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Die Kriegsdarstellungen im Buch Josua

Title: Die Kriegsdarstellungen im Buch Josua

Term Paper , 2003 , 29 Pages , Grade: sehr gut (1)

Autor:in: Verena Knorpp (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Das Alte Testament enthält eine Fülle von Kriegsdarstellungen, wobei es sich – versucht man eine moderne Terminologie anzuwenden – eindeutig um „Offensivkriege“ handelt.
Die Landnahme der Israeliten in Kanaan ist ein besonders interessantes Beispiel in diesem Kontext. Denn es wird, wie noch zu zeigen ist, ein allmählicher, größtenteils friedlich verlaufender Prozess der Sesshaftwerdung von halbnomadischen Gruppen, die sich allmählich als Volk Israel konstituieren, als einheitlicher Kriegszug durch das gesamte Volk Israel dargestellt.
Die Darstellungsweise spricht zudem dafür, dass den alttestamentlichen Autoren wenig an einer Verherrlichung der militärischen Stärke Israels gelegen war, wie man es zunächst vermuten könnte. Denn beinahe immer werden die israelitischen Militärkräfte als weit unterlegen dargestellt.
Was aber war dann die Intention der Verfasser des Josuabuches? Dieser Frage soll im Folgenden nachgegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorstellung des Buches Josua

2.1 Der Titel

2.2 Die Entstehungsgeschichte

2.3 Einordnung des Buches

2.4 Aufbau und Inhalt

3. Kanaan

4. Die Feinde Israels

4.1 Die Vollstreckung des Bannes

2.2 Israels Beziehung zu seinen Gegnern

4.3 Die wichtigsten Feinde des Volkes Israel

5. Kriegsdarstellungen im Buch Josua

5.1 Der historische Hintergrund

5.2 Was hinter den Berichten steht

5.3 Welchen Zweck verfolgen die Kriegsdarstellungen im Buch Josua?

6. Fazit

7. Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Intention der Verfasser des Buches Josua im Hinblick auf die darin enthaltenen Kriegsdarstellungen. Dabei wird analysiert, inwieweit die Schilderung der gewaltsamen Landnahme als theologisches Konstrukt zu verstehen ist, das als Antwort auf spätere historische Herausforderungen diente und die Souveränität Gottes sowie die Identität Israels betonen sollte.

  • Historische und archäologische Einordnung der Landnahme-Erzählungen.
  • Die Funktion und theologische Bedeutung des Motivs des "Banns".
  • Analyse der literarischen Stilisierung und der Quellenlage (Ortsagen, Städtelisten).
  • Legitimierung von Gewalt als Gottesbefehl im Kontext der Mentalitätsbildung.

Auszug aus dem Buch

5.2 Was hinter den Berichten steht

Angesichts eines solchen Widerspruches zwischen Text und historischem Hintergrund gelangt man zu der Frage: Wie und weshalb berichtet das Buch Josua etwas, das so gar nicht geschehen ist?

Liest man die Eroberungsberichte in den Kapiteln Jos 2-12 eingehender, so stellt man rasch fest, dass es sich dabei nicht einmal um eine konsequente Schilderung eines Feldzuges handelt. Es wird kein zusammenhängender Feldzug geschildert, hier wird von allerlei Besonderheiten erzählt, die das Land "bis auf den heutigen Tag" - eine immer wiederkehrende Formulierung - aufweist. Man wird den Eindruck gewinnen, als seien hier keine Protokolle eines Feldzuges, sondern ganz einfach die unterschiedlichsten Ortsagen gesammelt worden.

Beispielsweise gab es in den Zeiten nach Josua in Gilgal offenbar einen Steinkreis. Dieser Steinkreis könnte in der damals längst vergessenen Steinzeit aufgestellt worden sein, vergleichbar vielleicht dem noch heute bekannten Stonehenge. Nachdem die Israeliten hier sesshaft geworden waren, suchte man nach Erklärungen für diese seltsame Formation. So entstanden Ortsagen über den Steinkreis von Gilgal. Diese fanden schließlich Eingang in das Josuabuch. Und zwar gleich an zwei Stellen. Zuerst wird auf einen Steinkreis Bezug genommen, der im Jordan gelegen haben muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Kriegsdarstellungen im Alten Testament und die Fragestellung nach der Intention der Verfasser.

2. Vorstellung des Buches Josua: Erläuterung von Titel, Entstehungsgeschichte, Einordnung in das Geschichtswerk sowie Aufbau und Inhalt des Buches.

3. Kanaan: Geografische Beschreibung des vorisraelitischen Siedlungsgebietes und der Regionen Kanaan und Ostjordanland.

4. Die Feinde Israels: Analyse der feindlichen Völker, der Rolle des "Banns" und der Beziehung zwischen Israel und seinen Gegnern.

5. Kriegsdarstellungen im Buch Josua: Untersuchung des historischen Hintergrunds, der Diskrepanz zwischen Text und Realität sowie der theologischen Zweckbestimmung der gewaltsamen Schilderungen.

6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage über die theologische Legitimierung von Gewalt zur Identitätsstiftung.

7. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Buch Josua, Landnahme, Kriegsdarstellungen, Bann, Theologie, Altes Testament, Kanaan, Identitätsbildung, Gottesbefehl, historische Analyse, Ortsagen, Israel, Geschichtsschreibung, Deuteronomist.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Kriegsschilderungen im Buch Josua vor dem Hintergrund der historischen Realität der Landnahme und der theologischen Intentionen der Verfasser.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die literarische Analyse des Buches Josua, die Bedeutung des "Banns", die geografische Einordnung Kanaans sowie die Frage nach der Legitimierung von Gewalt als göttlicher Auftrag.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, warum das Buch Josua einen gewaltsamen Eroberungsfeldzug schildert, obwohl archäologische Befunde nahelegen, dass es sich um einen wesentlich friedlicheren Prozess handelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-kritische sowie theologisch-philologische Herangehensweise genutzt, um die Texte des Alten Testaments mit archäologischen Erkenntnissen und historischen Kontexten in Beziehung zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung und den Aufbau des Josuabuches, die Rolle der kanaanäischen Völker, das Motiv des "Banns" und die stilisierende Funktion der Erzählungen zur Mentalitätsbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Landnahme, Bann, Gottestreue, Identitätsstiftung, Theologisierung und der historische Kontext des alten Israel.

Warum wird im Buch Josua von einem "Bann" berichtet, obwohl dies moralisch schwer wiegt?

Der Bann diente als mythologisches Konstrukt, um das eigene Handeln bei der Landnahme als strikten Gehorsam gegenüber einem göttlichen Befehl zu legitimieren und somit eine moralische Entlastung für die Verdrängung ansässiger Völker zu schaffen.

Welche Rolle spielen die "Ortsagen" für den Aufbau des Josuabuches?

Ortsagen über lokale Formationen oder Begebenheiten dienten den Autoren als narrative Bausteine, die sie sammelten und zu einem einheitlichen, aber historisch nicht durchgängigen Bild eines Eroberungsfeldzuges zusammenfügten.

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Details

Title
Die Kriegsdarstellungen im Buch Josua
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Germanistik)
Course
Kriegsdarstellungen in der Literatur
Grade
sehr gut (1)
Author
Verena Knorpp (Author)
Publication Year
2003
Pages
29
Catalog Number
V30849
ISBN (eBook)
9783638320252
Language
German
Tags
Kriegsdarstellungen Buch Josua Kriegsdarstellungen Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Knorpp (Author), 2003, Die Kriegsdarstellungen im Buch Josua, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30849
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