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Krieg und Kleinstadt. Frankenhausen im Ersten Weltkrieg

Titel: Krieg und Kleinstadt. Frankenhausen im Ersten Weltkrieg

Masterarbeit , 2013 , 106 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Anne-Katrin Frenzel (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der thematische Schwerpunkt dieser Abschlussarbeit liegt auf den Geschehnissen in der Stadt Frankenhausen während des Ersten Weltkrieges. Es existieren nicht nur unzählige allgemeine Überblickswerke die sich der Thematik Erster Weltkrieg widmen, es gibt auch eine Vielzahl von Publikationen, die sich mit verschiedenen Aspekten des Kriegsgeschehens beschäftigen.

Die vorliegende Arbeit widmet sich daher einem Thema, zu welchem bislang keine kritische Auseinandersetzung erfolgt ist. Hierbei handelt es sich um eine Mikrostudie, die die großflächige Problematik des Ersten Weltkrieges auf der untersten Ebene analysieren will. Die Stadt und Gesellschaft Frankenhausens wird dabei den Mittelpunkt der Untersuchung darstellen.

Diese Arbeit wird unter anderem aus der Motivation heraus geschrieben, möglicherweise aufzeigen zu können, dass sich in einer thüringischen Kleinstadt, welche in eine ländliche Umgebung eingebettet war und ist, andere Entwicklungen stattfanden, als sie vielleicht in bisherigen Publikationen dargestellt werden. Es soll demnach der Versuch unternommen werden, Besonderheiten der Stadtgeschichte Frankenhausens aufzuzeigen, die möglicherweise in dieser Art in der allgemein bekannten Literatur zum Ersten Weltkrieg noch nicht dargestellt wurden. Ein weiterer Grund, sich diesem Themenfeld zu widmen, ist das persönliche Interesse an der gegebenen Problemstellung, sowie der heimatliche Bezug zum Untersuchungsort Frankenhausen.

Des Weiteren liegt der Forschungsarbeit, mit existierenden Tagebuchauszügen, ein wichtiges Quellenformat vor, welches einen Einblick in Geschehnisse bietet. Der Frankenhäuser Paul Schröder schrieb nicht nur regelmäßig für sich selbst über die Ereignisse des Krieges, sondern veröffentlichte auch eine Vielzahl von Gedichten, welche sich mit dem Thema rund um das Kriegsgeschehen beschäftigten. Diese Gedichte sind nicht nur durch das edierte Tagebuch überliefert, sondern wurden auch zahlreich in der Frankenhäuser Zeitung publiziert. Paul Schröder und Max Krebs, der damalige Herausgeber des Amtlichen Nachrichtenblattes, schienen persönlich sehr nahe gestanden zu haben. Denn Krebs selbst war es, der im Jahr 1931 die Tagebucheinträge Schröders sammelte, veröffentlichte und eigens ein kleines Vorwort schrieb.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frankenhausen – Panorama einer Kleinstadt

3. Kriegsbegeisterung

3.1 Kriegsbegeisterung in Deutschland – Vom Augusterlebnis zur Kriegsmüdigkeit

3.2 Kriegsbegeisterung und deren Entwicklung in Frankenhausen - Juli 1914 bis November 1918

4. Spionage und Ausländerfeindlichkeit

4.1 Ausländerfeindlichkeit und Spionagehysterie in Deutschland

4.2 Frankenhausen – eine Kleinstadt im „Spionfimmel“

5. Versorgungslage während des Ersten Weltkrieges

5.1 Versorgungslage in Deutschland

5.2 Versorgungslage in Frankenhausen

6. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht als Mikrostudie die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf die Gesellschaft der thüringischen Kleinstadt Frankenhausen. Dabei wird analysiert, inwiefern die kleinstädtische Situation Besonderheiten aufwies oder äquivalent zu den Entwicklungen im gesamten Deutschen Kaiserreich verlief.

  • Analyse der Kriegsbegeisterung und deren Wandel zur Kriegsmüdigkeit in Frankenhausen
  • Untersuchung der Ausländerfeindlichkeit und Spionagefurcht in der Kleinstadt
  • Bewertung der Versorgungslage und ihrer Auswirkungen auf das gesellschaftliche Verhalten
  • Vergleich der regionalen Geschehnisse mit den gesamtdeutschen Bedingungen

Auszug aus dem Buch

Frankenhausen – eine Kleinstadt im „Spionfimmel“

Krumeich stellt in seinem Aufsatz „Kriegsfront – Heimatfront“, fest, dass „[d]ie Einbeziehung der Zivilbevölkerung in den Krieg – die Heimat als Front – […] in der Entwicklung spezifischer Formen von Gerüchten und Spionageangst besonders deutlich.“, wurde. Diese Furcht vor ausländischer Spionage war jedoch nicht völlig neu: Bereits im Vorkriegsnationalismus existierte die Angst vor militärischer Bedrohung, welche schon zu dieser Zeit oft auch von offizieller Seite her gezielt gefördert wurde. Diese anfänglichen Bedrohungsvorstellungen entwickelten sich nun zu regelrechten Hetzjagden, welche auch in der kleinen Kurstadt eine bedeutsame Position einnahmen.

