Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sport - Sport Sociology

Integration durch Sport. Anspruch und Wirklichkeit

Analyse und Bewertung des integrativen Potentials von Ballsportarten anhand ausgewählter Projekte & Studien

Title: Integration durch Sport. Anspruch und Wirklichkeit

Examination Thesis , 2015 , 80 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Manuel Ritsche (Author)

Sport - Sport Sociology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Migration ist unbestreitbar ein Bestandteil unserer heutigen Lebenswelten (vgl. Walescek et al., 2009; Nobis & Fussan in: Nobis & Baur, 2007, S. 262). Sie ist jedoch kein neuartiges Phänomen, sondern schon seit Jahrhunderten ein wichtiger Faktor bei der Bildung und Entwicklung von Gesellschaften und Sozialstrukturen. Das andauernde Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen in unserer Welt sorgt für Impulse hinsichtlich des menschlichen Miteinanders und fördert die Entstehung neuer Gedankenhorizonte (vgl. Tetzlaff, 2005).
Gleichzeitig ist Migration mit dem Ziel, ein friedliches Miteinander zu schaffen jedoch auch problembehaftet, denn Veränderungen innerhalb einer Gesellschaft sind meist ein langwieriger Prozess und fordern von den sich begegnenden Kulturen viel Toleranz und Verständnis (vgl. Angenent, 2009). Dieses anzustrebende „Miteinander“ wird in der Realität leider häufig eher als ein „Nebeneinander“ empfunden und beklagt, was in Politik und Medien gerne mithilfe des mittlerweile
populären Begriffs der „Parallelgesellschaft“ beschrieben wird (vgl.- SPIEGEL online, 2010). Um die Bildung einer solchen Parallelgesellschaft zu unterbinden, bedarf es, das Wohlwollen beider „Parteien“ vorausgesetzt, vielschichtiger Integrationsmaßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen. Dazu sollte neben dem Bildungs – und Ausbildungssystem sowie dem Arbeitsmarkt auch die ausgeprägte Vereinsstruktur
Deutschlands gehören, denn in dieser findet ein großer Teil des sozialen Miteinanders unserer Gesellschaft statt, wodurch sie einen potentiellen Ort von Integration darstellt (vgl. Kleindienst-
Cachay, 2007, S. 54). Insofern gilt es, die Mechanismen, welche erfolgreiche Integration bewirken, zu erforschen und zu fördern. Auch wenn es schon seit mehreren Jahrzehnten Untersuchungen zu dieser Thematik in Deutschland gibt, erscheint die Umsetzung der daraus zu folgernden notwendigen Maßnahmen defizitär (vgl. Universität Bielefeld, 2008). Andernfalls müsste man nicht immer wieder bitter
feststellen, dass Deutschland bei dem Thema erfolgreiche Integration offensichtlich Nachholbedarf hat (vgl. Die ZEIT online, 2006). Wie dringend integrative Bemühungen tatsächlich sind, lässt sich anhand einiger statistischer Daten anschaulich darstellen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Rahmenbedingungen

1.1 Zielgruppen- und Problembestimmung

1.2 Integration im und durch Sport

1.3 Die Rolle des Fußballs

2 Barrieren und Problemfelder

2.1 Zu Religion und Sport

2.2 Integrationsleistungen von Sportvereinen

2.3 „Eigen-ethnische“ Sportvereine

3 Analyse ausgewählter Projekte

3.1 Das Programm „Spin: Sport - interkulturell“

3.1.1 Partnervereine

3.1.2 Angebotsstruktur

3.1.3 Qualifizierungsangebote

3.1.4 Die niederschwelligen Angebote

3.1.5 Die regulären Angebote

3.2 Das Programm „Integration durch Sport“

3.2.1 Partnervereine

3.2.2 Angebotsstruktur

3.2.3 Integrationsmodule

3.3 „Fußball ohne Abseits“

4 Bewertung der Projekte & Fazit

4.1 „Spin: Sport – interkulturell“

4.2 „Integration durch Sport“

4.3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das integrative Potenzial von Sportvereinen bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse und dem Vergleich beispielhafter Projekte, um Hürden zu identifizieren und förderliche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche gesellschaftliche Partizipation aufzuzeigen.

  • Rolle des Sports bei Migrationsprozessen
  • Barrieren beim Zugang zu organisierten Sportangeboten
  • Analyse der Programme „Spin: Sport – interkulturell“ und „Integration durch Sport“
  • Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Sportteilnahme
  • Bedeutung von niederschwelligen Angeboten für die Vereinsbindung

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Programm „Spin: Sport - interkulturell“

