Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Systems - Germany

Analyse rationalen Wählerverhaltens in der deutschen Bundestagswahl unter dem Aspekt des "Stimmen-Splittings"

Title: Analyse rationalen Wählerverhaltens in der deutschen Bundestagswahl unter dem Aspekt des "Stimmen-Splittings"

Seminar Paper , 2003 , 10 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katharina Stutz (Author)

Politics - Political Systems - Germany
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der empirischen Wahlforschung nimmt die Untersuchung des Wählerverhaltens eine zentrale Rolle ein. Sie befasst sich mit den sozialstrukturellen Rahmenbedingungen und dem gesellschaftlichen Umfeld des Wählers, aber auch mit sozialpsychologischen und individuellen Merkmalen. Weiterhin steht auch das Erforschen - meist unmittelbar vor dem Wahltermin - von situationsgebundenen Größen im Vordergrund. Diese Arbeit befasst sich vor allem mit letzterem Themenfeld, das sich in der Ökonomischen Theorie der Politik wiederspiegelt. Diese besagt, dass vor allem das Kosten-Nutzen-Kalkül des Wählers für dessen Wahlentscheidung verantwortlich ist. Es soll herausgearbeitet werden, ob und in welchem Maße diese Theorie tatsächlich vom Wähler realisiert wird oder ob es Wähler gibt, die nach keinerlei solcher rationalen Mustern den Gang zur Wahlurne beschreiten. Dies soll am Beispiel der Bundestagswahlen in der Bundesrepublik Deutschland untersucht werden, da dieses Wahlsystem des personalisierten Verhältniswahlrechts mit Erst- und Zweitstimme dem Wähler eine eindeutig rationale Möglichkeit durch das „Stimmen-Splitting“ gewährt. Anhand des Textes von Rüdiger Schmitt-Beck „Denn sie wissen nicht, was sie tun...“ soll zuerst geklärt werden, wie verständlich dem deutschen Wähler das eigene Wahlsystem ist und ob tatsächlich der größte Teil der Wähler mit einem rationalem Kalkül die Möglichkeiten ausnutzt. Ein zweiter Text von Franz U. Pappi und Paul W. Thurner soll dann speziell im Bezug auf das Stimmen-Splitting aufzeigen, welche rationalen Überlegungen hinter einer solchen Art von Wahlentscheidung stehen.

Excerpt


Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Das Wahlverfahren in der Bundesrepublik Deutschland

3. Zum Verständnis des Wahlsystems in der Bundesrepublik Deutschland

4. Anreize und Motivation für Stimmen-Splitting in der deutschen Bundestagswahl

5. Schluss

7. Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, zu analysieren, inwieweit das Wählerverhalten bei deutschen Bundestagswahlen den Annahmen der ökonomischen Theorie der Politik entspricht, insbesondere unter Berücksichtigung des Stimmen-Splittings als rationale Option innerhalb des Wahlsystems.

  • Analyse des personalisierten Verhältniswahlrechts und der Option des Stimmen-Splittings
  • Untersuchung des Verständnisses der Wähler für das Zwei-Stimmen-System
  • Rationale Motivationen hinter dem Stimmen-Splitting bei Bundestagswahlen
  • Überprüfung von Hypothesen zum Zusammenhang von Partei- und Koalitionspräferenzen

Auszug aus dem Buch

4. Anreize und Motivation für Stimmen-Splitting in der deutschen Bundestagswahl

Anhand einer Datenerhebung vor der Bundestagswahl 1998 stellen Franz Urban Pappi und Paul W. Thurner mehrere Hypothesen über den Zusammenhang von Stimmen-Splitting und Partei- bzw. Koalitionspräferenzen auf. Hierfür untersuchen sie verschiedene Formen des Stimmen-Splittings sowie die unterschiedlichen Beweggründe stimmen-splittender Wähler. Beachtet werden muss allerdings hierbei, dass Stimmen-Splitting nicht zwangsläufig mit strategischem Wählen gleichzusetzen ist.

Die erste Hypothese, mit der sich Pappi und Thurner auseinandersetzen besagt, dass Wähler, die eine kleine Partei als Erstpräferenz angeben eher zum Stimmen-Splitting neigen als solche, die eine der beiden großen Parteien CDU/CSU oder SPD präferieren. Für einen Wähler, der eine der kleineren Parteien präferiert ist das Stimmen-Splitting genau dann nämlich sinnvoll, wenn er erkennt, dass es hoffnungslos wäre, dem Kandidaten seiner Partei die Erststimme zu vergeben, da dieser vorrausichtlich keine Chance auf einen Wahlsieg hat (die sogenannte wasted-vote-hypothesis). Statt dessen kann er auf diese Weise den Kandidaten einer anderen, großen Partei unterstützen, der dem Wahlprogramm der eigentlich präferierten Partei am nächsten kommt. Diese Art von Stimmen-Splitting tritt vor allem dann auf, wenn die zwei großen Parteien sich ein sehr enges „Rennen“ liefern und der Wahlausgang kurz vor der Wahl noch nicht eindeutig ersichtlich ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der empirischen Wahlforschung ein und stellt die ökonomische Theorie der Politik als analytischen Rahmen vor, um das Wahlverhalten unter Aspekten des Stimmen-Splittings zu untersuchen.

2. Das Wahlverfahren in der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel erläutert das System der personalisierten Verhältniswahl, erklärt die Funktion von Erst- und Zweitstimme sowie die Bedeutung der Fünf-Prozent-Hürde und des Stimmen-Splittings.

3. Zum Verständnis des Wahlsystems in der Bundesrepublik Deutschland: Hier wird analysiert, wie gut das deutsche Wahlsystem von den Bürgern verstanden wird und welche individuellen Merkmale – wie Bildung oder Mediennutzung – das Wissen über die Funktionsweise der Zweitstimme beeinflussen.

4. Anreize und Motivation für Stimmen-Splitting in der deutschen Bundestagswahl: Dieses Kapitel prüft anhand von Hypothesen zu Partei- und Koalitionspräferenzen, ob Stimmen-Splitting als rationales, strategisches Instrument eingesetzt wird.

5. Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Mehrheit der Wähler rationalen Mustern folgt, stellt jedoch fest, dass ein Verständnisdefizit bezüglich des Wahlsystems bei Teilen der Wählerschaft fortbesteht.

7. Literaturangaben: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen auf, die für die theoretische Fundierung und die empirische Analyse der Arbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Wählerverhalten, Bundestagswahl, Stimmen-Splitting, Ökonomische Theorie der Politik, Wahlverfahren, Erststimme, Zweitstimme, Rationalität, Koalitionspräferenzen, Wasted-vote-Hypothese, Politische Partizipation, Wahlsystem, Strategisches Wählen, Wahlanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wählerverhalten bei deutschen Bundestagswahlen und prüft, inwiefern Wähler nach rationalen Kosten-Nutzen-Kalkülen handeln, wenn sie ihr Stimmrecht nutzen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind das personalisierte Verhältniswahlrecht, das Verständnis der Wähler für das Zwei-Stimmen-System und die strategischen Motivationen hinter dem Stimmen-Splitting.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob und in welchem Maße Wähler das Instrument des Stimmen-Splittings bewusst und rational einsetzen, um ihre politischen Ziele zu erreichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender empirischer Wahlstudien (insbesondere Schmitt-Beck sowie Pappi und Thurner), um Hypothesen über Wählerentscheidungen zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung des Wahlsystems, eine Analyse der Wissensstände der Wähler über die Zweitstimme und eine detaillierte Prüfung strategischer Hypothesen zum Splitting-Verhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Wählerverhalten, Stimmen-Splitting, Rationalität, Bundestagswahl und politisches Wahlsystem charakterisieren.

Welche Rolle spielt die "wasted-vote-hypothesis" in den Ergebnissen?

Die Hypothese besagt, dass Anhänger kleinerer Parteien ihre Erststimme strategisch an größere Parteien vergeben, wenn sie erkennen, dass ihr eigener Kandidat keine Siegchancen hat; dies wurde durch die untersuchten Daten bestätigt.

Warum konnte die fünfte Hypothese von Pappi und Thurner nicht bestätigt werden?

Die Hypothese war nicht haltbar, da subjektive Einschätzungen der Wähler über Erfolgsaussichten oft von Wunschdenken geprägt sind und strategisches Wählen in diesem Fall ohne mediale Unterstützung kaum stattfindet.

Excerpt out of 10 pages  - scroll top

Details

Title
Analyse rationalen Wählerverhaltens in der deutschen Bundestagswahl unter dem Aspekt des "Stimmen-Splittings"
College
University of Mannheim  (Lehrstuhl für Politische Wissenschaften I)
Course
Proseminar: Angewandte Entscheidungsanalyse in der Politikwissenschaft
Grade
1,7
Author
Katharina Stutz (Author)
Publication Year
2003
Pages
10
Catalog Number
V30855
ISBN (eBook)
9783638320306
Language
German
Tags
Analyse Wählerverhaltens Bundestagswahl Aspekt Stimmen-Splittings Proseminar Angewandte Entscheidungsanalyse Politikwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Stutz (Author), 2003, Analyse rationalen Wählerverhaltens in der deutschen Bundestagswahl unter dem Aspekt des "Stimmen-Splittings", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30855
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  10  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint