Als die industrielle Revolution von Europa ausgehend auch in Amerika nahezu abgeschlossen scheint und sich die industrielle Produktionsweise flächendeckend etabliert hat stehen Unternehmer und Gewerkschaften gleichermaßen vor dem Problem, in einem vollkommen veränderten Arbeitsumfeld, die bestmögliche Verwendung für die Ressource Mensch zu ermitteln. Nachdem die handwerklich geprägten Manufakturen von den großen industriellen Massenbetrieben abgelöst wurden, bestand also zum ersten Mal Bedarf an der Entwicklung ausgefeilter arbeitsorganisatorischer Ansätze und Ideen.
In eben diese Zeit fällt das Wirken der beiden von uns betrachteten Protagonisten. Nach einem kurzen Einblick in den biografischen Hintergrund beider Personen soll es in dieser Abhandlung hauptsächlich um die Darstellung beider Theorien gehen. Eine kritische Auseinandersetzung gegen Ende scheint jedoch aus heutiger Sicht unumgänglich.
Die Informationen dieser schriftlichen Ausarbeitung stammen aus den Werken „Organisationstheorien“ (Kieser, A. 2011) und „Industrie- und Arbeitssoziologie“ (Mikl-Horke, G. 2001). Um dem wissenschaftlichen Anspruch dieser Arbeit gerecht zu werden befindet sich am Ende zusätzlich ein ausführliches Literaturverzeichnis.
Ebenso wie die mündliche Präsentation wurde auch diese schriftliche Ausarbeitung arbeitsteilig erstellt. Während sich Alexander Cowell mit Henry Ford und der Gegenüberstellung beider Personen befasste, lag der Schwerpunkt bei Lukas Baumann auf Taylor und einer kritischen Auseinandersetzung mit beiden Ideen. Um einen reibungslosen Lesefluss zu gewährleisten wurde die finale Ausformulierung jedoch gemeinsam erstellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der biografische Hintergrund Frederik Taylors
- Taylors Grundgedanken
- Das Scientific Management
- Grundidee des Scientific Management
- Die praktische Anwendung des Scientific Management
- Trennung von Hand und Kopf
- Arbeitspensum und Bonus
- Auslese und Anpassung
- Versöhnung von Arbeitnehmerschaft und Management
- Ziele des Scientific Managements
- Kurzbiografie Henry Fords
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Abhandlung befasst sich mit den Grundgedanken des Taylorismus und Fordismus, zwei bedeutenden Strömungen in der Organisation der industriellen Arbeit. Sie analysiert die biografischen Hintergründe von Frederik Taylor und Henry Ford, um ihre jeweiligen Denkweisen und Ziele besser zu verstehen. Die Arbeit beleuchtet Taylors Scientific Management als eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Steigerung der Produktivität, die auf die Trennung von Hand- und Kopfarbeit, Arbeitsteilung und Leistungsanreizen beruht. Sie setzt sich kritisch mit den sozialen und ethischen Implikationen dieser Ansätze auseinander, insbesondere im Hinblick auf die Rolle der Arbeiter und die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
- Die Entstehung des Taylorismus und Fordismus im Kontext der industriellen Revolution
- Die Grundprinzipien des Scientific Management
- Die Rolle der Arbeitsteilung und Spezialisierung in der industriellen Produktion
- Das Konzept der Leistungsanreize und das Streben nach Effizienz
- Die soziale und ethische Kritik an den Ansätzen von Taylor und Ford
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Problematik der industriellen Arbeitswelt im Kontext der industriellen Revolution dar, die zur Entwicklung neuer Ansätze der Arbeitsorganisation führte. Sie führt die beiden Protagonisten, Frederik Taylor und Henry Ford, ein und skizziert den Fokus der Abhandlung.
Das Kapitel über Frederik Taylors Biografie beleuchtet seine Anfänge als Arbeiter und seine steile Karriere als Ingenieur und Unternehmensberater. Es zeigt, wie er seine Erfahrungen mit der industriellen Produktion nutzte, um das Scientific Management zu entwickeln.
Taylors Grundgedanken werden im nächsten Kapitel detailliert analysiert. Hier wird die negative Menschenbild-Vorstellung Taylors vorgestellt, die er mit den Begriffen "Drückebergerei" und "Trugschluss" beleuchtet. Diese Gedanken dienen als Basis für seine Entwicklung des Scientific Management.
Das Scientific Management wird im vierten Kapitel in seiner Grundidee, der praktischen Anwendung und seinen Zielen erläutert. Der Ansatz umfasst die Trennung von Hand- und Kopfarbeit, die Schaffung eines Funktionsmeistersystems und die Einführung eines strengen Arbeitspensums mit Bonus- und Strafmechanismen. Die Auslese von Arbeitern und die Suche nach dem idealen Arbeitsplatz für jeden Mitarbeiter sind weitere wichtige Elemente.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den zentralen Themen der industriellen Arbeitsorganisation, insbesondere den Grundgedanken des Taylorismus und Fordismus. Die wichtigsten Schlüsselwörter sind: Scientific Management, Arbeitsteilung, Spezialisierung, Effizienzsteigerung, Leistungsanreize, Akkordlohn, Arbeiter, Management, Arbeitsbedingungen, Kritik an Taylor und Ford.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern des Taylorismus (Scientific Management)?
Der Kern ist die wissenschaftliche Analyse von Arbeitsabläufen, die strikte Trennung von Hand- und Kopfarbeit sowie die Zerlegung von Tätigkeiten in kleinste, effiziente Schritte.
Wie unterscheidet sich der Fordismus vom Taylorismus?
Der Fordismus baut auf dem Taylorismus auf, ergänzt ihn aber durch die Fließfertigung (Fließband) und die industrielle Massenproduktion für einen Massenmarkt.
Was versteht Taylor unter "Drückebergerei"?
Taylor ging davon aus, dass Arbeiter von Natur aus dazu neigen, weniger zu leisten, als sie könnten, was er durch strenges Management und Leistungsanreize beheben wollte.
Welche Ziele verfolgte das Scientific Management?
Hauptziele waren die maximale Steigerung der Produktivität, die Senkung der Produktionskosten und eine höhere Lohngestaltung durch Bonus-Systeme bei Zielerreichung.
Was wird an diesen Systemen heute kritisiert?
Kritisiert werden vor allem die Monotonie der Arbeit, die psychische Belastung der Arbeiter, die Degradierung des Menschen zur "Maschine" und die soziale Entfremdung.
- Arbeit zitieren
- Lukas Baumann (Autor:in), Alex Cowell (Autor:in), 2011, Industrielle Produktions- und Arbeitsformen. Grundgedanken des Taylorismus und Fordismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308893