung freiwillig geschlossener Beziehungen verwandter Gleichaltriger ist hier kritisch zu bewerten (vgl. Bange/Körner, 2002). Neben dieser Anmerkung wird der Rahmen (Familie) und die Beteiligten (bekannte Vertrauenspersonen der Familie) offenbar, was für Klarheit sorgt. Aufgrund des historischen Hintergrundes, der Inzest als Familienangelegenheit tolerierte, ist zu betonen, dass Inzest Gewalt ist.

Diese Vielzahl an Ausdrucksmöglichkeiten zeigen, welche Sensibilität das Problem des sexuellen Missbrauchs trägt. Sodann ist sensibler Umgang mit Bezeichnungen ratsam. In dieser Arbeit tauchen viele bekannte Bezeichnungen wie ‚sexueller Missbrauch‘, ‚sexuelle Gewalt‘ oder ‚sexueller Übergriff‘ auf. Sie alle nennen das beim Namen, was innerhalb von ‚Inzest‘ geschieht und dessen Auswirkungen. Das Prägnante ist der Eingriff in die Integrität der Persönlichkeit des Kindes, das in seinem Kind-Sein und seiner Entwicklung von der Macht eines Erwachsenen missbraucht wird. Ob dabei ‚Pädosexualität‘ die Motivation zur Tat ist, spielt für diese Arbeit keine Rolle.

Rollenzuschreibung als ‚Täter‘ oder ‚Opfer‘ ist ebenfalls stigmatisierend, da bspw. kein Betroffener lebenslang den Opferstatus tragen möchte. Dieser Verweis auf die soziale Rolle im Missbrauchsakt ist jedoch hilfreich zur Darstellung der Verantwortung. Erwachsene Täter tragen diese vollumfänglich. Diese Verwendung der Bezeichnungen ‚Täter, Opfer‘ wird somit in der Arbeit akzeptiert.

‚Bindung‘ ist der erste und wichtigste Anreiz, eine Beziehung einzugehen. Sodann gewinnt „Bindung als natürliches () ‚Überlebensmuster‘ “(Bowlby, 2008, 21) an Bedeutung. Nicht jede Beziehung hat die Qualität einer Bindungsbeziehung. Ist diese Qualität vorhanden, zeigt sich dieses auf Interaktion angelegte Überlebensmuster als Bindungsverhalten. „Unter Bindungsverhalten wird, kurz gesagt, jede Form des Verhaltens verstanden, das dazu führt, dass eine Person die Nähe eines anderen differenzierten und bevorzugten Individuums, das gewöhnlich als stärker und/oder klüger empfunden wird, aufsucht oder beizubehalten versucht. Wenngleich das Bindungsverhalten während der Kindheit besonders deutlich sichtbar ist, wird angenommen, dass es für den Menschen von der Wiege bis zum Grab charakteristisch ist“ (Bowlby, 1982, 159f). Sich auf eine bestimmte schützende Rückzugsmöglichkeit verlassen zu können, eröffnet das Bedürfnis nach Exploration.

1.1.2 Definition „Sexueller Missbrauch“

Was genau ist sexueller Missbrauch? Diese Frage zeigt, dass viel Unsicherheit und Interpretationsversuche bestehen. Eine definitorische Eingrenzung wird nötig.

In der Wissenschaft tauchen Diskussionen darüber auf, was im engeren (mit Körperkontakt) oder im weiteren (ohne Körperkontakt) Sinne zu sexuellem Missbrauch zählt und was heftigere Folgen nach sich zieht.

Handlungen mit Körperkontakt (Geschlechtsverkehr, Onanieren) sollen schädigender auf Kinder wirken, als bspw. Exhibitionismus/ Voyeurismus. Diese Handlungen ohne KörperkontaktWorte und Blicke- können sexuelle Gewalt ausdrücken und einen sexuellen Gewaltakt mit Körperkontakt vorbereiten. Das Aufwachsen in einem sexualisierten Klima, in dem sexueller Übergriff spürbar sofort stattfinden könnte, reicht für manche aus, Entwicklungsprobleme (vgl. Deegener, 2010) anzustoßen. Als weitere Kriterien für sexuellen Missbrauch sind- kursiv markiertFolgende festzuhalten.

Im familiären Rahmen existiert ein Beziehungs-/Machtgefälle schnell durch die Konstellation Eltern und Kind. Kinder stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den Eltern, die eine Autoritätsposition innehaben (sollten). Diese ‚Machtstellung‘ setzen die Fürsorgepersonen nicht in Achtung des kindlichen Willen s und des Bedürfnisses nach Entwicklung ein, sondern benutzen sie zur Stillung eigener sexueller Bedürfnisse. Dies ist der Fall, wenn ohne den Einsatz von Drohung/ Gewalt Kinder sexuell missbraucht werden (vgl. Bange, 2007). Bei Inzest ist dies verbreitet, da das Kind den manipulativen Erklärungen glaubt, vertraut und in seinem abhängigen/ liebenden Kind-Sein dem Geschehen ‚zustimmen‘ mag. Ein Altersunterschied von mehr als 5 Jahren besteht grundsätzlich zwischen elterlichen Erwachsenen und ihren Nachkommen. Dadurch haben jene einen Macht- und Wissensvorsprung. Eine Übertretung vom angemessenen Maß an körper- licher Nähe und Geborgenheit ist weitere Messmöglichkeit. Die Beziehung wird nicht genutzt zum Schutz und Entwicklungshelfer des Kindes, sondern dient als Instrument für das Ziel des Sexualkontakts (vgl. Wetzels, 1997). Es ist unzureichend, anhand negativer Folgen fest machen zu wollen, ob ein Vorfall sexueller Gewalt stattfand, empirische Forschungsergebnisse berichten nämlich, dass Folgeschäden auch ausbleiben können (vgl. Gahleitner, 2005; Bange, 2007). Je- doch sind negative Folgen bei ‚Inzestopfern‘ aufgrund kumulativer Kriterien und Risiken belegt und berechtigt. Kindliche (sexuelle) Neugier im Kontext psychosexueller Entwicklung dürfen Erwachsene nicht als Annäherungsversuch ‚missverstehen‘; das jedoch bietet der Pädophilenlobby einen oftmals ‚missbrauchten‘ Interpretationsspielraum (vgl. Bange, 2007). Angemessen kann sexueller Missbrauch definiert werden als „jede Handlung(), die an oder vor einem Kind entweder gegen seinen Willen vorgenommen wird oder der das Kind aufgrund seiner körperlichen, seelischen, geistigen oder sprachlichen Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann. Die Missbraucher nutzen ihre Macht -und Autoritätsposition aus, um ihre eigenen Bedürfnisse auf Kosten der Kinder zu befriedigen, die Kinder werden zu Sexualobjekten herabgewürdigt“ (Deegener, 2010, 22).

