Die Bedeutung metakommunikativer Axiome nach Paul Watzlawick

„Man kann nicht nicht kommunizieren“


Hausarbeit, 2015

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

1 Einleitung:

Ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens in der menschlichen Gemeinschaft ist die Kommunikation. Gesellschaften werden, schon durch die Notwendigkeit des ständigen In-Kontakt-Stehens über jedwede sozialen Beziehungen oder sonstige Interaktionen, durch die an ihr teilnehmenden Individuen gebildet und bestimmt.

Genau diese Beschaffenheit der Kommunikation soll in dieser Hausarbeit dargelegt werden. Im Vordergrund soll hierbei der Aspekt der individuellen Kommunikation von einem Menschen zum anderen stehen und nicht etwa die bloße Massenkommunikation, an der mehrere Menschen partizipieren.

Für diese Zwecke wird das Buch „Menschliche Kommunikation“ von Paul Watzlawick, Beavin Janet H. und Jackson Don D. als Grundlage und zugleich Ausgangsbasis dieser Arbeit herangezogen. Für die Argumentation ist dieses Werk besonders geeignet, da es in den schon zu diesem Themengebiet vorhandenen Erscheinungen und Werken vielfältig rezipiert und - mitunter auch - kritisiert wurde. Die zeigt die enorme Wichtigkeit dieses Werkes bei der Forschung über Kommunikation.

Dargestellt werden die „ pragmatischen (und verhaltensmäßigen) Wirkungen der menschlichen Kommunikation, unter besonderer Berücksichtigung von Verhaltensstörungen" Watzlawick et al., (1969, S. 13). Im 2. Kapitel werden zum weiteren Verständnis wichtige Begrifflichkeiten erklärt. Im Kapitel 3 wird Watzlawicks theoretische Arbeit in der „Palo Alto“ - Gruppe erläutert. Das 4. Kapitel handelt von den fünf Axiomen Watzlawicks, wobei der Schwerpunkt hierbei auf dem 1. Axiom liegen wird und im Anschluss unter Kapitel 5 unter Verwendungen und Heranziehung anderer Autoren und Quellen Kritikpunkte diskutiert werden.

Die Frage, ob und inwieweit Watzlawicks Axiome in der Kommunikationsforschung überhaupt anzuwenden sind, wird diese Arbeit ebenfalls ausführlich behandeln.

2 Erläuterung begrifflicher Grundlagen

2.1 Kommunikation

Wie Menschen in einer Gesellschaft zusammenleben hängt zu einem maßgeblichen Teil von der Art der Kommunikation untereinander ab. Gesellschaft ist das umfassendste System des menschlichen Zusammenlebens und hat demgemäß im Leben eines jeden Menschen eine prägende und herausragende Bedeutung. Einen hohen Stellenwert teilen sich zum einen die interpersonale Kommunikation wie auch die Massenkommunikation, welche sich als wichtigster Informationsträger der Gesellschaft etabliert hat.

Kommunikation besteht aus einer mitgeteilten Information mit dem Ziel der Verständigung, was bedeutet, dass die Ausbreitung von Informationen oder die Übertragung allein keine Kommunikation im allgemeinen Verständnis darstellt, die bloße Ausbreitung und Übertragung sind höchstens Informationsprozesse. ,,In der philosophisch orientierten Kommunikationstheorie bezieht sich der Begriff über den Prozess der Informationsübertragung hinaus auf den Prozess der intersubjektiven Verständigung" Lexikon zur Soziologie (Fuchs Werner et al., 1988, S. 398).

Es geht also nicht nur darum, dass man etwas Bestimmtes seinem Gegenüber mitteilen will, sondern auch um die Verständigung an sich, die dadurch erzielt werden soll. Durch das bestimmte Mitteilen werden Interessen gewahrt. Burkart vertritt eine ähnliche Ansicht, der Kommunikationswissenschaft: ,,Jeder kommunikativ Handelnde besitzt (...) eine spezielle Intention: er setzt seine kommunikative Handlung aus einem bestimmten Interesse heraus (...). Die Kommunikations-Interessen sind der Anlass jeglicher Kommunikationsversuche" (Burkart Roland, 1998, S. 26f.)

Für ihn ist somit soziales Handeln mit der Kommunikation gleichbedeutend, quasi ein Synonym. Watzlawick vertritt hingegen dazu die Auffassung, dass Kommunikation gleichbedeutend mit „Verhalten jeder Art“ (Watzlawick, 1969, S. 51) sei. Im nächsten Abschnitt werden diese beiden Begriffe daher näher definiert werden.

2.2 Handeln und Verhalten

Die Wissenschaft der Kommunikation stützt sich meiner Meinung nach wesentlich auf die beiden Begriffe des „Handelns“ und „Verhaltens“, weshalb ich mich im Folgenden vor allem auf diese soziologischen Ansätze beschränken werden. Vor allem geht es hierbei um den Menschen an sich sowie dessen Verhaltensmuster.

Verhalten ist die ,,allgemeinste Bezeichnung für jede Aktivität oder Reaktion eines Organismus (...), gleichgültig ob das Individuum damit einen ´subjektiv gemeinten Sinn`, eine Absicht, einen Zweck usw. verbindet oder nicht." -Lexikon der Soziologie (Fuchs Werner et al., 1988, S. 823). So kann man also durchaus sagen, dass jede Aktion oder Regung eines lebenden Individuums unter diesem Verständnis als Verhalten aufgefasst werden kann.

Als Synonym zum Begriff des sozialen Verhaltens kann man das wirkende Verhalten auf andere Organismen bezeichnen. Man kann sagen, dass das Verhalten anderer beeinflusst werden muss und es eine Reaktion auf die Interaktionen anderer Individuen bedarf. Verhalten kann durch die Eingliederung in der Gesellschaft erlernt werden oder aber auf natürliche Weise angeboren sein.

Verhalten und Kommunikation werden als Begrifflichkeiten von Watzlawick in der gleichen Bedeutung benutzt, weil er der Ansicht ist, dass das Instrument der Metakommunikation nicht nur verbale, sondern auch nonverbale oder auch paraverbale Sprache haben kann, sowie als ergänzender und zugleich zusätzlicher Faktor die Wirkung der Umwelt miteinbezogen wird. Das sind allesamt Regungen auf den Organismus. (vgl. Watzlawick, 1969, S. 51)

Handeln bezeichnet im Gegensatz dazu ,,ein menschliches Verhalten (...), wenn und insofern als der oder die Handelnden damit einen subjektiven Sinn verbinden." (Weber, 1972, S. 1) Häufig wird dieser Begriff benutzt, um das tierische von dem menschlichen Verhalten zu differenzieren, indem das bewusste Verfolgen eines Ziels als Beispiel angegeben wird.

Wenn der Ablauf der Handlungen an und gegenüber anderen gemessen wird, ist die Rede vom sozialen Handeln. Das Handeln an sich wird von Watzlawick nicht ausdrücklich ausgeführt, denn für ihn ist der Begriff Handeln – wie bereits vorstehend verdeutlicht - gleichbedeutend mit dem Begriff des Verhaltens.

2.3 Semiotik und Pragmatik

Watzlawick stellt den pragmatischen Aspekt der Kommunikation mit der Morris´schen Dreiteilung der Semiotik dar. Diese gliedert sich wie folgt (vgl. Watzlawick, 1969, S. 22):

Syntaktik: der syntaktische Teil befasst sich mit Problemen der Nachrichtenübermittlung

Semantik: der semantische Teil hat als Untersuchungsgegenstand die Bedeutung der verwendeten Symbole

Pragmatik: der pragmatische Teil untersucht die Beeinflussung des Verhaltens durch die Kommunikation, das heißt es geht um die beobachtbaren Wechselwirkungen menschlicher Beziehungen

3 Die Palo-Alto-Gruppe

In seiner Zeit an der Schule von Palo Alto gehörte Watzlawick einem Forschungsteam an, welches zu diesem Zeitpunkt an drei großen Themen forschte und arbeitete:

- Der Theorie der Kommunikation
- Der Methodologie des Wandels
- Der Therapeutischen Praxis in der Psychologie

Gregory Bateson war die Inspirationsquelle des Forschungsteams, wobei alle von einem gemeinsamen systematischen Ansatz ausgehen und dadurch von vornherein eine wissenschaftliche Gemeinsamkeit für ihre Forschung bestand. Bateson sprach sich ausdrücklich aus ,,für eine schlüssige transkulturelle Theorie, deren Begriffe auch auf andere Gesellschaften anwendbar sein sollen" (Weber Max, 1972, S. 12)

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung metakommunikativer Axiome nach Paul Watzlawick
Untertitel
„Man kann nicht nicht kommunizieren“
Hochschule
Katholische Fachhochschule Mainz
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V308716
ISBN (eBook)
9783668073630
ISBN (Buch)
9783668073647
Dateigröße
593 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine einfache Hausarbeit über die Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick mit kritischer Betrachtung auf die Anwendung in der Kommunikationswissenschaft.
Schlagworte
Kommunikation, Watzlawick, Axiome, Soziale Kommunikation, Metakommunikation, Handeln, Verhalten, Palo Alto, Girgensohn-Merchand, Beavin, Jackson, Soziologie
Arbeit zitieren
Daniel Henkes (Autor), 2015, Die Bedeutung metakommunikativer Axiome nach Paul Watzlawick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308716

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