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Dilemmata der polizeilichen Arbeit. Eine Auseinandersetzung über polizeiliches Handeln im kulturellen Kontext

Title: Dilemmata der polizeilichen Arbeit. Eine Auseinandersetzung über polizeiliches Handeln im kulturellen Kontext

Term Paper , 2015 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ewa Bedkowski (Author)

Cultural Studies - Miscellaneous
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Was macht den Polizeiberuf so besonders, dass er eine kulturelle Auseinandersetzung verlangt? Um diese Frage zu beantworten wird zuerst auf den Begriff der Polizistenkultur eingegangen, um eine Grundlage des Verständnisses zu schaffen. Begleitet werden diese wissenschaftlichen Erkenntnisse von bestimmten Dilemmata, mit denen Polizeibeamte konfrontiert werden. Zugleich werden daraus resultierende Erkenntnisse und Probleme vorgestellt und diese auf aktuelle Ereignisse angewandt. Zuletzt soll dann geklärt werden, was den Polizeiberuf in seiner Form von anderen Berufsgruppen hervorheben könnte und ob eine Beleuchtung der Polizeikultur bzw. Polizistenkultur beim Verständnis von bestimmten polizeilichen Handlungen helfen kann.

Die Wissenschaft von der Polizei breitet sich in der deutschsprachigen Diskussion in den letzten Jahren immer weiter aus. Immer häufiger wird unter Wissenschaftlern, Vertretener der Deutschen Hochschule der Polizei oder der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung der Wunsch nach einer ei-genständigen Polizeiwissenschaft geäußert. In diesem Zusammenhang tritt die Bedeutung einer Polizeikultur ebenfalls ins Licht der Debatten. Unter dem Dach der Polizeiwissenschaft sollen polizeiliche Handlungsmuster, Rituale, subkulturelle Normen und Werte betrachtet werden. Die Polizeikultur in Deutschland befindet sich auf einem schwierigen Pfad, denn – wie die noch nicht präzisierte Polizeiwissenschaft – fehlt es ihr an einheitlichen Begriffen für ein allgemein anerkanntes Verständnis. Gleichwohl werden polizeiliche Handlungstypen erforscht und der Polizeibeamte in Hinblick auf seine Identität, seine kulturelle Prägung, sein rechtsmäßiges oder unrechtsmäßiges Handeln und dessen Ursprung auf Herz und Nieren untersucht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kultur der Polizei als Untersuchungsgegenstand

3. Von falschen Gerechtigkeitsvorstellungen und gefährlichen Riten

3.1 Das Dilemma der Gerechtigkeit

3.2 Das Dilemma der Verschwiegenheit

4. Die Dichotomie ermittlungsrelevante Vorurteile

4.1 Das Dilemma des permanenten Verdachts

4.2 Das Dilemma der Identitätswahrung

4.3 Nachwehen von Vorurteilen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Polizeikultur und deren Einfluss auf polizeiliches Handeln, um zu erklären, warum Polizeibeamte in bestimmten Situationen Dilemmata erleben und wie diese zu Fehlverhalten oder devianten Mustern führen können. Dabei wird hinterfragt, inwiefern eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Polizeikultur zum Verständnis polizeilicher Arbeit beitragen kann.

  • Analyse der Polizeikultur und der sogenannten „Cop Culture“
  • Einfluss von subkulturellen Werten auf polizeiliche Gerechtigkeitsvorstellungen
  • Konflikt zwischen legaler Grundlage und ethischer Legitimation im Polizeialltag
  • Problematik von Racial Profiling und selektiver Wahrnehmung
  • Bedeutung von Identitätswahrung für Polizeibeamte