1.1.3 Prävalenz und Täter/innen

Diese Arbeit beschäftigt sich nur am Rande mit Prävalenz. Der Aspekt der Täterschaft ist wichtig, da Inzest eine enorme Personeneingrenzung auf den innerfamiliären Rahmen vornimmt. Auskünfte über angezeigte Sexualdelikte liefert die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), die nur einen gewissen Teil der tatsächlichen sexuellen Gewalttaten erfassen kann. Dunkelfeldschätzungen und repräsentative Untersuchungen (vgl. Wetzels, 1997; Bange/ Deegener, 1996; Bieneck et al., 2011; Zimmermann et al., 2011) helfen, das tatsächliche Ausmaß sexueller Gewalt in Deutschland zu greifen. Es sprengt den Rahmen der vorgelegten Arbeit darauf weiter einzugehen. Jedoch werden kurz einige wesentliche Erkenntnisse dargestellt.

Männliche und weibliche Kinder jeden Alters, d.h. ab dem Säuglingsalter können Opfer sexuellen Missbrauchs werden. Ab der Einschulung (ca. 6 Jahre) begleitet dieses Gewaltphänomen vermehrt heranwachsende junge Menschen in Deutschland (vgl. Bange/ Deegener, 1996). Wie Bieneck et al. (2011) in repräsentativer Untersuchung feststellen, ist jedoch ein deutlicher Rückgang an innerfamiliären sexuellen Gewalttaten seit Ende der 90er Jahre zu verzeichnen. Überwiegend sind es Stief-oder Pflegeväter, die gegenüber ihren Schutzbefohlenen übergriffig werden (vgl. Engfer, 2002, 812). Vom innerfamiliären Missbrauch betroffen sind gehäuft Mädchen, da ca. die Hälfte aller missbrauchten Jungen von bekannten Außenstehenden (Sporttrainer, Freund der Familie, Priester etc.) missbraucht werden (vgl. Bange, 2007). Nach der Untersuchung von Bieneck et al. (2011) sind mehr Jungen von männlichen Familienangehörigen missbraucht worden, als in Voruntersuchungen. Gefühlsgründe dürften dazu geführt haben, selten Vater oder Mutter als Tatperson zu nennen; deren Täterschaft kann aber nicht ausgeschlossen werden. Mütter als Täterinnen bei eigenen Söhnen rücken zunehmend ins Rampenlicht der Wahrnehmung (vgl. Gahleitner, 2005; Bange, 2007). Inzestopfer sind somit vermehrt Mädchen, aber auch Jungen. Für eine ungefähre Vorstellung über Prävalenz der Tatpersonen, siehe Abb.1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab.1:Tatpersonen

(Quelle: Unabhängige Beauftragte, 2011, 52)

„Selbst selektierten“ (Bieneck et al., 2011, 40) Daten der Unabhängigen Beauftragten (2011) zufolge, die mithilfe von 2677 ehemaligen „Opfern“ erhoben werden konnten, sind gut zwei Drittel der weiblichen Betroffenen im familiären Kontext missbraucht worden. Fast ein Drittel der männlichen Betroffenen sprechen von Missbrauch im familiären Umfeld. Das Umfeld meint somit Großeltern, Onkel, Cousin, nahe Familienfreunde, wohingegen familiärer Kontext auf die Kernfamilie Bezug nimmt. Die Daten sind für diese Arbeit somit wenig tragfähig, da die Eingrenzung der Tatpersonen sich auf Eltern und Stiefeltern beschränkt. Der Prozentsatz dieser als Täter/innen wäre in Abb. 1 ablesbar, jedoch fehlt eine Differenzierung nach Geschlecht der Opfer. Lediglich für eine Veranschaulichung des Verhältnisses von innerfamiliärem zu externem sexuellen Missbrauch, wie auch Bekanntheitsgrad des/r Täter/in ist Abb.2 angeführt.

Aus dieser Datenquelle geht exemplarisch die hohe Täterzahl in der Familie hervor, wobei die Häufung bei Institutionen ebenso ins Auge fällt.

Da auch Mehrfachnennungen möglich waren, könnte somit familiär erlebte sexuelle Gewalt in der Institution Heim als Revictimisierung erneut erfahren werden.

Abb.1: Kontext des Missbrauchs

(Quelle: Unabhängige Beauftragte, 2011, 47)

Täter aus familiären Kreisen haben einen besonderen Zugang und besondere Stellung zu ihren ‚Opfern‘: sie können primäre Bindungsperson oder zumindest nahe Person des Alltags sein.

1.1.4 Bindungsaspekte von „Inzest“

Ist die Bindungsfigur die Tatperson, entstehen erste emotionale Konflikte, da diese Geborgenheit und Sicherheit spendete, und nun Quelle der Angst ist. Wenn die Bindungsperson schon früh nicht sensibel auf kindliche (Bindungs-) Bedürfnisse reagiert und sogar eigene (sexuelle) Bedürfnisse am Kind befriedigt, muss ein Kind dennoch mit der Überleben sichernden Bindungsperson zurechtkommen. Naheliegend ist freilich die Mutter als erste Bindungsfigur, welche seltener Täterin ist. Väter, als wichtige Förderer des Explorationsverhaltens sind öfter als Tatperson aufgeführt. Zu diesem besteht eine nicht unwesentliche Bindung. Vertraut sich ein Kind nach Erkenntnis der Anomalie der väterlichen Berührungen der Mutter an, glaubt diese Bindungsperson das oftmals nicht oder leitet aus anderen Gründen hilfreiche Schritte nicht ein (vgl. Bange, 2007; Gödelt, 1992). Das dynamische innerfamiliäre Geschehen, vor allem sexueller Übergriff, ist bei Ramin verstanden als „Syndrom von Geheimhaltung und Abhängigkeit“(1993, 39). U.a. durch das Beziehungsgeflecht und Macht-/Autoritätsstellung des/r Täter/in kann es zu Inzest kommen. Innerfamiliärer sexueller Missbrauch könnte somit als Ausdruck gestörten elterlichen Bindungsverhaltens gelten. Der Übergang von angenehmer Atmosphäre, sogar positiver Beziehungserfahrung hin zu sexuellen Kontaktformen ist für das Kind anfangs kaum merklich (vgl. Gödelt, 1992; Bange, 2007).

Damit es zur Überschreitung der Generationengrenze kommt, müssen tätereigene moralische Barrieren und der Widerstands des Kindes überwunden werden. Täterforschung beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit Täterstrategien (vgl. Bange/ Körner, 2002), welche als funktionales Werkzeug genutzt, den Täter zur anvisierten sexuellen Tat führen. Es sprengt jedoch den Rahmen dieser Arbeit, wenngleich deren Wirkung auf das Vertrauen in Bezugspersonen enorme Schädigung bedingt.

Sexuelle Übergriffe durch innerfamiliäre Bindungspersonen „verändern die internalen Beziehungsrepräsentationen der betroffenen Kinder“ (Gasteiger- Klicpera, 2009, 34). In einem ‚Arbeitsmodell‘ verinnerlicht speichert ein Kind, wie sich die Bindungsperson verhält und entwickelt hieraus einen Bindungsstil, der nach solcher Gewalterfahrung oft desorganisiert wirkt (vgl. ebd.). In Zukunft reagiert es auf diese Speicherung mit entsprechendem Beziehungsverhalten (siehe

2.3). Auch andere Erziehungsumstände und der Bindungsstil der Eltern (Mutter) haben bedeutsamen Einfluss auf die Bindungsorganisation des Kindes. Wegen der Häufung sexueller Übergriffe im familiären Bereich sowie deren jahrelangem Auftreten, kann nicht von kritischem Lebensereignis, sondern muss von „kritischen Lebens umständen “(Göppel, 1997, 297) und somit kritischen Bindungsumständen gesprochen werden; was für die Abhängigen und die noch mit Bewältigung Unerfahrenen eine überfordernde Lebenserfahrung sein kann. Mechanismen von Machtmissbrauch, Manipulation und Gewalt durchziehen oftmals die familiären Hintergründe, bei denen Inzest ein Problem von vielen sein kann.

1.2 Was im Hintergrund wirksam ist

Nach dem Sinn einer Handlung, eines Verhaltens oder einer ‚schwierigen‘ Persönlichkeit zu fragen, ist belangvoll, zumal sich die Begriffe ‚Überlebensstrategie‘ und ‚überlebenssichernde Bindungsfigur‘ auf diesen Sinnzusammenhang stützen. Verhaltensauffälligkeiten und individuelle Entwicklungserfordernisse im Jugendalter wachsen u.a. aus der individuellen Biographie, aus der

Kindheit. Der familiäre Hintergrund bildet mit seinen interindividuellen Dynamiken, die von int- raindividuellen Prozessen begleitet sind, ein Klima der Entwicklung. Vermehrt konflikthaftes Familienklima (Wetzels, 1997) und unbefriedigte (Bindungs-)Bedürfnisse geben einem heranwachsenden Kind nachhaltige ‚Kost‘ mit auf den Weg. Da sich diese Arbeit letztendlich auf jugendliche Heimbewohner mit Inzesterfahrung bezieht, ist für gelungene Hilfeplanung und Hilfegestaltung Wissen um das, was den Inzest begleitet, wichtig und wertvoll.

1.2.1 Lebensumstände

Wo früher Inzest wegen niedriger sozialer Schichtzugehörigkeit als ‚Unterschichtsphänomen‘ bekannt war, ergeben heutige Studien, dass sexueller Missbrauch Familiengeheimnis aller Schichten oder Milieus sein kann (vgl. Bange, 2007). Aus einigen Studien geht hervor, dass „schlechter gestellte() Familien“ (Bange, 2002, 566) bei innerfamiliärem sexuellen Missbrauch etwas häufiger vertreten sind. Diese Häufung lässt sich wohl durch die Problemkomplexe erklären, die diese Familien zu bewältigen haben. Irgendeine Form von isolierter Lage zum sozialen Umfeld weisen alle Familien schichtübergreifend auf. Der Zugang zu gleichgestellten Sexualpartnern kann so erschwert sein (vgl. Rygaard, 2006) und missbräuchliche Tendenzen dekompensieren. Wenig Rückzugsmöglichkeit für ein Kind in enger Wohnung gehört mit zu den ungünsti- gen Familienverhältnissen. Diese bedingen, dass sich die Kinder nur mangelhaft von den Eltern abgrenzen und loslösen können-z.B. schlafen sie in später Kindheit im elterlichen Bett.

