In dieser Arbeit wird ein möglicher Zusammenhang von unterschiedlichen Sozialversicherungssystemen und der mangelnden Arbeitsmobilität in Europa untersucht. Darüber hinaus werden weitere Mobilitätsbarrieren, die einem rascheren Anstieg der Arbeitsmobilität am europäischen Arbeitsmarkt im Wege stehen, diskutiert. Das Ziel dieser Arbeit ist es, anhand von Analysen Vorschläge zur Verringerung von mobilitätshemmenden Faktoren zu unterbreiten.
Nach einer Darstellung der historischen Entwicklung der EU-Sozialpolitik werden anhand von Vergleichen die unterschiedlichen Sozialversicherungssysteme und Sozialschutzausgaben der EU-Mitgliedstaaten untersucht. Analysen der demografischen Entwicklung und des europäischen Arbeitsmarktes veranschaulichen die Ausgangssituation der sozialen Lage in der Europäischen Union und untersuchen die möglichen Auswirkungen für zukünftige Generationen. Darauf anschließend folgt eine Untersuchung der beruflichen und räumlichen Mobilität in Europa. Der Fokus wird dabei auf mögliche Einflussfaktoren der grenzüberschreitenden beruflichen Mobilität gerichtet. Eine umfassende Analyse der europäischen Migrationspolitik, worin die sozialen Rechte von wandernden Personen dargelegt werden, ergänzt diesen Teilabschnitt der Arbeit. Im abschließenden Kapitel werden die Perspektiven für ein soziales Europa diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Fragestellung und Ziel der Arbeit
3 Die Ausgangssituation der EU-Sozialpolitik
3.1 Historische Entwicklung der EU-Sozialpolitik
3.2 Ein Vergleich der Sozialversicherungssysteme in der EU
3.3 Ein Vergleich der Sozialschutzausgaben der EU Mitgliedstaaten
4 Analyse der demografischen Entwicklung in der EU
4.1 Wanderungsbewegungen in Europa
4.2 Analyse des europäischen Arbeitsmarktes
5 Mobilität des Faktors Arbeit in Europa
5.1 Definition von Mobilität
5.2 Berufliche Mobilität
5.3 Räumliche Mobilität
5.4 Migrationstheorie- Push- und Pull-Faktoren
5.5 Einflussfaktoren der grenzüberschreitenden beruflichen Mobilität
5.6 Netzwerke- eine Erklärungsmöglichkeit für Migration
5.7 Bildungsprogramme zur Förderung der Mobilität in der EU
6 Europäische Migrationspolitik und soziale Rechte von wandernden Personen
6.1 Wanderung als Symbol der Moderne
6.2 Die personenbezogenen Grundfreiheiten
6.3 Mobilität und soziale Sicherung
6.4 Leistungsrechtliche Zuordnung von wandernden Personen
7 Perspektiven für ein soziales Europa
7.1 Strategie Europa 2020
7.2 Reform des Binnenmarktes
7.3 Der Wettbewerb der Sozialsysteme
7.4 Europa als Sozialunion
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Sozialversicherungssystemen in den EU-Mitgliedstaaten und der mangelnden Arbeitsmobilität in Europa. Ziel ist es, durch eine Analyse dieser Systeme und weiterer Mobilitätsbarrieren Vorschläge zur Harmonisierung und zur Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität zu unterbreiten.
- Analyse der historischen Entwicklung und aktuellen Situation der EU-Sozialpolitik
- Vergleich der Sozialversicherungssysteme (Bismarck vs. Beveridge) und Sozialschutzausgaben
- Untersuchung demografischer Trends und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
- Diskussion von Push- und Pull-Faktoren sowie Hindernissen für die Arbeitsmobilität
- Bewertung der Rolle der EU-Migrationspolitik und sozialer Rechte
Auszug aus dem Buch
3.2 Ein Vergleich der Sozialversicherungssysteme in der EU
Ein europäischer Vergleich der Sozialversicherungssysteme und deren Finanzierung verdeutlicht, dass erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern bestehen. Im Wesentlichen kommen in Europa zwei Systeme zur Anwendung: Das Bismarck-System, das sich hauptsächlich aus Sozialabgaben finanziert, im Gegensatz zum Beveridge-System, dessen Finanzierungsgrundlage Steuern sind.