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Dilemma der Gerechtigkeit

Gemäß des Polizeigesetztes hat die Polizei die Aufgabe, Straftaten zu verhüten und zu verfolgen. Sie darf zur Erreichung dieser Aufgabe das Gewaltmonopol, welches ihr obliegt, auch gegen die Bürger richten. Sie muss somit auf der einen Seite Menschenrechte schützen - unter anderem vor Gewalteinwirkung bewahren - darf auf der anderen Seite Gewalt gegen den Bürger anwenden. Zudem wird der Polizeibeamte ständig mit Gefahren konfrontiert und muss um seine eigene Sicherheit bangen. Diese Grenzsituationen stellen ein Dilemma für die Polizeibeamten dar. Die Beamten halten diese deswegen aus, weil sie sich als Verteidiger des Guten ansehen und die immer präsente Gefahr die Gemeinschaft zusammenschweißt.

Behr erklärt die Spannungsverhältnisse anhand dem „First Code“ und dem „Second Code“. Ersteres bezeichnet den Einfluss von Bürokratie und Recht auf die Institution Polizei. Die vorgegebenen Handlungsmuster, welche durch Ausbildung an den Beamten herangetragen werden, oder durch Leitbilder geprägt werden sollen, bilden eine kollektive Identität der Polizeikultur. Die Cop Culture wird vor allem durch den Second Code geprägt. Dieser definiert Recht nicht als Gesetz, sondern im Sinne einer Gerechtigkeit. Soziologisch betrachtet gibt es kein Gut und Böse. Das Gerechtigkeitsempfinden der Beamten kann somit vom Gesetz abweichen, weil dort Begriffe wie Loyalität, Devianz und Fehlverhalten keine universale Bedeutung haben und somit von der Subkultur anders definiert werden können. Daraus folgt, dass es zwei Grundsteine gibt, aus denen sich die polizeiliche Tätigkeit erschließt. Zum einem aus einer legalen Grundlage, aber auf der anderen Seite durch eine ethische Legitimation. Folgt man Behr, so sind die gesammelten Handlungsmuster, die durch Erfahrung erschlossen und weitergegeben wurden, meistens wichtiger als die materiell rechtlichen Grundlagen (oder auch Leitbilder), nach denen ein Polizeibeamter handeln sollte.

Der Sekond Code erklärt, dass Polizeibeamte ihr eigenes, auf Erfahrungen gestütztes und an die subkulturellen Normen gebundenes Gerechtigkeitsempfinden haben. Dieses ist von zentraler Bedeutung, wenn es um die Überschreitung von Gesetzen geht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wachsenden Wunsch nach einer eigenständigen Polizeiwissenschaft und führt in die Thematik der Polizeikultur sowie deren Spannungsfelder ein.

2. Die Kultur der Polizei als Untersuchungsgegenstand: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Polizeikultur als Bündel von Wertbezügen und unterscheidet zwischen der offiziellen Organisationskultur und der informellen „Cop Culture“.

3. Von falschen Gerechtigkeitsvorstellungen und gefährlichen Riten: Das Kapitel thematisiert die Dilemmata der Gerechtigkeit und Verschwiegenheit, die aus subkulturellen Normen und dem ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl der Schutzpolizei resultieren.

3.1 Das Dilemma der Gerechtigkeit: Dieser Abschnitt beschreibt, wie Polizeibeamte zwischen rechtlichen Vorgaben und einem eigenen, erfahrungsbasierten Gerechtigkeitsempfinden abwägen.

3.2 Das Dilemma der Verschwiegenheit: Es wird analysiert, wie Loyalität innerhalb der Subkultur dazu führen kann, dass Fehlverhalten von Kollegen verschwiegen oder vertuscht wird.

4. Die Dichotomie ermittlungsrelevante Vorurteile: Hier wird die Rolle der Kriminalpolizei beleuchtet und dargelegt, wie Spuren durch Annahmen und Vorurteile erst als ermittlungsrelevant typisiert werden.

4.1 Das Dilemma des permanenten Verdachts: Der Abschnitt erläutert die Selektionsprozeduren bei der Verdachtsschöpfung und die Gefahr, „Gefangene der eigenen Logik“ zu werden.

