Einfluss der handlungslogischen Perspektive auf die Arbeit des Sportpsychologen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

3 Seiten


Leseprobe

Einleitung

In dem besprochenen Artikel wird das menschliche Handeln in Bezug gesetzt zur äusseren Tätigkeit in einer bedeutungsstrukturierten und komplexen Umwelt. Der Mensch wird als Biopsychosoziale Einheit verstanden, die zielgerichtet und wertbestimmt im Austausch mit der Umwelt handelt. Die subjektive Situationsdefinition, das Erleben und die Handlungslogiken als Grundlage menschlichen Verhaltens werden betont. Motivation wird dabei als ein hoch komplexes und stark differenziertes Konstrukt präsentiert.

Der Einfluss der vorgestellten Konzepte auf meine Tätigkeit als Sportpsychologe in der Zusammenarbeit mit Sportlern, die Mühe haben, sich zu motivieren wird im Folgenden dargestellt.

Rahmenbedingungen

Als systemischer Ansatz mit Fokus auf die Biopsychosoziale Einheit wird die Handlung des Sportlers vor dem Hintergrund der subjektiven Definition der Situation verstanden. Wobei die Situation die wahrgenommene Konfiguration von Person, Umwelt und Aufgabe ist. Ein Wechsel in einer dieser Komponenten führt zu einer veränderten Wahrnehmung der beiden anderen. Die Wahl eines realistischen Orientierungsrahmens, den der Sportler bei der Zielbildung und der Evaluation der Handlung auf Personen-, Aufgaben- und Sozialer Ebene ansetzt, steht hierbei im Vordergrund. Insbesondere eine Klärung und Aufdeckung allfälliger Diskrepanzen der Handlungsvalenz („Ich will“) und der Handlungskompetenz („Ich kann“), ist ein Ziel in der Zusammenarbeit mit dem Sportler. Eine Aufgabenorientierung richtet den Fokus auf die Anforderungen oder die Problemlösung einer spezifischen Aufgabe. Während bei der Sozialorientierung der Wettbewerb mit anderen im Vordergrund steht. Das Konzept der Absichtsentstehung motivierten Verhaltens veranschaulicht hierbei die Unterscheidung des Ziels einer Handlung im Sinne eines Resultats und des Nutzens einer Handlung im Sinne der Konsequenzen. Ebenso dient es der Unterscheidung in die Gründe einer Handlung (Intention) und die Ursachen einer Handlung (nicht willentlich). Der Grund, warum man etwas tut, resultiert aus der Ursache. Diese Ursache stellt den Grund für eine darauffolgende Handlung dar, was durch das Bild einer Handlungskette veranschaulicht wird. Somit sollte die Motivation zu einer Handlung auch nicht isoliert, sondern in Abhängigkeit zu vergangenen und zukünftigen Handlungen gesehen werden.

Welches sind die zugrundeliegenden Motive und wie sind sie miteinander verknüpft?

Die Auseinandersetzung mit einer bestimmten Situation ist nicht unabhängig von den zugrundeliegenden Motiven des Sportlers. Wie sollte eine Befriedigung über ein Handlungsergebnis vorausgesehen werden, wenn nicht ein Bedürfnis dahinter stünde? Wenn z.B. im Sport Mannschaften gegeneinander kämpfen, mag für den einen die Situation durch das Ziel strukturiert sein, besser sein zu wollen als die gegnerische Mannschaft, für den anderen dagegen, gute Kameradschaft und harmonisches Zusammenwirken in der eigenen Gruppe zu erleben. Entsprechend unterschiedlich können die Anreize sein: darauf zu hoffen und sich Befriedigung und Stolz dafür zu versprechen, wenn die eigene Mannschaft gewinnt oder wenn sie gut zusammengespielt hat. Im Gespräch mit dem Sportler gilt es diese Motive zu bestimmen. Der Aufbau solcher Motivkomplexe variiert individuell und hängt von persönlichen Lernprozessen ab. Dabei dient das neuronale Netzwerk des motivierten Verhaltens als Modell, weil frühere Erfahrungen zum Aufbau kognitiv-affektiver Netzwerke im Zusammenhang mit bestimmten Situationen geführt haben. Sie determinieren deswegen auch eher länger dauernde Verhaltenstendenzen. Meine Aufgabe als Sportpsychologe ist es nicht nur zu hinterfragen, wie wichtig ein gewisses Ziel für den Sportler ist, sondern auch was er unter diesem Ziel versteht. Der Fokus liegt dabei auf dem internen Bezugs- und Werterahmen des Sportlers.

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Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Einfluss der handlungslogischen Perspektive auf die Arbeit des Sportpsychologen
Hochschule
Universität Bern  (Institut für Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Sportpsychologische Theorien
Autor
Jahr
2013
Seiten
3
Katalognummer
V308957
ISBN (eBook)
9783668073227
ISBN (Buch)
9783668073234
Dateigröße
356 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hausarbeit im Nachdiplomstudium Sportpsychologie DAS
Schlagworte
Sportpsychologie, Psychologie, Motivation, Motive, Sportler, Handlungslogik, handlungslogisch, Handlungstheorie, Verhalten
Arbeit zitieren
Alexander Scherz (Autor:in), 2013, Einfluss der handlungslogischen Perspektive auf die Arbeit des Sportpsychologen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308957

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