Werden die hintergründigen Themen unterschiedlicher Familienformen zusammengefasst, ergibt sich nach Rensen (1992, 102f) dieses Bild:

- Unbewältigte emotionale Bedürftigkeit mindestens eines Elternteils
- Emotionale Vernachlässigung und andere Gewalterfahrungen (Kind)
- Substanzmissbrauch in mehreren Bereichen (Vater)
- Instrumentalisierung von Sexualität zur Kompensation von Frustration (Vater)
- Verlustängste bzgl. bestehender Verhältnisse (Mutter), Ohnmacht
- Traditionelle Geschlechtsrollenverteilung und Machtstrukturen
- Unklare Generationengrenzen
- Abhängigkeit fördernde Kommunikationskultur
- Keine Beachtung der (Bindungs-)Bedürfnisse (Kind)
- Ergebnis: gestörte Beziehungsstrukturen.

1.2.2 Risikofaktoren der Beteiligten und Betroffenen

Familienmitglieder sind im engeren Sinne das missbrauchte Kind, (Stief-) Eltern, Geschwister. Verwandte, Opa/ Oma, Onkel/ Tante, Cousin/e zählen im weiteren Sinne dazu. Der Bindung an die Eltern kommt höchste Bedeutung zu, weshalb ein Missbrauch dieser Vertrauensbeziehung besonders gravierend ist. Verwandte sind für Kinder überwiegend keine Personen des alltäglichen Umgangs, sodass Missbrauch durch sie den ‚sicheren Ort‘ Familie eher nicht angreifen dürfte.

Für die vorliegende Arbeit ist nur der engste Familienkreis relevant: Mutter, Vater, Stiefmutter und Stiefvater als Beteiligte können primäre Bindungspersonen sein und deren Wirken kann die Beziehungsfähigkeit nachhaltig ändern. Bei diesen Täter/innen sticht die Nähe zum Kind als Betroffenem heraus und emotionale Zuwendung ist vor Anwendung von physischer und psychischer Gewalt beobachtet (vgl. Engfer, 2002). Gerade diese Kombination von Grenzüberschreitung und liebevollen Persönlichkeitsanteilen der Bezugsperson charakterisiert Inzest im Wesentlichen, was „möglicherweise die besonders traumatisierende Wirkung des innerfamiliären Missbrauchs erklären (kann)“ (Engfer, 2002, 816). Aus der Untersuchung von Zimmermann (2011, 100f) geht ein Zusammenhang von Risikofaktoren innerhalb der Familie und sexuellem Missbrauch hervor. Aus der Mischung von Eigenschaften einzelner Familienmitglieder und dem sozialen nahen Umfeld (bspw. Erziehungsstil der Eltern) dynamisiert sich das Familiensystem hin zum Inzest. Einen Überblick soll folgende Abbildung mit anschließenden Ergänzungen bieten.

Abb.2: Risikofaktoren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der wesentliche Risikofaktor eines Kindes ist demnach, dass es sich in Entwicklung befindet und dabei auf Erwachsene und deren erzieherische, annehmende Funktion angewiesen ist. Risikofaktoren der Eltern sind in Eigenschaften und persönlichen Umständen zu sehen, die einerseits Täterschaft bedingen und andererseits den Schutz des Kindes verhindern. Ergänzend sollen noch einige grundlegende Bedingungen erläutert werden, die auch den passiven Beitrag der Mutter näher beleuchten.

Das Vorliegen von Bindungsstörungen bei den Eltern versuchte Rygaard (2006, 206f) mithilfe der Objektrelationstheorie zu greifen. Die elterliche Persönlichkeitsentwicklung gilt hier als stagniert in unterschiedlichen Stadien. Das erste Stadium emotionaler Entwicklungsstagnation liegt bei inzestuösen Täter/innen häufiger vor. Sexualität, als eines von vielen (emotionalen) Bedürfnissen wird nach dem Zufallsprinzip bei beliebiger Person, also auch eigenen Kindern gestillt. Die Unterscheidung der bedürfnisstillenden Partner entfällt und das (sexuelle) Bedürfnis wird mit oder ohne Einverständnis des gewählten menschlichen Objekts befriedigt. Allein die sofortige Befriedigung des momentanen Bedürfnisses zählt. Verhält sich die Bindungsperson gegenüber einem sehr jungen Kind ebenso, ist die Gefahr einer Verhaltensübertragung auf das Kind hoch. Der Täterforschung zufolge gehen Täter jedoch geplant und nicht willkürlich vor. Die These, dass andere elterliche Verhaltensweisen dem sexuellen Übergriff vorausgehen, ist hier fruchtbar.

Auf diese Theorie soll nicht näher eingegangen werden.

Hat eine Mutter selbst keinen guten Bezug zum eigenen Körper, kann sie in ihrer Unsicherheit nicht in den Körperdialog mit dem Kleinkind treten und Körpergrenzen/ Körpergefühl vermitteln (vgl. Ramin, 1993, 134). Dieser erste Schutz des eigenen Kindes durch Vermittlung von Körperwahrnehmung/ Körperlichkeit kann scheitern, wenn unverarbeitete Emotionen eigener Missbrauchserfahrung (vgl. Deegener, 2010, 143f) mit bspw. flacher Körpersprache verdrängt sind (vgl. Bambynek/ Schay, 1993, 289). Abhalten von der In-Schutz-Nahme des Kindes können Aspekte defizitärer Lebenssituation sein. Psychische Störung und Kontaktstörungen zwischen Mutter und Kind, z.B. problematisches Verhältnis zum Kind (vgl. Heiliger, 2002, 658) können Hilfe verhindern. Zudem kann der Wunsch nach Verleugnung der unerträglichen Realität (Eheprobleme, Inzestverdacht) eine gewisse „Blindheit“ und Gefühlskälte erzeugen, was an einem Mangel an Empathie sichtbar wird (Deegener, 2010,143f). Der vermeidende Rückzug aus der sozialen Interaktion löst das Problem nicht und die resignierte Mutter sieht das Kind und evtl. seine missliche Lage nicht.

