Die französisch-schottische Allianz, besser bekannt als die „Auld Alliance“, gilt als ältestes Bündnis der Welt und nimmt in der Geschichte eine herausragende Rolle ein. Dabei nahm das Bündnis zwischen den Mächten nördlich und südlich von England insbesondere im Mittelalter und speziell während des Hundertjährigen Krieges eine besondere Rolle ein. Aus diesem Grund sollen in dieser Arbeit die Motive für das Zustandekommen der Allianz und die Relevanz zu Beginn des Hundertjährigen Krieges analysiert werden.
Hierbei dient eine ausführliche Akte, die sich in „The Records of the Parliaments of Scotland to 1707“ befindet, als zentrale Quelle für die „Auld Alliance“. Die Wichtigkeit dieser Quelle wird deutlich, wenn in Betracht gezogen wird, dass ein Groß der aktuellen Historiker diese oder die ihr zugrundeliegende Originalversion zitiert.
Für die Analyse im zweiten Teil der Arbeit werden hauptsächlich die Werke von Elizabeth Bonner, Anne Curry, Norman Macdougall, Alison McQueen und Maurice Powicke zu Rate gezogen, die den Start der „Auld Alliance“ auf das Jahr 1295 beziehen – im Gegensatz zu Geoffrey Barrow, der bereits im Jahre 1173 die Grundsteinlegung sieht oder Joachim Ehlers, der den Beginn im Jahr 1314 ansetzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Quellenkritik
2.1 Äußere Quellenkritik
2.2 Innere Quellenkritik
3. Die Motive für die Begründung der „Auld Alliance“
4. Die Bedeutung der „Auld Alliance“ zu Beginn des Hundertjährigen Krieges
5. Fazit
6. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die historischen Motive für das Zustandekommen der „Auld Alliance“ zwischen Frankreich und Schottland im Jahr 1295 sowie deren strategische Relevanz und Auswirkungen zu Beginn des Hundertjährigen Krieges.
- Historische Entstehung und Ratifizierung der „Auld Alliance“
- Quellenkritische Untersuchung der zentralen Vertragsdokumente
- Politischer Druck durch die englische Krone unter Edward I.
- Strategische Rolle Schottlands als französischer Bündnispartner
- Langfristige Bedeutung des Bündnisses für die schottische Souveränität
Auszug aus dem Buch
2.1 Äußere Quellenkritik
Die zugrundeliegende Ermächtigungsurkunde befindet sich in den französischen „Archives Nationales“ im „Trésor des Chartes“ (reg v.,f. 132v-135v). Laut dem Hinweis des Editors, der nicht explizit namentlich genannt wird, unterscheide sich diese Kopie des Vertrages leicht von der Version, die sich in den APS befindet, da diese den Unterschied zwischen dem ausgehandelten Vertrag vom 23. Oktober 1295 und der Ratifizierung vom 23. Februar 1296 falsch wiedergeben würde. Die Version in den APS habe eine englische Abschrift einer Kopie des Vertrages von Paris, die nach Schottland geschickt wurde, und eine französische Abschrift der schottischen Ratifizierung, die nach Frankreich gesendet wurde, vermischt.
Diese Version bezieht sich ausschließlich auf die schottische Ratifizierung vom 23. Februar 1296, die zuvor vor dem schottischen Parlament in Dunfermline die konkreten Vertragsinhalte wiederholt, sowie zwei Schreiben zur Entsendung der vier Bevollmächtigten am 5. Juli des Vorjahres miteinbezieht. Barrow unterstützt die Ansicht, dass die beiden Rückbezuge zum Ende der Quelle von der Parlamentssitzung im Juli 1295 stammen. Somit ist die vorliegende Quelle von immensem Wert für die Auswertung, da sie den kompletten Prozess, der letztendlich zur Bildung der „Auld Alliance“ führte, beinhaltet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Bündnis zwischen Frankreich und Schottland, die historische Bedeutung sowie die Vorstellung der zentralen Quellen und Forschungslage.
2. Quellenkritik: Methodische Untersuchung der „Confirmation of the Scottish Treaty“ hinsichtlich ihrer äußeren Beschaffenheit und ihres inhaltlichen Wertes für die historische Analyse.
3. Die Motive für die Begründung der „Auld Alliance“: Analyse der komplexen politischen Konstellation zwischen den Königen von England, Schottland und Frankreich unter Berücksichtigung des englischen Drucks auf den schottischen König John Balliol.
4. Die Bedeutung der „Auld Alliance“ zu Beginn des Hundertjährigen Krieges: Betrachtung der Auswirkungen des Bündnisses auf die strategische Handlungsfähigkeit der englischen Krone während des Konflikts ab 1337.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Allianz als wesentliches Element der schottischen Unabhängigkeitswahrung und als prägender Faktor der mittelalterlichen Diplomatie.
6. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Bildquellen, gedruckten Quellen, Internetquellen und der wissenschaftlichen Literatur.
Schlüsselwörter
Auld Alliance, Schottland, Frankreich, England, John Balliol, Edward I., Hundertjähriger Krieg, Vertrag von 1295, Diplomatie, Bündnispolitik, Quellenkritik, Mittelalter, Souveränität, Machtpolitik, Internationale Beziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Bündnis zwischen Schottland und Frankreich, bekannt als „Auld Alliance“, und untersucht deren Ursprung sowie ihre Bedeutung für das europäische Machtgefüge im Mittelalter.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die Entstehung des Vertrags von 1295, die Rolle der Akteure John Balliol, Philipp IV. und Edward I. sowie der Einfluss des Bündnisses auf den Hundertjährigen Krieg.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Beweggründe für das Bündnis zu entschlüsseln und die Relevanz der „Auld Alliance“ als strategisches Gegengewicht gegen englische Expansionsbestrebungen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Der Autor verwendet eine quellenkritische Methode, bei der eine zentrale Urkunde im Kontext der aktuellen historischen Sekundärliteratur analysiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die Bedingungen des Bündnisschlusses und die Rolle des schottischen Parlaments als auch die strategische Bedrohung für England bei Ausbruch des Hundertjährigen Krieges beleuchtet.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie „Auld Alliance“, „Schottische Unabhängigkeit“, „Englische Oberhoheit“, „Diplomatie“ und „Mittelalterliche Verträge“ geprägt.
Welche Rolle spielte John Balliol bei der Allianz?
Balliol agierte als schwacher König unter dem Druck von Edward I. und suchte im Bündnis mit Frankreich nach einer Möglichkeit, seine eigene Position sowie die Unabhängigkeit seines Landes zu stärken.
Warum war die „Auld Alliance“ strategisch so bedeutsam?
Sie band die Kräfte der englischen Könige und zwang diese dazu, bei militärischen Auseinandersetzungen mit Frankreich stets auch die schottische Flanke zu berücksichtigen.
Welche Bedeutung hatte die Ratifizierung vom 23. Februar 1296?
Diese Ratifizierung markierte den endgültigen formalen Vollzug des Bündnisses und wurde von zeitgenössischen Akteuren wie Edward I. de facto als Kriegserklärung gewertet.
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- Christian Wölfelschneider (Author), 2012, Motive für die Begründung der „Auld Alliance“ und ihre Bedeutung zu Beginn des Hundertjährigen Krieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308340