Primär beruht die Leistungserbringung beim Bismarck-System auf dem Subsidiaritätsprinzip. Otto von Bismarck hat im 19. Jahrhundert mit der Einführung einer gesetzlichen Krankenkasse (1883) in Deutschland den Weg für ein umfassendes Sozialversicherungssystem geebnet. Einerseits verfolgte Bismarck damit das Ziel, dem Sozialismus sowie sozialen Unruhen zu begegnen, anderseits wollte er den freiwilligen Sozialversicherungen der Gewerkschaften und der kirchlichen Arbeitsverbände die wirtschaftliche Grundlage entziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zuwanderung als potenzielles Instrument gegen demografische Probleme und diskutiert die Herausforderungen der Arbeitsmobilität im Kontext unterschiedlicher Sozialversicherungssysteme.
2 Fragestellung und Ziel der Arbeit: Es wird die Frage erörtert, inwieweit das auf dem Territorialprinzip basierende Sozialrecht die Arbeitsmobilität in der EU hemmt und wie Barrieren abgebaut werden können.
3 Die Ausgangssituation der EU-Sozialpolitik: Dieses Kapitel beschreibt das Mehrebenensystem der EU-Sozialpolitik, die historischen Entwicklungen sowie die Unterschiede zwischen Bismarck- und Beveridge-Systemen.
4 Analyse der demografischen Entwicklung in der EU: Die demografische Transformation und Alterung der Bevölkerung werden analysiert, wobei der Fokus auf den Auswirkungen für den europäischen Arbeitsmarkt liegt.
5 Mobilität des Faktors Arbeit in Europa: Hier werden Definitionen von Mobilität, theoretische Hintergründe sowie die Gründe und Hindernisse für grenzüberschreitende Mobilität detailliert aufgeführt.
6 Europäische Migrationspolitik und soziale Rechte von wandernden Personen: Dieses Kapitel befasst sich mit den komplexen Migrationsprozessen, den Grundfreiheiten und der leistungsrechtlichen Zuordnung von Migranten in den Sozialsystemen.
7 Perspektiven für ein soziales Europa: Es werden Strategien wie Europa 2020 und die Reform des Binnenmarktes im Kontext eines angestrebten sozialen Europas diskutiert.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer Neuausrichtung hin zu einer Sozialunion, um die Arbeitsmobilität zu steigern.
Schlüsselwörter
Sozialversicherungssysteme, Solidaritätsprinzip, Territorialprinzip, Arbeitsmobilität, Barriere, Migration, Integration, Grundfreiheiten, Arbeitnehmerfreizügigkeit, Mehrebenensystem, Arbeitsmarkt, Sozialunion, Binnenmarkt, demografische Entwicklung, Diskriminierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen nationalen Sozialversicherungssystemen und der in Europa vergleichsweise geringen Arbeitsmobilität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die EU-Sozialpolitik, den demografischen Wandel, Migrationstheorien, die Anerkennung von Qualifikationen sowie soziale Rechte von mobilen Arbeitskräften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis der Analyse bestehender Systeme und Mobilitätsbarrieren Vorschläge für eine Harmonisierung zu entwickeln, um die Arbeitsmobilität in der EU zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen, statistische Daten und politische Dokumente der EU auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Sozialpolitik, den demografischen Wandel, Faktoren der Arbeitsmobilität sowie die rechtliche Einordnung wandernder Personen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Arbeitsmobilität, Sozialversicherungssysteme, Arbeitnehmerfreizügigkeit, Binnenmarkt und soziale Sicherung.
Wie unterscheiden sich die Bismarck- und Beveridge-Systeme?
Das Bismarck-System basiert primär auf beitragsfinanzierten Versicherungen für Erwerbstätige, während das Beveridge-System steuerfinanzierte, universelle Leistungen für die gesamte Bevölkerung vorsieht.
Warum ist die Harmonisierung der Rentensysteme so schwierig?
Die Harmonisierung ist schwierig, da die Sozialpolitik in hohem Maße in der nationalen Souveränität der Mitgliedstaaten verankert ist und die Systeme historisch sehr unterschiedlich gewachsen sind.
- Arbeit zitieren
- Hermann Gerold Resinger (Autor:in), 2014, Der Stellenwert von Sozialversicherungssystemen im Kontext der Arbeitsmobilität in der Europäischen Union, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308790