Väter als Täter sind nach der obigen Auflistung und Abbildung wesentlich am Entstehungshintergrund von Inzest beteiligt, dennoch entscheiden mehrere Faktoren darüber, ob ein familiäres Klima entsteht, in dem sich die Möglichkeit zum Inzest ergibt. Hier zeichnen sich bereits erste Verflechtungen durch Elternbeziehung, alleinige Elternschaft und Verhalten/ Bedürfnisse des Kindes an, die im System Familie erst dynamisch werden.

1.2.3 Faktoren des Familiensystems

Wie bereits mehrfach angesprochen, ist die Existenz des Kindes geprägt von Abhängigkeit, da es Schutz und Vertrauen in der Familie braucht. „Multiproblemfamilien“ bergen ein hohes Risiko für sexuellen Missbrauch (vgl. Engfer, 2002), da eine Vielzahl von Stressoren das System enorm destabilisieren kann. Weitere Gewaltformen bzw. übersteigertes autoritäres Erziehungsverhalten und psychische Vernachlässigung (vgl. Engfer, 2002) begleiten Inzesterfahrungen. Inzest ist manchmal Gemeinschaftstat beider Eltern, wobei die Mutter entweder willentlich „Komplizin“ ist oder zur sexuellen Gewalt am Kind genötigt wird (vgl. Deegener, 2010, 143f). Das familiäre Verhältnis zu Körperlichkeit, Körperkontakt, Sexualität und klarer Grenzsetzung/ -wahrung bestimmt den Grad späterer psychischer Schädigung mit.

Innerfamiliäre Kommunikationsstruktur trägt mitunter bei zur Geheimhaltungsmöglichkeiten des Inzest. Hintergründiges Familienthema kann Grenzmissachtung heißen:

- starren, unangemessenen Grenzen
- diffusen/ nicht eindeutigen Grenzen (Generationengrenze verwischt)
- zur Gesellschaft hin starren Grenzen/innerhalb der Familie keine Grenzsetzung
- keine Grenzziehung (Quelle: nach Richter- Appelt, 2002, 669f).

a) Elternbeziehung

Zwischen Inzest und chronischer Disharmonie in der Elternbeziehung besteht ein Zusammenhang (vgl. Gödelt, 1992, 166; Wetzels, 1997). Oftmals teilen Eltern keine Nähe und Zuwendung (mehr) miteinander, wodurch ein emotionaler Mangel entstehen kann (vgl. Gödelt, 1992, 240f) bzw. sich die Partnerwahl als weitere Enttäuschung eigener Bindungsbedürfnisse

(vgl. Deegener, 2010, 143f) entpuppt. Viele Eltern haben ein konfliktreiches und gestörtes

Bindungsverhalten zueinander, das sich durch emotional ablehnendes Erziehungsverhalten in einer gestörten Eltern-Kind-Bindung manifestiert. Diese ist charakterisiert durch einen Mangel an positiver emotionaler Zuwendung und einem Hoch an negativen Reaktionen seitens der Eltern (vgl. Wetzels, 1997; Zimmermann, 2011). Die (Bindungs-)Probleme, die Eltern aus eigener Biographie unbewältigt mitbringen, können sie sodann zu Problemen ihrer Nachkommen machen.

b) Innerfamiliäre Dynamik

Die Familienmoral kann einer „paranoide(n) Festung“ (Hirsch, 2002, 98) gleichen, die von Misstrauen gegenüber Mitmenschen geprägt ist. Ein enger Zusammenschluss aller Familienmitglieder entsteht und innerhalb dieser Geschlossenheit sollen die Bedürfnisse aller befriedigt werden (vgl. ebd.). Die Persönlichkeit der Eltern verhindert intensiveren Kontakt oder Beziehungen außerhalb des Familiensystems.

Wie bereits dargestellt, kann bei den Eltern eine „allseitige, emotionale narzisstische Bedürftigkeit“ (Hirsch, 2002, 98) vorliegen. Diese Eltern wählten sich mit der Erwartung, dass jeweils der andere Partner diese Bedürftigkeit heilen soll- was mit Enttäuschung endet. Diese Frustration elterlicher Bedürfnisse führt z.B. zur Kompensation über Missbrauch mindestens eines Kindes: der (Stief-)Vater löst seinen emotionalen (Paar-)Konflikt auf dem sexuellen Weg des Inzests. Die Mutter ‚benutzt‘ dieses Kind bei Haushalt und Erziehung der jüngeren Kinder. Oft handelt es sich um Mutterübertragungen der Eltern auf diese Tochter (vgl. ebd.). Doch durch diesen indirekten Kommunikationsweg der Eltern bleiben Mutterkonflikte und Paarkonflikte unerlöst.In Vergleichsstudien ist eine hohe Dysfunktionalität auffallend, die das Familienleben bestimmt. Die Eltern verbünden sich gegen die Kinder, wodurch gegenseitige Kritik eliminiert scheint. Beide Eltern sind emotional nicht greifbar für die Kinder, was zu Vernachlässigung führen kann. Der enge Zusammenhalt der Familie unterdrückt Autonomiebestrebungen eher, als dass er sie fördert (vgl. ebd.). Keiner der Eltern stellt eine verlässliche Bindungsfigur dar. Dennoch sind diese Familien beziehungstechnisch sehr verstrickt. Einige Schwierigkeiten ergeben sich, die in 2.3 Anlehnung an Bindungsstörungen aufweisen:

- Trennungsang st: Diese entspringt der sozialen Angst der Familienmitglieder, die auch Identitätsangst haben; ist doch die Familie die einzig bekannte Bezugsquelle. Geheimhaltungstendenzen und Selbstlösungsversuche bei Problemen erfolgen interpersonell oder intrapersonell (vgl. Hirsch, 2002)
- Rollenumkehr: Das Kind übernimmt die Mutterrolle oder der Vaterrolle. Diese „PseudoReife“ (Hirsch, 2002, 100) führt jedoch zur Überforderung mit Gefühlen des Versagens und der Schuld. Hieraus entspringt das Verantwortungsgefühl für das, was in der Familie geschieht und für den Erhalt der Familie (vgl. ebd.)
- Autoritärer Erziehungsstil: Dieser Stil verlangt Gehorsam (vgl. Heiliger, 2002), er ist nicht darauf aus, Kindern den Hintergrund von Aufforderungen durch Erwachsene zu erklären. Die Machtstellung und hierarchische Aussagen gegenüber Kindern führt zum Ignorieren kindlicher Bedürfnisse. Furcht und Unterdrückung sind Erziehungsmethoden der Unterordnung (vgl. ebd.), die den Methoden bei sexuellem Missbrauch sehr ähneln. Da hierdurch die Entwicklung von Selbstbewusstsein, Eigensinn und Durchsetzungsvermögen verhindert wird, haben diese Kinder wenig Bewusstsein für das, was sie wollen. Ihre Persönlichkeitsentwicklung ist vom Erziehungsstil der Eltern geschwächt, statt gestützt. Sie trauen sich womöglich nicht sich an Erwachsene zu wenden oder sich gegen sie durchzusetzen (vgl. Deegener, 2010, 175f).
- Sexualerziehung: Sie wird vordergründig von einer Sexualitätsfeindlichkeit behindert. Die Eltern klären weder über körperliche Vorgänge und Körperfunktionen auf, noch sprechen sie über Sexualität. In der Folge muss ein Kind natürliche altersgemäße körperliche Regungen und verbale Äußerungen unterdrücken. Sexuelle Selbstbestimmung kann sich nicht entwickeln. Ohne mit dem eigenen Körper und Gefühlen vertraut zu sein, kann ein sexueller Übergriff leicht geschehen (vgl. Bange, 2007, 70f). Zudem lässt das Tabu auf Körperlichkeit und Sexualität Gespräche über sexuellen Missbrauch nicht zu.
- Körperkontakt: Körperliche Selbstbestimmung eines Kindes ist vielen Erwachsenen nicht bewusst. Dass jedes Kind Grenzen hat und selbst bestimmen darf, ob es berührt oder auf den Schoß genommen werden will, wird oft nicht gelehrt. Der eigene Körper scheint zugänglich für jeden zu sein, ohne dass sich das Kind dagegen wehren könnte/ dürfte. Wehrhaftigkeit zieht negative Konsequenzen nach sich, statt Akzeptanz bei den Erwachsenen. Der kindliche Körper wird als leicht zugängliches Objekt behandelt, noch bevor es zum Inzest kommt (vgl. ebd.).
- Intuition: Der Zugang hierzu und somit zur realitätsgetreuen Einschätzung von Personen, Situationen und Gefühlslagen ist bei Kindern in der Regel gut ausgeprägt. Unterschwellige Absichten und unklare Beziehungen könnten sie erspüren. Jedoch werden Kindern das Vertrauen und die Wahrnehmung ihres Bauchgefühls oft ausgeredet und durch logische Erwachsenenerklärung überlagert. Gewöhnliche Gefühle, wie Trauer, Wut, Angst oder Unbehagen können sodann kaum unterschieden werden bzw. nicht benannt werden (vgl. Bange, 2002, 71). Intuition als Gefühlszugang des Alltags wird somit manipuliert.
- Manipulation: Sie prägt vermehrt das Alltagserlebnis und ist als „Ausübung verdeckter Macht, um Kinder in Abhängigkeit zu halten und problemlos eigene Ansprüche durchzusetzen, ohne sie sachlich begründen zu müssen“ (Bange, 2002, 72) definiert. Aus der bisherigen Darstellung geht hervor, dass vielfach Manipulation das Familienleben bestimmt. Dazu gehören:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Weiter wird die elterliche Akzeptanz und Liebe an Bedingungen geknüpft. Nur wegen Gehorsam, Leistung etc. erhält das Kind emotionale Zuwendung und positive Aufmerksamkeit. Der Glaubenssatz der Gegenseitigkeit wird gegründet, wodurch das Kind Handlungen toleriert, die es gar nicht tun will (vgl. Bange, 2002, 72). Später führt der ‚geschickte‘ Zwang dazu, dass ein Kind die sexuelle Gewalt als Gegenleistung für Aufmerksamkeit erträgt und durch eigenes Schuldempfinden schweigt.

Diese Faktoren machen das Familienklima aus, in dem Kinder zu Opfern innerfamiliären Missbrauchs werden können und Überlebensstrategien entwickeln- mit erheblichen Folgen.

1.3 Folgen sexuellen Missbrauchs in der Familie

Sexuelle Gewalt trifft den gesamten Menschen: Körper, Seele, Geist. Diese unterschiedlichen Ebenen machen das menschliche Ganze aus und beeinflussen sich gegenseitig (vgl. Dethlefsen/ Dahlke, 1998). Die gravierenden Folgen haben Betroffene lange zu tragen (vgl. Gödelt, 1992; Julius et al. 2009). Welchen Dynamiken Kinder als ‚Inzestobjekt‘ ausgesetzt sind, ist bereits dargestellt. Die Auswirkungen sind dennoch subjektiv und hängen mit individuellem Repertoire von internen und externen Belastungs- und Schutzfaktoren zusammen. Inwieweit diese ausgeglichen werden konnten, sieht man in der Jugendphase. So sind einige Folgen der Kindheit ohne Behandlung und soziale Änderungen im Jugendalter zu verfestigten Auffälligkeiten herangereift. Andere Betroffene zeigen kaum, was ihnen widerfahren ist.

Die Behandlung kindlicher Folgen hilft in Kapitel 2 deren Chronifizierung genau zu bestimmenwas wichtig wird für den (möglichen) Heilungsprozess in der Institution Heim (Kapitel 3). Das „Ausgeliefertsein“ gegenüber Gewalt von (Bindungs-) Personen des direkten sozialen Raums ermöglicht kaum andere Umgangsweisen damit, als die „intrapsychischen (und) hilflosigkeitstypischen“ (Gahleitner, 2005, 45). Folgen und Bewältigungsstrategien sind oftmals derartig verschmolzen, dass sie nicht extrahiert benannt werden können (vgl. ebd.). Ein Versuch wird in dieser Arbeit dennoch unternommen.

Nach der Bindungstheorie (siehe 2.3) nehmen sich diese Kinder im inneren Arbeitsmodell selbst als höchst verwundbar und hilflos wahr, wobei die Bindungsperson als Missbraucher/in nicht Sicherheit spendet, sondern Angst macht. Auch wenn nicht die Mutter als primäre Bindungsperson Täterin sein muss, kann deren Ungläubigkeit/ Untätigkeit zur Beendigung der sexuellen Gewalt höchste Bindungseinschnitte provozieren. Zudem hinterlässt die Erfahrung entwicklungsuntypischer Sexualität eine traumatische Wirkung, die sich in Verhalten, Emotionen und Beziehung einstellt. Hier sollen erste Anzeichen einer Brandmarkung der kindlichen Persönlichkeit sichtbar werden in den Bereichen, die Beziehung tangieren: emotional- kognitive, psychosoziale Prozesse und Umgang mit Nähe- Distanz- Regulation.

1.3.1 Abhängigkeit der Auswirkungen von individuellen Faktoren

Die individuelle Ausstattung jedes Kindes ist ausschlaggebend für ein Folgenportrait. Eine Mischung von biographischen und konstitutionellen Faktoren, wie Ressourcen (auch Geschlecht), Risiken, Vulnerabilität und Resilienzfaktoren (vgl. Gahleitner, 2005) bestimmen die Wahrnehmung und Bewertung des Missbrauchs durch das Kind.

a) Geschlechtstypische Unterschiede sind verzeichnet, die das Erleben und Bewerten meinen und doch abhängig sind von der jeweiligen Geschlechtssozialisation. Galten Mädchen lange als internalisierende und Jungen als externalisierende Folgenträger, erscheinen heute weibliche Opfer auffälliger und heftiger (vgl. Moggi, 2002). Dass Mädchen vermehrt und schwerer sexuell misshandelt werden, bedingt dies einerseits (vgl. Moggi, 2002) und dass Jungen ihr Opferwerden lieber verdrängen, andererseits (vgl. Bange 2007; Gahleitner, 2005, 80f).

b) Der Wert der Sensitivität (vgl. Gödelt, 1992) lässt zusätzlich Grenzübertretungen intensiv wahrnehmen und kann massive Auswirkungen (z.B. große Unruhe) nach sich ziehen.

Das ‚Wertverständnis‘, geprägt durch Familienmoral, Erziehung, altersangemessene Sexualaufklärung ist mitentscheidend bei der Einordnung der sexuellen Gewaltsituation. Zudem beeinflussen all diese Einzelstücke die Entwicklung eines Kindes und können ohne die Existenz von Missbrauch zu pathologischen Auffälligkeiten führen. Die Beziehung, die zwischen Kind und Täter/in besteht (Vertrauensverhältnis), sowie die Art der Beziehung (Familienangehöriger) sind wichtigste Kriterien und führen oftmals wegen des ambivalenten Verhaltens der Tatperson zu weiteren Problemen.

1.3.2 Trauma durch Inzesterlebnis

Der Begriff ‚Trauma‘ bedeutet seiner griechischen Wurzel nach Wunde/ ‚Verletzung der Seele‘ und ist nach neuer Forschung auch in den Diagnosemanualen des DSM- IV und ICD-10 aufgeführt

a) Definitionen

Im ICD-10 (World Health Organisation =WHO), kann man eine Vorstellung davon gewinnen, was Trauma ist. „Ein belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalen Ausmaßes (kurz- oder langanhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde" (Internet 5, Diez), so lautet die Definition.

Im DSM-IV/ DSM- IV- TR (amerikanisches Diagnosesystem) werden konkretere Kriterien genannt, die gleichzeitig erfüllt sein müssen:

- Durch Beobachtung oder Erleben einer Situation entsteht das Gefühl der Gefährdung der Persönlichkeitsintegrität auf körperlicher oder psychischer Ebene für sich selbst oder an dere. Diez zählt bei Kindern hierzu auch „entwicklungsdiskrepante sexuelle Erfahrungen“ (Internet 5, Diez) wie bei Inzest.
- Darauf reagiert der Betroffene individuell mit intensiver Furcht, Hilflosigkeit, Entsetzen und aufgelöstem/ agitiertem Verhalten.

Psychoanalytisch nach Freud stellt sich ein Trauma als ein Geschehen dar, welches für die Seele eine enorme Reizüberflutung ist. Eine Bewältigung dieser funktioniert mit gewohnten Strategien nicht, sodass die Energie der Aufarbeitung des Ereignisses ‚daran hängen bleibt‘. Der Energiefluss bleibt gestört (vgl. Weiß, 2011).

