Bewegung zur Musik (Musik, 3. Klasse)


Unterrichtsentwurf, 2011

9 Seiten, Note: unbenotet


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Unmittelbare Lernvoraussetzungen

2 Didaktische Analyse

3 Methodische Analyse

4 Strukturskizze

5 Quellenverzeichnis

1 Unmittelbare Lernvoraussetzungen

Die Klasse, die ich unterrichten werde, ist eine dritte Grundschulklasse der Internationalen Gesamtschule xxxxxxxx. Zusammen sind es 25 Mädchen und Jungen verschiedener Herkunftsländer.

Der Musikraum befindet sich außerhalb des Grundschulgebäudes in einem separaten Gebäude. Er ist großzügig geschnitten, beinhaltet vereinzelte Tische, aber hauptsächlich viele Stühle, mit welchen ohne Probleme ein großer Sitzkreis gebildet werden kann. Außerdem ist der Raum mit einer Vielzahl an Orff-Instrumenten sowie mit unterschiedlichen Trommeln und einer großen Auswahl an Xylophonen, Metallophonen und Glockenspielen ausgestattet.

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass alle Schüler und Schülerinnen sehr unterschiedliche Stärken und Interessen haben, was die Klasse sehr vielfältig erscheinen lässt. Ich empfinde sie auch als sehr interessiert und neugierig der Musik gegenüber. Es sind Kinder, die ein breites Spektrum an Vorkenntnissen und Erfahrungen mitbringen, auf die man im Unterricht gut bauen kann.

Der Umgang mit ihnen war anfangs nicht leicht. Sie testeten ihre Grenzen, verhielten sich frech und aufmüpfig und waren allgemein sehr laut und ungehalten. Bei Gruppen- oder Partnerarbeiten war es oft schwierig, konzentriert zu arbeiten, da sich die Schüler untereinander nicht in jeder Gruppenkonstellation vertrugen. So musste man den sozialen Verhaltensweisen oft mehr Aufmerksamkeit und Zeit schenken als dem eigentlichen Unterricht und dessen geplantem Wissenserwerb.

Nach der Zeit des ersten Kennenlernens und des Regeleinführens sowie Gespräche mit den Kindern und der Klassenlehrerin, entwickelte sich eine Lernatmosphäre in der Klasse, die von gegenseitiger Akzeptanz und Freundschaft geprägt war. Sie wurden nun sehr aufmerksam, konnten gut zuhören und beteiligten sich häufig. Auch die Regeln wurden jetzt anstandslos eingehalten. Manche Schüler äußerten sogar explizit, wenn ihnen die Lautstärke in der Klasse nicht behagte.

2 Didaktische Analyse

In dieser Unterrichtsstunde sollen die Kinder in das Thema „Bewegung zur Musik“ eingeführt werden. Hierzu wird ein Auszug des Streichquartetts Nr. 30 in Es-Dur Opus 33 Nr. 2 „Der Scherz“ von CD abgespielt. Die Schüler sollen sich selbstständig zu Musik bewegen können, die darin enthaltenen Pausen sowie das Leiser-, Langsamer-, Schneller- und Lauterwerden der Musik wahrnehmen, erkennen und auf die Musik spontan reagieren können.[1] In einer kurzen Besprechung, mit unterstützenden Fragen meinerseits, können die Schüler daraufhin Ideen entwickeln, wie sie zum Beispiel die Pausen mit Inhalt füllen möchten, und können diese Zeitdauer nach ihrem eigenen Ermessen, während sie die Musik hören, gestalten und darstellen.[2] Dadurch lernen sie, was eine Pause ist.[3] Weiterhin können sie artikulieren, welche Bedeutung Pausen in dem Musikstück haben und welche Gefühle sie auslösen.

Die Kinder sollen mit den unterschiedlichen Aspekten, die durch den Austausch zum Vorschein kommen, vertraut gemacht werden und so ihren Wissenshorizont erweitern können. Sie sollen die Erkenntnis gewinnen, dass Pausen in der Musik unterschiedliche Funktionen und Bedeutungen haben können. Diese dienen beispielsweise zum Atem holen. Sie können auch Spannung erzeugen oder im Gegensatz dazu, Entspannung und Ruhe auslösen. Ebenso besteht die Möglichkeit, durch sie Überraschungsmomente zu bewirken, mysteriöse oder feierliche Stimmung zu verursachen oder sie auch als ein Zeichen von Beginn beziehungsweise Ende einer Phrase zu verstehen.

Im weiteren Verlauf der Stunde sollen die Kinder in einer Gruppe weitere Ideen zur Ausgestaltung der Bewegungen zur Musik entwerfen und erproben, die ihrer eigenen Fantasie entspringen.[4] Sie sollen hierbei bedenken, dass sich die erfundenen Bewegungen in der Musik wiederfinden müssen und diese verdeutlichen. Die Kinder sollen lernen, sich untereinander abzusprechen und ihre Bewegungen so zu koordinieren, dass ein gemeinsames Bewegungsbild entsteht, welches in sich schlüssig ist. Dabei kommt es darauf an, dass alle Gruppenmitglieder ihre Vorstellungen verwirklichen können.

In einer anschließenden Präsentationsrunde sollen die Kinder ihre erarbeiteten Bewegungsabläufe dem Rest der Klasse vorstellen können. Aufgabe der zuschauenden Schüler ist, den Präsentanten eine angemessene Rückmeldung geben zu können.

Weiterhin bietet das Lernobjekt die Möglichkeiten, die verschiedenen Pausenwerte herausarbeiten zu können, in dem die Lernenden die unterschiedlichen Längen der Pausen beschreiben und darstellen können. Dabei lernen sie die konkreten Zeichen für die Pausenwerte kennen und können diese selbst wiedergeben und anwenden. Zusätzlich können die Schüler die Pausenwerte in Beziehung zu den Notenwerten setzen und diese miteinander vergleichen und gegebenenfalls Unterschiede und Gemeinsamkeiten feststellen.

3 Methodische Analyse

Für die Einstiegsphase habe ich circa fünfzehn Minuten konzipiert. Vor Beginn der Stunde möchte ich die Tische und Stühle soweit wie möglich an den Rand schieben und die CD in das Abspielgerät legen.

Nach einer Begrüßung werde ich die Schüler darauf vorbereiten, dass sie sich gleich zu Musik bewegen sollen, die ich abspielen werde. Vorher werde ich kurz fragen, wie sie sich zu Musik bewegen können, um sie auf diese Weise bereits Vorstellungen entwickeln zu lassen. Im Anschluss folgen das Abspielen der Musik und die Bewegungen durch die Schüler. Auf der CD sind drei verschiedene Musikstücke, die ich selbst herausgesucht und zusammengeschnitten habe. Sie enthalten verschiedene Stellen des Lauter- und Leiserwerdens und prägnante Pausen, was ich aber im Vorhinein nicht erwähnen möchte, um die Ideen und Bewegungen der Kinder nicht einzuschränken.

Nach einem ersten Hören und Bewegen möchte ich in einer kurzen Besprechung die Merkmale der Musik thematisieren, definieren und die Bewegungen, die die Schüler dazu gemacht haben, in Beziehung zu dem Stück setzen. Bei einem zweiten Hören können die Schüler das eben Besprochene nochmals durch Bewegungen umsetzen. So erfahren die Schüler, was beispielsweise eine Pause in einem Musikstück bedeutet. Mit einem eventuellen dritten Hören der Musik möchte ich mit den Kindern durch unterstützende Fragen meinerseits herausarbeiten, dass Pausen unterschiedliche Funktionen haben können und welche diese in den gehörten Musikstücken sind. In dem Hörbeispiel stellen die Pausen teilweise Überraschungsmomente dar, teilweise aber auch Ruhe und Entspannung. Ich bin mir allerdings noch unsicher, ob dieser Inhalt zu weit führen würde, zu zeitintensiv ist oder zu anspruchsvoll sein kann. Aus diesem Grund möchte ich mir die Freiheit nehmen, spontan je nach Situation und Bereitschaft der Schüler zu entscheiden, ob ich darauf eingehen werde. Zur Veranschaulichung möchte ich während der kurzen Besprechungen die Kinder Stichworte zum Thema aufschreiben und an die Tafel pinnen lassen. Dadurch entsteht später ein Tafelbild, welches die Kinder sich am Ende der Stunde in ihr Heft übertragen sollen. Mir ist wichtig, dass ich verschiedene Wahrnehmungskanäle (visuell und auditiv) über die Musik, die Bewegung und über Kärtchen mit Stichworten ansprechen kann. Ich möchte dadurch möglichst viele Schüler auf ihrer Wahrnehmungsebene erreichen und so bewirken, dass ein möglichst großer Lerneffekt entsteht.

