Diese Arbeit bezieht sich auf die Vermarktung des Spitzensports Fußball, bei dem wichtige Punkte, wie etwa die Produktvermarktung (Merchandising, Sponsoring, Massenmedien, Fanartikel, Spielerwerbung usw.) substitutiv abgehandelt werden.
Als zentraler und wesentlicher Punkt ist der Zugang zum Fachgebiet des Spielermarktes/ Transfermarktes [Berater, Gehälter; Austausch --> Dienstleistung, Arbeit (Fußball spielen, Verein repräsentieren) vs. Entschädigung (Gehalt, Geld Anerkennung, Heldenstatus)] unter dem psychologischen Aspekt der Austauschtheorien zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
Literaturrecherche
I. Eine sportökonomische Sicht auf die Grundlagen und den Aufbau von Fußballunternehmen in der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL)
1. Abgrenzung und Zuständigkeiten im deutschen Profifußball (DFB & DFL)
2. Professionalisierung und Dienstleistungsangebot auf dem deutschen Fußballmarkt
3. Marktbezogenes Management – Vermarktung/Produkte und Kommerzialisierung des Spitzensport Fußball
4. Das „Bosman-Urteil“
5. Der Spieler als Produkt
6. Zwischenfazit (I.)
II. Der Spielertransfermarkt – Austauschtheoretische Ansätze
7. Der Spielertransfermarkt als lukrativer Faktormarkt
8. Gewinnorientierte vermarktungsstrategische Ansätze und die Rolle des Beraters
9. Die Spielergelder – Geld als Austausch für Leistung
10. Illusionen des Spielermarktes – Vorstellung spezifischer Austauschtheorien nach psychologischen Gesichtspunkten
11. Zwischenfazit (II.)
III. Sportlervermarktung des privaten Spielermarktes – Einordung des Spielertransfermarktes in ein austauschtheoretisches Raster
12. Die Anwendung der Austauschtheorie auf den Spielermarkt aus sozialpsychologischer Perspektive
13. Eine wirtschaftspsychologische Sicht der Austauschtheorien auf den Spielermarkt
14. Zwischenfazit (III.)
Ergebnisdiskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die ökonomischen und psychologischen Strukturen des professionellen Fußballmarktes in Deutschland, mit dem Ziel zu erörtern, inwiefern der Profisportler im Fußballgeschäft der Deutschen Fußball Liga (DFL) als Profit bringendes Produkt betrachtet werden kann, das mithilfe klassischer Austauschtheorien erklärbar ist.
- Professionalisierung und ökonomische Strukturen in der DFL
- Die Vermarktung des Spitzensports Fußball (Ticketing, Sponsoring, Merchandising)
- Einfluss des Bosman-Urteils auf den Spielertransfermarkt
- Der Spieler als Produktionsfaktor und dessen Marktwertdeterminanten
- Anwendung klassischer Austauschtheorien (Homans, Thibaut & Kelley, Adams) auf den Spielertransfer
Auszug aus dem Buch
4. Das „Bosman-Urteil“
Dass die Fußball-Bundesliga im Laufe der Jahre von besonderem wirtschaftlichem Interesse wurde, geht mit den bereits erwähnten ökonomischen Strukturen und dem marktbezogenen Management der Topvereine in der Bundesliga einher. Empirische Untersuchungen (vgl. Eschweiler/Vieth, 2004) über einen längeren Zeitraum haben auf einer Datenbasis zuverlässiger Quellen aufgezeigt und bestätigt, dass die Transfersummen professioneller Spieler in der DFL deutlich gestiegen sind. Parallel dazu sind ebenfalls Steigerungen in den Gehältern der Spieler bzw. der am Vereinsmanagement beteiligten Personen zu beobachten.
Bevor aber nun der Blick auf das Transfersystem gelenkt wird, soll vorerst ein sportpolitischer Wendepunkt in der Transfergeschichte des deutschen Fußballs skizziert werden: Das Bosman-Urteil aus dem Jahre 1995, dass erheblich zu den Veränderungen im Transfersystem des professionalisierten Mannschaftssports geführt hat.
Ein Teilauszug aus dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 15.12.1995 soll im Folgenden einen kurzen, wichtigen Einblick auf die vertragliche Entscheidungsgewalt zwischen Spieler und Verein geben: „1.) Artikel 48 EWG-Vertrag steht der Anwendung von durch Sportverbände aufgestellten Regeln entgegen, nach denen ein Berufs-Fußballspieler, der Staatsangehöriger eines Mitgliedsstaates ist, bei Ablauf des Vertrages, der ihn an seinen Verein bindet, nur dann von einem Verein eines anderen Mitgliedsstaates beschäftigt werden kann, wenn dieser dem bisherigen Verein eine Transfer-, Ausbildungs- oder Förderungsentschädigung gezahlt hat.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abgrenzung und Zuständigkeiten im deutschen Profifußball (DFB & DFL): Dieses Kapitel erläutert die Rollenverteilung zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) als notwendige Grundlage für das Verständnis des deutschen Fußballsystems.
2. Professionalisierung und Dienstleistungsangebot auf dem deutschen Fußballmarkt: Hier wird der historische Prozess der Professionalisierung der Bundesliga beschrieben, in dem sich Fußballvereine zu Wirtschaftsunternehmen mit betriebswirtschaftlichen Managementstrukturen entwickelten.
3. Marktbezogenes Management – Vermarktung/Produkte und Kommerzialisierung des Spitzensport Fußball: Das Kapitel analysiert die fünf zentralen Vermarktungssäulen wie Ticketing, Sponsoring und Medienrechte, die das wirtschaftliche Fundament der Bundesliga-Klubs bilden.
4. Das „Bosman-Urteil“: Es wird die historische Bedeutung des Urteils von 1995 untersucht, das durch den Wegfall von Ablösesummen nach Vertragsende und die Aufhebung der Ausländerbeschränkung den Transfermarkt fundamental veränderte.
5. Der Spieler als Produkt: Hier wird der Fußballspieler als zentraler Produktionsfaktor und Produkt des Transfermarktes definiert, dessen Marktwert durch verschiedene ökonomische Determinanten beeinflusst wird.
6. Zwischenfazit (I.): Eine erste Zusammenfassung, die die DFL als entscheidende Instanz sowie die Entwicklung des Spielers vom Athleten zum wirtschaftlich verwertbaren Produkt festhält.
7. Der Spielertransfermarkt als lukrativer Faktormarkt: Das Kapitel beleuchtet, wie Klubs durch systematische Transferstrategien versuchen, leistungsstarke Kader zu bilden, und wie der Transfermarkt als Wettbewerbsmarkt funktioniert.
8. Gewinnorientierte vermarktungsstrategische Ansätze und die Rolle des Beraters: Es wird die wachsende Bedeutung des Spielervermittlers untersucht, der als externe Kraft zwischen Verein und Spieler vermittelt und psychologische Aspekte der Beratung einbringt.
9. Die Spielergelder – Geld als Austausch für Leistung: Dieses Kapitel analysiert Geld als zentrales Tauschmedium, das Motivation und Arbeitsleistung im Fußballgeschäft verknüpft und die ökonomische Logik der Spielergehälter erklärt.
10. Illusionen des Spielermarktes – Vorstellung spezifischer Austauschtheorien nach psychologischen Gesichtspunkten: Es werden theoretische Ansätze wie die Exchange-Theorie von Homans und die Equity-Theorie von Adams vorgestellt, um soziale Interaktionen im Sport psychologisch zu begründen.
11. Zwischenfazit (II.): Eine Zwischenbilanz, die die Verknüpfung von ökonomischen Faktoren wie Transferzahlungen mit austauschtheoretischen Ansätzen im Kontext der Sportpsychologie vertieft.