Kinder, die sexuell missbraucht werden, erleben eine altersatypische Sexualität durch die sie entweder psychisch und/ oder körperlich an Grenzen ihrer Integrität gelangen und eine nervliche Reizüberflutung erfahren. Da elterliche Person(en) Täter sind, handelt es sich um ein menschengemachtes Trauma, das in der Regel folgenträchtiger ist als von Naturkatastrophen (vgl. Gahleitner, 2005, 37). Sexuelle Misshandlung ist oftmals dauerhaft und nimmt langanhaltende katastrophale Ausmaße an, da die Familie als Rückzugsort nachhaltig (bspw. durch Geheimhaltung und Drohungen) eine angespannte, lebensbedrohliche Atmosphäre erzeugt. Zudem reagieren durch Inzest traumatisierte Kinder mit Sprachlosigkeit (Entsetzen), mit Angst und ihrem kindlichen Entwicklungsstand entsprechend extrem hilflos. Sichtbar wird das freilich nicht immer in aufgelöstem Verhalten, da z.B. intrapsychische Verdränungsmechanismen anspringen. Die kindliche und präpubertäre Entwicklung könnte beeinträchtigt sein durch das Haftenbleiben an der Verarbeitung des Traumaschocks. Entwicklungspsychologisch ist die Zeit der Präpubertät (10-12 Jahre) (Fend, 2005, 90) von starker Sensibilität/ Labilität (vgl. Gödelt, 1992) begleitet, wodurch sexuelle Erlebnisse nachhaltig wirken. Primär ist das Ereignis an sich für das Kind traumatisierend. Häufung von (sexueller) innerfamiliärer Gewalt in einem kleinen Zeitfenster oder verteilt über mehrere Jahre hinweg führt oft zu sogenannten kumulativen und sequentiellen Traumata (vgl. Weiß, 2011). Durch den Umgang mit dem Trauma (bspw. in der Familie) und dessen Ursache (Inzest) kann es zur Retraumatisierung (vgl. Weiß, 2011) kommen.

„Früh traumatisierte Kinder müssen Teile des Selbst abspalten, bevor Kontinuität überhaupt erst entstehen kann: Bindungsmuster entwickeln sich chaotisch und desorganisiert, Kognitionen und Emotionen verzerrt“ (Gahleitner, 2005, 45). Dass somit ein Grundstein für eine schwierige Persönlichkeitsentwicklung gelegt ist, die zudem einen signifikanten Risikozuschlag für psychische Störungen im Erwachsenenalter (vgl. Gahleitner, 2005, 35f) erhält, darf nicht verwundern. Denn im „Moratorium“ der Kindheit (vgl. Oerterer/ Montada, 2002) vollziehen sich viele Entwicklungsschritte im Bereich Bindung/ Beziehung, Kognition und Emotion. Diese sind durch die „Energiebannung“ am traumatischen Inzestereignis blockiert (vgl. Weiß, 2011).

b) Inzest als Beziehungs- und Sexualitätstrauma mit sozialer Auswirkung

Familiäre Gewalt-, Verlust- und Vernachlässigungserfahrungen können im Wesentlichen zu Traumata im Beziehungsbereich werden. Solche Erlebnisse können „nicht von der Beziehung der Beteiligten zueinander getrennt“ (Internet 4, Julius) werden und sind „ein Ausdruck und Teil dieser Beziehung selbst“ (ebd.). Bindungstheoretisch führen diese außerordentlichen familiären Ereignisse zu „tiefgreifende(n) Beziehungstraumata“(Gasteiger- Klicpera, 2009, 34). Dass die Eltern mit ambivalenten Gefühlen betrachtet werden, ist verständlich aufgrund des frühen Vertrauensbruchs (vgl. Gahleitner, 2005, 35), dessen Resultat Misstrauen ist.

Dieses schreibt sich in weitere Beziehungen ein und beeinflusst soziale Interaktion. Der Kontakt z.B. zu Autoritätspersonen kann konfliktreich sein oder übereifrige Erwartungserfüllung zeigen. Das Verhalten schlechthin als Folge sexuellen Missbrauch gibt es nicht, da Jede/r nach subjektiver Strickung das Erlebnis bewältigt. Abwehr von Nähe existiert somit neben scheinbar wahlloser distanzloser Annäherung an fremde Menschen und beide Verhaltensweisen sind in pädagogischen Kontexten häufig zu beobachten. Sie müssen nicht auf sexuellen Missbrauch hindeuten, jedoch können sie als Auskünfte über traumatische Beziehungsgestaltung des Kindes gesehen werden. Das fehlende Vertrauen in andere Menschen kann im weiteren Lebenslauf Beziehungs- und Sexualitätsprobleme mit sich bringen (vgl. Davis, 2008).

Die bereits angesprochene Reizüberflutung greift Richter- Appelt (2002) für den Bereich der Sexualität auf. Sexuelle Traumatisierung kann bspw. durch externe sexuelle Reize erfolgen, wie Konfrontation mit und Zwang zu Erwachsenensexualität. Ist das Kind dadurch sexuell erregt, wird sein Bewusstsein sexualisiert (vgl. ebd.). Das bedeutet, dass Nähe (ohne sexuellen Reiz) zu sexueller Erregung führen kann. Nebenbei ergeben sich häufiger Probleme daraus, da die sexuelle Erregung, als unangenehm bewertet, Angst erweckt.

Auch wenn Kinder keine Worte hierfür finden und ein Bewusstsein für Körpervorgänge zu diesem Zeitpunkt nicht existiert, wird das Geschehen in einem „vorsprachliche(n) Gedächtnis“ (Richter- Appelt, 2002, 669) gespeichert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten

Details

Titel
Gebranntmarkt für's Leben? Sexueller Missbrauch in der Familie: Auswirkungen auf die Beziehungsfähigkeit in der Jugend
Untertitel
Anforderungen an eine stationäre Einrichtung der Jugendhilfe
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, ehem. Fachhochschule Landshut
Note
1,00
Autor
Jahr
2012
Seiten
71
Katalognummer
V308207
ISBN (eBook)
9783668068094
ISBN (Buch)
9783668068100
Dateigröße
1087 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auswirkungen, missbrauchs, kindheit, beziehungsfähigkeit, entwicklungsphase, jugend, anforderungen, einrichtung, jugendhilfe, gebrandmarkt, leben
Arbeit zitieren
Sabrina Jonas (Autor), 2012, Gebranntmarkt für's Leben? Sexueller Missbrauch in der Familie: Auswirkungen auf die Beziehungsfähigkeit in der Jugend, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308207

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