Der ortsansässige Paul Schröder betitelte einen umfangreichen Tagebucheintrag mit dem Wort „Spionfimmel“, welcher, wie eine genaue Analyse ergab, den Zustand und das Agieren der Gesellschaft Frankenhausens zu Beginn des Krieges sehr gut charakterisierte. Da nur zwei Polizisten in der Stadt geblieben waren, wurde die Bürgerschaft dazu angehalten sich für die Sicherheit ihrer Gemeinde einzusetzen. Bereits am zweiten Tag der Mobilmachung wurde ein Wach - und Nachtdienst eingeführt, welcher eine rege Beteiligung innerhalb der Bevölkerung fand. Schröder berichtet, dass „[e]ine fieberhafte Erregung […] über Alt und Jung“ kam, „der Spionfimmel“ einsetzte und dieser „ganz eigenartige Auswüchse“ anahm, auf welche im Folgenden näher eingegangen werden soll.

Um die Entwicklung der Ereignisse in Frankenhausen besser verstehen zu können, ist eine genaue Beschreibung der Gesellschaft um 1914 erforderlich. Im Kapitel 2. „Frankenhausen – Panorama einer Kleinstadt“, wurde bereits erwähnt, dass der Kurort einen relativ hohen Anteil an ausländischen Bürgern aufwies. So soll zunächst eine detaillierte Aufschlüsselung erfolgen, um im Anschluss auf das Handeln der Bewohner einzugehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der „Heimatfront“ und Abgrenzung zum totalen Krieg, sowie Erläuterung der Motivation und Zielsetzung der Mikrostudie.

2. Frankenhausen – Panorama einer Kleinstadt: Überblick über die historische, soziale, wirtschaftliche und politische Struktur Frankenhausens vor 1914.

3. Kriegsbegeisterung: Analyse der nationalen Stimmung zu Kriegsbeginn und deren Entwicklung im Zeitverlauf in Deutschland und spezifisch in Frankenhausen.

4. Spionage und Ausländerfeindlichkeit: Untersuchung der Fremdenfeindlichkeit und der Spionagefurcht („Spionitis“) sowie deren Auswirkungen auf die lokale Gesellschaft.

5. Versorgungslage während des Ersten Weltkrieges: Darstellung der Mangelwirtschaft, der staatlichen Eingriffe und deren Auswirkungen auf den Alltag und das Verhalten der Frankenhäuser Bevölkerung.

6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der aufgestellten Thesen und Vorschläge für weiterführende Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Frankenhausen, Heimatfront, Kriegsbegeisterung, Kriegsmüdigkeit, Spionagefurcht, Spionitis, Ausländerfeindlichkeit, Versorgungslage, Hungerblockade, Mikrostudie, Paul Schröder, Sozialdemokratie, Nahrungsmittel rationierung, Kleinstadtgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit?

Die Arbeit ist eine Mikrostudie über Frankenhausen während des Ersten Weltkrieges, die untersucht, wie sich die globalen Auswirkungen des Krieges auf lokaler Ebene in einer Kleinstadt widerspiegelten.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Stimmungslage von der Kriegsbegeisterung zur Kriegsmüdigkeit, der Ausbreitung von Spionageangst sowie der Versorgungslage der Bevölkerung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den spezifischen Besonderheiten der Stadt Frankenhausen und wie äquivalent die gesellschaftliche Situation dort im Vergleich zum gesamten Deutschen Reich war.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine historische Mikrostudie, die primäre Quellen wie das Tagebuch von Paul Schröder, Zeitungsartikel der Frankenhäuser Zeitung sowie Protokolle von Stadtratssitzungen auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch und thematisch die drei genannten Schwerpunkte, hinterfragt gängige Thesen zum Ersten Weltkrieg kritisch anhand lokaler Daten und wertet die Reaktionen der lokalen Gesellschaft aus.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Heimatfront, Spionitis, Versorgungskrise, soziale Kontrolle, Kriegsmüdigkeit und die spezifische Situation einer thüringischen Kurstadt in der Kriegszeit.

Welche Rolle spielt das „Kyffhäuser-Technikum“ für die Stadtgeschichte?

Das Technikum war ein entscheidender Anziehungspunkt für Studenten aus dem In- und Ausland, was den vergleichsweise hohen Ausländeranteil in Frankenhausen erklärt und somit das Potenzial für die Spionagehysterie zu Kriegsbeginn beeinflusste.

Wie reagierten die Bürger von Frankenhausen auf die „Spionitis“?

Es kam zu teils grotesken Übergriffen und der Denunziation von Mitbürgern oder Fremden, oft ausgelöst durch Gerüchte und eine allgemeine Unsicherheit, wobei die Bürger selbst Wachdienste und Kontrollen organisierten.

Ende der Leseprobe aus 106 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Krieg und Kleinstadt. Frankenhausen im Ersten Weltkrieg
Hochschule
Universität Leipzig
Note
1,5
Autor
Anne-Katrin Frenzel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
106
Katalognummer
V308931
ISBN (eBook)
9783668075160
ISBN (Buch)
9783668075177
Sprache
Deutsch
Schlagworte
krieg kleinstadt frankenhausen ersten weltkrieg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anne-Katrin Frenzel (Autor:in), 2013, Krieg und Kleinstadt. Frankenhausen im Ersten Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308931
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Leseprobe aus  106  Seiten
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