4.2 Das Dilemma der Identitätswahrung: Es wird untersucht, wie Polizisten versuchen, ihre Identität durch gesellschaftliche Anerkennung und den Erfolg im Beruf gegenüber verschiedenen Erwartungshaltungen zu wahren.

4.3 Nachwehen von Vorurteilen: Dieses Kapitel befasst sich mit der Problematik diskriminierender Praktiken wie dem Racial Profiling und deren Auswirkungen auf die Polizei und die Gesellschaft.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und bekräftigt die Relevanz einer soziologisch fundierten Polizeiforschung zur Erklärung polizeilichen Handelns.

Schlüsselwörter

Polizeikultur, Cop Culture, Polizeiwissenschaft, Dilemma der Gerechtigkeit, Verschwiegenheit, Korpsgeist, Verdachtsschöpfung, Identitätswahrung, Racial Profiling, polizeiliches Handeln, Subkulturen, Vorurteile, Diskriminierung, Organisation, Einsatzpraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Analyse der Polizeikultur und den daraus resultierenden Handlungsweisen, Dilemmata und Problemen im polizeilichen Alltag.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das Spannungsfeld zwischen offizieller Organisationskultur und informeller „Cop Culture“, das Dilemma der Gerechtigkeit, Verschwiegenheit, Verdachtsschöpfung und diskriminierende Praktiken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Analyse kultureller und soziologischer Hintergründe zu erklären, warum Polizeibeamte in bestimmten Situationen so handeln, wie sie handeln, und die Relevanz einer eigenständigen Polizeiforschung zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischen Fachbegriffen und bestehender Polizeiforschung, ergänzt durch die Anwendung auf aktuelle Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Dilemmata bei der Schutzpolizei (Gerechtigkeit, Verschwiegenheit) und der Kriminalpolizei (Verdachtsschöpfung, Identitätswahrung) sowie die Problematik von Vorurteilen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Polizeikultur, Cop Culture, Dilemmata polizeilichen Handelns, Verdachtsschöpfung und Racial Profiling charakterisiert.

Was beschreibt der Begriff des "Second Code"?

Der „Second Code“ bezeichnet im Kontext der Polizeikultur ein subkulturelles, erfahrungsbasiertes Gerechtigkeitsempfinden, das vom offiziellen Gesetz abweichen kann und für Polizisten oft handlungsleitender ist.

Warum wird im Text das Beispiel Stuttgart 21 angeführt?

Das Beispiel verdeutlicht die Kluft zwischen offizieller Polizeikultur und gelebter „Cop Culture“ sowie die gesellschaftliche Rufschädigung durch als unrechtmäßig kritisierte polizeiliche Einsätze.

Inwiefern beeinflusst die Identitätswahrung die polizeiliche Arbeit?

Beamte orientieren sich zur Identitätswahrung an den Erwartungen von Kollegen, Vorgesetzten und der Gesellschaft; dies kann dazu führen, dass sie Handlungsstrategien entwickeln, die ihnen Erfolge versprechen, selbst wenn diese ethisch oder rechtlich kritisch sind.

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Details

Title
Dilemmata der polizeilichen Arbeit. Eine Auseinandersetzung über polizeiliches Handeln im kulturellen Kontext
College
Ruhr-University of Bochum  (Juristische Fakultät - Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft)
Course
Polizeiwissenschaft in Deutschland
Grade
1,3
Author
Ewa Bedkowski (Author)
Publication Year
2015
Pages
25
Catalog Number
V308952
ISBN (eBook)
9783668072312
ISBN (Book)
9783668072329
Language
German
Tags
Polizeikultur Dilemma Polizeiwissenschaft Topic_Polizei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ewa Bedkowski (Author), 2015, Dilemmata der polizeilichen Arbeit. Eine Auseinandersetzung über polizeiliches Handeln im kulturellen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308952
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