Ich erhoffe mir durch den Einsatz dieser verschiedenen Materialen und Medien die Verwirklichung eines möglichst praktischen und psychomotorischen Ansatzes, indem sich die Kinder unvoreingenommen und offen der Thematik nähern und am eigenen Körper erfahren und selbst gestalten können, wie man sich zur Musik bewegen kann.

Die Erarbeitungsphase findet in Gruppenarbeit statt und dauert etwa fünfzehn Minuten. Die Schüler bekommen den Auftrag, ihre Bewegungen so zu gestalten, dass sie zur Musik passen und den Verlauf der Musik verdeutlichen. Die Schwierigkeit besteht darin, mit eigenen Bewegungen auf die Musik zu reagieren und diese Bewegungen innerhalb der Gruppe so abzustimmen, dass bei einer anschließenden Präsentation ein in sich schlüssiges Bewegungsbild entsteht, welches der Rest der Klasse nachvollziehen kann. Dabei können sie sich an die Bewegungen der Einstiegsphase anlehnen oder auch völlig neue Ideen entwickeln. Weiterhin ist es wichtig, dass jeder seine Vorstellungen umsetzen kann und jeder in der Gruppe aktiv wird. Ich möchte mit dieser Methode erreichen, dass die Schüler lernen, im Team zusammenzuarbeiten, und ohne Einwirken der Lehrkraft, Absprachen mit ihren Gruppenmitgliedern treffen lernen.

In der Vertiefungsphase, die etwa zehn Minuten dauert, treffen wir uns in einem Sitzkreis. Die Kinder sollen der Klasse ihre Bewegungen präsentieren. Die übrigen Schüler schauen und hören der jeweiligen Gruppe zu. Da ich die Erfahrung gemacht habe, dass Kinder sich immer gerne mitteilen und stolz sind, auf das, was sie geleistet haben, möchte ich ihnen hiermit die Möglichkeit dazu geben. Außerdem ist das Interesse der Schüler wahrscheinlich groß, die unterschiedlichen Umsetzungen der Musik sehen zu dürfen. Die letzten Minuten der Stunde sollen außerdem dazu dienen, dass die Schüler über ihre Gruppenarbeit reflektieren und der Klasse mitteilen, wie die Zusammenarbeit verlaufen ist. Ich möchte dadurch erreichen, dass die Schüler lernen, über eventuelle Konflikte zu sprechen und Lösungsmöglichkeiten anbieten, um weitere Gruppenarbeiten zukünftig besser gestalten zu können.

[...]


[1] Vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, S. 104

[2] Vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, S. 104

[3] Vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, S. 105

[4] Vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, S. 107

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Bewegung zur Musik (Musik, 3. Klasse)
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg  (Institut für Musikdidaktik)
Veranstaltung
Praktikum
Note
unbenotet
Autor
Jahr
2011
Seiten
9
Katalognummer
V308387
ISBN (eBook)
9783668070257
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bewegung, musik, klasse
Arbeit zitieren
Gesine Ueberfeldt (Autor), 2011, Bewegung zur Musik (Musik, 3. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308387

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