12. Die Anwendung der Austauschtheorie auf den Spielermarkt aus sozialpsychologischer Perspektive: Hier werden die Austauschtheorien angewandt, um das Verhalten und Erleben der an einem Transfer beteiligten Personen (Verein, Spieler, Berater) zu analysieren.
13. Eine wirtschaftspsychologische Sicht der Austauschtheorien auf den Spielermarkt: Das Kapitel verknüpft verhaltenswissenschaftliche Theorien des Personalmanagements mit den Abläufen auf dem Spielertransfermarkt.
14. Zwischenfazit (III.): Die abschließende Zusammenfassung betont die Komplexität des Spielertransfers, der sich zwar austauschtheoretisch modellieren lässt, aber aufgrund seiner Spezifika nur annähernd in ein solches Raster eingebettet werden kann.
Schlüsselwörter
Austauschtheorie, Bosman-Urteil, Deutsche Fußball Liga, Fußballmanagement, Gerechtigkeitstheorie, Kommerzialisierung, Marktwert, Profifußball, Sponsoring, Spielervermittler, Sportökonomie, Spielertransfermarkt, Transferentschädigung, Wertgrenzprodukt, Wirtschaftspsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das ökonomische System des deutschen Profifußballs unter Anwendung sozial- und wirtschaftspsychologischer Austauschtheorien auf den Spielertransfermarkt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Professionalisierung der DFL-Klubs, die Vermarktungsstrategien im Fußball, die Rolle von Spielervermittlern sowie die psychologische Komponente von Geld als Austauschmittel für Leistung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwiefern der Profisportler in der DFL ein Profit bringendes Produkt ist, dessen Marktverhalten mittels klassischer Austauschtheorien fundiert erklärt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und einer theoretischen Analyse, bei der wirtschaftspsychologische sowie sportökonomische Fachliteratur herangezogen wird, um den Spielertransfermarkt in ein austauschtheoretisches Raster einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine sportökonomische Analyse der DFL, eine Untersuchung der austauschtheoretischen Ansätze (u.a. von Homans und Adams) sowie eine spezifische Einordnung des Spielertransfermarktes in diese Theorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Austauschtheorie, Spielertransfermarkt, Sportökonomie, Kommerzialisierung, Wertgrenzprodukt, Profifußball und Wirtschaftspsychologie.
Welche Rolle spielt das Bosman-Urteil für die Argumentation des Autors?
Das Bosman-Urteil fungiert als entscheidender sportpolitischer Wendepunkt, da es die vertragliche Entscheidungsgewalt zugunsten der Spieler verschob und den ökonomischen Tauschwert von Profispielern durch den Wegfall von Ablösesummen massiv veränderte.
Inwieweit lässt sich das sportliche Handeln der Spieler als "Produkt" klassifizieren?
Der Autor argumentiert, dass der Spieler durch die Professionalisierung des Fußballs zunehmend zu einer „Ware“ wird, deren Wert durch individuelle Leistung und die Nachfrage der Vereine auf dem Faktormarkt bestimmt wird, was ökonomisch als Wertgrenzprodukt messbar ist.
Warum wird der Berater als psychologischer Akteur im Prozess bezeichnet?
Der Berater dient nicht nur als rechtlicher Vertreter, sondern nimmt durch seine Beratungsfunktion einen signifikanten Einfluss auf die Interaktion zwischen Spieler und Verein, indem er professionelles Know-how strukturiert einbringt und den Entscheidungsprozess methodisch begleitet.
Können Austauschtheorien den Spielertransfermarkt vollständig erklären?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Spielertransfermarkt nur annähernd in ein solches Raster eingebettet werden kann, da die menschlichen und emotionalen Faktoren des Sports sich nicht vollständig auf rein wirtschaftliche Strukturen übertragen lassen.
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- Denis Holdschick (Autor), 2015, Der Spielertransfermarkt in der Deutschen Fußball Liga GmbH. Austauschtheoretische Ansätze, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308869