Spin steht für „Sport – interkulturell“ und ist ein großangelegtes Projekt der Stiftung Mercator sowie des Landessportbundes NRW und wird gefördert vom Bundesministerium des Innern (BMI) sowie dem Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MGFFI). Fachlich begleitet wird es durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Die Pilotphase startete 2007 und wurde 2010 abgeschlossen. Da diese wissenschaftlich begleitet und evaluiert wurde (vgl. Braun & Finke, 2010, S. 8) beziehen sich die nachfolgenden Angaben ausschließlich auf den Zeitraum zwischen 2007 und 2009. Insgesamt hat man eine Projektdauer von bis zu elf Jahren festgesetzt, welche dem langfristigen Anspruch integrativer Bemühungen Rechnung trägt (vgl. ebd., 2010, S. 194). Zielgruppe sind Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 10 und 18 Jahren. Dieser Umstand ließ das Programm vor dem Hintergrund der dargelegten Problematik dieser Zielgruppe im Rahmen der Arbeit als besonders qualifiziert erscheinen. Inwiefern sich Ballsportarten herausfiltern lassen, wird noch zu zeigen sein.

„Spin“ wurde in mehrfacher Weise begleitet, unterstützt, gefördert und gelenkt. Erstens durch einen Projektbeirat, besetzt von Fachvertretern verschiedener Institutionen, darunter der Landessportbund NRW, die Stiftung Mercator, der Sportbund NRW, das BAMF und MGFFI sowie die Humboldt-Universität zu Berlin. Die zentrale Aufgabe dieses Beirats war, eine Erkenntnisfunktion zu übernehmen, um den Verlauf des Projekts zu steuern (Braun & Finke, 2010, S. 62).

Zweitens wurde umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Neben dem Minister des MGFFI standen zwei prominente Sportlerinnen mit Migrationshintergrund für das Projekt ein und sorgten nicht nur für die Verbreitung wichtiger Informationen, sondern erfüllten auch eine Vorbildfunktion mit hohem Identifikationspotenzial für die Spin - Zielgruppe (vgl. ebd., 2010, S. 63). Verbreitet wurden die Informationen über Rundfunk, Printmedien, Fernsehen und Internet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Rahmenbedingungen: Einführung in die Migrationsproblematik in Deutschland und die Relevanz des Sports als Integrationsinstrument.

2 Barrieren und Problemfelder: Untersuchung der spezifischen Hindernisse beim Zugang zu Sportvereinen, insbesondere im Hinblick auf Religion und Geschlecht.

3 Analyse ausgewählter Projekte: Detaillierte Darstellung und Untersuchung der Programme „Spin: Sport – interkulturell“, „Integration durch Sport“ und „Fußball ohne Abseits“.

4 Bewertung der Projekte & Fazit: Zusammenführende Bewertung der analysierten Projekte sowie abschließende Beantwortung der Forschungsfragen.

Schlüsselwörter

Integration, Sportvereine, Migrationshintergrund, Sportsoziologie, Spin, Integration durch Sport, Ballsportarten, Sportpartizipation, Integrationsarbeit, Mädchen und Frauen, niederschwellige Angebote, Vereinsstruktur, interkulturelle Öffnung, Migrationsgeschichte, Sportförderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund durch das organisierte Sportsystem in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Rahmenbedingungen von Sportvereinen, existierende Zugangsbarrieren für Migranten, die Bedeutung von Ballsportarten und die Evaluation spezifischer Förderprogramme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie Sportvereine durch gezielte Projekte zur besseren Integration beitragen können und welche Faktoren dabei über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Internetrecherche sowie der Analyse und dem Vergleich bereits wissenschaftlich begleiteter, bundesweiter Integrationsprojekte.

Welche Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Strukturen, Zielgruppenansprachen und Qualifizierungsangebote der Programme „Spin“ und „Integration durch Sport“.

Welche Keywords beschreiben die Arbeit am besten?

Integration, Migrationshintergrund, Sportverein, interkulturelle Arbeit, Projektanalyse und Sportpartizipation.

Warum spielt die Zielgruppe der „Mädchen und jungen Frauen“ eine so große Rolle?

Da diese Gruppe in der Sportteilnahme im Vergleich zu Jungen und Männern oft stärker unterrepräsentiert ist und spezifische Barrieren durch Religion und Erziehung erfährt.

Welchen Einfluss hat die „erste Einwanderergeneration“ auf die Integrationsprogramme?

Wie am Beispiel von „Integration durch Sport“ gezeigt, fungieren viele Übungsleiter aus dieser Generation als wichtige Brückenbauer, da sie über eine hohe Sprach- und Kulturkompetenz verfügen.

Excerpt out of 80 pages  - scroll top

Details

Title
Integration durch Sport. Anspruch und Wirklichkeit
Subtitle
Analyse und Bewertung des integrativen Potentials von Ballsportarten anhand ausgewählter Projekte & Studien
College
University of Constance
Grade
3,0
Author
Manuel Ritsche (Author)
Publication Year
2015
Pages
80
Catalog Number
V308768
ISBN (eBook)
9783668073081
ISBN (Book)
9783668073098
Language
German
Tags
Integration Sport Kultur Migration Ballsport
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Ritsche (Author), 2015, Integration durch Sport. Anspruch und Wirklichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308768
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  80  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint